Sicher ist sicher [Update]

analog

„Nur analoge Kommunikation kann halbwegs gesichert werden.“ (Stefan Plöchinger, Chefredakteur Sueddeutsche.de)

[Update] Das sagt auch der Russische Geheimdienst. Dann muss es ja stimmen.

Compatriotas: cancelen sus cuentas en Facebook!

Le Monde: Die venezolanische Ministerin Iris Varela empfiehlt ihren Landsleuten, Facebook zu verlassen. Im Original:

Compatriotas: cancelen sus cuentas en facebook ya que sin saberlo han trabajado gratis como informantes de la CIA! Revisen caso Snowden!

Und was sagt unsere Justizministerin? (Hallo, FDP-Wähler!)

Alles ist geheim. Schön, dass wir trotzdem drüber geredet haben!

Erst jetzt gelesen in der taz: Was das Ministerium für Wahrheit der deutsche Regierungssprecher über die Kooperation zwischen deutschen und ausländischen Geheimdiensten und die gesetzlichen Grundlagen dafür von sich gibt. „Alle Fragen und Antworten stammen aus dem Originalprotokoll der Bundespressekonferenz von diesem Montag.“

Es kommt ein bisschen Bewegung in die Sache….[Update]

Ein Redakteur vom Berliner Tagesspiegel hat mir gerade seinen öffentlichen Schlüssel geschickt… Geht doch.

In ca. zwei Tagen werde ich dieses Tutorial wohl fertig haben (Windows, für Anfänger). Ich bitte alle wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser, die noch nicht ihre E-Mails verschlüsseln können, mir hier mitzuteilen, was daran unverständlich ist, was fehlt, was man besser machen könnte. (Es ist jetzt noch nicht komplett – das Wesentliche fehlt noch!)

Vermutlich werde ich daraus zwei Seiten machen. Wenn das 30-Minuten-Tutorial für blutige Anfänger fertig sein wird, mache ich mich an die Details und an die anderen Features, danach kommen S/Mime, Verschlüsseln mit Linux und Mac usw..

[Update]: bei Spiegel online gibt es ein nettes Tutorial – ich musste schmunzeln, weil ich gerade fast identische Screenshots gemacht hatte…

Das Schweigen der unverschlüsselten Lämmer

Marcus Anhäuser | Placeboalarm: „PRISM, Tempora, Snowden: Sollen (Wissenschafts)journalisten ihre E-Mails verschlüsseln?“

Das Ergebnis meiner Spontan-Umfrage: Auf zehn Anfragen habe ich vier Antworten bekommen, wovon eine Redakteurin mir mitteilte, dass sie keine Auskunft geben dürfe/könne….

Vgl. auch WDRBlog: „Ich habe ja nichts zu verbergen!“

„German Angst“ vor dem Datenklau

Die Deutsche Welle zitiert mich in einer Reportage über „German Angst“ vor dem Datenklau: „‚Wir müssen uns doch bewusst darüber sein, dass bestimmte Dinge nicht jeden etwas angehen‘, meint Burkhard Schröder und kann es nicht verstehen, dass die meisten Menschen hierzulande einfach zu bequem seien, um sich mit Verschlüsselung und ähnlichen Schutzmaßnahmen auseinanderzusetzen.“

Anhörung am EuGH über die Vorratsdatenspeicherung

Pressemeldung vom Verein Digitalcourage aka Foebud:
Die heutige Anhörung am EuGH über die Vorratsdatenspeicherung verlief in weiten Teilen desaströs für die Befürworter der umstrittenen EU-Richtlinie. Es ging um eine Klage der irischen Bürgerrechtsorganisation „Digital Rights Ireland“ und Bedenken des Österreichischen Verfassungsgerichtshofes gegen die Vorratsdatenspeicherung.

Die Richter am EuGH verlangten dabei mehrmals Zahlen zur Wirksamkeit oder andere Beweise, dass die Vorratsdatenspeicherung unbedingt notwendig sei. Spanien, Italien und England blieben als Befürworter der Richtlinie, die vor dem Gericht Stellung nahmen, diese Beweise schuldig. Das Gericht zeigte sich teilweise verägert und bezweifelte, dass die Richtlinie die Verhältnismäßigkeit immer wahre.

Auf der anderen Seite bemängelte der Vertreter des Europäischen Datenschutzbeauftragten, dass die Grundrechtecharta der EU einen so weitreichenden Eingriff wie die Vorratsdatenspeicherung in einer demokratischen Gesellschaft nicht rechtfertige. Den Prism-Skandal wahrscheinlich im Hinterkopf fragte das Gericht auch nach der Speicherpraxis und Outsourcing der Verbindungsdaten. Beides ist in der Richtlinie nicht verboten und weckt sicherlich auch Begehrlichkeiten von anderer Stelle.

Anmerkung: 1. Man kann auch in Pressemeldungen digitalen Mut zeigen Links setzen; die oben sind alle von mir hinzugefügt. 2. Der vorletzte Satz ist Deutsch des Grauens. 3. Man muss nicht bei jedem verbalen Furz gleichzeitig zu Spenden aufrufen.

Vgl. auch den Artikel bei Telepolis: „Anhörung zur Vorratsdatenspeicherung beim EuGH: Gordischer Argumentationsknoten“.

Error: StartService: ec=1056

error

Weiß jemand, was diese lustige und folgenlose Fehlermeldung bedeutet? Ich schreibe gerade an einem Tutorial, wie man E-Mails verschüsselt, und habe Gpg4win-Vanilla 2.1.1 auf einen USB-Stick installiert (unter Windows7), einfach um zu sehen, was so passiert und ob Thunderbird Portable, das ebenfalls dort zu Übungszwecken ist, eventuell herumzickt.

Security

encrypt

Verschlüsselung – nein danke!

Ein Artikel von mir in Telepolis: „Verschlüsselung – nein danke! – Trotz der bitteren Einsicht, dass die gesamte digitale Kommunikation überwacht und belauscht wird, weigert sich die übergroße Mehrheit der deutschen Journalisten, daraus irgendwelche persönliche Konsequenzen zu ziehen. Warum?“

Thunderbird-Usability-Problem für fortgeschrittene Paranoiker

thunderbird

Ich kann gut nachvollziehen, warum viele Leute sich weigern oder schnell entnervt aufgeben, wenn man sie auffordert, ihr Verhalten am Rechner zu ändern. Es begegnen einem so viele Probleme der unerwarteten Art, vor denen die Macher der Software nie warnen. Wenn man aber alle möglichen Tücken der jeweiligen Software gleich in die Anleitung schreiben würde, wäre die unlesbar. Mit Computerprogrammen ist es wie mit komplizierten Haushaltsgeräten: Ich habe keine Lust ein Handbuch zu lesen, das 50 Seiten umfasst, wenn ich mir einen neuen Staubsauger oder einen Nassrasierer gekauft habe. Das Ding soll das tun, wofür ich es angeschafft habe und nicht rumzicken.

Ich habe gegenüber den meisten Menschen, denen ich etwas über Verschlüsseln und dergleichen erzähle, einen Erfahrungsvorsprung von mindestens 15 Jahren, was gleichzeitig bedeutet, dass ich schon alle Fehler gemacht habe, die sie gar nicht mehr machen können. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich in den frühen 90-er Jahren mit Windows for Workgroups 3.11 noch unter MSDOS den berühmten Norton Commander zum Absturz gebracht habe, obwohl das eigentlich gar nicht möglich ist. Ich denke einfach anders als Programmierer: Denen ist Usabilty völlig egal.

Das gilt insbesondere für die kostenlose Software, mit der man E-Mails verschlüsselt. Eigentlich ist das kinderleicht, aber nur eigentlich. Man muss sich nur mal die Website von Gpg4win anschauen:
Gpg4win 2.1.1 contains: GnuPG 2.0.20, Kleopatra 2.1.1 (2013-05-28), GPA 0.9.4, GpgOL 1.1.3, GpgEX 0.9.7, Claws Mail 3.9.1, Kompendium (de) 3.0.0, Compendium (en), 3.0.0-beta1.

Geht’s noch? Habt ihr noch alle Tassen im Schrank? Die Hälfte von dem Quatsch braucht kein Mensch. Von Usability (Benutzerfreundlichkeit) keine Spur. Stellt euch doch mal Leute vor, die den Unterschied zwischen Webmail und einem E-Mail-Programm gar nicht kennen, die verlegen zögern, wenn man sie fragt, welches Betriebssystem sie nutzen und die verständnislos mit dem Kopf schütteln, wenn sie nach einem „Texteditor, der nicht Word heisst“ gefragt werden. Das ist leider die übergroße Mehrheit und das ist das Niveau, vom dem man die Leute abholen muss. Ich bin froh, dass ich mit solchen DAUs Menschen oft zu tun habe, die mich auf den Boden der Realität zurückholen.

thunderbird

Heute aber nichts für die, sondern für fortgeschrittene Paranoiker. Wie schon erwähnt, läuft bei mir das E-Mail-Programm Thunderbird in einem Truecrypt-Container. Das bedeutet: Wenn jemand in meinen Rechner schaute, würde diese Person vermuten, ich besäße gar kein E-Mail-Programm oder könnte nicht beweisen, dass ich eins hätte. Ich muss diesen Container, bevor ich nach meinen Mails schaue, immer erst mit zwei Mausklicks und der Eingabe eines langen Passworts öffnen. (Wie unbequem! Das dauert ja zwei Sekunden länger als ich es gewohnt bin! Igitt! Das tu ich mir nicht an!) Ich habe also das E-Mail-Programm auf meinen Windows-Rechnern nicht dort installiert, wo es von dem höheren Wesen Kleinweich Bill Gates vorgesehen ist, sondern die „fortgeschritten“-Option („advanced“) gewählt, um das selbst entscheiden zu können – in diesem Fall eben in einen durch Truecrpyt vorher angelegten Container (der, wenn er geöffnet worden ist, vom Dateimanager von Windows mit einem ganz normalen Laufwerksbuchstaben angezeigt wird. Unter Linux ist das viel praktischer, aber das ist heute nicht dran).

Seit einigen Tagen weigerte sich Thunderbird auf meinem Laptop, einen meiner E-Mail-Accounts zu öffnen, ausgerechnet den von burks@burks.de. Auf allen anderen Rechnern, sogar auf meinem Smartphone, rauschten meine E-Mails nur so herein, aber dem Laptop bliebt alles wüst und leer. Nun bin ich kein Laie, sondern versuche immer selbst herauszufinden, was falsch läuft.

Diagnose: Mein Programm versuchte sich mit dem SMTP-Server meines Providers zu verbinden. So weit, so gut. Aber dann hörte es irgendwann nach ein paar Minuten auf, als sei es frustriert, und nix passierte. („Account Settings“ | „Server Settings“ | „Server name“: IMAP- und SMTP-Server noch richtig? Ja. „Connection Security“: SSL/TLS oder STARTTLS? Hab ich vergessen, muss ich nachschauen – Mist, schon wieder eine Minute mehr gebraucht – verdammt, wo steht das noch gleich?) Half aber alles nichts.

Irgendwann habe ich die harte Tour gewählt und einfach das gesamte Thunderbird-Verzeichnis von meinem Hauptrecher auf meinen Laptop gebeamt, also das offenbar Kaputte mit dem überschrieben, was funktionierte. Dummerweise änderte das gar nichts. Ich konnte meine Mails immer noch nicht aufrufen. („Warum hast du denn alles auf Englisch?“ – „Damit ich besser englische Handbücher lesen kann.“) Dann habe ich mir erst einmal Kaffee gemacht, um von der Palme, auf der ich schon saß, herunterzukommen.

Zum Glück hatte ich irgendwann eine Eingebung: Wenn man Thunderbird zwingt, sich woanders zu installieren als es vorgeschlagen wird, muss man nicht nur per Hand den Ort („Pfad“) eingeben, wo das geschehen soll, sondern auch noch in den Einstellungen bei „Message Storage“ (keine Ahnung, wie das auf Deutsch genau heißt) definieren, wo die Nachrichten gespeichert werden. Das hatte ich bei der Installation auch brav gemacht, aber vergessen, dass Truecrypt einem die Wahl lässt, unter welchem „Laufwerkbuchstaben“ man den Container jeweils öffnet. Und wenn der nicht mit dem übereinstimmt, der bei der Installation eingegeben worden war, dann reagiert Thunderbird wie eine beleidigte Leberwurst, macht gar nichts und spuckt noch nicht einmal eine Fehlermeldung aus – ein Benehmen, dass ich auch von Frauen kenne.

Mail Isolation Control and Tracking

Vorratsdatenspeicherung auch bei Snail Mail: Laut der New York Times (via Heise) wird der gesamte Briefverkehr in den USA registriert. „Absender und Empfänger jeder über den staatlichen Postdienst USPS verschickten Sendung werden von Computern abfotografiert“.

Bruce Schneier, a computer security expert and an author, said whether it was a postal worker taking down information or a computer taking images, the program was still an invasion of privacy.

So etwas könnte hierzulande bestimmt nie passieren.

Eavesdropping a fax machine

Markus Kuhn auf Light Blue Touchpaper über „US eavesdropping technique ‚DROPMIRE implanted on the Cryptofax at the EU embassy [Washington] D.C.‘.“

Verschlüsselung verbieten!

Lutz Donnerhacke (1997): „Die Bundesregierung will in aller Eile strikte gesetzliche Regelungen für den Gebrauch sogenannter Verschlüsselungstechnik beschließen.“

Ebd.: „Rede von Bundesinnenminister Manfred Kanther anläßlich der Eröffnung des 5. IT-Sicherheitskongresses am 28. April 1997 in Bonn „Mit Sicherheit in die Informationsgesellschaft“:
Die legalen Überwachungsmöglichkeiten müssen auch dann gewahrt bleiben, wenn der Fernsprechverkehr künftig mehr und mehr verschlüsselt wird. Die Frage, ob deswegen der Einsatz von Verschlüsselungsverfahren gesetzlich zu regeln ist, wird derzeit leidenschaftlich diskutiert. Wenn in einigen Jahren nicht nur der gesamte Datenverkehr über das Internet und andere Netze verschlüsselt wird, sondern vielleicht sogar das ganz normale klassische Telefongespräch, dann hat das ohne eine wirksame Regulierung zur Folge, daß die Befugnisse der Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden nach dem G 10-Gesetz, der Strafprozeßordnung oder dem Außenwirtschaftsgesetz zum Mithören des Telefon- und Datenverkehrs praktisch ins Leere laufen werden.

Oder auch Lawww.de (1997):

Süddeutsche Zeitung v. 5.3.1996; Der Spiegel 13/1996, 132, 142; Antwort des Parl. Staatssekretärs beim Bundesinnenministerium Eduard Lintner auf die Zusatzfrage des MdB Jörg Taus in der Fragestunde des Bundestages v. 19.4.1996: „… Sie wissen wie ich, daß es ein legitimes Interesse gibt, die eigenen Daten zu schützen, daß aber auch Vorkehrungen getroffen werden müssen, um beispielsweise zu verhindern, daß Kriminelle diese Verschlüsselungsmöglichkeiten offensiv gegen die Gesellschaft und gegen den Bürger nutzen“; BT-Drs. 13/4403, Frage 22

Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen (BT-Drs. 13/1889)(…). Nach einer Meldung in Der Spiegel 52/1996, 16 plant die Bundesregierung nun ein solches Gesetz in „aller Eile“ beschließen zu lassen.

Im Beschluß des Ministerkomitees an die Regierungen vom 11.9.1995 (Recommendation No. R [95] 13) heißt es dazu: „Use of Encryption: Measures should be considered to minimise the negative effects of the use of cryptography on the investigation of criminal offenses, without affecting its legitimate use more than is strictly necessary“; (…) Nach einem Bericht der c’t soll die Empfehlung bei der EG-Kommission auf „Überraschung“ gestoßen sein: c’t 11/1995, 32.

ZDNet: „US-Politiker fordern Verbot von Verschlüsselungstechnik“ (2001).

BBC (2011): „The legal challenge has been brought by The French Association of Internet Community Services (ASIC) and relates to government plans to keep web users‘ personal data for a year.“

Piraten Neu-Ulm: „Freund liest mit – Verbot von Verschlüsselungssoftware wird vorbereitet“ (2013).

Erklärvideo: Mails verschlüsseln leicht gemacht

Erklärvideo: Mails verschlüsseln leicht gemacht von Boris Kartheuser. Ich werde, so bald ich die Zeit dazu finde, auch so etwas machen, weil ich diese Anleitung noch zu wenig volkstümlich finde. Einige – irrelevante – Kleinigkeiten sind auch schlicht falsch.

Passwörter

Heise: „Neuregelung zur Datenweitergabe an Ermittler tritt in Kraft“.

Die Gesetzesänderung betrifft sogenannte Bestandsdaten. Das sind feste Daten zu einem Telefon- oder Internetanschluss (wie der Name und die Adresse des Anschlussinhabers), aber auch persönliche Kennzahlen (PINs) und Passwörter.

Alles klar soweit? Die Passwörter für den Zugang zu Eurem E-Mail Konto sind unter anderem gemeint. Auch bei Ordnungswidrigkeiten.

Verschlüsseln JETZT!

pgp

Aha. Man muss die Leute anbrüllen, dann bewegt sich was. Feynsinn kann jetzt auch verschlüsseln und liefert gleich noch Links zu zwei benutzerfreundlichen Anleitungen, wie das geht, von Todamax und Verbraucher sicher online.

Update:
Demnach erhält PRISM sofort eine Nachricht, wenn sich ein überwachter User zum Beispiel in einen der ausspionierten Dienste einloggt, einen Chat startet, eine E-Mail versendet oder sich abmeldet. (Heise)

Publikumsbeschimpfung

pgp

The Dissenter (via Fefe) lässt Gleen Greenwald ausführlich zu Wort kommen:
Another document that I probably shouldn’t share since it’s not published but I am going to share it with you anyway—and this one’s coming soon but you’re getting a little preview—It talks about how a brand new technology enables the National Security Agency to redirect into its repositories one billion cell phone calls every single day, one billion cell phone calls every single day.

What we are really talking about here is a globalized system that prevents any form of electronic communication from taking place without its being stored and monitored by the National Security Agency.

Jetzt vergleichen wir die Krokodilstränen unserer politischen Kaste, von den US-Amerikanern ausgespäht zu werden, mit dem, was sie seit 2006 zum Thema „Online-Durchsuchung“ von sich gegeben haben. Was für eine heuchlerische, verlogene Bande! Das gilt auch für viele Journalisten. Mein hanebüchenstes Lieblingszitat (weil es Unfug ist) von Annette Ramelsberger (Süddeutsche, 07.12.2006):
Den meisten Computernutzern ist es nicht klar: Aber wenn sie im Internet surfen, können Verfassungsschützer oder Polizei online bei ihnen zu Hause auf die Festplatte zugreifen und nachschauen, ob sie strafbare Inhalte dort lagern – zum Beispiel Kinderpornographie oder auch Anleitungen zum Bombenbau.

Wenn die NSA und der englische Geheimdienst die elektronische Kommunikation in Deutschland komplett belauschen, welche Konsequenzen ziehen wir daraus? Keine? Wie viele Journalisten in Deutschland verschlüsseln ihre E-Mails? Mehr als hundert? Weniger? Was muss noch passieren, dass die sich vernünftig verhalten? Ich habe bei zahlreichen Redaktionen angefragt, was die zum Thema zu tun gedenken, von den meisten bekam ich gar keine Antwort.

Und wenn hier einer der wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser meint, mir in Zukunft eine unverschlüsselte E-Mail zu schicken – VERGESST ES! Bringt Euch das gefälligst SOFORT bei und verhaltet Euch wie rational denkende Menschen, sonst beschimpfe ich Euch als Pappnasen oder belege Euch mit noch schlimmeren Ausdrücken oder schicke Euch zum Psychologen oder Völkerkundler, um mir erklären zu lassen, warum erwachsene Menschen sich dermaßen bescheuert verhalten.

Ich werde jeden, der mir in Zukunft eine unverschlüsselte E-Mail schickt, als Wähler Angela Merkels oder Bosbach-Groupie abheften. Irgendwo müssen die doch sein. In meinem so genannten sozialen Umfeld gibt es niemanden, der CDU oder FDP wählt. Irgendwo müssen diese Ignoranten ja frei herumlaufen.

Update: Aufruf zur Datenspende!

Neuer Schlüssel

public key

Ich habe mit Schrecken gesehen, dass mein Schlüssel schon fast fünf Jahre alt war, ein anderer sogar noch älter (vgl. oben). Zeit, um ihn zu erneuern. Bitte benutzt, um mir eine verschlüsselte E-mail zu schreiben, in Zukunft nur noch diesen:

burks@burks.de(0xC23A7B46)pub.asc – | ID 0x2E47F7D2 | Fingerprint: 6EAA 48C5 C7FB FBCB DA5F 0391 37D5 33B1 2E47 F7D2

public key

Ich musste mich unter Windows wieder ärgern. Nur Enigmail für Thunderbird bietet die Option („advanced“) an, 4096-Bit-Schlüssel zu erzeugen. Kleopatra und der GNU-Privacy-Assistent von GPA btw. Gpg4Win fragen nicht nach oder generieren automatisch schwächere Schlüssel. Wieder ein Argument, dass Programmierer manchmal abschrecken oder verwirren wollen anstatt den Nutzern zu erleichtern, Programme zu benutzen.

Slashdot: „The catch is that the private key needs to be fairly large to be secure: a 4,096-bit RSA key should suffice for some years.“

Internet Censorship and Control

Hal Roberts | Internet Censorship and Control (via Light Blue Touchpaper, University of Cambridge): „In the following collection, published as an open access collection here and as well in a special issue of IEEE Internet Computing, we present five peer reviewed papers on the topic of Internet censorship and control. The topics of the papers include a broad look at information controls, censorship of microblogs in China, new modes of online censorship, the balance of power in Internet governance, and control in the certificate authority model.“

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