Unter Profisammlern

„Die Amadeu-Antonio-Stiftung sammelte über 800.000 Euro für Opfer von Till Lindemann. Doch offenbar hat kein Opfer geklagt oder Anzeige erstattet und die Staatsanwaltschaft hat mangels Opfer die Ermittlungen eingestellt. Warum werden die Spenden dann nicht zurückgezahlt? Weil die Profis in der Stiftung wissen, wie man Spendenaufrufe formuliert.“

Beeindruckende, über den Tag hinausweisende Botschaften

wall firewall
Brandenburgische Brandmauer gegen Rechts (Symboldbild), made by Midjourney/Burks

Die AfD ist laut den letzten Umfragen der Qualitätsmedien in Brandenburg bei 32 Prozent. Die Brandmauer gegen Rechts hält.

Weitere Nachrichten: Die Bundesregierung importiert russisches Erdöl zum höheren Preis aus Indien. Gas kommt auch weiterhin aus Russland. Nennt man „feministische Energieeinkaufspolitik“.

Wie schön das ist, beschwurbelt auch Matthias Koch vom RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND):
„In ihren Schritten lag etwas Leichtes, Federndes, als sie am Montagmorgen in Kiew nach langer nächtlicher Reise aus dem Zug stieß. Annalena Baerbock bringt, wo sie geht und steht, nicht nur die Außenministerin, sondern schon als Persönlichkeit eine beeindruckende, über den Tag hinausweisende Botschaft mit: Hier kommt eine dynamische Frau aus Deutschland.“ #qualitätsmedien #Journalismus #klassenperspektive

Trademarking

unterneger

– Am Ausgang des Spreetunnels Richtung Wald wurde an einer Wand „Narrativ“ geschrieben. Huch! Bitte melden, durchführen und verbieten!™

– Tritt Gerhard Schröder in die neue Wagenknecht-Partei ein? Die Idee ist von mir.™

– Der Kapitalismus wächst und wächst, nur nicht in Deutschland. Hätte uns nur jemand gewarnt. Ich frage mich nur, ob die Revolution schneller kommt, wenn kein Wachstum™ mehr da ist?

– Die USA warnen vor Waffenlieferungen. Was sagen die Märkte?™?

Meditatives Kajaken, gechillte Katzen und anthropologische Miszellen

Klein-Venedig Tiefwerder

Vielleicht war gestern der letzte richtig heiße Tag in diesem Jahr (wg. Klima, Armageddon usw.). Das musste ich ausnutzen dergestalt, dass ich noch einmal ins Boot stieg und an den hier schon bekannten Orten herumpaddelte. (Ich werde bei Gelegenheit versuchen, ChatGPT den Gebrauch des Wortes „dergestalt“ beizubringen, wie und wann man das benutzt, fürchte aber, das wird ohne Ergebnis bleiben. Für Stilfragen der gehobenen Art ist AI zu doof und zu humorlos. „ChatGPT, ich will mehr Katachrese und Onomatopoesie sehen, auch Vulgarismus ist möglich! Lerne Heinrich von Kleist auswendig und imitiere dessen Stil, wenn du mit mir herumhalluzinierst!“)

Klein-Venedig Tiefwerder

Am Anfang stand die kühne Idee, die Tiefwerder Wiesen per Kajak zu erreichen. Google ist schuld: „Naturschutzgebiet zum Wandern und Kajakfahren“. (Hallo, Google? Ich fahre nicht mit dem Kajak, ich kajake!*) Ist aber gelogen. Man kommt da gar nicht hin mit einem Boot, weil der Hauptgraben beim letzten Haus der Siedlung gesperrt ist.

Klein-Venedig TiefwerderKlein-Venedig Tiefwerder
In einem Seitenarm des Hauptgrabens

Nicht nur gesperrt: Es ist noch viel fieser und hinterhältiger! Das Wasser wird flach und flächer flacher, bis nur noch ein Millimeter Platz ist zwischen Kiel und Modder und man endlich, beinahe mit Ansage, steckenbleibt und das Ruderblatt sich verkeilt. Ich habe eine halbe Stunde gebraucht, um zu wenden, das Boot wieder flottzukriegen und auch das Ruder zu justieren. Dazu musste ich aussteigen (das ist gar nicht so einfach und in tiefem Wasser einfacher als in flachem!) und knietief in der Matsche waten und saute mich und das Boot voll ein. Immerhin bin ich nicht ins Wasser gefallen.

Klein-Venedig Tiefwerder

In bekannten Gewässern wandte ich mich gen Norden, zum großen Jürgengraben. Auch hier tobte vor einer Zeit der Klassenkampf, der aber von denen da unten, die Widerstand leisteten, gewonnen wurde. Aber natürlich geben die da oben genau so wenig auf wie die SPD mit der Vorratsdatenspeicherung. (Leiterin des Umwelt- und Naturschutzamts in Spandau ist aktuell die Forstwirtin Anja Sorges, die auf ihrem Facebook-Profil „Keinen Millimeter nach Rechts“ geht.)

Klein-Venedig TiefwerderKlein-Venedig TiefwerderKlein-Venedig Tiefwerder

Die Farben laden zum Meditieren ein, manchmal ist es ganz still, falls man mit dem Paddel nicht herumplantscht, und wenn dann noch eine total gechillte Katze (Foto oben) am Ufer liegt, die sich keinen Millimeter nach rechts und links bewegt, kommt man ins Grübeln ob der Weltläufte und was wichtig ist und was nicht.

11. September – Putsch in Chile. Niemals vergeben, niemals vergessen, auch was die hiesige Bourgeoisie und ihre Lautsprecher damals sagten und was sich jederzeit so wiederholen würde.

Ich mache mir übrigens Sorgen, dass schon in naher Zukunft niemand mehr dieses Blog lesen wird, weil es nicht in einfacher Sprache verfasst ist. Harald Martenstein schreibt (Paywall): „1899 gab es in Deutschland laut Statistik noch ein Prozent Analphabeten, bis 1912 sank die Zahl offiziell auf null. Heute ist offiziell von zwölf Prozent die Rede, dabei werden allerdings nur die Erwachsenen gezählt und noch nicht die Kinder aus Nordrhein-Westfalen. Die Definition des Analphabetismus ist allerdings schwierig – wie soll man Menschen nennen, die mit Mühe innerhalb von ein, zwei Minuten einen Satz entziffern können? Laut Unesco gelten nur noch 13 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung als Analphabeten, die ärmsten Länder eingerechnet. Diese Zahl, 13 Prozent, Weltdurchschnitt, dürfte Deutschland inzwischen nicht mehr erreichen.“

Klein-Venedig Tiefwerder

Ein Rat an die Nachgeborenen für die Berufswahl: Die Meldestellen-Industrie ist die einzige Industrie, die in Deutschland rapide wächst.

Klein-Venedig TiefwerderSüdhafen Spandau

Ich habe mich an den Anblick des Südhafens – genauer: des Unterhafens Spandau gewöhnt. Er ist nicht schön, aber zeigt an, wie die Skyline einer Oase nach tagelanger Wüstenwanderung, dass man es nicht mehr weit hat zum Ziel, hier: zum Steg am Bootshaus. Ich muss hier nur rechts abbiegen und noch 15 Minuten paddeln durch das Labyrinth der Wasserläufe in Klein-Venedig. Vielleicht war das auch das letzte Mal in diesem Jahr.

Klein-Venedig TiefwerderKlein-Venedig TiefwerderKlein-Venedig Tiefwerder

In vergangener Zeit, als ich noch auf Autobahnen unterwegs war, gehörte es zum Ritual, auf einer Raststätte zu halten, „Kartoffelsalat“ mit Würstchen zu essen und das Publikum anthropologisch zu beobachten. Nach dem Paddeln kehre ich manchmal in der Waldschänke ein, die eher eine Imbissbude mit großem Biergarten ist. Dort lebt noch das alte West-Berlin. Und dort isst man auch keinen veganen Salat, gar mit Hafermilch als Getränk, sondern Würste und flüssigen Zucker mit Geschmack, wie es sich gehört. Ich bestelle in Timbuktu auch kein Eisbein mit Sauerkraut oder in Jerusalem Schweinefleisch süß-sauer. Für den richtigen Stil braucht man das richtige Gefühl, auch auf der Zunge.

currywurst

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* Welche deutsche Verben kann man benutzen als Synonyme für „paddeln“, wenn man sich mit einem Kajak fortbewegt?
ChatGPT: Es gibt verschiedene deutsche Verben, die als Synonyme für „paddeln“ verwendet werden können, wenn man sich mit einem Kajak fortbewegt. Hier sind einige Beispiele:
Rudern: Dieses Verb wird oft verwendet, um das Paddeln mit einem Kajak zu beschreiben. Zum Beispiel: „Wir ruderten den Fluss hinunter.“
Kanufahren: Obwohl „Kanufahren“ normalerweise mit Kanus in Verbindung gebracht wird, kann es auch verwendet werden, um das Paddeln mit einem Kajak zu beschreiben. Zum Beispiel: „Wir gingen Kanufahren auf dem See.“
Kajaken: Dieses Verb ist spezifischer und bezieht sich direkt auf das Paddeln mit einem Kajak. Zum Beispiel: „Wir haben den ganzen Tag gekajakt.“
Paddeln: Natürlich kannst du auch einfach „paddeln“ verwenden, da es das Standardverb für diese Aktivität ist. Zum Beispiel: „Wir paddelten entlang des Flusses.“
Diese Verben sind in der Regel austauschbar, wenn es darum geht, das Paddeln mit einem Kajak zu beschreiben. Die Wahl des Verbs hängt oft von persönlichen Vorlieben und regionalen Unterschieden ab.

Wagenknechtisches

„Wirtschaftliche Vernunft im Kapitalismus“, „Soziale Gerechtigkeit im Kapitalismus“, „Frieden im Kapitalismus“ und „Freiheit im Kapitalismus“. Oder so ähnlich. Melden die paywallgeschützten Boulevardqualitätsmedien. Ausführlich berichtet die zum Glück zensierte russische Propaganda (also automatisch voll gelogen). #Wagenknecht

Putsch in Chile 1973 mit deutscher Hilfe

MDR Investigativ: „Nun belegen Fakt-Recherchen erstmals: An der Vorbereitung des Putsches, der schließlich Diktator Augusto Pinochet an die Macht brachte, hatte sich offenbar auch der Bundesnachrichtendienst (BND) beteiligt – durch geheime Waffenlieferungen über die deutsche Sekte „Colonia Dignidad“ an die Gegner von Allende.“

„Auch wegen dieser deutschen Unterstützung konnten die chilenischen Militärs den blutigen Putsch gegen Salvador Allende erfolgreich umsetzen. Anschließend übernahm General Augusto Pinochet mit seiner Militärjunta die Führung des Landes und errichtete eine fast 17 Jahre andauernde Diktatur. In dieser Zeit wurden 3.200 Menschen ermordet.“

Das wahre Gesicht

abbas

So sind sie, die Araber, die sich „Palästinenser“ nennen. Und so einen Vollidioten finanziert die Bundesregierung mit meinen Steuergeldern.

Gilad Erdan, Israels Botschafter bei der UN, schreibt: This is the true face of Palestinian “leadership”. It is no wonder that mere hours ago a Palestinian teenage terrorist hacked innocent Israelis with a meat cleaver in Jerusalem. Just as Abbas blames the Jews for the Holocaust, he also blames the Jews for all the Middle East’s issues. While he spreads this pure antisemitism he also pays Palestinian terrorists for murdering Israelis and publicly commends Palestinian terrorism. The world must wake up and hold Abbas and his Palestinian Authority accountable for the hatred they spew and the ensuing bloodshed it causes. There must be zero tolerance for Palestinian incitement and terror!

Konfliktträchtige Gehirne und Mega-Identität

brains

Schlechte Nachrichten für Wähler, according to science: „Why Tribalism Took Over Our Politics – Social science gives an uncomfortable explanation: Our brains were made for conflict“.

(Ich habe mir einige Passagen von ChatGPT übersetzen lassen und dann in lesbares Deutsch übertragen.)
In einer wegweisenden Studie aus dem Jahr 2013 untersuchten Dan Kahan, Professor für Rechtswissenschaften an der Yale Law School, und seine Kollegen die mathematischen Fähigkeiten von etwa 1.000 Erwachsenen, die sich entweder als „liberal“, „konservativ“ oder gemäßigt beschrieben.

Anschließend gaben die Forscher ihnen eine Aufgabe zu lösen, die politische Implikationen hatte. Anhand der ihnen präsentierten Daten sollten sie entscheiden, ob in Städten, die das verdeckte Tragen von Handfeuerwaffen verboten hatten, die Kriminalität ab- oder zunahm. Die Daten der Hälfte der Tests suggerierte, dass die Kriminalitätsrate sinken würde, die andere Hälfte der Daten legte das Gegenteil nahe.

Das Ergebnis war bemerkenswert: Je versierter die Testpersonen in Mathematik waren, desto wahrscheinlicher war es, dass sie die richtige Antwort erhielten – aber nur dann, wenn die richtige Antwort mit ihrer politischen Sichtweise übereinstimmte. Wenn die richtige Antwort im Widerspruch zu ihrer politischen Haltung stand – das heißt, wenn Liberale eine Version des Problems vorlegten, die nahelegte, dass die Waffenkontrolle unwirksam sei – tendierten sie dazu, die falsche Antwort zu geben.

Um zu erklären, warum die Feindseligkeit in der amerikanischen Politik heute größer ist als in der Vergangenheit, haben einige Forscher das „Sorting“ der politischen Landschaft des Landes in den Fokus gerückt – die Tatsache, dass die Amerikaner ihre Loyalitäten so verschoben haben, dass die Mitgliedschaft in jeder Partei jetzt viel homogener ist.

In der Vergangenheit waren beide Parteien – Republikaner und Demokraten – eine Mischung aus konservativ und liberal gesinnten Menschen, ländlichen Bewohnern und Stadtbewohnern, Religiösen und weniger Religiösen. Heute trifft das weniger zu. Das zeigten Daten aus der General Social Survey, einer Meinungsumfrage der NORC über ein halbes Jahrhundert, einer politisch unabhängigen Forschungsgruppe. Früher trafen die Amerikaner eher auf Menschen, die sich von ihnen unterschieden. Das erhöhte die Chancen, Vorurteile gegen andere Gruppen abzubauen und Kompromisse zu schließen.

Heute deckt sich unser [in den USA] parteipolitisches Selbstverständnis mit anderen Elementen unserer Identität. Das verstärkt sogar Intoleranz gegenüber anderen – über unsere realen politischen Meinungsverschiedenheiten hinaus, sagte Mason. Die politische Partei sei zu einer „Mega-Identität“ geworden, sagte sie, die die politischen Loyalitäten eines Wählers verstärke und die die inhärenten Vorurteile der jeweiligen Gruppen verstärke.

„Wenn Sie zur Wahl gehen, wird der Teil Ihrer Identität, der am stärksten bedroht ist, Ihre Wahl am meisten beeinflussen“, sagte Mason.

Hier ist es auch schon so. Wer zum Beispiel grün wählt, spricht wahrscheinlich auch Gendersprache, isst häufiger vegetarisch, redet weniger vom „Kapitalismus, aber faselt um so mehr apokalyptisch vom „Klima“, besitzt ein Lastenfahrrad, ist empfänglicher für Esoterik und will Waffen an die Ukraine liefern. Das ist die „Mega-Identität“. Linke wie mich, die Israel unterstützen, Currywürste essen und sich der Sprachesoterik verweigern, gibt es nicht oder nur in winzigen Spurenelementen.

brains

Gosener Kanal

Gosener Kanal

Auf dem Rückflug von Südamerika bzw. Kuba nach Berlin-Schönefeld, damals DDR. Fotografiert am 05.08.1984. Ich habe eine Weile gebraucht, um zu erkennen, war das Flugzeug gerade überquerte: Der Gosener Kanal ist zu sehen und „darüber“ der Seddinsee. Die Insel rechts ist der Seddinwall. Ganz hinten durch Dunst verborgen, müsste die Schmöckwitzer Brücke sein, auf der ich neulich Halt gemacht habe.

Parroquia San Andres Apostol

Parroquia San Andres Apostol

Parroquia San Andres Apostol in Ajijic am Lago Chapala, Bundesstaat Jalisco, Mexiko, fotografiert im Oktober 1981. „Die Fassade der Iglesia de San Andrés Apostol, einer ehemaligen Konventskirche des Franziskanerordens, zeigt eine nur grobe Steinbearbeitung, was auf eine Bauzeit im 16. Jahrhundert schließen lässt.“

Man kann da heute mit Google vorbeifahren.

Foodporn und andere Miscellen

ai
„Wir werden in Deutschland versuchen, KI auf die Straße zu bringen“, sagte Heil am Montagabend in Berlin. Gern geschehen.

Wie die Leserschaft sicher merkt, fehlt mir zur Zeit irgendwie die Motivation die Zeitläufte das Weltgeschehen zu kommentieren, was bekanntlich der Sinn und Zweck eines Blogs ist. Ich kriege bei allem schlechte Laune, sogar bei feuilletonistischen Themen.

homeland

Zum Einschlafen sah ich gestern die siebte (?) Staffel von Homeland (vermutlich zum 2. Mal, aber ich konnte mich nicht erinnern). Der Plot ist sowieso absurd, aber immer wenn Computer ins Spiel kommen, wird es so realistisch wie The Witcher. Niemand kennt Veracrypt. Wenn man einen Laptop aufklappt, sieht man gleich alles. Es gibt keine Backups. Die „Hacker“ haben magische Fähigkeiten. Die CIA hört Telefonzellen (!) in Afghanistan (!) in Echtzeit (!) jederzeit (!) ab usw.. Die Heldin, die zwar großartig schauspielert, aber ein nervliches Wrack darstellen muss, was man kaum ertragen kann, klickt auf eine Datei, und schon wird ihr Computer per Ransomware klickibunti ferngesteuert, inklusive Webcam. Was mich am meisten ärgert: Vermutlich glauben wirklich Leute daran, dass das so funktioniert.

Nun zu den Frontberichten.

bierzelt
Sceenshot: Spiegel-Video

Defamation-Front

– Die Kampagne der „Süddeutschen“ gegen A. hat einen genau so durchschlagenden Erfolg wie die ukrainische Gegenoffensive. Don Alphonso schreibt paywallgeschützt dazu: Wenn man heute den Eindruck haben muss, dass die ganze Opposition aufrecht gegen diesen bösen Hubsi und seine sinistre Vorgeschichte in Mallersdorf kämpft – dann verschweigen sie ihre eigenen gschlamperten Verhältnisse. Bevor der Hubsi nämlich 2018 nach der letzten Landtagswahl der Regierung beitrat, war er noch gern gesehener Helfer und Anschieber der ansonsten eher machtlosen Opposition. So verstand man sich im letzten Jahrzehnt unter SPD, Grünen und Freien Wählern prächtig, als es um die Verhinderung der dritten Startbahn des Flughafens München ging, und genauso reibungslos arbeitete man bei der Abschaffung der Studiengebühren gegen den Willen der CSU zusammen. Schon 2008 war der Ärger über die Freien Wähler in der CSU so groß, dass dort einzelne planten, mit alten Geschichten über Aiwanger an die Öffentlichkeit zu gehen.

Zum Thema passen auch die lustigen Querelen zwischen Elon Musk und der Anti-Defamation League. Musk said that advertisers have told the company they’re receiving pressure from the ADL, a Jewish non-governmental organization that seeks to fight antisemitism and extremism around the world, to not advertise on X. He went on to say, „If this continues, we will have no choice but to file a defamation suit against, ironically, the ‘Anti-Defamation’ League.“

Die ADL möchte das Böse aus dem Internet wegzensieren, wobei sie sich, wie auch ihre deutschen Brüder und Schwestern im Geiste, das Recht vorbehält, selbst zu bestimmen, was das Böse jeweils sei. Musk sieht das bekannterweise anders, wobei meine Sympathien bei X bzw. ihm liegen. Der Hintergrund: Musk had earlier „liked“ the tweet launching the hashtag by Keith Woods, an Irish white nationalist and self-described „raging antisemite.“ – „The ADL’s favourite tactic is financially blackmailing social media companies into removing free speech on their platforms,” Woods said in his Aug. 31 tweet. „Why should they have a platform on X to hold @elonmusk to ransom? It’s time to #BanTheADL.“

Wenn ein Antisemit etwas Richtiges sagt, darf man das nicht „liken“, so die ADL-Liga.

ostfront
Russische Propaganda, also automatisch voll gelogen

Ostfront

ISW: Ukrainian forces continued counteroffensive operations on at least three sectors of the front on July 27 and made gains in some areas, although Ukrainian forces appear not to have continued significant mechanized assaults south of Orikhiv in western Zaporizhia.

Vielleicht stimmt das aber gar nicht. Das lässt mich übrigens völlig kalt. Sollen sie doch.

Miscellaneous Front

foodporn
Foodporn (Symbolbild)

– Der Begriff Foodporn bekommt bei Lidl UK eine völlig neue Bedeutung.

– Der Schufa geht es vielleicht an den Kragen.

– Nein, ich werde keinen Rucksack auf Reisen mitnehmen, der mich dumm anlabert.

– „This is another that will burst your efficient Deutschland bubble; bureaucracy is extremely slow in Germany and almost everything is printed out on paper. Worker shortages in the public sector mean that the situation is pretty dire. The head of Berlin’s Foreigners’ Office (Ausländerbehörde), which you will have to visit to get a residence permit if you are a non-EU citizen, has admitted that the office is “nigh dysfunctional” due to a dearth of staff.“ (Aus: Living in Germany as a foreigner: The ultimate guide)

– So sieht Kommunismus aus: „China establishes bureau for private economy development“. Zu China empfehle ich übrigens ein Video: „Claudia Sünder im Gespräch mit Michael Schumann“. So etwas würden die Anstalten nie senden. Viel zu realistisch und völlig ohne Propaganda gegen China. Und auch die Uiguren kommen nicht vor, was hierzulange unmöglich wäre.

– Im Juni lebten rund 280.000 ausreisepflichtige Menschen in Deutschland. So viele Einwohner hat Wiesbaden. Wir schaffen das.

– Berlin ist sicher.

Voice of Gor

– Vielleicht ist jetzt doch die Gegenerde entdeckt worden? Da ist was hinter dem Neptun. Das muss ich heute Abend auf Gor erzählen. Oder darüber einen Artikel in der 360. Ausgabe der Voice of Gor (oben der Titel, nur in Secondlife erhältlich) schreiben…

Keine bourgeoise Feministin

Xiang Jingyu

Am 04.09.1895 wurde Xiang Jingyu geboren, eine Kommunistin und eine der Pioniere der chinesischen Frauenbewegung. Sie setzte sich für die Rechte der Frau ein – als Teil der Befreiung der Arbeiterklasse – und kritisierte Sexismus in der Kommunistischen Partei. Xiang Jingyu führte 1924 einen Streik mehrerer Tausend Seidenfabrikarbeiterinnen an. Im nächsten Jahr war sie an der Organisation der Frauenunterstützung für den Arbeiterstreik im Kanton Hongkong beteiligt.

Am 1. Mai 1928 wurde Xiang von französischen Soldaten in einem unter französischer Verwaltung stehenden Sektor Wuhans gefangen genommen. Die Franzosen übergaben sie an die Kuomintang.

Xiang Jingyu wurde am 01.05 1928 von der Kuomintang erschossen.

Notizen zum Zeitgeschehen

fratzenbuch
Irgendwie muss die Großbourgeoisie an ihren Algorithmen noch feilen…

– Mit 17 habe ich einem Klassenkameraden (hallo Rainer B.!) „Mein Kampf“ abgekauft. Seine Eltern brauchten das Buch nicht mehr, und ich wollte wissen, was da drin steht.

– Klima darf nicht zum Fetisch werden.

– Viele Leute suhlen sich in ihrer Empörung und können gar nicht genug davon bekommen.

– Soros‘ Rückzug aus Europa ist keine Katastrophe und außerdem gar nicht wahr.

– Auf die To-do-Liste: Mal wieder in Elias Canettis „Masse und Macht“ den Abschnitt über die „Hetzmasse“ lesen.

– Buchidee: „Journalismus und natürliche Intelligenz“.

X

Kollektive gesellschaftliche Feigheit vor vermeintlichen Tugendwächtern

Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann wegen des Verdachts auf Sexual- und Drogendelikte eingestellt. Und jetzt? Tritt er jetzt bei Kachelmann auf?

Fefe schreibt: „Bei der Formulierung ist glaube ich nicht jedem auf Anhieb klar, was das für ein Hammer ist. Nicht mal einen Verdacht haben sie sich aus dem Arsch gezogen gekriegt! Normalerweise ist der Verdacht kein Problem, aber an Beweisen mangelt es dann. Hier haben sie nicht mal einen Verdacht begründen können! Es gebe keine Hinweise darauf, dass Lindemann gegen deren Willen sexuelle Handlungen an Frauen vorgenommen habe, so die Staatsanwaltschaft.“

Was machen die Qualitätsmedien jetzt? Harakiri? Der beste Kommentar ist schon geschrieben – es handelte sich um „kollektive gesellschaftliche Feigheit vor vermeintlichen Tugendwächtern“. Nicht nur bei Kachelmann und Lindemann.

Abaja

Vorbildlich, aber in Deutschland wegen der „Grünen“ und der so genannten „Linken“ undenkbar: „Kopftücher sind an französischen Schulen schon seit Jahren verboten. Jetzt will der Bildungsminister auch die Abaja aus dem Klassenraum verbannen, ein traditionelles islamisches Kleidungsstück. Es dürfe nicht zu erkennen sein, welcher Religion ein Schüler angehört.“

Wer wen

warmonger

Wenn jemand sich fragt, wer eigentlich mit wem im Krieg ist: Die Beteiligten aka Tony Radakin geben selbst auf X die Antwort.

Zwei kurze Zwischenrufe

1. „In der Region Stockholm wurden allein im ersten Halbjahr 2023 zwölf Personen erschossen. Im Vergleich dazu wirkt die deutsche Verbrecherlandschaft mit ihren Familienclans fast harmlos.“ Keine Angst, das kriegen wir noch hin. Künast von den „Grünen“ hat gerade gefordert, man dürfe Clankriminalität nicht mehr Clankriminalität nennen. Wenn man Probleme nicht mehr anspricht, verschwinden sie offenbar ganz von selbst…

2. Nehmt dies, Facebooker, die andere Facebooker „entfreunden“ und das auch noch stolz verkünden: „Wenn sich Menschengruppen zu einig sind, bekommen sie die falsche Gewissheit, ihre Meinung sei die einzig denkbare Wahrheit. Das ist die Gefahr der Homogenität. Das kennt man von sozialen Experimenten, bei denen zehn Leute eine Aufgabe lösen sollen. Wenn neun sich vorher auf eine falsche Lösung einigen, wird der hinzukommende Zehnte so sehr verunsichert, dass er auch die falsche Lösung wählt.“

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern

Wer sich zusammen mit Maaßen und Matussek fotografieren lässt, gehört gesellschaftlich geächtet, an den Pranger gestellt, wenn nicht sogar Schlimmeres, und darf nie wieder mitspielen. #Matussek #HaraldSchmidt #Maassen

By the way: Wer ist dieser Class Gefroi? Es überfällt einen das kalte Grausen, wenn man überfliegt, was der so absondert…

Verwahrungsbrecher

Gabe Weber auf Youtube „Die geklauten Kohlakten – wie Geschichte manipuliert wird“: „Während das US- Bundesarchiv NARA das FBI in den privaten Gemächern von Donald Trump und des amtierenden Präsidenten Kisten voller Geheimdokumente beschlagnahmen lässt, landen in Deutschland die Kanzlerakten meist in den parteinahen Stiftungen oder, wie im Falle der Kohlakten, bei seiner Witwe in Oggersheim. Das ist strafbar, das Strafgesetzbuch nennt das „Verwahrungsbruch“. Doch Verwaltungsgerichte, Kanzleramt und Staatsanwaltschaften segnen das ab.“ (via Fefe)

What that might look like oder: Saurige Beschaffenheit der Muckerzolke 

trump

Sehempfehlung: Das „Interview“ Tucker Carlsons mit Donald Trump. So etwas würde bei uns nie gesendet, weil die Insassen der Anstalten reihenweise Herzinfarkte bekämen und die Empörtsein-Maschine siedend heiß lief.

Das erinnert mich an die legendäre Kurzgeschichte Kurt Tucholskys: Wo kommen die Löcher im Käse her –? Das Ergebnis der Diskussion in der der gutbürgerlichen „Abendgesellschaft“: 4 Privatbeleidigungsklagen. 2 umgestoßene Testamente. 1 aufgelöster Soziusvertrag. 3 gekündigte Hypotheken. 3 Klagen um bewegliche Vermögensobjekte: ein gemeinsames Theaterabonnement, einen Schaukelstuhl, ein elektrisch heizbares Bidet. 1 Räumungsklage des Wirts.

Ich finde die Art und Weise, wie Trump redet und die Leute reihenweise beleidigt, ziemlich genial, weil er der genaue Gegenentwurf zu den aalglatten teflonbeschichteten Sprechblasenfacharbeitern ist, mit denen man es in Talkshows zu tun bekommt. „Biden ist korrupt und inkompetent“ – niemand interessiert sich dafür, ob das wahr ist. Aber nur Trump traut sich, das einfach zu sagen.

Wie schon Michael Moore ziemlich genial über den „Jesse-Ventura-Effekt“ sagte: „And because of that, and the anger that so many have toward a broken political system, millions are going to vote for Trump not because they agree with him, not because they like his bigotry or ego, but just because they can. Just because it will upset the apple cart and make mommy and daddy mad. And in the same way like when you’re standing on the edge of Niagara Falls and your mind wonders for a moment what would that feel like to go over that thing, a lot of people are going to love being in the position of puppetmaster and plunking down for Trump just to see what that might look like.

Ja, das wäre auch ein Motiv für mich. Was ist, wenn Trump gewählt würde – what might that look like then?

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