Unkenntlich machende Kosmetika

„Der Gebrauch von Kosmetika, die mit dem Ziel eingesetzt werden, das Äußere der sie benutzenden Frau zu verändern oder unkenntlich zu machen, bedarf im Anwendungsfall einer Genehmigung des Ordnungsamts.“ [Erlass der Stadt Morrisville, Pennsylvania, USA, aus dem Jahr 1950, leider 1967 schon wieder gestrichen. (Quelle)]

Faschistische Ästhetik: Unter Lichtdomen und Riefenstählern

Die Salonfaschisten von der Jungen Freiheit lassen erfreulich deutlich die braune Sau raus:

Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin waren ein sportliches Großereignis, wie es noch keines gegeben hatte. Die Organisation war perfekt, die Ästhetik atemberaubend, der politische und kommerzielle Erfolg durchschlagend.

Dazu aus meinem Buch Nazis sind Pop (Kapitel. „Nazis und Populärkultur – warum schwarze Uniformen sexy und Lichtdome erhaben wirken“):

Popkultur bedeutet also, wenn ihr eine verständliche Synthese gelingt. Mehrere einander als fremd definierte Elemente können jedoch als Einheit bedeutungslos bleiben. Prinzipiell gilt im weltweiten Kapitalismus des 21. Jahrhunderts jedoch: Alles kann oder könnte mit allem kobiniert werden. Die klassische Bachsche Orgel mit traditionellen Instrumenten der indischen Sihks, die Malerei der australischen Aboriginals mit aztekischer Tempelkultur, „volkstümliches“ Jodeln mit der Pfeifkunst kanarischer Hirten.

Beinahe alles. Populärkultur kann nicht geschichtslos sein, denn sie wirkt aktiv an der Historie mit, sie erinnert, übersetzt Altes in neue Codes und mit Hilfe neuer Codes, sie konserviert Bedeutungen wie
ein Bernstein das prähistorische Insekt. Deshalb kann und darf niemand die Lichtdome der nationalsozialischen Parteitage mit Klezmer-Musik kombinieren, Leni Riefenstahls Fotografien afrikanischer „Natur“völker können, würden sie mit Bildern osteuropäischer Juden aus dem letzen Jahrhundert verknüpft, nie ihren historischen Kontext verleugnen, der sich vor allem mit der Biografie Riefenstahls eindeutig einstellt. Kunst ist nie Pop und Kultur ohne die Person des Künstlers. (…)


Den größten und medienwirksamen Erfolg erzielte „Rammstein“ aber durch ein Video zu ihrem Lied „Stripped“ [vgl. oben] : sie ließen Zitate aus Leni Riefenstahls Film über die Olympischen Spiele im Jahr 1936
montieren. Natürlich war das als Provokation gedacht, denn die Lichtdome Albert Speers, damals durch 150 Flakscheinwerfer gebildet, gelten in der kollektiven Erinnerung als nationalsozialistische Ästhetik par excellence. Leni Riefenstahl und ihre Methode, politische Inhalte mit den Stilmitteln säkularer Religionen zu vermitteln und somit bestimmte Formen der Popkultur zu antizipieren, ist vor allem deshalb problematisch, weil sie das leugnet, was den Kern ihrer Arbeit ausmacht: gruppendynamische Gefühle rituell einzuüben. Ein heutiges Skinhead-Konzert ist nichts anderes als die Bonsai-Ausgabe eines Reichsparteitages.

Lecker Möppkenbrot

UnnaUnnaMöppkenbrot

Wenn sich Veganer und Vegetarier zusammensetzten, um sich die Hölle auszumalen und was es dort zu essen gäbe, würde ihnen zuerst Möppkenbrot einfallen.

Möppkenbrot (auch Möpkenbrot, plattdt. Möpkenbraut, in der Fachsprache Westfälische Beutelwurst) ist eine westfälische Blutwurst, die mit Roggenschrot angedickt wird und mit einer Blut-Schwartenmasse und klein gewürfeltem Speck, Schwarten und fettreichem Schweinefleisch, gelegentlich auch Rosinen, besteht.

Wie macht man das? Guckst du hier:

Das frische, warme Blut wird mit dem Schrot und den Speckwürfeln vermengt und mit den Gewürzen pikant abgeschmeckt. Man kocht es in einem Topf oder Wasserbad und füllt es zum Auskühlen in eine Schüssel.
Die abgekühlte Masse hat etwa die Konsistenz von Blutwurst und sieht auch ähnlich aus. Man schneidet dicke Scheiben (etwa 1 cm) portionsweise ab und würfelt sie. Viele Zwiebeln und viel Speck ebenfalls würfeln. Zusammen in einer Pfanne gut durchbraten. Inzwischen einige Äpfel schälen, würfeln und kurz mit durchschmoren.
In dieser Form das Gericht am besten warm essen. Möpkenbrot schmeckt aber auch kalt, wenn man die dicken Scheiben ganz läßt und auf Vollkornschwarzbrot oder Pumpernickel serviert.

Ich nehme übrigens Rübenkraut.

Heute morgen habe ich eine Weile nach der typischen Spezialität der westfälischen Bauern rund um Unna gesucht. Es hat eine Weile gedauert, aber dann wurde ich ökologisch korrekt fündig. Das obige Möppkenbrot stammt vom Milchhof der Familie Lategahn in Unna-Mühlhausen. Lecker!

By the way: Ich bin wieder in Berlin.

Klein Burks in Holzwickede

Burks

Das bin ich im Jahr 1955 ungefähr hier.

Data Liberation Front

(Via Kristian Köhntopp)

Straßenbegeher/in

Aktuelles Jobangebot in Berlin: „Überwachung des baulichen Zustandes der öffentlichen Straßen Berlins“. „Außerfachliche Kompetenzen: Hohe körperliche Belastbarkeit und Leistungsbereitschaft (tägliche Straßenbegehung 12,5 km bei jeder Witterungslage), Kommunikationsfähigkeit und sprachliche Gewandtheit“.

Zwölf Kilometer am Tag laufen und das bei jedem Wetter und dabei auch noch gut reden können? Ist denn das überhaupt zu schaffen? Muss man dazu nicht mindestens Professor der Leibesübungen sein?

„Die ausgeschriebene Stelle gehört zu einem Bereich, in dem Frauen unterrepräsentiert sind.“ Wieso? Können die nicht laufen oder nicht reden?

Kaufrausch revisited

ming

Das habe ich mir beim Chinesen meines Vertrauens in der Neuköllner Karl-Marx-Strasse auch gekauft, echt Ming-Dynastie, das Stück für 30000 Dollar.

Klein Burks

burks

Das bin ich Weihnachten 1954.

TITANIC erklärt: Burschenschaften

Titanic sagt, was ich sagen wollte:

Wichs: Offizieller Name für einen Verbindungsstudenten. Die Gesamtheit der Mitglieder einer Studentenverbindung bezeichnet man als Wichser. (…) Corps: Bedeutet „Körper“. Weil die Burschenkörper von regelmäßigem Alkoholkonsum unansehnlich aufgedunsen sind, werden sie mit traditionellen Uniformen bedeckt. Deren Farbe („Couleur“) ist von Burschenschaft zu Burschenschaft verschieden. Die zulässige Hautfarbe hingegen ist in den Verbindungsstatuten einheitlich festgelegt („nordisch weiß“).

Uniform der Beamten des nationalen Cyber-Abwehrzentrums geleakt

Uniform

Die offizielle Uniform der Beamten des nationalen Cyber-Abwehrzentrums ist geleakt. (via presseschauer)

Genderpolitisch korrektes Bier

CNBC: „Beer has long been presumed to be the domain of men. The dozens of commercials aired during sporting events by brewers only helps to promote the stereotype of beer being solely a man’s drink. (…) Now Danish-based brewer Carlsberg is looking to speed up the trend by offering a gender-neutral beer.“

Bei Carlsberg findet man Details:
„‚We can see that there are a number of consumers, especially women, who are very aware of design when they choose beverage products. There may be situations where they are standing in a bar and want their drinks to match their style. In this case, they may well reject a beer if the design does not appeal to them,‘ says Jeanette Elgaard Carlsson, International Innovation Director at Carlsberg.“

Unterschichtenfernsehen für alle

CDU NRW: „Die medienpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Andrea Verpoorten, hat den WDR aufgefordert klarzustellen, dass es insbesondere auf seiner Jugend-Hörfunkwelle ‚Einslive‚ keinen Boykott von Sieger-Titeln aus der RTL-Serie ‚Deutschland sucht den Superstar‘ (DSDS) gebe. (…) Mit dem Programm- und Informationsauftrag eines öffentlich-rechtlichen Senders sei ein ‚Boykott‘ bestimmter Musikformen jedenfalls nicht vereinbar, betonte die Kölner Abgeordnete Andrea Verpoorten“.

Ei ei ei, Verporten, es ist nicht Aufgabe der durch Steuergelder finanzierten Medien, jeden Scheiss zu senden. Dafür gibt es Privatfernsehen. Aber wir haben verstanden: Geistig Minderbemittelte wählen CDU. Für die muss man Lobbyarbeit machen.

Intellektuell anspruchsvolles Rotlichtmilieu

studentinTagesspiegel: „Tatsächlich aktiv im Rotlichtmilieu ist in Berlin jeder 27. Studierende (3,7 Prozent). (…)

Charakterlich scheinen sich die Sexarbeiter kaum von ihren anderen Kommilitonen zu unterscheiden. Ein Persönlichkeitstest ergab bei Eigenschaften wie Offenheit, Verträglichkeit oder Gewissenhaftigkeit nur graduelle Unterschiede. Die Gründe für die Sexarbeit sind vielfältig. Die betroffenen Studenten sind zu mehr als 30 Prozent verschuldet. In einer nicht in der Prostitution engagierten Vergleichsgruppe ist der Anteil der verschuldeten Studenten mit rund 18 Prozent deutlich geringer. Gleichzeitig erhalten nur etwa 50 Prozent der nebenberuflichen Sexarbeiter finanzielle Unterstützung aus ihrer Familie (Vergleichsgruppe: rund 65 Prozent).“

Natürlich haben alle deutschen Medien den Rechtschreibfehler der Originalmeldung übernommen (man hätte ja recherchieren müssen, um den festzustellen). Es heisst nicht „Das geht aus einer Studie des Studienkolleggs zu Berlin mit dem Titel: ‚Nebenjob: Prostitution‘ hervor“, sondern: Studienkolleg zu Berlin. (Man kann eine Website auch verlinken, ihr Offline-Dödel, dann wäre es euch aufgefallen.)

Wie kann man das Thema jetzt angemessen bebildern? SCNR

Ich weiss, was ich gestern getan habe

gpf

Dinge, die die Welt zu Ostern dringend braucht

Messerbänkchen

…zum Beispiel 箸置き aka Messerbänkchen.

Ich habe einen Vogel

tarn

…müsste ich zu mir selbst sagen, da ich bei wunderschönem Osterwetter vom Joggen heimkehre und jetzt hungrig bin, aber auch eine Dusche brauche, dennoch vor dem Rechner sitze, obzwar mir nichts einfällt zur Weltlage und zu den Weltläuften (kennt jemand das Wort oder weiß gar, was es bedeutet? Bitte melden!), und versuche zu bloggen, was mir inhaltlich ohnehin misslingt, da ein Tarn (liebe Kinder – den gibt es nicht wirklich, obwohl ich bzw. mein Avatar – der Kerl rechts – darauf sitzen und herumfliegen kann!) in Gor (nein, Gor gibt es auch nicht, obwohl einige Idioten das missverstanden haben!) nicht wirklich für einen literarisch und bloggerisch anspruchsvollen Inhalt steht, sonder das Missfallen der wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser auf sich ziehen wird, da diese zu Recht annehmen, der Autor dieses kleinen familienfreundlichen und zensurfeindlichen Blogs sollte sich lieber diesem und jenem anspruchsvollem journalistischen Sujet (bedaure, auch dieses Wort gehört zu meinem francophilem – nein, nicht der Diktator, sondern die Sprache – aber heißt das so? – Wortschatz), wenn nicht gar einem literarischen Projekt widmen, das, wie das Publikum zu Recht vermutet, schon seit langem in meinem Kopf schlummert, wenn nicht gar davon mehrere, aber partout (zum drei Mal geschwänzten sarrazinischem Hugenotten: gleich sage ich auch noch Chaiselonge!) nicht hinauswill, was zwar bedauerlich, aber durch Gewalt jedweder Form nicht zu ändern ist (Herrschaftszeiten, will denn dieser vermaledeite Satz nie aufhören!?) dergestalt, dass ich mich selbst nicht in den Allerwertesten treten, sondern nur auf eine Muse hoffen kann, wobei mir einfällt, dass ich noch jemanden anrufen wollte.

Brandsafe Medienerotik

lomex

Ein herausragendes Produkt des deutschen Qualitäts-Journalismus finden wir auf der Website der Berliner BZ: „Celine – die schöne Nachbarin beim ganz privaten Fotoshooting“. Und warum steht dort so oft Lomex? Schauen wir nach:

„Die LOMEX Media richtet sich strategisch vor allem auf Kooperationen mit großen Medienpartnern aus. Hier verfolgen wir konsequent das Konzept der ‚Medienerotik‘! Als Medienerotik definieren wir die stilvolle Darreichungsform erotischer Produkte. Diese werden ‚brandsafe‘ beim Partner implementiert und haben keinen negativen Abstrahlungseffekt auf die eigene Marke. Der Partner erhöht somit die Attraktivität seines Portals, da erotische Inhalte zu den am stärksten nachgefragten Contents im Web gehören und verschafft sich selbst die nötige Planungssicherheit im Transaktionsgeschäft.“

Bruhahahahaha.

Veganismus mit robustem Mandat

„Den Veganismus mit robustem Mandat durchsetzen, das ist es doch, was die Grünen wirklich wollen.“ (Julia Seeliger in der taz)

World Map of the Penis Size

Weltkarte der Penis-Längen (Quelle, via Schockwellenreiter)

Sushi bitte vorher abkochen

Die dpa meldet, Sushi sei sicher. Experten raten trotzdem, es vorher abzukochen.

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