Amerikaner und Briten erwägen Deal mit Assange
Amerikaner und Briten erwägen Deal mit Assange…ach nein, in der Schlagzeile steht ja „Assad“. Mit dem kann man natürlich dealen, der hat ja nur Tausende von Leuten umbringen lassen, aber mit Assange nicht: Der hat geheime Dokumente veröffentlich, die Regierungen so finster erscheinen lassen wie sie sind.
Wahnsinn Leistungsschutzrecht
Kanzlei Hoesmann: “Wenn ich jetzt auf der Webseite meiner Kanzlei darauf aufmerksam mache, dass ich von einer Zeitung zitiert wurde, verstoße ich aber schon gegen das Leistungsschutzrecht. Auch verstoße ich gegen das Leistungsschutzrecht, wenn ich meine Aussage in der Zeitung selbst zitiere. Wahrscheinlich werde ich auch gegen das Leistungsschutzrecht verstoßen, wenn ich über den Twitter-Account der Kanzlei oder auch über dem Facebook Auftritt mit einem Link auf den entsprechenden Artikel hinweise…
Thomas Knüwer hat daraus einen korrekten Titel gemacht: „Der Wahnsinn Leistungsschutzrecht – und warum ich nicht mehr auf Verlage verlinke“.
Unter Irren, kann man nur sagen. Das so genannte „Leistungsschutzrecht“ ist das Ende aller Blogger und der Hyperlinks. Nur noch selbstreferenzielle System erlaubt. Dann bekommt die Angst deutscher Medien vor dem Link einen passenden rechtlichen Rahmen.
Internet-Zensur bedenklich?
Heise: „Im Zeitraum von Juli bis Dezember 2011 hat Suchmaschinenriese Google weltweit 1028 staatliche Anfragen zum Löschen von Netzinhalten bekommen. Das geht aus dem aktuellen „Transparency Report“ des Unternehmens hervor. (…) In einem Blogbeitrag vom Montag bezeichnete Google-Mitarbeiterin Dorothy Chou die Zahlen als „alarmierend“. Insbesondere dass wiederholt aus westlichen Demokratien Anfragen gegen politische Äußerungen gekommen seien, wertete sie als bedenklich.“
Man sieht, wie dünn der Firnis der Zivilisation in den „westlichen“ Ländern ist. Regierungen wollen immer missliebige Meinungen zensieren, ganz gleich ob es sich um Nordkora oder um eine so genannte Demokratie wie Polen handelt.
Und warum zensiert Google überhaupt? Aus den Postings geht doch hervor, dass sie Zensuranfragen auch ablehnen (können). Nach welche Kriterien akzeptiert Google Zensur – zum Beispiel vom Zensurweltmeister Deutschland? Heuchler!
Grossbritannien wird totalitärer Überwachungsstaat
The Guardian: „Internet and phone companies will be forced to track email, Twitter, Facebook and other online data under new legislation“.
Très chic, revisited

Durch eine Verkettung glücklicher finanzieller Umstände besitze ich jetzt ein Samsung I9300 Galaxy S III und spiele gerade mit den Features herum.
All your mice belong to us
Man kann auf dem Politgirl Blog gut sehen, was heutzutage bei einer Hausdurchsuchung mitgenommen wird: „Computer (Desktop, Laptop, Tablet) nebst Monitor, Tastatur, Maus und Verkabelung sowie Modem und Router, internetfähihe Mobiltelefone nebst Zubehör (Ladegerät, Dockingstation), Unterlagen mit Notizzetteln mit Passworten.“ (Bruhahahaha.)
Man sieht, dass es offenbar gar nicht mehr darum geht herauszufinden, ob sich jemand einer kriminellen Handlung schuldig gemacht hat, sondern darum, die Existenz zu ruinieren und einzuschüchtern. Wozu braucht die Staatsgewalt Kabel und Mäuse und Monitor, wenn es um Daten geht? Und welchen Sinn macht es, wenn der Betreffende seinen Rechner verschlüsselt hat? Reicht nicht ein Image, um das herauszufinden?
Your Facebook-Account has been disabled

Wer fällt auf so einen niedlichen Phishing-Versuch mit offenem CC-Verteiler herein? Ach so: Ihr verschickt E-Mails in HTML. Dann kann man ja nicht sehen, wohin die Links in Wahrheit führen. Das kommt von das.
Tatort-Autoren klauen Alarmanlagen-Schaltplan aus dem Internet
Ein sehr hübscher Thread findet sich auf mikrocontroller.net über Tatort-Autoren, die Schaltpläne „aus dem Internet“ klauen (via Fefe). Auch sonst sind die Beiträge dort aus verschiedenen Gründen interessant.
Pornos machen das Netz schneller
Ein Artikel von mir in der taz: „Wer heute nur eine Stunde mit den am häufigsten benutzten Suchworten im Internet surft, bekommt mehr nackte Menschen zu sehen als die englische Königin Viktoria in ihrem ganzes Leben. Pornografie macht nicht nur einen großen Teil der Datenmenge aus, sondern ist auch der Motor des technischen Fortschritts. Von der Porno-Industrie im Internet lernen heißt siegen und Aufmerksamkeit erheischen lernen.“
Gebt mir einen Ping im Cyberraum!
Im Juni 2011 hatten wir hier schon die Uniform der Beamten des nationalen Cyber-Abwehrzentrums geleakt.
Jetzt meldet die Financial Times Deutschland, dass die Beamten nicht nur für die Abwehr, sondern auch für den Angriff bereit seien: „Die Bundeswehr müsse im Rahmen ihres verfassungsrechtlichen Auftrags auch im Cyberraum operieren können, sagte ein Ministeriumssprecher“.
„Noch ungeklärt sei aber die rechtliche Grundlage“, legt Focus. Aber sicher doch. Seit wann brauchen wir gesetzliche Grundlagen?
Cyberbomben auf Internet-Festplatten! YMMD
b.schroeder@ipn-b.complink.apc.org

Ein Spammer erinnerte mich gestern an die allererste E-Mail-Adresse, die ich hatte – und die damals auch für Mailbox-Netze wie das ComLink bzw. CL-Netz galt.
„Zwischen 1989 und 1996 erreichte die Zahl der Mailbox-Benutzer ihren Höhepunkt. Sie wird auf etwa 1,56 Millionen allein im FidoNet geschätzt. Mit der seither zunehmenden Verbreitung des Internets gingen die Benutzerzahlen jedoch stark zurück.“
Ach ja. Lang, lang ist’s her. Aber immer noch nicht tot.
Trojanisches Pferd blockiert
Diesen Screenshot bekam ich gestern von einer Kollegin zugeschickt. Schlimm, schlimm, dieser Burks – der versteckt sogar Trojaner auf seiner Website, wenn man der Regenzauber-Software dem Anti-Viren-Placebo diesem „Virenscanner“ glauben will.
Journalistische Recherche-Werkzeuge
Ich habe meine Link-Sammlung journalistischer Recherche-Werkzeuge erneuert. Enjoy.
Nicht näher benannte Methoden
Spiegel Online über einen Artikel der New York Times und Stuxxnet und „Obama Order Sped Up Wave of Cyberattacks Against Iran“:
„In die Anlage, die nicht mit dem Internet verbunden ist, gelangten die ersten Virus-Versionen Sanger zufolge über USB-Sticks, später seien auch andere, nicht näher benannte Methoden zum Einsatz gekommen.“
Bruhahahaha. Das erinnert mich irgendwie an die FBI-cipav.exe.
Das Geschäft mit der Angst
Ein Kommentar von mir in der taz: „Das Geschäft mit der Angst (…) Eine Firma, die Anti-Virenprogramme programmiert und verkauft, entdeckt einen neuen Virus? Ach. Wer hätte das gedacht?“
Der wahre Henker ist die Masse
„Ein gewichtiger Grund für das rapide Anwachsen der Hetzmasse ist die Gefahrlosigkeit des Unternehmens. Es ist gefahrlos, denn die Überlegenheit der Masse ist enorm. Das Opfer kann ihnen nichts anhaben. (…)
Die Hetzmasse ist sehr alt, sie geht auf die ursprünglichste dynamische Einzelheit zurück, die unter Menschen bekannt ist, die Jagdmeute. (…) Alle Formen der öffentlichen Hinrichtung hängen an der alten Übung des Zusammen-Tötens. Der wahre Henker ist die Masse….(…)
Auch heute nimmt jeder an öffentlichen Hinrichtungen teil, durch die Zeitung. Man hat es nur, wie alles, viel bequemer. Man sitzt in Ruhe bei sich und kann unter hundert Einzelheiten bei denen verweilen, die einen besonders erregen. Man akklamiert erst, wenn alles vorüber ist, nicht die leiseste Spur von Mitschuld trübt den Genuß. Man ist für nichts verantwortlich, nicht fürs Urteil, nicht für den Augenzeugen, nicht für seinen Bericht und auch nicht für die Zeitung, die den Bericht gedruckt hat. (…)
Im Publikum der Zeitungsleser hat sich eine gemilderte, aber durch ihre Distanz von den Ereignissen um so verantwortungslosere Hetzmasse am Leben erhalten, man wäre versucht zu sagen, ihre verächtlichste und stabilste Form.“
Was würde Elias Canetti (1905-1994) wohl zum Internet sagen? Die obigen Zitate stammen aus seinem Werk „Masse und Macht“ (erschienen 1960), das zur Pflichtlektüre mündiger Bürger gehören sollte und das für mich eines der intelligentesten und wichtigsten Bücher ist, das jemals geschrieben wurde.
Fünf mal Gratis-Unsicherheit im Netz à la Spiegel Online
An ole_reissmann@spiegel.de
Sorry, lieber Kollege, aber ich hab selten so einen Quatsch gelesen.
„Absolute Sicherheit gibt es nicht. Manche Hacker nutzen zur Übermittlung sensibelster Informationen vorsichtshalber gar keine Onlinedienste, sondern lieber die herkömmliche Post.“
Mit Verlaub, das ist einfach nur lächerlich. Wo sind denn die mindestens zwei unabhängigen Quellen? Der Artikel ist voll sachlicher Fehler und empfiehlt Dinge, die man keineswegs tun sollte. Ich frag mich, was das soll…
Kein Wunder, dass Truecrypt nicht erwähnt wird und man dem Autor keine verschlüsselten Mails schicken kann. Typisch Spiegel online.
Sorry, aber ich bin richtig sauer.
BurkS
Miszellen zum Überwachungsstaat Deutschland

Die Medien in Deutschland stecken immer noch voller Vodoo, sobald es um Computer und Internet geht. Das macht manchmal selbst vor IT-affinen Portalen wie Heise oder Golem nicht halt. Die Nutzer tun ihr Übriges, um den jeweiligen Quatsch zu perpetuieren. „Regret the Error“ ist ohnehin kaum vorgesehen.
Man lese die folgenden Sätze: „Deutsche Geheimdienste können PGP entschlüsseln“ (Golem). Ein Nutzer hat im Golem-Forum gleich kommentiert: „Vermutlich eine Ente“.
Genau so ist es. Es geht um eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage mehrere Abgeordneter der Linken, ob die Technik deutscher Übewachungsbehörden in der Lage sei, „verschlüsselte Kommunikation (etwa per SSH oder PGP) zumindest teilweise zu entschlüsseln und/oder auszuwerten?“
So fragt man natürlich nicht: Man kann nicht SSH oder PGP in einem Atemzug nennen. Das sind Äpfel und Gummibärchen. Dementsprechend dämlich und missverständlich ist die Antwort der Bundesregierung: „Ja, die eingesetzte Technik ist grundsätzlich hierzu in der Lage, je nach Art und Qualität der Verschlüsselung.“
Das kriegen natürlich Leute mit einem geplegten IT-Halb- und Viertelwissen gleich in den falschen Hals. Fefe schreibt dazu: „Weil mir hier gerade vermehrt gemailt wird, die Geheimdienste könnten PGP entschlüsseln: nein, können sie nicht. Was sie tun können ist Passwörter durchprobieren. Die sind direkt gefragt worden, ob sie PGP entschlüsseln können, und die Antwort war „im Prinzip haben wir die nötige Software dafür“. Die nötige Software kann man kaufen, die probiert Passwörter durch. Bessere Angriffe auf PGP sind nicht bekannt. Insofern haltet mal bitte alle die Füße still.“
Quod erat demonstrandum. Genau das Gegenteil der Überschrift von Golem ist richtig: Deutsche Geheimdienste können PGP nicht entschlüsseln. Golem hat mittlerweile einen klärenden Artikel nachgeschoben: „Symantec hat sich zu den Aussagen der Bundesregierung geäußert, nach denen Geheimdienste in der Lage seien, SSH oder PGP zu knacken oder zu umgehen. Mathematisch gesehen sei kein wirksamer Angriff bekannt.“
Hemker: „Wir hatten in der Vergangenheit ja schon oft Meldungen, laut denen PGP angeblich geknackt wurde. Das waren aber meistens Brute-Force-Attacken, bei denen schwache Passphrases für den Schlüsselzugriff geknackt wurden. Es war niemals ein mathematischer Angriff auf die Kryptografie selbst.“
Auch der Heise-Artikel zum Thema war zunächst missverständlich; dort aber bekommen die Autoren meistens gleich jeden falschen Punkt von den Lesern um die Ohren gehauen.
Man kann dem von Golem befragten Mathematiker Thomas Hemken nur zustimmen: „Unklar bleibe, was sie [die Bundesregierung] genau meinten.“ Die Bundesregierung wirft in diesem Fall genauso Nebelkerzen wie im Fall der sogenannten „Online-Durchsuchung“ oder hat einfach keine Ahnung. Vermutlich sogar beides.
Die majestätische Gleichheit des Gesetzes und die Pressefreiheit
„… unter der majestätischen Gleichheit des Gesetzes, das Reichen wie Armen verbietet, unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.“ (Anatole France, Die rote Lilie, München 1925)
Guckst du auch bei Thomas Stadler – wie das Landgericht Hamburg die Meinungsfreiheit aushöhlt.
„Die Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ (Paul Sethe, Journalist)
Liquid Feedback – Dunning Kruger gefällt das
Ein Artikel von mir in Telepolis über Liquid Feedback: „Die Piratenpartei Berlin veranstaltete am Wochenende den 2. Liquid-Feedback-Thementag. Die Software LQFB ist die corporate identity und der Unique selling point der Partei.“




















