Angriff auf die Lessingbrücke, 1. Planungsphase
Ich paddele seit 2017, aber es gibt immer noch reichlich Touren, die ich noch nie gemacht habe. Gestern war ich bei Kaiserwetter unterwegs, aber ein bisschen untrainiert, daher nicht übertreibend. Man kann von Tiefwerder aus die Spree aufwärts – die Tour habe ich 2021 schon einmal gemacht. Bekanntlich bin ich seitdem nicht jünger geworden. Ich wollte testen, wie lang ich jetzt bis zur Rudolf-Wissell-Brücke brauchen würde.
Der Plan ist: Durch die Charlottenburger Schleuse und dann in Richtung Moabit, wie weit die Paddel tragen.
ChatGPT: „Start bei Wassersportheim Stössensee 7:30–8:00 Uhr, dann Richtung Spandau und auf der Spree zur Schleuse Charlottenburg. Spätestens nach 3½ Stunden umdrehen, sofern du nicht schon vorher wegen Hitze oder Bedingungen abbrechen möchtest.
Wenn du die Schleuse bereits gegen 10:30–11:00 Uhr erreichst und schnell durchkommst, kannst du noch ein Stück Richtung Schloss Charlottenburg fahren. Die Gotzkowskybrücke würde ich morgen nicht als notwendiges Ziel betrachten. Für eine maximale Gesamtdauer von acht Stunden ist Schleuse Charlottenburg bzw. Schloss Charlottenburg der vernünftigere Wendebereich.
Wichtig ist morgen außerdem: Wenn du durch die Schleuse fährst, musst du auf dem Rückweg unbedingt vor 16 Uhr wieder durch die Schleuse nach Westen sein. Sonst sitzt du auf der falschen Seite fest.“
Bis zur Brücke (vgl. Foto oben) habe ich nur gut zwei Stunden gebraucht, da ist noch viel Luft nach oben. Ich könnte also mindestens noch 90 Minuten weiter paddeln, aber man weiß nicht, wie lange man in der Schleuse festsitzt.
Acht Stunden am Stück im Boot sollten möglich sein, neun Stunden (vor sieben Jahren) ist mein Rekord – aber da war ich gut trainiert und dennoch restlos platt.


Suboptimal, dass gestern mein Internet ausfiel. Ich weiß nicht warum, aber ich muss vermutlich checken, ob Vodafone wegen meines komplizierten Tarifs und zweier Handys wieder irgendwas versehentlich abgeschaltet hat.
Die Strecke ist landschaftlich nicht besonders reizvoll, aber gesäumt mit Industrie und interessanten Hinweisschildern wie „Fäkaliensammelschiff“. Transportieren die hier Scheiße hin und her, und warum mit einem Schiff?
Man hat das Gefühl, dass die Spree gar kein fließendes Gewässer ist, was bei der Havel, auf der immer irgendwelche Wellen versuchen, einen aus dem Boot zu kippen, nie vorkommt.
Nach drei Stunden war ich immer noch total fit, trotz der brüllenden Hitze. Die Bäume und das Gesträuch im Südufer der Spree spenden aber manchmal Schatten. (Foto: die Mündung der Spree in die Havel, von Osten aus gesehen.)
ich habe mir vorgestellt, in einem Haus zu wohnen, vor dem ein paar Meter entfernt eine Brücke die weitere Sicht versperrt. Was war eher da: die Brücke oder das Haus?
Jetzt noch Schland vom Feinsten „Keiner zuständig: Schiffswracks bleiben für immer im Berliner Hafen“, meint die Qualitätshauptstadtpresse. Und die BZ schreibt: „Bürokratie-Irrsinn um Bootsruine im Spandauer Nordhafen: Weil behördliche Zuständigkeiten für Berliner Wasserwege so komplex verknotet sind, liegen kaputte Boote teils jahrelang achtlos im Wasser. Der Spandauer Nordhafen an der Havel: Ein abgebranntes Boot liegt verwaist am Anleger und geht langsam unter. Wem es gehört, ist nicht bekannt. Auch nicht wie lange es dort schon liegt.“
Man fasst es nicht. Aber es erklärt Deutschland hinreichend: Sobald das Wort „zuständig“ gefallen ist, geht nichts mehr.
Was würden wohl zwei Spinnen mit einem ähnlichen Geschäftsmodell sagen? Hey, die baut ihr Netz genau da, wo ich schon eines gebaut habe! Wer ist jetzt zuständig?
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