Unter Unterentwickelten
Das geschätzte Publikum stellt offenbar ähnliche Fragen wie ich. Vor einiger Zeit schaffte ich mir das Buch von Ahmet T. Kuru: „Islam, Authoritarianism, and Underdevelopment: A Global and Historical Comparison“ an. Leider bin ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen, es zu lesen. Ich vermute aber, dass es eines der wichtigsten Bücher für mein nächstes Projekt sein wird. Der Autor ist Professor an der San Diego State University.
Ich habe mir eine Rezension übersetzen lassen: „Warum zeigen Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit im Vergleich zu weltweiten Durchschnittswerten ein hohes Maß an Autoritarismus und ein niedriges Maß an sozioökonomischer Entwicklung? Ahmet T. Kuru kritisiert Erklärungsansätze, die den Islam selbst als Ursache dieser Unterschiede anführen, da Muslime zwischen dem neunten und zwölften Jahrhundert philosophisch und sozioökonomisch weiter entwickelt waren als die westeuropäischen Gesellschaften. Auch der westliche Kolonialismus sei nicht die Ursache: Politische und sozioökonomische Probleme hatten die muslimischen Gesellschaften bereits vor Beginn der Kolonialzeit.
Kuru argumentiert, dass Muslime in ihrer frühen Geschichte einflussreiche Denker und Händler hervorbrachten – zu einer Zeit, als in Europa religiöse Orthodoxie und Militärherrschaft vorherrschten. Im elften Jahrhundert jedoch begann sich ein Bündnis zwischen orthodoxen islamischen Gelehrten (den Ulema) und den Militärstaaten herauszubilden. Dieses Bündnis behinderte nach und nach die intellektuelle und wirtschaftliche Kreativität, indem es intellektuelle und bürgerliche Schichten in der muslimischen Welt an den Rand drängte.
Diese bedeutende Studie verknüpft ihre historische Analyse mit der gegenwärtigen Politik, indem sie aufzeigt, dass das Bündnis zwischen Ulema und Staat bis heute Kreativität und Wettbewerb in muslimischen Ländern verhindert.“
Bevor also die SPD unter Strafe stellt, den Islam zu kritisieren, sollte man das Buch vermutlich lesen.
Kommentare
4 Kommentare zu “Unter Unterentwickelten”
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Im islamischen golden age war der Fortschritt im Nahen Osten.
In Astronmie, Medizin, Mathematik etc.
Die meisten davon Perser.
Naturerkenntnis galt als religiöses Gebot.
Ibn Chaldūn
Warum das endete gibts diverse Theorien.
Die Mongolen, Erschöpfung der Landwirtschaft,
stinkende Mullahs die Denken verboten.
Es gibt 80 bekannte Korane (ständig werden neue gefunden, eingemauert in Moscheen), anerkannt sind iirc 8.
Salafis glauben es gibt nur 1en. Nix Textkritik.
Die Evangelen führten letzlich zu Feuerbach.
Warum Islamis arm sind?
Sie selber sagen, der böse Westen.
Andre sagen 5mal am Tag beten (statt arbeiten).
Extreme Frauenfeindlichkeit, den Frauen Ökonomie verbieten,
An der Spitze perverser Reichtum, in Slums bitterste Armut.
Das alles gibts im Westen auch.
Wer Argumente sucht findet die.
interessanter Hinweis.
Danke
https://qantara.de/artikel/autoritarismus-und-unterentwicklung-der-islamischen-welt-unheilvolle-allianz-von-klerikern
„Sie alle stellten jeweils die Allianz von Staat und Religion wieder her.“
gleichartige Bestrebungen vermag ich auch im „Westen“ zu erkennen.
die fundamentalen Christen in den USA bauen ihren Einfluss stetig aus.
Die CDU will auch in Schland wieder mehr Einfluss der Kirchen usw. usw.
Wie wäre es mit einer Version von Bakunins „Gott und der Staat“ in einfacher Sprache?
„Bevor also die SPD unter Strafe stellt…“
Ich teile Fefes Befürchtungen: die AfD wird, wenn sie an die Macht kommt, keine Demokratie mehr vorfinden, die sie kaputt machen könnte…
.
Das läßt Du uns oft wissen. Klick! Klick! und so weiter. Die Suchfunktion hilft.
Du willst doch nicht darüber schreiben wie die Neo-Sozialisten in „Unseredemokratie“ ™ den Islam in „Unseredemokratie“ ™ an die Macht helfen? In diesem Zusammenhang wundert es mich das Du Jüdisch versuchst zu lernen. Wie wäre es die Sprache des Mohammed zu lernen und damit die Moslem auf der Straße zu beeindrucken. Lies gelegentlich auch den Koran …
Zwei Buchempfehlungen dazu:
1: https://assets-us-01.kc-usercontent.com/c7bb3f89-eb78-007e-971a-d5864cf7a236/da8ae60c-9f47-4318-9152-eced22335e04/Reilly-The-Closing-of-the-Muslim-Mind.pdf
Untersucht die Besonderhiten des islamischem Gottesbgeriffes (im Gegensatz zum christlichen). Entscheiden ist, dass Gott im Islam die Universalursache für alles ist. Er hat nicht nur die Welt geschaffen, sondern alles was geschieht, wird direkt von Gott bewirkt. Anders als im Christentum, das von einem vernünftigen Gott ausgeht, der die Welt geschaffen hat mitsamt ihren Naturgesetzen, die bestimmen, was geschieht, ohne jeweils einen direkten göttlichen Eingriff zu erfordern.
Das gleiche nochmal vertieft hier: https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/themen-entdecken/literatur-sprach-und-kulturwissenschaften/philosophie/59741/occasionalismus?srsltid=AfmBOorspJGJlz6z3bpJK7lCV23TqXPx4gCkhjLgd6FYrPtSe9ghaqID
Dominik Perler untersucht das Verständnis von Kausalität in der islamischen und in der christlichen Philosophie.