ZDF spricht Klartext: USA finanzierten bewaffneten Putsch in Kiew


Das Video wird von YouTube eingebettet und erst beim Klick auf den Play-Button geladen. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

(via Fefe)

image_pdfimage_print

TTIP oder die Ideologie des freien Handels

TTIP

„In Europa verfügen 10 Prozent der Bevölkerung über 60 bis 70 Prozent des vorhandenen Vermögens“, sagt die Ökonomin Alexandra Strickner der hier noch nie zitierten Tiroler Tageszeitung. Und: „Politiker wissen erschreckend wenig über Zusammenhänge“.

Wer hätte das gedacht. Man ist ja schon froh, dass es Wirtschaftswissenschaftler gibt, die nicht religiös sind, die also nicht der Glaubensgemeinschaft Freier Markt(TM) angehören, sondern ernsthaft versuchen, Ökonomie zu verstehen und zu erklären.

Ich wurde auf das Thema Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) durch einen Artikel im aktuellen Print-Spiegel aufmerksam: „Zahltag für die Geier“. Telepolis hatte schon im Dezember ein Beispiel gebracht.

Beim TTIP geht es darum, dass die Konzerne gegen Staaten klagen können, wenn ihre Gewinne sinken.

Wie meinen? fragt man sich. Wer kann denn so einen Quatsch in Gesetzesform gegossen haben? Wer wohl! Die ahnungslosen Politiker eben, die von der Lobby des Kapitals zu deren Büttel gemacht werden und sich dagegen nicht wehren, weil sie desinteressiert, zu dämlich oder a priori willens sind, sich missbrauchen zu lassen, anstelle den Begriff „Volksvertreter“ ernst zu nehmen. Natürlich wird alles noch in Geheimverhandlungen beschlossen. Das blöde Volk muss draußen bleiben.

Ich muss gestehen, dass ich die Details nicht kannte. Es gibt aber gute Quellen, die die Fakten darlegen, leider sind die meisten schwer zu lesen: „Angriff auf Löhne, Soziales und Umwelt – Was steckt hinter dem transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP?“, (Verdi, Dezember 2013, pdf) ist eine davon (daraus auch die Grafiken).

TTIP

Man kann mit Fug und Recht sagen: Das Kapital erpresst die Politik, um mehr Profite machen zu können und – was noch unerträglicher ist – um Gesetze zu erlassen, die selbst dann die Gewinne garantieren, wenn der Profit sinkt. Das ist Kapitalismus at its best, wie aus einem Marxschen Lehrbuch.

Strickner: Ja, in der derzeitigen Situation mit der Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa, gepaart mit Massenarbeitslosigkeit in vielen Ländern, ergreifen global agierende Konzerne die Gelegenheit. Eine Deregulierung der Arbeitsmärkte ist jetzt viel leichter durchzusetzen. Dazu ein kleines Beispiel: In den USA haben Arbeitnehmer durchschnittlich nur Anspruch auf zwei Wochen Urlaub pro Jahr, in Europa sind es meist vier Wochen. Der Druck wird steigen, diese „Standards“ aneinander anzugleichen – mit Verweis auf die Wettbewerbsfähigkeit.

Wikipedia: „Kritisiert wird außerdem, dass das TTIP geheime Schiedsgerichtsverfahren – Investor-State Dispute Settlement (ISDS) – vorsehe, in dem Konzernen die Möglichkeit gegeben wird, Staaten zu verklagen, etwa wenn durch staatliche Eingriffe Gewinnerwartungen geschmälert worden seien.“ Die Streitfälle werden aber nicht „vor ordentlichen Gerichten verhandelt, sondern vor geheim tagenden internationalen Schiedskommissionen“, schreibt der Spiegel: „Als Richter fungieren teilweise Anwälte, die sonst in Kanzleien arbeiten. Ihre Urteile sind unangreifbar“. Das Kapital kümmert sich eben nicht um geltendes Recht.

Da deutsche Medien ungern Quellen verlinken, muss ich das selbst tun. Der Artikel im Print-Spiegel basiert zu einem großen Teil auf der Analyse von Cecilia Olivet und Pia Eberhardt (pdf): „Profiting from Crisis – How corporations and lawyers are scavenging profits from Europe’s crisis countries“ (Amsterdam/Brussels, March 2014, published by the Transnational Institute and Corporate Europe Observatory).

Man sieht sehr schön, was geschähe, würden die großen Konzerne enteignet. Ich fordere es trotzdem.

Leider habe ich keine ernst zu nehmende linke Partei gefunden, die das unterstützte. Vielleicht sollte ich der „Linken“ anbieten, dort „Kapital“-Kurse zu geben. Früher gab es noch MASCh – nach der Maxime „Jeder kann alles lernen!“. Heute muss man vermutlich bloggen. Niemand kann sagen, er oder sie hätten es nicht gewusst.

image_pdfimage_print

Israeli army vet led a street-fighting unit in Kiev

jta

Jewish Telegraphic Agency (JTA): „Israeli army vet led a street-fighting unit.“

„As platoon leader, Delta says he takes orders from activists connected to Svoboda, an ultra-nationalist party that has been frequently accused of anti-Semitism and whose members have been said to have had key positions in organizing the opposition protests. (…)

On Wednesday, Russian State Duma Chairman Sergey Naryshkin said Moscow was concerned about anti-Semitic declarations by radical groups in Ukraine.

But Delta says the Kremlin is using the anti-Semitism card falsely to delegitimize the Ukrainian revolution, which is distancing Ukraine from Russia’s sphere of influence. (…)“

Interessant, was da zusammenwächst, was gar nicht zusammengehört.

image_pdfimage_print

Unter Sprechblasenfacharbeitern, revisited

[Reminder] „Fazit: Betrachtet man den Präsidentschaftswechsel in der Ukraine „rein juristisch“, hat Putin recht.“

Die „Linke„: „das völkerrechtswidrige Vorgehen der Russischen Föderation auf der Krim“.

By the way: Welches völkerrechtswidrige Vorgehen?

Im übrigen hat sich die „Linke“ mit diesem Text in der Kategorie „Deutsch des Grauens“ selbst übertroffen. Jemand, der so gequirt daherfaselt, kann keinen klaren Gedanken gehabt haben. Da war die kommunistische „Rote Fahne“ in den zwanziger Jahren um ein Vielfaches eleganter und verständlicher geschrieben. Kurz und knackig eben.

Beispiele gefällig?

Katja Kipping, Bernd Riexinger: „Wir verfolgen mit Besorgnis die Entwicklungen in der Ukraine und auf der Krim.

„Mit Besorgnis“? Ich schaue gern im Deutschen Wortschatz nach: „Synonyme: Ahnung, Annahme, Befürchtung, Gefühl, Vermutung, Vorgefühl. ist Synonym von: Ahnung, Annahme, Bedenken, Beengung, Befürchtung, Behutsamkeit, Betrübnis, Beunruhigung, Fürsorglichkeit, Kümmernis, Panik, Rücksichtnahme, Sorge, Vorahnung, Vorbedacht, Vorgefühl“.

Wie also kann man etwas fühlen, befürchten oder ahnen und gleichzeitig etwas verfolgen? Was meinen die Sprechblasenfacharbeiter der „Linken“? Sie verfolgen gar nichts, denn eine „Entwicklung“ läuft nicht davon. Irgendetwas (die Weltläufte?) entwickelt sich – und die „Linke“ galoppiert hinterher, um nichts zu verpassen? Der Satz sagt rein gar nichts aus. Karl Marx verfolgte den tendenziellen Fall der Profitrate ohne Besorgnis? Wer sorgt sich um wen – und tut noch etwas parallel dazu?

Die Antwort auf das völkerrechtswidrige Vorgehen der Russischen Föderation auf der Krim, welches wir verurteilen…

Haben die das aus dem Suahelischen übersetzt – oder via Google aus dem Ukrainischen in Mandingo, welches schwierig zu sprechen ist, und dann zurück mit einem Umweg über das Türkische, welches wir nicht verstehen können? Das kommt davon, wenn man den halbgaren Wust von Gedankenfetzen unbedingt komplett auskotzen möchte, ohne zu wissen, was man meint. Wenn ein „Vorgehen“, welches ein schwaches Wort ist und das Tun und die Täter nicht benennt, was dem weisen Rat Lenins, immer nur die schlichte Frage „Wer wen?“ zu beantworten, krass widerspricht, völkerrechtswidrig wäre, was ich aus rein sportlichen Gründen bestreite, wenn also die Russen gegen das Völkerrecht verstößen* (indem sie was genau tun?), verurteilt die „Linke“ das – mit exakt welchen Folgen? Bekommt der Russe dann Sorgenfalten auf der Stirn?

Der Kosovo und andere völkerrechtswidrige Vorgehen fallen dem Westen nun auf die Füße…

Aua! Das täte natürlich weh, falls der Westen Füße hätte, welches ich zu seinen Gunsten nicht annehme. Und wie muss ich mir das vorstellen, wenn jemandem ein Vorgehen auf die Füße fällt?

Jetzt bitte alle anschnallen und nicht rauchen (es hagelt Ungs):

Die innenpolitische Situation der Ukraine ist Ausdruck einer gesellschaftlichen Spaltung, die mit der langen Geschichte des jungen Nationalstaats beginnt und sich vor dem Hintergrund des Versagens der politischen Eliten aller Couleur, des gewaltigen Einfluss der Oligarchen und der extremen sozialen Polarisierung im Land weiter verschärfte.

Die Situation ist Ausdruck einer Spaltung. Wie sagt man das mit Tuwörtern? Ach, es tut niemand etwas? Dann sollte man vielleicht doch besser das Maul halten. Ich hätte gern mehr gewusst über den Klassenkampf in der Ukraine, über die unterschiedlichen Interessen des Kapitals, und welche Farbe die „politischen Eliten“ (so etwas wie Pofalla auf ukrainisch?) haben.

Alexander Fischer hat diesen unsäglichen Text verfasst, der Pressesprecher der Partei. Der Mann mag ja irgendetwas können, welches sich mir nicht auf Anhieb erschließt, mit der deutschen Sprache steht er jedoch auf Kriegsfuß.

Eine Partei, die derart unerträgliches und sinnfreies Geschwurbel verlautbart, kann ich auch nicht wählen.

*Der Irrealis von „verstießen“, welches die indirekte Rede erzwänge.

image_pdfimage_print

Überbordende Dekadenz

„Überbordende Dekadenz geht mir fürchterlich auf die Nerven.“ (Clemens Gleich, Heise, „Warum ich mir noch nie ein Smartphone gekauft habe“.)

image_pdfimage_print

[Bitte selbst ausfüllen] Zweifelhafte Interessen

Grüne und konservative EU-Parlamentarier wollen Gerhard Schröder zum Schweigen bringen. In einem Antrag fordern die Abgeordneten ein Sprechverbot für den Altbundeskanzler zum Thema Russland. Begründung: Schröder verfolge zweifelhafte Interessen.

Weitere Meldungen: „Grüne und konservative EU-Parlamentarier wollen Burkhard Schröder zum Schweigen bringen. In einem Antrag fordern die Abgeordneten ein Sprechverbot für den Alt-Blogger zum Thema Religion. Begründung: Schröder verfolge zweifelhafte atheistische Interessen.“

„Angehörige der Glaubensgemeinschaft Freier Markt(TM) und andere Volkswirtschaftler wollen Burkhard Schröder zum Schweigen bringen. In einem Antrag fordern die Abgeordneten ein Sprechverbot für den Alt-Blogger zum Thema Ökonomie. Begründung: Schröder verfolge zweifelhafte marxistische Interessen.“

[Bitte selbst ausfüllen] wollen [bitte selbst ausfüllen] zum Schweigen bringen. In einem Antrag fordern die [bitte selbst ausfüllen] ein Sprechverbot für [bitte selbst ausfüllen] zum Thema [bitte selbst ausfüllen]. Begründung: [bitte selbst ausfüllen] verfolge zweifelhafte Interessen.

image_pdfimage_print

INPOL-neu, revisited

Stern.de: „BKA-Beamte schnüffelten unerlaubt Kollegen hinterher (…) Nach stern-Informationen haben mehrere Mitarbeiter seit Anfang 2012 ihrem damaligen Kollegen D. hinterherspioniert – ohne dienstrechtliche Konsequenzen.“

Kann man etwas missbrauchen, wird es auch missbraucht.

image_pdfimage_print

Quasi keine Möglichkeit [Update]

„Wen die NSA im Visier hat, dessen Computer kann sie gezielt und umfassend überwachen – und es gibt quasi keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren.“ Ach ja, Spiegel online? Was raucht ihr da eigentlich? Oder seid ihr einfach nur abgrundtief dämlich und ignorant? PGP? Truecrypt? Tor? Nie gehört? Sorry, aber über solche Dummschwätzer rege ich mich auf.

[Update] ich halte die Die-sind-ja-eh-scho-ndrin-man-kann-nichts-machen-Schwätzer für genauso schlimm wie die Überwachungs-Lobbby selbst. Vermutlich werden jene auch von diesen bezahlt.

image_pdfimage_print

Unangemessen und anstössig

anstößig

Gegen das gesunde Volksempfinden war ich schon immer allergisch, vor allem dann, wenn es von den gutmeinenden pseudolinken LichterkettenträgerInnen formuliert wird. Das sind diejenigen, die noch Anfang des vorigen Jahrhunderts „Heime für gefallene Mädchen“ gegründet hätte.

Wer Bilder verbietet, glaubt an die Macht derselben. Der reformatorische Bildersturm im 16. Jahrhundert war die Großmutter aller Verbote, die heute seitens der Political Correctness gefordert werden. Man verkennt, dass Bilder an sich überhaupt nichts bewirken, weil mediale Rezeption nicht auf antropologischen Konstanten beruht, sondern auf einem a priori hergestellten kulturellen Konsens, der aber nicht bewusst sein muss.

Das Verbot „sexistischer“ Werbung ist nicht anderes als primitive Magie: „die Zuordnung von bestimmten Kräften an Gegenstände Ereignisse oder Lebewesen, die diese normalerweise nicht besitzen. Durch Rituale, Beschwörungen (etwa mittels Zaubersprüchen), Gebete, oder Invokationen sollen diese Kräfte wirksam auf die Umwelt übertragen werden, um das Tun, Wollen und Schicksal anderer Menschen willentlich zu beeinflussen.“

Durch Bilderverbote wird die Welt besser? Das stimmt schon seit dem Neolithikum nicht.

Auf der Website des Berliner Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg (via Werbewatch Wien) erfahren wir, was die Kriterien für „sexistische, diskriminierende oder frauenfeindliche Werbung“ seien: Wenn

a) Frauen oder Männer auf abwertende Weise dargestellt werden;
b) die Gleichwertigkeit der Geschlechter in Frage gestellt wird;anstößig
c) Unterwerfung oder Ausbeutung [nicht kritisch] dargestellt oder zu verstehen gegeben wird, dass Gewalt oder Dominanzgebaren tolerierbar seien;
d) die Person in rein sexualisierter Funktion als Blickfang dargestellt wird, insbesondere dürfen keine bildlichen Darstellungen von nackten weiblichen oder männlichen Körpern ohne direkten inhaltlichen Zusammenhang zum beworbenen Produkt verwendet werden.
e) eine entwürdigende Darstellung von Sexualität vorliegt oder die Person auf ihre Sexualität reduziert wird;
f) Personen abgewertet werden, die nicht den vorherrschenden Vorstellungen über Zugehörigkeit zu einem Geschlecht entsprechen (z.B. intersexuelle, transgender Menschen).
g) Werbung für sexuelle Dienstleistungen darf, soweit sie rechtlich zulässig ist, die Würde von Menschen, insbesondere von SexdienstleisterInnen, KonsumentInnen oder PassantInnen, nicht verletzen. Körper und insbesondere weibliche oder männliche Sexualität dürfen nicht unangemessen dargestellt werden. Dabei ist auch besonders auf die Platzierung und das jeweilige Umfeld des Werbesujets zu achten.

Man muss hier gar nicht erst beginnen, nach der Normenklarheit im juristischen Sinn zu suchen. Man muss nur die Begriffe aneinanderreihen: „in Frage stellen“, „tolerierbar“, „vorherrschenden Vorstellungen“, „unangemessen.“ Das ist der Appell an das gesunde Volksempfinden; in den USA würde man schlicht „anstößig“ sagen. BEEP. Die „Kritierien“ sind reine Willkür.

Erotik oder was man dafür hält findet immer im Kopf des Betrachters statt. Der eine denkt bei Bananen an Südfrüchte, die andere an Oralsex. Nicht zufällig sind Fesselspiele beim Sex, werden sie auf Bildern dargestellt (vgl. Fotos oben und unten), für deutsche Jugendschutzwarte anstößig und jugendgefährdend (ja, ich habe hier ein entsprechendes „Gutachten“), weil diese angeblich den „vorherrschenden Vorstellungen“ (aka dem gesunden Volksempfunden), wie Sex abzulaufen habe, widersprächen.

Sex und Moral kommen bei den aufstiegsorientierten Mittelschichten, die den öffentlichen Diskurs prägen (Alice Schwarzer ist ein Beispiel) immer dann vor, wenn es darum geht, die eigene soziale Position nach oben und unten zu verteidigen. In Zeiten der Krise und der verstärkten Klassenkampfs, wer wieviel vom gesellschaftlichen Reichtum bekommt, propagieren die Mittelschichten Anpassung, Opportunismus und Pädagogik, also Verhaltensdressur.

anstößig

Ich zitiere mich selbst aus der Jungle World vom 01.07.1998 (!): „Die Experten in hochkomplexen Systemen sind dafür da, einem Milieu einleuchtend zu erklären, daß das Böse aus dem jeweils anderen Milieu stammt. Die Experten weisen Schuld zu und aktivieren und entlasten das Milieu, das jeweils bezahlt.

Oder (25.02.2007): „Man will, dass die, die den eigenen sozialen Status potentiell bedrohen, sich an Regeln halten, die man selbst aufgestellt hat. Nur die Mittelschichten fordern von allen anderen, sich an Regeln zu halten, weil sie ‚Angst vor dem Absturz‘ (Barbara Ehrenreich) haben. Wer aufsteigen will, muß die Werte der Gesellschaft verinnerlichen und sich selbst kontrollieren. Beherrsche dich, und nicht etwa andere! Der klassische Radfahrer tritt nach unten, aber fordert gleichzeitig, daß die da oben das nicht tun. Sie sollen ihn dafür belohnen, daß er sich an die Regeln hält.“

Der Diskurs gegen „sexistische“ Werbung und der gegen „Gewalt“ sind zwei Seiten derselben (protestantischen) Medaille.

image_pdfimage_print

Der Alpöhi der deutschen Philosophie

Sehr Interessantes Interview in der taz mit Lutz Hachmeister über das Gespräch zwischen Spiegel-Redakteuren und Heidegger (1976), das der aktuelle Print-Spiegel als „legendär“ abfeiert.

Man muss die Biografie der Beteiligten und die historischen Hintergründe kennen, um zu verstehen, was nicht gefragt und was nur abgehakt wird. (…) Georg Wolff, zum damaligen Zeitpunkt Leiter des Ressorts Geisteswissenschaften und vormals SS-Hauptsturmführer sowie Offizier des NS-Geheimdienstes SD. Er hat das Interview konzipiert. Seine Biografie bedingt eine eigene Fragestrategie und auch das Lavieren bei heiklen Punkten.

image_pdfimage_print

Udo Vetter ist nicht mehr Pirat

„‚Ich bin aus der Piratenpartei ausgetreten‘, sagte Vetter der taz.“

image_pdfimage_print

Eigenartig

„So besuchte der SPD-Mann [Edathy] am 18. Mai 2007 das BKA in Wiesbaden, wo er um 14 Uhr mit Behördenchef Ziercke zusammentraf. (…) Bei der mehrtägigen Reise ging es laut einer Bundestags-Pressemitteilung „um die Balance zwischen Sicherheitsinteressen-Wahrnehmung und Grundrechtssicherung“ – also wohl auch um die damals besonders umstrittene Vorratsdatenspeicherung … […] Wurde Edathy bei diesem Besuch auch über die Sorgen und Nöte des BKA-Referats SO 12 informiert, das mit den Ermittlungen im Bereich Kinderpornografie im Internet betraut ist? Darauf gibt es einen Hinweis, der Spiegel online vorliegt und plausibel erscheint. Das BKA hatte mit diesem Thema stets die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung gerechtfertigt. Eigenartig: Eine Anfrage zu den Inhalten des Edathy-Besuchs in Wiesbaden wollte das BKA nicht beantworten.“

Edathy unterstützte 2007 das 2010 für verfassungswidrig erklärte Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung.

image_pdfimage_print

Was uns auch blüht

Aus dem aktuellen Spiegel: 26 Prozent der US-Amerikaner wissen nicht, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Weniger als die Hälfte weiß, dass die Menschen aus früheren Tierarten hervorgegangen sind. 32 Millionen US-Amerikaner können nicht lesen. Jeder Vierte hält ein Gigabyte für ein Insekt aus Südamerika. Zehn Prozent glauben, HTML sei eine Geschlechtskrankheit.

Das kommt hier auch noch. Nur sind die US-Amerikaner zusätzlich noch sehr religiös, das steigert die Blödheit natürlich ins Unermessliche.

image_pdfimage_print

Ukraine oder: Massenmedienverblödung, revisited

Rationalgalerie (via Fefe): „Auch die Bitte des ‚Rechten Sektors‘ (jener auf dem Maidan dominierenden, bewaffneten Nazi-Formation) der tschetschenische Terrorist Doku Umarow möge doch den ukrainischen Kampf gegen Russland unterstützen, ist in den deutschen Norm-Medien nicht zu finden. Bilder aus der West-Ukraine – dem Hort der ukrainischen Europa-Bestrebungen – auf denen die vielen Denkmäler für den Nazikollaborateur Stepan Bandera gezeigt würden, sind in Deutschland nicht zu haben. Und dass Bandera von der ‚orangenen Timoschenko-Revolution‘ zum „Helden der Ukraine“ ernannt worden war, will die Redaktion lieber nicht wissen.“

image_pdfimage_print

Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung

Telepolis interviewt Peter Scholl-Latour zum 90. Geburtstag.

Nun, ich hatte nie die Absicht, auf meinem Status als Opfer der Nazis im Nachkriegsdeutschland zu pochen. Da gab und gibt es ja auch viele Wichtigtuer, die sich nachträglich gerne als irgendeine Art von Widerstandskämpfern darstellten. Es gab und gibt ja auch viel zu viele Menschen, die sich etwas auf ihre Religionszugehörigkeit einbilden. Dieses Phänomen ist unter allen Religionen zu beobachten, auch gerade heute. (…)

Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt. Ähnliches fand und findet ja bezüglich Syrien und anderen Krisenherden statt.

Ein Interview mit ihm kann man bei Phoenix sehen, auch über die aktuelle Situation in der Ukraine.

image_pdfimage_print

Söldner in den Kriegen der Zukunft

blackwater

TV-Novosti: Private Söldner schützen pro-ukrainische Demonstranten.
Videos have sprung on YouTube alleging that the US private security service formerly known as Blackwater is operating in the eastern Ukrainian city of Donetsk. Western press is hitting back, accusing Russia of fabricating reports to justify „aggression.“

Mail Online (Daily Mail) fragt:
Has Blackwater been deployed to Ukraine? Notorious U.S. mercenaries ’seen on the streets of flashpoint city‘ as Russia claims 300 hired guns have arrived in country. (…) Speculation was growing last night that American mercenaries had been deployed to Donetsk after videos emerged of unidentified armed men in the streets of the eastern Ukrainian city.

Das ist doch mal pädagogisch wertvoll. Man kann sehr schön sehen, wie die Kriege der Zukunft um Ressourcen von einer Propagandaschlacht begleitet werden. Wenn ich Putin wäre, dann hätte ich ein paar Schauspieler in Academi-(formerly known as „Blackwater“)Uniformen gesteckt und ein bisschen in der Ukraine herumballern lassen. Wenn es aber wirklich US-amerikanische Söldner sind, dann hätten die Russen bestimmt die Möglichkeit, die festzunehmen. Oder es ist ein Trick der ukrainischen Oligarchen, um die Russen zu provozieren. Oder „Academi“ hat ein paar Leute auf eigene Rechnung zum Üben hingeschickt.

Auf jeden Fall privatisiert der Kapitalismus auch die Kriege.

image_pdfimage_print

WorldIP

WorldIP

Ich habe mir das Firefox-Add-on WorldIP installiert (Website): „The real location of web server and extended information about datacenter. Advanced Networking Tools. Anti-phishing solution. Security features against DNS spoofing and fake websites.“

WorldIP add-on is created to protect the user. We respect your privacy! and do not sell or pass your personal information to third parties.
1) Cookies
WorldIP add-on does not send any cookies to any web server.
2) Geolocation and Datacenter Databases
To display up-to-date information about physical location of a web server and data center, the WorldIP add-on uses API, it sends the requested IP addresses to api.wipmania.com. The format of API-request is IP-addr?hostname. To prevent the use of API from the name of add-on, we check that IP and hostname accord with each other.
Any other information about the site or user will not be sent to WIPmania, except for its domain name, that says about its IP address. IP addresses will be also used to correct the database. WIPmania do not collect any personal information about visitors.

Gefällt mir.

image_pdfimage_print

Fuck the duck until exploded

Chinglisch

18 böse Chinglisch-Übersetzungsfehler hat 21China zusammengestellt, das oben ist einer davon.

image_pdfimage_print

When Drugs Were Legal

Daily Beast: „Go back to the 19th century and people freely used drugs, tobacco and booze, a far cry from our more restrictive days. A new book explores that stoned time and what changed.“
Until the late-19th century, alcohol, tobacco, and opium were used across every economic and cultural demographic, were socially acceptable, and weren’t viewed in medical versus recreational terms, most being seen as both palliative and pleasure-inducing.

image_pdfimage_print

Sexuelle Gewalt

Sabine Böhm vom Nürnberger Frauennotruf erklärt das Klischee für falsch, das sei vor allem ein Problem sozialer Unterschichten. In ihrer Praxis stelle sie fest, in Akademikerhaushalten, in denen beide Partner einen akademischen Abschluss haben, sei das Risiko häuslicher Gewalt sehr viel höher ist als in jeder anderen Gruppe.“ (Via sunflower22a)

image_pdfimage_print
image_pdfimage_print

← Next entriesOlder entries