Lohnfindungsstrukturen

lohnfindungsstruktur

Lohnfindungsstrukturen in Minnesota/USA 1934 – gern auch mal ohne korrupte Gewerkschaftsfunktionäre

Eine Vertreterin des Finanzkapitals – hier: die Deutsche Bank – meint laut Handelsblatt: “Die gesetzliche Vorgabe einer allgemeinen Lohnuntergrenze stellt einen beträchtlichen Eingriff in die seit Jahrzehnten bestehenden Lohnfindungsstrukturen dar.”

Was zum Teufel ist eine Lohnfindungsstruktur? Lesen wir die Propaganda-Sprechblasen weiter: “Bei einer generellen Anhebung dieser Niedrigentgelte entstünde ein beträchtlicher Lohnkostendruck, der sich zum Teil in höheren Verbraucherpreisen niederschlagen wird.”

Wieso sollte ein höherer Mindestlohn (nicht “Niedrigentgelt”) höhere Preise nach sich ziehen? Vielleicht senken höhere Löhne – bei gleichbleibenden Preisen – ja nur die Profite? Was wäre daran so schlimm?

Der Gedanke, auf Profite zu verzichten, ist den Lautsprechern des Kapitals und ihren unkritischen Helfershelfern in den Medien aber so ungeheuer fremd und unvorstellbar wie für den Papst die Idee, dass es keine Götter gibt.

Postscriptum: Es ist schon sehr interessant, dass kein deutsches Medium diese verschwurbelte Agitprop auseinandernimmt und kritisiert; stattdessen wird das suggestive Neusprech einfach und ohne ein Wort der Kritik übernommen. Noch nicht einmal das Prizip audiatur et altera pars gilt – aber wen wollte man schon fragen…

Kommentare

7 Kommentare zu “Lohnfindungsstrukturen”

  1. .... der Trittbrettschreiber am November 18th, 2013 5:56 pm

    Wie sähe denn ein adäquates Bild zu “Lohnfindungs-Strukturen” in unser Zeit aus?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Ausgeblendet.jpg

  2. LinuxProfy am November 18th, 2013 10:55 pm

    Ich finde das sagt genug: http://www.youtube.com/watch?v=ko5CCSomDMY
    immer diese Sozialschmarotzer. Die anderen kann man gewohn weitertreten solange es ihnen Spass macht. Viele brauchen sowas.

  3. Ossiblock am November 18th, 2013 11:42 pm

    Ich kann das erklären. Mußte ja diese Babysprache als Erwachsener völlig neu erlernen. Und da bekommt man echt ein geiles Gefühl…

    Lohnfindungsstruktur bedeutet:

    Guckst du was verfügbar ist an willigen und billigen Sklaven.
    Seit Hartz4 werden sie immer billiger und williger.

    Ein Mindestlohn führt zwangsläufig zum Fachkräftemangel. Weil: jetzt ist das Sklavenpack nicht mehr billig und willig.

    Gute Analyse von SchröderMerkels Hausbank. Haha..

  4. ninjaturkey am November 19th, 2013 10:17 am

    Na, dazu passt ja das Jammern des Londoner Bürgermeisters, der die Superreichen ernsthaft für eine unterdrückte Minderheit wie fahrendes Volk oder Obdachlose hält.

    @Ossiblock: Es gibt doch keine Sklaven. Der Kaiser hat gesagt, dass er selbst in einem so undemokratischen Land wie wie Katar keine Sklaven gesehen hat. Im Neusprech sind das Faulpelze oder Sozialschmarotzer. Wenn also z.B. die Putzfrau in der UBS nach 12 Stunden Putzen immer noch nur 0,056% von dem im Geldbeutel hat wie der Vorstand, dann muss sie in der Zeit nur – äh – 1800 mal so viel arbeiten. Geht doch.

  5. Einer am November 19th, 2013 10:45 am

    Und selbst wenn-
    die Preise bei Manchen Anbietern dadurch steigen sollten? So what?
    Ist es wirklich schlimm wenn ein Friseur vom Markt verschwindet, dessen Geschäftsmodell daraus besteht einen Stundenlohn von drei Euro zu bieten, und der Rest muss dann über Hartz-IV aufgestockt werden?

  6. Einer am November 19th, 2013 10:47 am

    PS:

    Sehenswerter Film zum Thema (nicht Mindestlohn sondern Kapitalismus):

    https://www.youtube.com/watch?v=PjAQKGmoWzA
    Master of the universe

  7. Waldemar am November 20th, 2013 3:07 am

    Für den Papst ist es im übrigen tatsächlich nicht vorstellbar, dass es Götter gibt, steht er doch immerhin einer monotheistischen Interessensgemeinschaft als Häuptling voran.

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