Präzisionssportart
Wieso ist ein Minigolfplatz im Winter immer so ein trauriger Anblick? Und im Sommer eigentlich auch… so was von Siebziger. (Das Originelle bei diesem – am Rixdorfer Hertzbergplatz – ist immerhin das „ö“ in der Domain.)
Nicht giftig

Vermutlich hat sie nicht gemerkt, wie ich sie gemustert habe. Ihr Lachen war ein wenig zu laut, als sei sie sich unsicher, dass es an diesem Ort passend war. Eine bildhübsche Studentin in einer waschechten Proletarier-Kneipe, morgens um sieben Uhr in Rixdorf.
Sie wirkte wie ein rosa Baby-Flamingo, der in einen Hühnerstall geraten ist. Und neben ihr dieser Kerl im Fischgrätmantel, dem die Attitude des Briebswirtschafts- oder Jura-Studenten aus den Knopflöchern quoll. Beide redeten ununterbrochen aufeinander ein, und nur pseudophilosophische Weisheiten auf Glückskeks-Niveau und anderen unsinnigen Smalltalk, als wenn sie sich nicht nicht trauten, einfach miteinander ins Bett zu gehen.
Sie tranken etwas Grünes, das giftig aussah, aber offenbar ein Mode-Getränk ist, was „man“ jetzt trinkt, und sie gab mir generös – auf Kosten ihres Begleiters – einen aus, weil ich fragte, was das sei. Ich war müde und leicht angetrunken und beobachtete lieber, anstatt sie anzuflirten, was im Beiseins des Fischgrät-Jungspunds lustig und bestimmt unterhaltsam gewesen wäre.
Ich habe mir die Szene notiert – daraus kann man einen Roman-Anfang drechseln… Ein Grund mehr, in solche Kneipen zu gehen. Da trifft man auf zwei Quadratmetern mehr Charaktere als auf einem Hektar in den Etablissements der alternativgrünen Mittelschichten.
Weihnachtsfrühstück

Frühstück am 25.12.2013 im Zum Stumpfen Eck am Böhmischen Platz in Rixdorf, auch bekannt als Berlin-Neukölln.
Da kommt sie
Da kommt sie, und nur Neuköllner Aboriginals wissen, wer und wo sie kommt…
Der Arnika-Tester
Eintritt Burks, Apotheke 1, Karl-Marx-Strasse, Rixdorf. Höfliches Lächeln. Guten Tag, bitte sehr?
Ich hätte gern Arnika-Tinktur.
Oh, da muss ich nachsehen, ob wir das haben…Kopfschütteln. Ähm. Meinen Sie Globuli?
Ich meinte (Stimme leicht erhoben) A r n i k a – T i n k t u r.
Das müssten wir bestellen. Oder wollen Sie ein Ol?
Ich hätte gern Arnika-Tinktur. Und jetzt. Bis morgen ist der Schmerz eh weg.
Das tut mir leid.
Mir auch. Auf Wiedersehen.
Eintritt Burks, Apotheke 2, Karl-Marx-Strasse 50. Rixdorf. Höfliches Lächeln. Guten Tag, bitte sehr?
Ich hätte gern Arnika-Tinktur.
Oh, da muss ich nachsehen, ob wir das haben…
Stirnrunzeln.
Meinen Sie Globuli?
Ich meinte (Stimme leicht erhoben) A r n i k a – T i n k t u r.
(Holt eine Flasche mit Arnika-Tinktur aus einer Schublade.) Haben wir doch.
(Erfreutes Lächeln). Sehr schön, das gute Hausmittel hilft doch immer, im Gegensatz zu Globuli oder Esoterik.
Sie meinen Homöopathie? Das ist aber keine Esoterik. (Stirnrunzeln, Lächeln verschwindet.)
Für mich schon. Ich habe mir beim Kampfsport einen Zeh ein bisschen lädiert. Ich glaube nicht dran, also helfen bei mir keine Globuli.
(Finsterer Blick) Macht zwei Euro neunzig.
Frage: Wieso kriege ich eigentlich immer mit allen Leuten Streit oder so etwas Ähnliches, auch bei den geringfügigsten Anlässen? Mach ich etwas falsch?
Löwe rein
Das Löwe rein – die frühere Proletarier-Kneipe Red Lion Inn, heute Studentenkneipe (alle unter 30 außer mir). Internet-Ausdrucker sind die jungen Leute auch, die Website ist ein Graus, das WLAN ist immer kaputt, und was wichtig sein soll, findet man bei Fratzenbuch (ich nicht). O tempora, o mores!
Genderpolitisch völlig inkorrekt
Gesehen bei Micha & Martha am Karl-Marx-Platz 14 (!) in Rixdorf. (Ja, das ist eine Kneipe, in der nicht die neuen Mittelschichten, Veganer oder Esoteriker verkehren, sondern das Proletariat aka arbeitende Klasse.)
Heute abend kein TV [Update]
Der Tatort ist heute Kinderfernsehen. Ich werde stattdessen eine Schankwirtschaft aufsuchen.
[Update] Verkehrt. Ich gucke nicht Kinder-Tatort, sondern Sex und Gewalt.
Unerreichbar
Schöner Laden in Top-Lage zu vermieten
Das Parteibüro der „Linken“ am Richardplatz in Rixdorf aka Neukölln wurde jetzt geschlossen. Man muss offenbar sparen. Sie sind jetzt umgezogen in die Wipperstraße 6.
Ich bin mal gespannt, was da hineinkommt.
Rixdorfer Markt
Karl-Marx-Platz, Rixdorf, auch bekannt als Berlin-Neukölln
Im Stumpfen Eck

Vor der Wahl wird es noch einmal richtig unpolitisch
Welche Berlin S-Bahn-Station ist hier zu sehen?
Communismus
Ich weiß zwar nicht, was das bedeuten soll, aber es sieht gut aus.
Was guckst du?
Lonely Rider à la Turka
Mit freundlicher Erlaubnis vom „à la Turka Imbiss“ am S-Bahnhof Sonnenallee.
Berlin-Rixdorf, Böhmischer Platz
Leichenwagen
Ich weiß nicht, warum die etwas oder jemanden symbolisch zu Grabe getragen gefahren haben, aber es wirkte chic. Im Leichenwagen war eine Art Puppe, die ich aber vom Balkon aus nicht erkennen konnte; wie Wowereit sah sie nicht aus. Den Kerl, der irgendwas in ein Mikrofon krächzte, um die glotzende Bevölkerung zu informieren, konnte ich auch nicht verstehen. Vielleicht liest ja hier jemand aus Rixdorf mit, der mich a posteriori aufklären kann.
Wer schaut da grimmig herab?
Berlin-Rixdorf, auch bekannt als Neukölln, Karl-Marx-Strasse 1
Toter Friedhof für Tölchinnen oder: The machine should not be friendly
Leider habe ich gar nicht eruieren können, wie dieser Friedhof mitten in Berlin-Neukölln denn nun wirklich heißt. Jedenfalls ist er noch töter als tot, weil die Gräber alle abgeräumt sind und er nur noch als Park benutzt wird, genauer gesagt: Weil das Gelände der Kirche gehört und nicht der Stadt, jene sich aber tolerant zeigt, hat das Ordnungsamt dort nichts zu suchen, was HundebesitzerInnen natürlich animiert, dort Tölchen und Tölchinnen leinenlos herumlaufen zu lassen, obwohl das verboten ist. Who cares. Wir sind in Rixdorf.
Ein herrlich verwildertes Paradies, auch für Kinder, wenn man von den bekloppten VeganerInnen mit Wursthaaren Leuten absieht, die ihre Hunde permanent bellen lassen, weil sie zu doof sind zu wissen, dass man denen das abgewöhnen kann. Meistens sieht man ekelhaften Nervensägen Leuten, die mit Hunden nicht umgehen können, das schon auf 50 Metern Entfernung an. Das sind auch diejenigen, die im Supermarkt eine halbe Stunde brauchen, um ihren Kram vom Band zu nehmen, die in der U-Bahn ständig am Smartphone fummeln, ihre Kinder ausschließlich von Fastfood ernähren, die an die magischen Selbstheilungskräfte des so genannten „freien“ Marktes im Kapitalismus glauben und die ein völlig irrelevantes „Ehrenamt“ im DJV auf ihre Visitenkarte drucken lassen. (Habe ich etwas vergessen?)
Antiautoritäre Erziehung ist nur für Kinder gut, nicht aber für Hunde. Für Computer und Hunde gilt gleichermaßen: The machine the dog should not be friendly. The machine the dog should be obedient.
Diese Türme, die dort auf dem stillgelegten Friedhof herumstehen und die unterschiedlich hoch sind, gaben mir zunächst ein Rätsel auf, bis die zeitweilige Lebensabschnittsgebliebte Dame meines Herzens mich aufklärte, dergestalt, dass man früher damit die Einflugschneise des Flughafens Tempelhof illuminiert habe, um die herannahenden Flugmaschinen nicht auf die Hausdächer krachen zu lassen.
Leider habe ich keinen alten Schädel gefunden, was ich insgeheim gehofft hatte, auch keine Knochen. Wahrscheinlich sind die Hunde mir zuvorgekommen. Das nächste Mal nehme ich einen Klappspaten mit.







































