China und Deutschland: eine Zensur-Kampffront beim Gangnam-Style

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Die Süddeutsche verschweigt das Wesentliche und demonstriert mal wieder auf’s Schönste die unkritische Obrigkeitshörigkeit deutscher Medien: Sie berichtet zwar darüber, dass der „regierungskritische chinesische Künstler Ai Weiwei“ ein Video im Stil des „südkoreanischen Superstars Psy“ („Sänger“ hätte auch gereicht) aufgenommen hat und dass die Volksrepublik China das zensiert, verliert aber kein Wort darüber, dass eben dieses Video auch in Deutschland gesperrt ist („nicht verfügbar“ ist hier Neusprech für „Zensur“).

Gute Musik hören

Neulich war ich in einer Kneipe, die sehr gute Musik spielte. Der Kneipier kopierte mir nicht nur seine CD-Kollektion afrikanischer Drums auf meinen USB-Stick (so etwas hat man immer dabei, aber bitte mit Truecrypt gesichert!), sondern empfahl mir Grooveshark. Von Deutschland aus ist die Seite natürlich für DAUs wegen der GEMA nicht zu erreichen, aber der Wirt wusste, was ein Proxy ist und grinste sich eins dabei.

Ich habe beim Einrichten gleich noch simfy entdeckt. Die spielen leider an manchen Stellen Werbung ein, deshalb sollte man sich auf die Playlists („Radio“) beschränken.

E-Book-Reader

Ich werde mir bald einen E-Book-Reader zulegen und auch selbst E-Books produzieren. Welchen Reader kann man warum empfehlen?

Fucking and Feminism

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The Village Voice (2006, aber immer noch empfehlenswert): „Fucking and Feminism – Blowjobs, casual sex, and rape fantasies are under attack“.

I encourage all men and women to make the sexual choices that are right for them, regardless of what’s „cool.“ I can’t tell you how to fuck. Instead of looking to gurus, activists, porn stars, and how-to books, you’d be better off looking inside, spending some quality time with your fingers around your cock or pressed against your clit figuring out what sets you off.

Die Autorin Rachel Kramer Bussel sagt, wie es ist: „No one has the right to tell you how to fuck.“ Aber wer das zitiert, kommt schon in jeden Jugendschutzfilter wegen „obscene words“ oder weil Puritaner „easily offended“ sind.

Schöne Frauen und gute Musik

Los Van Van Anda ven y quiereme

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(Danke für den Tipp, Messdiener!)

Jethro Tull – Locomotive Breath

Jethro Tull - Locomotive Breath

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Gute Musik, 30 Jahre her. So kann man auch Querflöte spielen….

Resident Evil: Retribution

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Gestern habe ich mir Resident Evil: Retribution in 3D angesehen. Wieder ein Film, von dem ich abraten muss. Der Eintrittspreis ist Geldverschwendung.

Das Phänomen, einen Kinofilm zu machen, der nur ein Trailer für ein Computerspiel sein soll, ist natürlich – rein kulturhistorisch – interessant. Es scheint eine neue Kategorie von Filmen zu geben: Während das Spiel zum Film „Avatar – Reise nach Pandora“ abfällt (und nur beim Langzeitspaßfaktor punkten kann), ist es bei Resident Evil umgekehrt. Der Film ist nur Trash, auch aus technischer Sicht. Das Spiel ist vermutlich kurzweiliger.

Vielleicht bin ich auch nur zu abgebrüht, aber ich habe mitten im Film, während auf der Leinwand nur Action war, gelangweilt auf die Uhr gesehen und gehofft, der Quatsch würde bald aufhören.

Ein Plot, der auch nur den Hauch von Logik entwickelt, existiert nicht. Die Charaktere sind weniger vielschichtig als Asterix und Obelix. Milla Jovovich hätte die Change gehabt zu zeigen, dass ihr Körper auch noch mit 37 perfekt modelliert ist, aber der protestantisch-prüde Paul W. S. Anderson pappt der Dame, die nackt in einem Gefängnis liegt, vorn und hinten sinnlos ein Handtuch vor. Langweilig und feige. Die Jovovich bleibt bei weitem unter ihren schauspielerischen Möglichkeiten; in „Das fünfte Element“ zeigt sie bei weitem mehr Ausstrahlung und Sex-Appeal.

Man kann aus derartigen Primitiv-Machwerken natürlich immer noch etwas lernen. Gesetzt ist die Erkenntnis, wie schon in Second Life, dass den meisten Menschen auch dann nicht viel einfällt, wenn sie plötzlich in einer Welt leben, in der alles möglich ist. Das menschliche Auge lässt sich mit der heutigen 3D-Technik so weit austricksen, dass ein Regisseur, wenn er nur genug Geld hat, eigentlich alles umsetzen und realisieren kann, was ihm gerade in den Kopf kommt. Wenn man das als Maßstab nimmt, dann sind die „Personen“ des Films rechte Langweiler.

Leute, ein Film, der in irgendeiner Zukunft spielt, sollte endlich mal darauf verzichten, die Protagonisten mit Pistolen (!) und Maschinengewehren (!) rumballern zu lassen. Das hatten wir doch schon vor 60 Jahren. Fällt euch keine andere Waffe ein? Auch ein Laserschwert ist nicht wirklich neu. Ich empfehle zum Beispiel eine Lustorgel, die 1968 in den Kinos nicht verboten wurde. Heute würden die Jugendschutzwarte vermutlich gleich eine Indizierung beantragen und bekommen.

Gut, bei Trash-Filmen erwarte ich halbnackte Frauen, die mit Phallussymbolen (aka schweren Waffen) herumfuchteln. (Natürlich trägt frau Highheels beim Niedermetzeln von Untoten und Monstern – bescheuerter geht es nun wirklich nicht.) Aber warum eigentlich enges schwarzes schimmerndes Leder, das Milla aussehen lässt, als käme sie von einer Bondage-Session? Welche Zielgruppe soll hier angesprochen werden? Ich bin es nicht. Dann schon lieber nasse T-Shirts.

Den Future Force Warrior stelle ich mir sowieso anders vor. Die männlichen Kämpfer in Resident Evil tragen noch nicht mal Helme oder schusssichere Westen. Von einem Exoskelett oder Drohnen ganz zu schweigen.

resident evil

Ich habe den Verdacht, dass es mehr um das Herzeigen von Mainstream-Frisuren (vgl. Spiel-Screenshot) und Muskel-Shirts geht und wieder mal um Political Correctness, die aber immer misslingt: Natürlich gibt es zu Beginn bei den Guten einen Schwarzen und einen Asiaten, aber die müssen immer zuerst dran glauben. Immer. Man weiß es schon vorher. Lasst doch mal die Weißen zuerst sterben und einen schwarzen Helden oder eine Latino am Schluss die weiße Heldin kriegen! Das traut ihr euch aber nicht, ihr Heuchler!

Noch ein Wort zum Monster-Faktor. Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Es gruselt mich nicht, wenn ich zu Tode erschreckt werde. Das ist nur nervig. Natürlich ist es schwierig, jemanden das Fürchten zu lehren wie mich, der schon Tausende von Aliens gesehen hat und schon in den frühen Neunzigern digiale Untote abgeknallt hat. Ich finde „Das Dorf der Verdammten“ (1960) oder „Die Kinder der Verdammten“ (1963) aber immer noch gruseliger als die Alien-Versionen aus Resident Evil. Und hört endlich auf, zum hundertsten Mal schleimige Aliens zu zeigen, in deren Gedärme die armen Opfer nur halbtot temporär verweilen. Kennen wir, erwarten wir nicht anders, langweilt uns. Was ham wa gelacht.

Ich glaube, ich sollte mir mal „Ghost Recon – Future Soldier“ besorgen („Der Soldat der Zukunft ist hochgerüstet wie ein Kampfroboter“). Wenn schon Ballerspiel, dann richtig. Das ist nur drei Mal so teuer wie der Eintritt ins Kino, dauert aber mindestens fünf Mal so lange.

Jenseits des Protokolls

fake

Neinnein, Fefe, das ist nicht wahr. Bettina Wulff hat ihr Buch nicht gratis online gestellt, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht und das „Impressum“ stimmt. Guckst du oben auf den Screenshot. (12.47 Uhr, Donnerstag. Mal sehen, wann sie es merken.)

PSY Gangnam Style – Pyongyang Version

PSY - GANGNAM STYLE (강남스타일) - Pyongyang Style - Remix and parody

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Gangnam Style ist ein K-Pop-Song [Koreanisch im Gegensatz zum J(japanischen)-Pop] des südkoreanischen Rappers Park Jae-sang aka Psy. Hier eine „nordkoranische“ Version. Und hier noch eine. Made my day. (via Schockwellenreiter)

Auf Posten in einsamer Nacht

"Auf Posten"( "Es gehet alles vorüber") "На посту"(Все проходит)

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Beim Schockwellenreiter wurde ich auf das wunderbare Historisch-kritische Liederlexikon aufmerksam. Für Blogger wie mich passt natürlich „Auf Posten in einsamer Nacht„. „Singgruppe Lorelei“ aus St. Petersburg (woher auch sonst), gesucht und gefunden bei Youtube! Lalala tamtam! Ohrwurm!

Totall Recall Reloaded

total recallVorgestern habe ich mir das Remake von „Totall Recall“ angesehen.

Colin Farrell ist der Held, Kate Beckinsale ist das bad girl, Jessica Biel (gewohnt süß) das good girl. Ich kenne das Original und erwartete eigentlich Schrott. Zu meiner Überraschung wurde ich total positiv enttäuscht: Der Film ist richtig gut, selbst für verwöhnte Sci-Fi-Querulanten wie mich (vgl. Sammlung deutscher Kritiken).

Jeder Science-Fiction-Film muss sich an den Vorbildern messen lassen, die Maßstäbe gesetzt haben. „Totall Recall“ erreicht zwar nicht ganz die atmosphärische Dichte von Blade Runner, aber es ist nah dran. Man spürt den Einfluss, nicht nur am Regen und an den vielen Chinesen mit Regenschirmen. Wie könnten Städte der Zukunft aussehen? „Total Recall“ gibt sich da viel Mühe.

Auf Verfolgsjagden mit Schwebe-Autos kann ich aber verzichten, auch auf das ständige Herumballern mit Waffen, die ich überhaupt nicht Sci-Fi-like fand. Die Andriod-Soldaten sehen auch immer noch aus wie eine Mischung der imperialen Sturmtruppen in „Star Wars“ und den Robotern aus „I, Robot„. Natürlich muss „Total Recall“ auch anleihen bei „Matrix“ machen – die zentrale Frage ist, wie gewohnt: Was ist Realität?

Man weiss natürlich, dass Held und Heldin auch in scheinbar völlig aussichtslosen Situationen immer ein Schlupfloch finden. Mir macht an einem solchen Film Spaß, vorher blitzschnell raten zu können, wie es weitergehen wird. Bei mittelmäßigen und schlechten Filmen gelingt mir das fast immer. Bei „Total Recall“ war ich mir nie sicher. Zwar wusste ich, warum plötzlich ein Klavier in der Wohnung des Helden stand und was es damit auf sich haben würde, und dass das bad girl mehrere Tode würde sterben müssen, bevor wie wirklich tot war. Aber es gab Momente, die sogar mich überraschten – ganz im Gegenteil zum langweiligen „Prometheus„, bei dem ich hätte nebenher noch „Avatar“ spielen können.

Zur Ikonografie: Ich finde es witzig, dass Hollywood-Regisseure die Dreadlock-Dichte meinen erhöhen müssen, wenn es sich irgendwie um „Rebellen“ handelt. Einfach nur lange Haare als Zeichen für Anti-Mainstream zieht offenbar nicht genug, also müssen es Wursthaare sein. Wie wäre es denn mal mit einer Prinz-Eisenherz-Frisur? Man lernt: Es ist nicht wirklich alles möglich in der vermeintlichen Zukunft: Maßstab ist immer der Geschmack der Gegenwart.

Natürlich sind heute Klamotten in Sci-fi-Filme kompatibel mit dem (mir völlig unverständlichen) Vampir-Hype: Schlabberlook geht nur für Männer, Frauen tragen dunkle Cargo- oder eng anliegende Leder- oder Stretch-Hosen. Aus völkerkundlicher Sicht sind Frauen, was den Faustkampf angeht, mittlerweile emanzipiert; das hindert die dämlichen Regisseure aber nicht daran, zahllose Momente einzubauen, in denen der Held das good girl hinter sich her zerrt, weil sie gestolpert ist oder nicht so schnell rennen kann. Was für ein Quatsch. Anders herum würde es nämlich auffallen. Also keine wirkliche Emnanzipation.

Zum Sex-Faktor: Der dämlichste Einfall in „Total Recall“ ist eine Hure mit drei Brüsten, die nur eine überflüssige Szene von fünf Sekunden hat. Was ist denn mit Männer mit mehreren Penissen? Ausserdem sollte in Sci-Filmen virtueller Sex, vermittelt über Internet oder Apps vorkommen. Held und Heldinnen poppen gar nicht miteinander, vermutlich weil die klostertaugliche Jugend“schutz“gesetzgebung in den USA und in Deutschland dann nur noch über 18-Jährigen in die Kinos gelassen hätte, was den Profit schmälerte. No sex in Science-Fiction-Films, we are german or white anglo saxon protestants!

Exponate des Museums für Technik

Disketten

Mir wurde Petra von Cronenburg: „Hilfe, ich habe mein Buch verschenkt“ empfohlen. Von klugen Frauen lernen heisst siegen lernen. Ich habe also beschlossen, meinen Roman „Die Konquistadoren als E-Book herauszugeben.

Wo war noch mal gleich der Text, irgendwann 1998/99 geschrieben? Ich habe ihn gefunden – siehe oben. Keiner meiner vier Recher hat jedoch ein Diskettenlaufwerk. Äh….

Es wird noch dauern. Ich habe gerade Werner Herzog eine E-Mail geschrieben, ob ich ein gutes Szenenbild des besten Konquistadoren-Films aller Zeiten vielleicht als neues Cover verwenden darf.

Mal eine dumme Frage an die belesenen Leserinnen und literaturbeflissenen Leser: Welcher Preis wäre denn für eine 500-Seiten-Scharteke als E-Book angemessen?

Kulturfledderer

Kulturfledderer

Das Syndikat“ nennt sich ein „Verein zur Förderung deutschsprachiger Kriminalliteratur“, der angeblich mehr als 600 deutsche Autoren von Kriminalromanen vertritt. Die haben jetzt ein unsägliches und geschmackloses Plakat verbrochen (vgl. Ausriss oben). (via law blog)

Das Motto ist: „Kulturfledderer – Ja zum Urheberrecht.“

Wer einen Intelligenzquotienten hat, der die Zimmertemperatur übersteigt, weiß, dass die Piraten nicht gegen das Urheberrecht sind. Gegen wen richtet sich das Plakat?

Diese Kulturfledderer vom „Syndikat“ sprechen sich also dafür aus, dass Autorinnen und Autoren wie gehabt von den Verlagen (die kräftig Gewinne machen) ausgebeutet werden. Was für Dummschwätzer…

Wusstet ihr, dass Autoren fast immer nur maximal zehn Prozent vom Verkaufspreis eines Buches als Honorar bekommen? Ich weiß es, denn ich schreibe ja Bücher. Zur Zeit sitze ich gerade an einem Kriminalroman. Aber diesem Saftladen „Syndikat“ werde ich bestimmt nie beitreten.

Prometheus – Schleimige dunkle Zeichen

Prometheus

Vorgestern war ich mit meiner Lieblingsfreundin im Film „Prometheus. Der Regisseur Ridley Scott hat bekanntlich Blade-Runner und die Alien-Trilogie gedreht – für Freunde des anspruchsvollen Science-Fiction-Films wie mich was das natürlich ein Muss.

Fazit: Ich war total enttäuscht. Der Film ist in ganzer Länge, Höhe und Breite Schrott, Mist, Scheiße. „Hanebüchene Dialoge und groteske Drehbucheinfälle“, „auf bloße Worthülsen reduzierten Pseudo-Metaphysik“, „ein großer Mythen-Rührquark mit vielen abgeschmackten Bildern aus der abendländischen Bilderbackstube“ schreibt die Film-Kritik, und ich finde das Machwerk noch viel schlimmer – keine neuen Ideen, alles schon mal dagewesen. Jedes Stanislaw-Lem-Buch ist spannender als das gähnend landweilige Drehbuch von „Prometheus“. Wie konnte das diesem Regisseur nur passieren?

Mich regt immer am meisten auf, wenn die Schauspieler als eine Bande postpubertärer Teenager dargestellt werden, die sich in jeder möglichen und unmöglichen Situation denkbar undiszipliniert und bescheuert anstellen, was dann Probleme nach sich zieht, obwohl sie auf einer „wissenschaftlichen“ Mission sind. Wenn einem ein wie üblich schleimiges Alien unverhofft begegnet, das so aussieht wie ein Bonsai-Loch-Ness-Saurier, dann versucht man es nicht zu kitzeln oder zu streicheln (wie in Prometheus), weil der abgebrühte Zuschauer sofort gähnend ahnt, dass das nicht gut enden wird.

Und warum tragen die Jungs Kleidung, wie ein gut situierter Angehöriger der Oberschicht sich eine New Yorker Straßengang vorstellt, nur etwas gepflegter? O mein höheres Wesen: Kapuzenpullis im Raumschiff und eine Domina (Charlize Theron) im Stretch-Anzug – igitt. Warum müssen Aliens immer schleimig sein? Warum sieht ein außerirdisches Raumschiff immer aus wie ein riesiger Schrotthaufen?

Warum erreichen heutige Science-Fiction-Filme bei weitem nicht das Niveau Lems, der immerhin die nicht zu toppende These aufstellte, wenn wir Außerirdischen begegneten, dann würde wir gar nicht merken, dass es sich um Außerirdischen handeln, oder wir würden nur unseren eigenen Albträumen ausgeliefert sein wie im genialen Solaris-Plot? „Solaris chronicles the ultimate futility of attempted communications with the extraterrestrial life on a far-distant planet.“ 1961!

Nein, „Prometheus“ war reine Zeitverschwendung. Sigourney Weaver wusste schon, dass „Avatar“ weitaus lohnender und interessanter war als ein schwacher Alienschleim-Aufguss mit Albino-Vorfahren des Homo sapiens. Und Erich von Däniken raunt im Hintergrund irgendein obskures Zeugs.

Prometheus

Goppel droht mit Lizenzentzug

kinderschänder-sekte„So geht man mit Menschen nicht um, mit dem Papst schon gar nicht. Leo Fischer weiß nicht, was sich gehört. Jemand, der so handelt, würde ich persönlich die Lizenz zum Schreiben entziehen.“ Thomas Goppel (natürlich CSU). (Quelle: „Titanic-Leser stellen sich vor“)

Goppel qualifiziert sich mit diesem Satz automatisch für das Amt des Präsidenten des Verfassungsschutzes der Reichsschrifttumskammer.

Die „Freie Presse“ erläutert: „Auf dem Cover der Juli-Ausgabe sieht man den Papst, auf dessen Soutane ein großer gelber Fleck ist. Auf dem Titel heißt es dazu in Anspielung an den „Vatileaks“-Skandal um den Verrat von Interna aus dem Vatikan: ‚Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!‘. Zudem wird auf der Rückseite des Heftes der Papst von hinten mit einem großen braunen Fleck und dem Kommentar „Noch eine undichte Stelle gefunden!“ gezeigt.“

Das Bild hier zeigt natürlich nicht den aktuellen Papst, sondern irgendeinen Würdenträger irgendeiner Kinderschänder-Sekte, die zudem primitivsten Aberglauben predigt – die Verehrung niedriger und höherer Wesen.

Der Papst will die Titanic verklagen

Via law blog: „Man glaubt es eigentlich fast nicht, aber der Papst persönlich geht gegen das aktuelle Titelbild der Titanic vor. Über die Bonner Anwaltskanzlei Redeker ließ er der Titanic eine Unterlassungserklärung zu kommen, weil er mit einem gelblichen Fleck auf seiner Soutane nicht einverstanden ist und seine Persönlichkeitsrechte verletzt fühlt.“

Bruhahahahaha. Deutsch bleibt deutsch, da helfen keine Pillen (und auch keine Hostien).

Man muss sich nur mal ansehen, welch erbärmlichen Feiglinge die bei Welt Online sind… Pappnasen. Schleimlinge. Statt Solidarität nur Wegducken.

Schneewittchen und der melancholische Weltuntergang

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Saudumme Kinofilme kann man auch als Völkerkundler mit Interesse ansehen, um herauszufinden, wie welches Publikum ansprochen, verdummt oder unterhalten werden soll. Mir fallen da spontan „Angriff der Killertomaten“ ein oder „Echo der Berge„. Dümmer gehts nimmer.

Snow White and the Huntsman“ (etwa: „Schneewittchen und der Jägersmann“) ist auf der Beklopptheitsskala ebenfalls extrem weit oben. (Zu meiner Entschuldigung: Ich habe ihn in einem Unnaer Kino gesehen – es lief nicht anderes, und „Men in Black III“ kannte ich schon.) Warum spielt Charlize Theron nur da mit? Dustin Hoffman und Nicole Kidman traten ja auch nicht in Sexploitation Films auf…

Natürlich ist der Pseudo-Schneewittchen-Plot ein Film für junge Teenager; man hätte ihn auch im Vampir-Milieu spielen lassen können (die Klamotten sind ohnehin identisch). No sex, please, we are Protestants and keusch, und nur zarte, schmachtende Küsse, sonst kommt der Jugendschutzwart. Heutzutage tragen alle Filmfrauen glänzende schwarze Lederhosen, und je nach Story nabelfrei, auch bei klirrender Kälte. Kristen Stewart passt ganz gut, weil die Geschichte, falls man überhaupt davon reden kann, gegen Ende ein paar Anleihen bei Jeanne d’Arc macht. Ihr filmischer Charakter ist bestenfalls Comic Strip. Zum Gähnen.

Und erst dieser Pseudo-Mittelalter-Scheiß! Wenn schon Hauen und Stechen, dann sahen die alten Römer und Griechen viel besser aus. Mit diesen ultraschweren Rüstungen, in denen die Schauspieler (scheinbar, die sind ja auch Pappmache, sonst würde die schöne Kristen zu Fuß nicht weit kommen) herumlaufen, kann man rein gar nichts anstellen, außer einem frontalen Reiterangriff, um einen Haufen Fußvolks umzunieten. Eine Hundertschaft Langbogenschützen zu Fuß hätten so eine „Ritter-Kavallerie“ ziemlich alt aussehen lassen und die Rüstungen wie ein Sieb, noch bevor die Panzerreiter in Hauweite gekommen wären. Warum keine Kettenhemden? Die sehen bei Frauen doch auch schick aus, wenn man den Büstenhalter dementsprechend zurichtet.

Und wo sind die Bauern und Handwerker, die das Leben der Rittersleut überhaupt erst ermöglichen? Schon mal was von einem Bauernkrieg gehört? Die Burgen stehen alle irgendwie in einer leeren Gegend herum; von Landwirtschaft keine Spur. Hey, bei der Vorlage handelt es sich um den Feudalismus (Vorsicht: der Wikipedia-Artikel ist Schwachfug), in bürgerlich-dämlich-euphemistischen Kreisen auch „das Lehnswesen“ genannt.

Alle diese Hollywood-Schinken, die sich einer Märchen-Vorlage bedienen, sind gegenüber dem Original blut- und seelenleer. Eine ältere Frau fragt einen Spiegel, wer schöner sei als sie und der Spiegel antwortet – jedes Kind kann sich darunter genug vorstellen. Es muss kein schleimiges Geschöpf aus dem Spiegel hervortreten und dumm herumfaseln – wie in „Snow White“.

Märchen, obzwar die Grimmschen nur noch ein schwacher Abklatsch der alten Geschichten sind, enthalten einen mythologischen Kern, daher auch eine aus uralter Vorzeit hervorscheinende astronomische Aussage – wie etwa die Metaphern aus der biblischen Apokalpyse. (Man lese hierzu die „Weiße Göttin“ von Robert Graves.) „Snow White“ verhält sich zum Märchen „Schneewittchen“ wie ein Globuli zu einem Schweineschnitzel.

Kommen wir nun zu etwas völlig anderem. Melancholia erinnerte mich gleich an den großartigen The Hours, nur dass „Melancholia“ auch nicht entfernt die unheimliche Tiefe erreicht. Der Weltuntergang ist für das Thema des Films völlig überflüssig und wirkt deplatziert. Trotz der subtilen Anspielungen und der spürbaren Leichtigkeit in der Schwere fragt man sich: Kann es nicht auch eine Nummer kleiner sein? Vielleicht nur ein Autounfall mit demoliertem Rückenmark oder eine Explosion, die wichtige Dinge in Stücke reißt statt einen mondgroßen Meteoriten, der die Erde zerhämmert? Ich war weder erschüttert ratlos am Ende des Films, obwohl das manche Rezensenten vorhergesagt hatten. Vielleicht bin ich auch nur zu abgebrüht.

Eine Frau wird depressiv oder ist es schon, und kommt mit der drohenden Apokalypse besser klar als die anderen. Was will und der Künstler damit Neues sagen? Ich habe es jedenfalls nicht mitgekriegt.

Nun gut, „Melancholia“ ist ganz nette Unterhaltung, zudem ich gratis ins Kino kam, war doch die Chefin desselben die Schwester meiner besten Freundin. Wenn man beide Filme nicht ansieht, wird man aber nichts vermissen.

Sturm im Wasserglas [Update]

Meedia über den Sturm im Wasserglas zwischen FAZ und Süddeutsche:
„FAS-Literaturkritiker Volker Weidermann hatte am Pfingstsonntag der Agentur dpa über seine als ‚Nachricht‘ getarnte Satire gesagt: ‚Fiktion und Wahrheit sind ja nicht mehr wirklich zu unterscheiden…Ob sich das jetzt die Titanic oder Günter Grass ausdenkt, ist für mich kein großer Unterschied.'“

Der Mann hat doch vollkommen recht. Die Satire war so gut gemacht, dass man sich auch nicht ärgern sollte, darauf hereingefallen zu sein.

Die Titanic hat natürlich reagiert:
„Mit Sorge und Unverständnis beobachten wir die Auseinandersetzungen zwischen den Feuilletons von SZ und FAZ auf dem für sie fremden humoristischen Gebiet. Insbesondere die wiederholte, nicht autorisierte Inanspruchnahme der Bezeichnung TITANIC zur Steigerung der eigenen Auflage verstößt gegen Bestimmungen internationalen Presserechts, darunter die Schnatterquotierung, das Hybriskontrollgesetz und den Gockeleisperrvertrag. (…) Wir fordern die Konfliktparteien auf, sich wieder auf ihr Kerngeschäft zu besinnen: stumpfe Glossen, verstaubte Karikaturen, tantige Aprilscherze, antisemitische Gedichte und mittelguten Journalismus“.

[Update] Don Alphonso irrt (was er selten tut, wenn es um Medien geht):
„Ich glaube, das ist ein Strukturfehler bei Twitter: 140 Zeichen Unsinn sind schnell abgeschäumt, beim Bloggen muss man auch formulieren und nachdenken, und damit ist die Gefahr, auf so etwas hereinzufallen, doch etwas geringer.“

Daran liegt es nicht – man sollte eben nie etwas glauben, wenn man es nicht überprüft hat. Mindestens zwei unabhängige Quellen. Das ist sollte der Unterschied sein zwischen seriösem Journalismus und Bloggern/Twittern.

Der wahre Henker ist die Masse

„Ein gewichtiger Grund für das rapide Anwachsen der Hetzmasse ist die Gefahrlosigkeit des Unternehmens. Es ist gefahrlos, denn die Überlegenheit der Masse ist enorm. Das Opfer kann ihnen nichts anhaben. (…)

Die Hetzmasse ist sehr alt, sie geht auf die ursprünglichste dynamische Einzelheit zurück, die unter Menschen bekannt ist, die Jagdmeute. (…) Alle Formen der öffentlichen Hinrichtung hängen an der alten Übung des Zusammen-Tötens. Der wahre Henker ist die Masse….(…)

Auch heute nimmt jeder an öffentlichen Hinrichtungen teil, durch die Zeitung. Man hat es nur, wie alles, viel bequemer. Man sitzt in Ruhe bei sich und kann unter hundert Einzelheiten bei denen verweilen, die einen besonders erregen. Man akklamiert erst, wenn alles vorüber ist, nicht die leiseste Spur von Mitschuld trübt den Genuß. Man ist für nichts verantwortlich, nicht fürs Urteil, nicht für den Augenzeugen, nicht für seinen Bericht und auch nicht für die Zeitung, die den Bericht gedruckt hat. (…)

Im Publikum der Zeitungsleser hat sich eine gemilderte, aber durch ihre Distanz von den Ereignissen um so verantwortungslosere Hetzmasse am Leben erhalten, man wäre versucht zu sagen, ihre verächtlichste und stabilste Form.“

Was würde Elias Canetti (1905-1994) wohl zum Internet sagen? Die obigen Zitate stammen aus seinem Werk „Masse und Macht“ (erschienen 1960), das zur Pflichtlektüre mündiger Bürger gehören sollte und das für mich eines der intelligentesten und wichtigsten Bücher ist, das jemals geschrieben wurde.

Europas Schande …äh…

FAZ: „Dem Satiremagazin ‚Titanic‘ ist es gelungen, ein Gedicht unter dem Namen ‚Günter Grass‘ im Feuilleton der ‚Süddeutschen Zeitung‘ zu platzieren.“

Ich krieg mich nicht mehr ein…. Bruhahahahaha.

Dazu passt das hier:
2014: Unglaubliche Enthüllung! Aufgrund löchriger Wettbewerbsstatuten nimmt Israel, das gar nicht in Europa liegt, seit Jahrzehnten nahezu unbemerkt am Song Contest teil. Daraufhin schickt Deutschland den Nobelpreisträger Günter Grass mit seinem Beitrag „Was gesungen werden muß“ ins Rennen. Ergebnis: „German Reich, zero points.“

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