Unter Politökonomen

Ich war heute faul und habe die Künstliche Intelligenz aufgefordert, einen Artikel über die wirtschaftliche Situation der USA zu schreiben, aber: „Schreibe den Artikel so, als seiest du ein marxistischer Ökonom, und lasse alle Zitate von Regierungsvertretern weg.“

capitalism
An allegorical, realistic illustration of the contemporary U.S. economy.
In the foreground, a deep chasm divides society. On the left side, exhausted working-class people in worn clothing push heavy burdens labeled “Debt,” “Rent,” and “Healthcare.” Behind them are crumbling houses, closed factories, smoke stacks, and a gray, polluted sky. On the right side, a small group of wealthy figures sits calmly on an elevated plateau made of gold, steel, and glass, surrounded by stacks of money, abstract stock market graphs, and modern skyscrapers glowing in warm sunset light. Banknotes and upward-moving charts drift from the left side toward the right. Beneath the chasm, fire burns with signs reading “Inflation” and “Cost Pressure.” The style is serious, journalistic, and somber — not cartoonish, not satirical, no real politicians or identifiable individuals. Strong color contrast: cold, desaturated tones on the left; warm, rich tones on the right. High detail, symbolic realism, social-critical atmosphere.

Die US-Wirtschaft 2025/26: Wachstum für wen?

Eine Analyse der aktuellen Lage aus politökonomischer Sicht

Die US-Wirtschaft wird Anfang 2026 vielfach als „robust“ oder „widerstandsfähig“ beschrieben. Tatsächlich zeigen zentrale Kennzahlen wie das Bruttoinlandsprodukt weiterhin Wachstum. Doch eine marxistische Analyse fragt nicht ob die Wirtschaft wächst, sondern für wen, auf wessen Kosten und unter welchen strukturellen Bedingungen dieses Wachstum entsteht.

Wachstum ohne Wohlstand

Das reale Wirtschaftswachstum der USA lag 2025 zeitweise deutlich über dem Durchschnitt der Industrienationen. Haupttreiber war der private Konsum, der rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. Dieses konsumgetriebene Wachstum ist jedoch weniger Ausdruck steigenden gesellschaftlichen Wohlstands als vielmehr Resultat zunehmender Verschuldung privater Haushalte und der Notwendigkeit, Reallohnverluste auszugleichen.

Inflationsbereinigt stagnieren die Einkommen großer Teile der arbeitenden Bevölkerung seit Jahren. Während nominale Lohnerhöhungen die Preissteigerungen teilweise ausgleichen, bleibt die Kaufkraft vieler Haushalte unter Druck – insbesondere im Bereich Wohnen, Gesundheitsversorgung und Bildung. Konsum findet daher nicht aus Überschuss, sondern aus ökonomischem Zwang statt.

Arbeitsmarkt: Beschäftigung ja, Sicherheit nein

Die offizielle Arbeitslosenquote bleibt vergleichsweise niedrig. Doch diese Kennzahl verschleiert zentrale Entwicklungen:
Der US-Arbeitsmarkt ist zunehmend geprägt von prekären Beschäftigungsformen, Teilzeitarbeit, Solo-Selbstständigkeit und Plattformökonomie. Produktivitätsgewinne werden seit Jahrzehnten nicht mehr proportional an Löhne weitergegeben, sondern fließen überwiegend in Unternehmensgewinne und Kapitalerträge.

Aus marxistischer Perspektive handelt es sich um eine klassische Phase intensivierter Ausbeutung: Mehr Arbeitsleistung, höhere Flexibilität und geringere soziale Absicherung bei stagnierenden Reallöhnen. Der relative Mehrwert steigt – nicht durch Innovation allein, sondern durch Druck auf die Arbeitskraft.

Profite, Konzentration und Monopolisierung

Während breite Bevölkerungsschichten mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen, verzeichnen große Konzerne weiterhin hohe Margen. Besonders im Technologie-, Finanz- und Energiesektor ist eine starke Kapital­konzentration zu beobachten. Die Marktmacht weniger Unternehmen erlaubt es, Preise zu setzen, Kosten zu externalisieren und Löhne niedrig zu halten.

Diese Entwicklung ist kein Marktversagen, sondern Ausdruck der inneren Logik des Kapitalismus: Konkurrenz führt langfristig zur Monopolisierung. Kleine und mittlere Unternehmen geraten zunehmend unter Druck – nicht nur durch Zinsen und Kosten, sondern durch strukturelle Abhängigkeit von Großkonzernen, Plattformen und Finanzmärkten.

Staatsverschuldung und Klassenpolitik

Die hohe Staatsverschuldung der USA wird häufig als gesamtgesellschaftliches Problem dargestellt. Tatsächlich ist sie Ausdruck einer Umverteilungspolitik zugunsten des Kapitals: Steuersenkungen für Unternehmen, Subventionen, Rüstungsausgaben und Rettungspakete werden kreditfinanziert, während Sozialausgaben politisch umkämpft bleiben.

Die Last der Verschuldung wird langfristig nicht von Kapitalbesitzern getragen, sondern von der arbeitenden Bevölkerung – durch Sparpolitik, Kürzungen öffentlicher Leistungen oder indirekte Besteuerung. Der Staat fungiert hier weniger als neutraler Akteur, sondern als Instrument zur Stabilisierung der Kapitalverwertung.

capitalism

Ausblick: Abschwächung mit sozialen Folgen

Für die nahe Zukunft deutet vieles auf eine Abkühlung der Wachstumsdynamik hin. Steigende Finanzierungskosten, geopolitische Spannungen und eine begrenzte Kaufkraft der Massen setzen dem konsumgetriebenen Modell Grenzen. Eine klassische Überproduktionskrise ist zwar kurzfristig nicht zwingend, doch die strukturellen Widersprüche verschärfen sich.

Ohne grundlegende Veränderungen – etwa eine Stärkung kollektiver Rechte, Umverteilung von Vermögen, Ausbau öffentlicher Daseinsvorsorge – wird jede wirtschaftliche Abschwächung vor allem sozial ungleich wirken: Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert.

Fazit

Die US-Wirtschaft steht Anfang 2026 nicht vor einem plötzlichen Zusammenbruch, aber vor einer Vertiefung ihrer inneren Widersprüche. Wachstum existiert, doch es basiert auf Prekarisierung, Verschuldung und zunehmender Ungleichheit. Aus marxistischer Sicht ist dies kein Ausnahmezustand, sondern der Normalzustand eines Systems, das Profit über Bedürfnisse stellt.

Die zentrale Frage lautet daher nicht, ob die Wirtschaft weiter wächst, sondern ob die gesellschaftlichen Kosten dieses Wachstums politisch noch tragfähig sind.

Quellen

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Kommentare

6 Kommentare zu “Unter Politökonomen”

  1. blu_frisbee am Januar 26th, 2026 2:24 a.m.

    Was wächst? Geld.
    Freilich erheischt das stoffliches Wachstum.
    Wo kommt das Wachstum her?
    Wo geht es hin?
    Auf einem endlichen Planeten.
    Marx schrob: Der wahre Reichtum ist Disposable Time, freien Zeit jenseits der Notwendigkeit.
    Bürgerliche Ideologie unterstellt freie Individuen die Verträge machen. Eigentum macht Zwang.

    Die „KI“ implementiert bürgerliche Ideologie.

  2. bentux am Januar 26th, 2026 11:43 a.m.

    Das Problem mit dem Kommunismus. Ich habe meinen Text durch die Google AI genudelt (Ich wollte das nicht so hammerhart rüber bringen):

    1. Fehlanreize und das Problem der Eigeninitiative
    In der Zentralverwaltungswirtschaft (Planwirtschaft) wird die Produktion nicht durch Angebot und Nachfrage, sondern durch staatliche Vorgaben gesteuert.
    Innovationsstau: Da kein Wettbewerb herrscht und Gewinne meist abgeführt werden, fehlt der finanzielle Anreiz für Eigeninitiative und technische Neuerungen.
    Fehlplanung: Die Komplexität moderner Bedürfnisse lässt sich kaum in einem Fünfjahresplan abbilden. Dies führte historisch oft zu einer Überproduktion von schweren Industriegütern bei gleichzeitigem Mangel an Konsumgütern (die erwähnten „leeren Läden“ und Warteschlangen).
    2. Die „Gier“ als Motor vs. das Menschenbild
    Der Kapitalismus nutzt den Eigennutz (oft als Gier bezeichnet) als treibende Kraft für Effizienz. Adam Smith beschrieb dies bereits als die „unsichtbare Hand“.
    Menschenbild: Der Kommunismus setzt theoretisch auf einen „neuen Menschen“, der uneigennützig für das Kollektiv arbeitet. In der Realität führte das Fehlen individueller Belohnungen oft zu Apathie oder Korruption.
    Die neue Klasse: Wie du richtig anmerkst, entstand in diesen Systemen oft eine privilegierte Herrschaftsschicht (die Nomenklatura), die trotz offizieller Gleichheit besseren Zugang zu Ressourcen hatte.
    3. Autoritäre Gewalt und Repression
    Da das System nicht auf natürlichen Marktmechanismen beruht, wurde es oft mit Zwang aufrechterhalten.
    Gulag und Killing Fields: Unter Diktatoren wie Stalin oder Pol Pot wurde wirtschaftliches Scheitern oder politische Abweichung kriminalisiert. Die Killing Fields in Kambodscha sind ein extremes Beispiel für die totale Entmenschlichung im Namen einer Ideologie.
    Historischer Kontext: Die Erwähnung der US-Unterstützung im Kontext der Roten Khmer bezieht sich meist auf die komplexe geopolitische Lage der späten 70er Jahre, als die USA (und China) die UN-Vertretung der Roten Khmer gegen die vietnamesisch gestützte Nachfolgeregierung unterstützten, um den Einfluss der Sowjetunion zu begrenzen.
    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Scheitern des Realsozialismus meist auf die Diskrepanz zwischen theoretischer Utopie und der menschlichen Natur sowie der ökonomischen Realität zurückzuführen ist.

    Dazu noch ein paar Hinweise:
    gerd-koenen-die-farbe-rot-marx-und-die-diskrepanz

    weiter-denken-anders-handeln-9

    <8*) Ich finde das Cool, nebenbei kommt noch ne Empfehlung für Kommunikationstraining. Sehe Ich auch so.

  3. nOby am Januar 26th, 2026 1:06 p.m.

    Burks, Du solltest für diese Art Blogpost eine neue Kategorie einführen. „KI generiert“ oder so und den Link zur KI Deinem Post mitgeben. Mir persönlich wird der Post ansonsten zu phantastisch und kaum nachvollziehbar. Ok, just my 2 cents…

    Besser wäre allerdings Stop citing AI.

  4. admin am Januar 26th, 2026 3:22 p.m.

    Wenn etwas KI-generiert ist, schreibe ich das dabei.

  5. blu_frisbee am Januar 26th, 2026 6:31 p.m.

    Seit jeher interessiert sich der Mensch fürs Arbeiten. Gesellschaftliche Arbeit ist ein chaotisches System.

    Der Glaube daß sich chaotische Systeme magisch selbst stabilisieren ist letztlich religiös.
    Chaotische Systeme kamen erst ab 1900 in die Physik.

    Seinerzeit war Kapitalismus neu. Marx hat keine eigene Theorie vorgelegt sondern die damaligen kritisiert.

    Ökonomielehre orientierte sich an der Physik berechenbarer Systeme, betrieb also Cargo Cult.
    Mit größtem Ernst verkünden Wirtschaftsweise den größten Blödsinn ihrer jeweiligen Schule.
    Neben Theologie kann man VWL an Unis studieren.
    Lenin hat sich Ökonomie wie die deutsche Reichsbahn vorgestellt. Heutige Leninisten dackeln unbeirrt mit Staatsplan an.

    Das Chaos kriegt man überhaupt nur in Griff durch Compartmentalisierung und Pufferbildung.
    Kapitalismus ist jedoch massiv paralleles Wetten und auf Kante genäht.
    Jeder einzelne Kapitalist plant für sich aber nicht alle zusammen.
    Wir haben einfach nicht die Mathe für chaotische Systeme.

    Die Qualität einer Theorie ist ihre Prognosekraft.
    https://www.youtube.com/watch?v=M8b_A2JMFrc Harvey

  6. ClaudiaBerlin am Januar 26th, 2026 9:46 p.m.

    Empfehle dir:

    Richard D. Wolff (UMass Amherst / New School): Mit der Präzision eines Chirurgen legt der Yale- und Stanford-Absolvent die systemischen Fäulnisprozesse des globalen Kapitalismus offen und dokumentiert unerbittlich den schleichenden Machtverlust des US-Imperiums auf der Weltbühne.

    https://www.youtube.com/@democracyatwrk

    (mehr siehe Namenslink)

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