Die BBC und ihre antiisraelischen Vorurteile

Screenshot aus „Exposed: How BBC platformed Hamas and pushed anti-Israel bias“
Neville Teller hat in der Jerusalem Post einen Artikel über die Entwicklung des BBC verfasst mit dem Titel „The BBC haunted by bias – and the Israeli connection“. Ich habe mir die wesentlichen Passagen übersetzen lassen und Links hinzugefügt. Der Artikel erinnerte mich an eine Diskussion per Videokonferenz, die ich mit dem Chefredakteur von Telepolis hatte: Ich saß auf einer Bank vor dem Sitz des isralischen Staatspräsidenten (was ich da noch gar nicht wusste) und er in Postdam: Es ging darum, ob in meinem Artikel die Hamas als „Terroristen“ bezeichnet werden sollte – die BBC täte das nicht.
„(…) Gemessen an wöchentlicher Reichweite und Reputation ist die BBC die weltweit führende internationale Rundfunkorganisation. Neben ihrem Programm für Großbritannien sendet sie Unterhaltung, Informationen, Nachrichten und aktuelle Ereignisse über Fernsehen, Radio und Internet an ein Millionenpublikum weltweit. Dennoch kämpft sie ständig damit, ihrer in der DNA verankerten Verpflichtung nachzukommen, höchste Standards an Objektivität, Unparteilichkeit und Objektivität zu wahren.
Dieses Problem, das die BBC seit mehr als der Hälfte ihrer Geschichte plagt, erreichte im November letzten Jahres seinen Höhepunkt. Dies führte zum Rücktritt des BBC-Generaldirektors, des Nachrichtenchefs und eines Vorstandsmitglieds sowie zur Drohung von US-Präsident Donald Trump, den Sender auf bis zu fünf Milliarden Dollar zu verklagen. Tatsächlich hat er vor einem Bundesgericht eine Klage über 10 Milliarden Dollar eingereicht. (…)
Die anhaltende antiisraelische Schlagseite der BBC in ihrer Berichterstattung und Kommentierung hatte ein derart empörend parteiisches Ausmaß angenommen, dass sie nicht länger widerspruchslos hingenommen werden konnte. Asserson, heute Seniorpartner einer international tätigen, auf Tel Aviv ausgerichteten Anwaltskanzlei, stellte ein Team von rund 20 Juristen und 20 Datenwissenschaftlern zusammen und begann auf Pro-bono-Basis ein akribisches Forschungsprojekt zur Analyse der BBC-Berichterstattung über den Gaza-Konflikt.
Der Bericht, der am 6. September 2024 veröffentlicht wurde, legte eine detaillierte Untersuchung der BBC-Nachrichtenberichterstattung über einen Zeitraum von vier Monaten vor, beginnend am 7. Oktober 2023.
Obwohl die redaktionellen Leitlinien der BBC Unparteilichkeit, Genauigkeit sowie die Verpflichtung zu redaktionellen Werten und zum öffentlichen Interesse verlangen, identifizierte der Asserson-Bericht 1.553 Verstöße. „Die Ergebnisse“, so der Bericht, „zeigen ein zutiefst beunruhigendes Muster von Voreingenommenheit sowie zahlreiche Verletzungen der eigenen redaktionellen Richtlinien durch die BBC.“
Die Untersuchung ergab, dass die BBC den Terrorismus der Hamas wiederholt verharmloste, während Israel als aggressiv und militaristisch dargestellt wurde. Zudem zeigte der Bericht, dass einige von der BBC eingesetzte Journalisten im Rahmen ihrer Berichterstattung über den Israel-Hamas-Krieg zuvor Sympathien für die Hamas geäußert und sogar deren Terrorakte gefeiert hatten.
Eine Woche nach Beginn des Krieges kam es zu der Explosion auf dem Parkplatz des Al-Ahli-Arab-Krankenhauses in Gaza-Stadt. In der Berichterstattung erklärte ein BBC-Korrespondent, der live aus Gaza sprach: „Angesichts der Stärke der Explosion ist schwer vorstellbar, was das sonst gewesen sein könnte – außer einem israelischen Luftangriff oder mehreren Luftangriffen.“
Der arabische Dienst der BBC übernahm diese Einschätzung, woraufhin sowohl in der arabischen Welt als auch im Westen umgehend antiisraelische Proteste ausbrachen.
Die Wahrheit, nachdem der Schaden bereits angerichtet war
Es dauerte nicht lange, bis die Wahrheit ans Licht kam – doch zu diesem Zeitpunkt war der Schaden bereits angerichtet. Die Explosion war das Ergebnis einer fehlgeleiteten Rakete des Islamischen Dschihad.
Tage später gelang es der BBC selbst in ihrer ausweichenden Entschuldigung nicht, klarzustellen, dass die Beweise eindeutig belegten, dass es sich nicht um einen israelischen Angriff gehandelt hatte.
Auf die hastige und ungeprüfte Behauptung, Israel müsse für die Explosion am Al-Ahli-Krankenhaus verantwortlich sein, folgte wenige Wochen später ein weiteres Beispiel. Diesmal berichtete die BBC, israelische Streitkräfte seien in das Schifa-Krankenhaus in Gaza eingedrungen und hätten dabei „medizinisches Personal und arabische Sprecher ins Visier genommen“.
Dabei handelte es sich entweder um eine vorsätzliche oder um eine unprofessionelle Fehlinterpretation einer Erklärung der israelischen Armee, in der es hieß, die Truppen hätten das Krankenhaus „in Begleitung arabischsprachiger Mitarbeiter und medizinischer Teams“ betreten, um Patienten zu unterstützen. Zwar strahlte die BBC später eine angemessene Entschuldigung aus, doch der Vorfall belegte die tief verwurzelte Neigung des Senders, vorschnell gegen Israel zu urteilen.
Schutzschild für die Hamas
Als das weitverzweigte Tunnelsystem der Hamas unter dem Gazastreifen nach und nach offengelegt wurde, schien die BBC bemüht, die Entdeckung eines militärischen Hamas-Kommandopostens direkt unter einem Krankenhaus durch die israelischen Streitkräfte zu relativieren.
In seinem Beitrag ließ der internationale BBC-Redakteur Jeremy Bowen durchblicken, dass die unter dem Krankenhaus gefundenen Kalaschnikow-Sturmgewehre möglicherweise nichts mit der Hamas zu tun hätten, sondern zur Sicherheitsausstattung des Krankenhauses selbst gehörten.
Beispiele für antiisraelische Voreingenommenheit oder sachliche Fehler in Bowens Berichterstattung über den Gaza-Konflikt nehmen im neuen Asserson-Bericht 16 Seiten ein. Zudem identifizierte der Bericht den arabischen Dienst der BBC als einen der voreingenommensten Medienanbieter weltweit. Er nannte elf Nachrichten- und Kommentarsendungen, in denen Reporter auftraten, die zuvor öffentlich ihre Unterstützung für die Hamas bekundet hatten – ohne dass das Publikum darüber informiert worden wäre.
Die BBC kündigte eine Stellungnahme zu dem Asserson-Bericht an. Einige Wochen später veröffentlichte sie eine kurze, abweisende Erklärung, in der sie die zur Erhebung und Auswertung der Daten verwendete Methodik infrage stellte.
Der „Daily Telegraph“ schlägt Alarm
Die im November aufgeflammte Kontroverse um die BBC geht auf die Veröffentlichung eines 19-seitigen Whistleblower-Memorandums durch den britischen Daily Telegraph zurück. Verfasser war der angesehene Journalist Michael Prescott, der drei Jahre lang als unabhängiger Berater des Editorial-Standards-Ausschusses der BBC tätig gewesen war. Nachdem seine wiederholten Hinweise auf gravierende Mängel von der BBC-Führung ignoriert worden waren, legte Prescott sein Amt nieder. Anschließend verfasste er das Memorandum und ließ es sämtlichen Mitgliedern des BBC-Verwaltungsrats zukommen.
In seinem Bericht warf er der BBC fortgesetzte und schwerwiegende Verstöße gegen das Gebot der Unparteilichkeit vor sowie ein chronisches Versagen der Führungsebene, redaktionelle Standards durchzusetzen oder Fehler zu korrigieren.
Der prominenteste von Prescott angeführte Fall betraf die BBC-Flaggschiffsendung Panorama, die kurz vor der US-Präsidentschaftswahl 2024 ausgestrahlt wurde. Prescott zufolge hatte die Sendung eine Rede Donald Trumps vom 6. Januar 2021 manipuliert, sodass der Eindruck entstand, der Präsident habe den Sturm auf das Kapitol gezielt angeheizt.
Darüber hinaus verwies Prescott auf gravierende Probleme in der Berichterstattung von BBC Arabic über den Israel-Hamas-Krieg. Er zeigte auf, dass dort bekannte Hamas-Unterstützer eingesetzt, israelisches Leid marginalisiert, ungeprüfte Opferzahlen verwendet und durchgängig ein verzerrtes Narrativ verbreitet worden sei, das Israel als Aggressor darstelle.
Im September 2025 lud der parlamentarische Ausschuss für Kultur, Medien und Sport den BBC-Vorsitzenden Samir Shah sowie den Generaldirektor der BBC vor, um Vorwürfe von Voreingenommenheit, redaktionellem Versagen und jüngsten Skandalen zu klären – darunter die Ausstrahlung einer Gaza-Dokumentation, die sich später als von dem Sohn eines Hamas-Funktionärs gesprochen herausstellte.
Kurz darauf stellte die Rundfunkaufsichtsbehörde Ofcom fest, dass der Film „in wesentlichen Punkten irreführend“ gewesen sei. Ofcom wies die BBC an, ihr Publikum über diese Feststellungen zu informieren und den Film aus ihrem Streaming-Angebot zu entfernen.
Um die aktuelle Krise aufzuarbeiten, unterzog der Ausschuss am 24. November 2025 sowohl Shah als auch Prescott einer intensiven Befragung. Weit verbreitet ist inzwischen die Überzeugung, dass die Nachrichten- und Politikredaktionen der BBC – wie Prescott es sinngemäß darlegte – systemisch verzerrt seien.
Zwar verfügt die Anstalt weiterhin über entschlossene Fürsprecher unter Politikern und Meinungsmachern, die große Teile ihres Programms schätzen. Dennoch kursieren bereits lebhafte Spekulationen darüber, wer als nächster Generaldirektor der BBC berufen werden könnte. Viele hoffen, dass ein neuer Besen tatsächlich gründlich kehren wird.
Kommentare
10 Kommentare zu “Die BBC und ihre antiisraelischen Vorurteile”
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Aha 1984 Teil2. Jetzt mit AI und vielen Rechenzentren mit Weltumspannenden Netz. Überwachung die der Burger selbst begeht. Hätte sich Orwell auch nicht träumen lassen.
Die Opponenten: Ozeanien, Eurasien und Ostasien. Oder auch: Die drei Superstaaten:
Ozeanien: Umfasst Amerika, Großbritannien, Australien und Südafrika. Die UK weiss noch nix von Ihrem Glück, aber das gibt sich noch. Der Alleingang wird so nicht stattfinden. Ach ja, die Atomraketen von der UK werden von den VS gemanagt/gewartet.
Eurasien: Europa und Russland. (Auf lange Sicht wird denen nix anderes übrigbleiben. The Show must go on. Schon alleine wegen den Rohstoffen und Ich meine Krieg muss bezahlbar bleiben.)
Ostasien: China, Korea, Mongolei und Japan. (China und Russland sind sich nicht mehr so einig. Japan geht mit Ozeanien zusammen. In Asien, Japan ist immer noch nicht so beliebt.) Also die Teilnehmer ändern die Zusammenstellung ein Wenig.
https://youtu.be/r8EoUfiBTBI
Die Meinung der Google AI:
https://share.google/aimode/PFXSJNdgMSCbfer8W
<8*) Der Aluhut fragt sich, was darf Realität?
„…durchgängig ein verzerrtes Narrativ verbreitet worden sei, das Israel als Aggressor darstelle“
ach – das stimmt wohl gar nicht??
Wer hätte das gedacht….
https://youtu.be/7Jr7-Mb3I4o?t=238
@bentux:
Eine 3er-Konstellation ist dynamisch:
immer 2 gegen einen.
iirc https://www.youtube.com/watch?v=xRNme01v380
Ahh, ja: Alles Antisemiten.
Weil: Das Böse aus Transzendentalien. Grundlos.
Israelkritik ist nicht Antisemitismus
https://www.youtube.com/shorts/d7sw_cQAbwk
Zwei gegen Einen? Das ist ja auch der Sinn der Sache, um den Streit am Leben zu erhalten. Die Zwei Schwächeren verbünden sich gegen den Starken. Ziemlich genial.
Das eigentliche Thema, der Downfall von BBC oder der Presse, lies mich an diese Novelle denken. Die Presse hat bei 1984 auch eine besondere Rolle gespielt. Wie ein Alsheimer Patient auf Steroids, wird die Bevölkerung informiert. Es gab kein gestern, nur die Augenblickliche Situation. Dank der besonderen Bildung und Netz weiten Überwachung kann sich keine Opposition bilden, wenn Opposition dann nur das selbe, halt in etwas anderer Geschmacksrichtung. Es geht immer so weiter.
Die AI meint:
Fazit für 2026
Die „vierte Gewalt“ steht vor der paradoxen Situation, dass sie zur Verteidigung der Demokratie wichtiger denn je ist, aber durch den ökonomischen Strukturwandel und den Vorwurf der Einseitigkeit an Rückhalt verliert. Der von Ihnen beschriebene Teufelskreis lässt sich nur durch Pluralismus (Vielfalt der Quellen) und eine starke Medienkompetenz der Bürger durchbrechen, um Informationen jenseits der „Schablonen“ zu suchen
<8*) Der Aluhut meint: Da sehe Ich ziemlich schwarz.
@bentux
Weigelin-Schwidrzik gehört wie Mearsheimern zum Neorealismus.
Die ggwt Jurnaille buchstabiert die Welt moralisch.
Antideutsche und ggwt israelische Regierung völkisch-jüdisch.
Die Welt hat Zumutungen.
Marxisten attributieren deren Ursache der Ökonomie,
Bürgerliche, Demokraten wie Faschisten der Politik.
Das saublöde Gefasel von Demokratie verschleiert
daß die tatsächliche Herrschaft dem Kapital dient.
Letzteres freilich ein anonymer Prozess, kein personaler. Personen dienen, nicht herrschen.
Nur um mal ein paar Pflöcke einzuschlagen.
Statistik (= Staatswissenschaft) kam auf als die Bevölkerungszahl stieg, das Kapital billge Arbeiter brauchte, Polizei die Wege sicher machte.
Die Moderne begann.
Da entdeckte ein Händler daß die Menge das Gewicht des Ochsen optimal schätzte.
Seither das Narrativ vom schlauen Markt der Preise weiß.
Demokratie ermittelt den „Volkswillen“.
Leute wollen Weltwissen aus Zeitungen.
Habermas, Luhmann, Chomsky „Poudre de perlimpinpin“.
Weils in der Zeitung steht isses wahr.
Die Vielfalt ermittelt „Wahrheit“ per Magie.
Die „vierte Gewalt“ sei zur Verteidigung der Demokratie wichtig.
Jurnis hätten eine moralische Pflicht.
Es gibt Putinknechte. Tabus sind geistige Poller.
Wie den Irrglauben debunken? Lauter geglaubte Transzendentalien die im Diesseits nicht wirken.
Die „vierte Gewalt“ denkt nicht selber sondern orientiert sich am Nachbarn.
Wenn alle in der selben geistigen Blase stecken passieren sonderbare Sachen.
In der Ökonomie gibts Krisen.
Medien verzapfen den selben Irrglauben.
Um 1600 wußte jeder daß die Sonne um die Erde kreist.
Das Kapital sei Wohltäter & schenke Arbeitsplätze.
Arbeit haben sei persönlicher Besitz.
Wenn Wirtschaft nicht wächst lägs am Personal.
Der Staat muß das Kapital profitabel machen.
Wenn der Drache täglich Jungfrauen frißt muß der Staat sorgen daß der satt ist.
Die AfD hat anderes WELTBILD und Staatsprogramm. Schult sinn die Auslenda.
Nazis wittern übaall Juden.
Antideutsche wittern übaall Antisemiten.
Marx erklärt die Welt anders. Er war Jurnalist.
Jurnalisten haben keine moralische Pflicht zur „Wahrheit“.
Geo- und Heliozentriker hatten die selben Daten.
Faktenscheckerei unterstellt Wissen ei self evident.
Sehr naiv.
Kleine Kinder denken so.
Ich als Terminalnutzer, bin da ein wenig altmodisch. https://youtu.be/3gPhzTkh3F0 Plato hat es kommen sehen.
Winston, fand es auch nix, aber die anderen Systeme sind noch beschissener.
<8*) Der Aluhut meint, sind Wir nicht alle ein etwas naiv?
Tja. Kommunikation dient a) Diagnose der Sache
b) Dominanz in der Rangordnung.
Bullshitter setzen beides in Eins.
Dann wird Lautstärke ein Argument.
https://www.youtube.com/watch?v=63SmpUG7EmA
(Anderswo gehts genauso zu. Hier wurde gefilmt).
Ganz grundsätzlich gibts die objektive WELT
und das subjektive WELTBILD.
„Demokraten“ und Faschisten teilen das selbe WELTBILD, insbesondere diesen Volksblödsinn.
Wären die Verhältnisse wirklich so schlimm wie die Faschisten immer behaupten machen Demokraten den Faschismus lieber selber.
Ich muß auf dem Narrenschiff dabei sein.
https://www.youtube.com/watch?v=46hobUy4mc4
Kassandras Prognosen waren immer korrekt.
Niemand hat ihr geglaubt.
Das libertäre WELTBILD erklärt sich die WELT vom Individuum her und dessen Willen.
Leider gibts 8 Milliarden davon.
Endloses Psychologisieren.
Die ionischen Naturphilosophen erklärten Sachen für beseelt mit eigenem Willen. Der Ball rollt den Hügel runter weil er so will Jean Piaget.
Marxisten erklären die WELT vom SYSTEM her
und Interessen darin.
Das Kapital braucht derzeit kein venezolanisches Öl.
Madman Theory
Während der Planet verbrennt
https://www.youtube.com/watch?v=I8NPkZ9zbXo
gehts Paranoiden darum daß Juden wichtig sind,
analog Islamis.