Keine Revolution, nirgends
Nein, die Revolution im Iran – wenn es denn überhaupt eine ist – wird nicht gewinnen, auch wenn das traurig klingt.
In der bürgerlichen Presse liest man ein Interview mit Vali Nasr, der sich ähnlich äußert (aber aus anderen Gründen als ich): Das Herrschaftssystem sei „noch nicht wirklich bedroht. Zwar ist der Unmut groß, aber der Opposition fehlen ein gemeinsames Programm, eine übergreifende Organisation, handlungsfähige Führungsfiguren.“
Das alles braucht es nicht unbedingt, damit eine Regierung stürzt – etwa wie in Rumänien am 22.12.1989. Revolutionäre Führer schälen sich während der Aktion aus der Masse heraus. Und welche Art von Organisation sollte es sein? Ich kenne nur eine – der Anführer hieß Lenin -, aber so etwas wird es nicht wieder geben.
„Unruhen aus wirtschaftlichen Motiven haben die herrschende Ordnung bisher nie wirklich gefährdet.“
Es kann natürlich einen Umsturz geben, wenn die herrschende Klasse zur Einsicht kommt, dass bisherigen ihre Anführer ineffektiv handeln, wie fast in allen Staaten des so genannten Arabischen Frühlings. Die werden dann einfach durch andere ausgetauscht, die sich nicht so dumm anstellen, und nichts ändert sich – oder das Regime wird noch repressiver als zuvor.
In der französischen Revolution wurde die Feudalklasse entmachtet zugunsten der Bourgeoisie. Es folgte aber zunächst eine Diktatur, bei der im Sinne des Wortes viele Köpfe rollten, und dann das Kaisertum unter Napoleon. In Deutschland scheiterte das Bürgertum 1848 – aber der Kapitalismus, also die Klassenherrschaft der Bourgeoisie, kam dennoch.
Mai 1951
Unter Führung Mossadeghs wird die iranische Ölindustrie verstaatlicht. An der Ölgesellschaft, der Anglo-Iranian Oil Company, hält Großbritannien die Mehrheit; es kommt zum Konflikt zwischen Großbritannien und Iran. Innenpolitisch wird Mossadegh zum Widersacher des Schahs.19. August 1953
Mossadegh wird gestürzt; Teile der iranischen Armee führen mit Hilfe des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA einen Staatsstreich durch. Mossadegh wird zu drei Jahren Haft verurteilt, im Anschluss unter Hausarrest gestellt. Mossadegh stirbt 1967.1957
Ab 1957 baut der Schah – ebenfalls mit ausländischer Hilfe – den Geheimdienst SAVAK auf.9. Mai 1961
Der Schah löst das Parlament (Madschlis) auf. Iran bleibt zwei Jahre ohne Volksvertretung.Januar 1963
Der Schah lässt in einem Referendum über Reformpläne abstimmen („Weiße Revolution“). Zu den Reformen gehört unter anderem eine Landreform. Die Reformen werden angenommen.
Was soll also in Persien kommen? Eine andere, weniger religiösere Form des Kapitalismus, oder eine mehr demokratische?
Die „Islamische Republik“ war die vom Volk gewünschte Alternative zur Monarchie. Und jetzt wieder zurück?
„Die Macht in diesem System ist auf viele Pole verteilt.“
Die gefährlichste Variante wäre die, dass das Militär übernimmt – es wäre nicht das erste Mal – , oder die Ayatollahs gestürzt werden und neue Hardliner an die Macht kommen. Das können weder die Israelis noch Trump mit einem Flächenbombardement verhindern.
Kommentare
7 Kommentare zu “Keine Revolution, nirgends”
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Oderint dum Metuant. Mit Gewalt geht viel.
Nicht alles.
Wenn Oben nicht mehr können & Unten nicht wollen.
Die Demonstranten haben keinen unified Plan,
die Gewalthaber fraktionieren nicht.
Eine neue Klasse steht nicht bereit.
Iran ist militärisch groß. Hat eine Wasserkrise.
China will weiter iranisches Öl.
Auch sonst möcht sich das Ausland nicht einmischen.
https://www.youtube.com/watch?v=mxpvESXaKhA
Insofern bin ich pessimistisch.
Moralgedöns hat keine Gewalt.
Im Iran stehen Moslems anderen Moslems gegenüber. Das ist eine ganz rare Situation..
In Frankreich waren es Jesuiten gegen Adelige.
Weil die demonstrierenden Moslems demnächst vom Islam ausgeschlossen werden und sowmit Ungläubige sind muß es danach heißen:
Im Iran stehen Ungläubige den Rechtgläubigen gegenüber.
Kein Moslem darf gegen einen anderen Moslem die Hand erheben. Also kein Sunnite gegen einen Suniten und kein Schiite gegen einen Schiiten so weiter.
Im schlimmsten Fall verlieren viele den Kopf oder nur eine Hand. Wir werden es erleben.
Ah, der Burks kennt den html blockquote tag. Ist das eine Premiere?
Fehlt nur noch der Link als Verweis auf die Quelle.
die Macht kommt aus den Gewehrläufen, soll mal jemand gesagt haben
solange also die Knüppel- und Zusamm-Schieß-Graden stabil auf dem Posten bleiben…
Wer will sich da noch gar moralisch drüber erheben – die USA, die harmlose Autofahrer aus nächster Nähe hinrichten??
Geopolitisch/-strategisch wird es interessant:
Venezuela und Iran sind DIE großen Öllieferanten Chinas. Schwindet Chinas Einfluss in beiden Staaten, könnte das deren Wirtschaft derb treffen.
Und das Rennen um die Cyber-KI-Irgendwas-Weltmacht ist in vollem Gange – und Chinas technische Abhängigkeit von NVIDIA & Co. wird kleiner.
So ein bissl Sand im Ölgetriebe könnte da böse Auswirkungen auf die Beschleunigung haben…
In gewisser Weise hatten da welche 2003 schon eine realistische Vorahnung:
– den sofortigen Einmarsch im Irak, Iran, Syrien, Nordkorea, Venezuela und auch in anderen Ländern!
http://www.verantwortung-jetzt.de/sk/aufruf.html
So weit sind wir nun schon:
Linke demonstrieren mangels Gegner jetzt schon gegen Linke
https://www.welt.de/politik/deutschland/article6965240dfa9b04d135c374c6/nahost-konflikt-linke-demonstrieren-in-leipzig-gegen-linke-polizei-plant-grosseinsatz.html
So weit sind wir schon:
https://www.tiktok.com/@einfachcelinat/video/7592605692750597398
Ich hatte Hilfe von einem Roboter.
Es sieht schlecht aus.
https://www.perlentaucher.de/9punkt/2026-01-14.html#a103054
Ja, Burks, das hatte ich vermutet.
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Stichwort Revolution.
Es sind Aufständige, Burks. Aufständige. Der Hinweis auf den Islam oder das Wort Islam fehlt im ganzen Artikel.
Noch ein Artikel ohne die Erwähnung des Islam. Es geht um die letzte Lanz talkshow. Vermutlich wurde in der ganzen talkshow von keinem der Gesprächsteilnehmer das Verbotswort gesagt.