Leichte Beute

Das argentinische Blog de Abel [der Journalist Abel Veiga, auch hier in der Blogroll] : „Deshalb muss ich sagen, dass Trumps „wahres“ Motiv für die Festnahme Maduros darin bestand, dass er kalkulierte, es ohne großen Aufwand tun zu können.

Die hochentwickelte Ausrüstung, die Venezuela von Russland und China kaufte, war als Abschreckungsmittel gegen einen Feind, der keine ausländischen Waffen benötigte, nutzlos. In dieser Lektion schwingt ein Hauch von Machiavelli mit.

Eine weitere Schwäche Maduros spiegelt die Lehren des Florentiners wider: Es ist offensichtlich, dass der venezolanische Präsident nicht die volle Unterstützung seines eigenen Sicherheitsapparats genoss. Jemand, oder mehrere Personen, haben ihn verraten.“

Interessant auch die Analyse von Ron Ben-Yishai auf ynet.com:

„US-Präsident Donald Trump befahl seinem Militär, das Regime in Venezuela aus einer Reihe wirtschaftlicher, strategischer und politischer Gründe anzugreifen und zu stürzen. Obwohl einige dieser Gründe aus juristischer und völkerrechtlicher Sicht gerechtfertigt sein können, stellte Venezuela keine existenzielle strategische Bedrohung für die Vereinigten Staaten dar. Selbst die Drogen und illegalen Migranten, die Venezuela – und nach Angaben Washingtons der Präsident und starke Mann Nicolás Maduro persönlich – in großer Zahl in die USA schickten, stellten weder eine besonders gefährliche noch eine neue Bedrohung dar.

Chinas zunehmender Einfluss auf die zusammenbrechende Wirtschaft von Caracas, der Venezuela faktisch zu einem chinesischen Satellitenstaat gemacht hat, rechtfertigte an sich keine US-amerikanische Übernahme. (…)

Die Folgen von Trumps überraschendem Vorgehen in Venezuela dürften sich auch auf den Iran auswirken. Oberster Führer Ali Khamenei wird Trumps implizite Drohungen, gegen das Regime in Teheran vorzugehen, sollte es protestierende Bürger töten, nun wohl ernster nehmen, da Venezuela ein strategischer Verbündeter des Iran und Partner bei der Umgehung der US-Sanktionen war. Aus Sicht der Islamischen Republik ist der nächtliche Angriff auf Venezuela eine schlechte Nachricht und ein weiterer Schlag für das Regime der Ayatollahs. (…)

Schließlich ist die kühne Operation in Caracas auch ein schwerer Schlag für den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Russland war ein Verbündeter Venezuelas und sollte dem Land Sicherheit gewährleisten; Putins Leute waren für Venezuelas Sicherheits- und Luftverteidigungssysteme verantwortlich, die im Kampf gegen das US-Militär beinahe kampflos zusammenbrachen.“

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Kommentare

10 Kommentare zu “Leichte Beute”

  1. blu_frisbee am Januar 4th, 2026 4:17 a.m.

    Man hätte vermutet daß es die USA schwerer hätte.
    Das gibt zu denken.

  2. bentux am Januar 4th, 2026 10:27 a.m.

    Venezuela, ausgerüstet von Russland und China? Schauen Wir mal zurück. Das was so mit den Irak „Kriegen“ ablief, war für die Russische Rüstungsindustrie ein kleiner Hickup. Ich meine, die Strategie, Wir verlagern die Luftwaffe schnell in den Iran. Damit die Paar Flugzeuge, nicht komplett plattiert werden, zeugte von Einsicht und machte Eindruck. Die Flugzeuge die sich zeigten und keine US Genehmigung hatten. Wurden unsanft aus der Luft komplimentiert.
    Ach ja, die 4th größte Armee der Welt, mit dem damals aktuellen russischen Spielzeug. Hat so ziemlich, Abwehr technisch nix ausgerichtet. über 90%, der Achse der billigen Soldaten, die den Löffel abgeben durften, war „friendly Fire“.
    https://en.wikipedia.org/wiki/2003_invasion_of_Iraq
    Von daher sehe Ich das ein, das Venezuela, sich da etwas zurück hält.
    Das war 2003. Nun mit all dem Digitalen Spielzeug und der Vernetzung dürfte der Unterschied etwas größer sein.
    Siehe das Theater mit Ukraine und Russland.
    Wo Russland, mit der Wehrtechnik, auch nicht all zu gut aussieht.
    So ein USA Flugzeugträger, mit seinen Begleitschiffen. Dürfte selbst der EU einiges Kopfzerbrechen bereiten.
    Ich bin neugierig auf die UN Sitzung am Montag.

    <8*) Der Aluhut meint, Eine klare Demonstration was/wer …

  3. Albert Rech am Januar 4th, 2026 10:38 a.m.

    Mit den Flüchtlingen haben die Eltien der sogenannte BRD auch den völkerrechtswidrigen Kosovokrieg begründet.

    Zum einen ist es nicht sicher gewesen ob die spezielle Militäroperation Jugoslaviens ähnliche Fluchtwellen nach Deutschland auslöst wie die speziellen Militäroperationen in Kroatien und Bosnien vorher.

    Zum anderen hätte die sogenannte BRD diese Flüchtlinge auch einfach aufnehmen können. Diese sogenannten „Kosovo-Albaner“ hätten die Fachkräfte von Morgen sein können die unsere Rente zahlen, und hätten uns gleichzeitig auch geholfen diese ekelhafte weisse deutsche Mehrheitsgesellschaft zu überwinden.

  4. Godwin am Januar 4th, 2026 10:51 a.m.

    ohne ausreichende Hintergrund-Fakten ist es aktuell wieder die Stunde der Kaffeesatz-Leser

    der bereits genannte Telegraph-Artikel bringt ein paar gute Punkte:

    „Traditionelle Gegner wie Kuba und Nicaragua stehen vor einer prekären Zukunft. Wenn sie den Zugang zu subventioniertem venezolanischem Öl verlieren, könnte Instabilität folgen.“

    „Groll in Südamerika und Wut in der Entwicklungsländern könnten Russland noch in die Hände spielen.“

    „Westliche moralische Argumente gegen Putins Krieg werden sicherlich schwerer aufrechtzuerhalten sein und im sogenannten „Globalen Süden“ wahrscheinlich auf taube Ohren stoßen.“

    „…einen Blick auf die Konturen einer neuen Weltordnung zu erhaschen: eine, die von regionalen Einflusszonen geprägt ist, die von regionalen Mächten dominiert werden.“

    https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/01/03/venezuela-regime-change-russia-china-impact/

    zählen wir mal 1 und 1 zusammen
    – Putin (und vermutlich China) waren eingeweiht
    – beide werden einen Faustpfand eingefordert haben, um still zu halten

    – wie sähen zukünftige Bündnisse aus?
    China und Russland sind beide im Iran aktiv.
    Ließe man hier auch die Mullahs entfernen. Israel hat ja gezeigt, wie schnell das möglich wäre…
    Kuba und der Rest von Latein-Amerika…??
    Und – GANZ WICHTIG – Europa??

  5. altautonomer am Januar 4th, 2026 11:56 a.m.

    Ein weiterer Schritt Trumps zum Friedensnobelpreis. Und demnächst das Trump-Monopoli: „Tausche Taiwan gegen Grönland!“ US-Konzerne müssen nicht über Los gehen.

  6. nOby am Januar 4th, 2026 1:02 p.m.

    Burks gibt Lebenszeichen aus Berlin. Vielen Dank.

    Minus 6 Grad. Frieren aber glücklich.

    Die JF berichtet:

    Bei Dauerfrost sitzen zehntausende Berliner in unbeheizten Wohnungen ohne Strom fest – für mindestens fünf weitere Tage. Wasserleitungen drohen zu bersten. Anwohner äußern gegenüber der JF Angst vor Plünderungen. Eine Ex-Ministerin fürchtet viele Tote. Es bahnt sich eine Katastrophe an.

    Zu dem Brandanschlag […] hat sich inzwischen die […] linksextreme Organisation „Vulkangruppe“ bekannt […]. Ihr „Mitleid“ für die Hausbesitzer in den wohlhabenden Stadtteilen halte sich „in Grenzen“, heißt es in dem Selbstbezichtigungsschreiben.

    „Linksextrem“ ist ein Tarnwort für kommunistisch. Welchen Sinn macht es aus kommunistischer Sicht die dort lebenden Omas und Opas und einfachen Bürger zu terrorisieren? Wollte der Kommunist nicht für diese Bürger da sein wie ein Vater für seine Kinder? Ich verstehe das nicht. Die „Vulkangruppe“ gibt es seit Zeit 2011 ist nicht als Terrorgruppe eingestuft. Es gibt Rockergruppen die wurden später gegründet und sind heute bereits seit mehreren Jahren verboten.

    Es kann bis Donnerstag dauern und die betroffenen Berliner haben wieder Strom. Warum liefert das THW keine Stromgeneratoren? Geht nicht. Die wurden unter großem medialen Getöse in die Ukraine verschenkt.

  7. nOby am Januar 4th, 2026 1:11 p.m.

    Sorry Burks, aber der von Dir gefeierte Blogger ist ein Idiot. Der sollte froh sein endlich befreit zu sein und nicht auf ganz ganz hohem Niveau jammern.

    Vielleicht solltest Du einmal einen Post über die Zustände in Venezuela schreiben. Über den Dreck, über die Armut, über die Preise in den Supermärkten, über die Arbeitslosigkeit. Über den Reichtum mit denen sich der Sozialist umgab. Über die Leere in den Krankenhäusern.

    Die sollten dem Trump alle Danken. Wenn der das Öl haben will – von mir aus. Wenn der Nebeneffekt z.B. weniger Armut, volle Supermarktregale und normale Preise sind – super.

    Jetzt bitte Kuba, dann von mir aus den Sudan oder Somalia.

  8. Godwin am Januar 4th, 2026 1:16 p.m.

    erste Fun-Fact zu den realen Hintergründen
    https://xcancel.com/golub/status/2007395711734952044

    Wie beurteilt und analysiert ein Marxist das alles?
    Jenseits der geopolitischen Spielchen kann und muss das alles auch als Teil des Klassenkampfes gesehen werden.
    Der allg. Kampf Arm vs. Reich, wie ihn Waren Buffet beschrieben hatte, wird aktuell von den „Reichen“ nach belieben dominiert.
    Trumpel & Co. befinden sich ja viel mehr im Konkurrenz-Kampf mit anderen Kapitalfraktionen.
    Der eigentliche Kampf findet also derzeit innerhalb einer Klasse statt.
    Wäre also wichtig festzustellen, welche Fraktionen da aktuell wichtig sind und welche Rolle spielen.
    Zunächst muss es erstmal um die Frage gehen, welche Ausprägung des Kapitalismus ist für die „Armen“ die erträglichere…

  9. Juri Nello am Januar 4th, 2026 2:23 p.m.

    Wenn’s im Innern knallt, braucht es äußere Feinde oder auch Feindbilder, die man bekämpfen kann. Das kennt man ja auch aus der eigenen Geschichte.

    Freuen wir uns also schon auf das Ausfliegen von Herrn und Frau Merz, sollte es mal nicht so laufen.

  10. blu_frisbee am Januar 4th, 2026 4:43 p.m.

    @nOby Ja nee, iss klar:
    Banker und Kommunisten: Alles Juden!

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