Ankunft abends in Caracas oder: Was macht eigentlich der US-Imperialismus? Revisited!

macawVenezuela
Das Foto zeigt einen Ara (Englisch Macaw, Spanisch/Nahuatl: Guacamaya), Fotograf Donald Forbes

Postkarte aus Venezuela: Coro, 19.1. [1998]
Liebe Eltern, bin gut angekommen, 44 Stunden Berlin-Coro. Chaos in Madrid, Ankunft abends in Caracas, zu Fuß quer durch die Stadt zum Busbahnhof. Leute sind sehr freundlich + hilfsbereit. Kam um 5 Uhr morgens in Coro ab (kleiner als Unna). Sonnenaufgang vor der Kathedrale, in der vor 400 Jahren meine Bergleute saßen. 35 Grad, ich bade im Meer und bin schon schwarzbraun. Venezuela ist leider teuer, man gibt 20 DM pro Tag aus, wenn man auf jeglichen Komfort verzichtet. Übernachte in einer Spelunke, ohne Fenster und mit Schaben – aber alles abenteuerlich, wie es sein soll…

Was haben wir heute? Die USA haben den venezolanischen Präsidenten festgenommen und entführt. Dürfen die das? Jetzt ist die völkerrechtliche Expertise Annalena Baerbocks gefragt. Hatten sie Hilfe vom Mossad?

Venezuela

Die bürgerliche Presse schreibt: „Mit der Gefangennahme von Machthaber Maduro hat Trump die Verhältnisse in Venezuela auf den Kopf gestellt. Weil er es kann.“

Ja, der US-Imperialismus betrachtet Lateinamerika als seinen Hinterhof.

Mexiko (1846–1848): Mexikanisch-Amerikanischer Krieg – USA besetzen große Teile Mexikos; Annexion u. a. von Kalifornien und Texas.

Nicaragua (1855–1857): Unterstützung des US-Filibusters William Walker, der sich selbst zum Präsidenten erklärt.

Kuba (1898; 1906–1909; 1912; 1917–1922): Militärische Besetzungen nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg.

Panama (1903; mehrfach bis 1935): Militärische Präsenz zur Abspaltung von Kolumbien und Sicherung des Panamakanals.

Honduras (1903–1925, mehrfach): Interventionen zum Schutz US-amerikanischer Wirtschaftsinteressen (Bananenkonzerne).

Nicaragua (1912–1933) – Langjährige militärische Besetzung; Kampf gegen Augusto César Sandino.

Haiti (1915–1934) – Militärische Besetzung und Kontrolle von Regierung und Finanzen.

Dominikanische Republik (1916–1924): US-Militärregierung nach innenpolitischer Krise.

Guatemala (1954) – Militärische Unterstützung beim Sturz der gewählten Regierung Árbenz.

Kuba (1961): Invasion in der Schweinebucht – gescheiterter Angriff exilkubanischer Truppen unter US-Führung.

Dominikanische Republik (1965): Entsendung von über 20.000 US-Soldaten im Bürgerkrieg.

Grenada (1983): Invasion nach marxistischem Putsch (Operation Urgent Fury).

Panama (1989): Invasion zur Absetzung von Manuel Noriega (Operation Just Cause).

Haiti (1994): Militärintervention zur Wiedereinsetzung von Präsident Aristide.

Kolumbien (ab 2000): Militärische Unterstützung und Truppenpräsenz im Rahmen von Plan Colombia (Drogenkrieg).

Nicht enthalten sind:
– verdeckte CIA-Operationen (z. B. Chile 1973),
– wirtschaftlicher oder politischer Druck,
– Unterstützung von Militärdiktaturen ohne formellen Truppeneinsatz.

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Kommentare

12 Kommentare zu “Ankunft abends in Caracas oder: Was macht eigentlich der US-Imperialismus? Revisited!”

  1. nOby am Januar 3rd, 2026 2:39 p.m.

    Burks, was für ein trauriger Tag für Dich. Schrecklich.

    Deine Familie wird immer kleiner. Wieder eine Sozialist weniger. Ich meine ein normaler Sozialist. Es gibt mittlerweile muslimische Sozialisten und in Thailand buddistische Sozialisten. In Burkina Faso sitzt noch einer und dann die im Sudan gleich mehrere. Der Trump hat laut der Presse in ’schland einen Deiner Brüder im Geiste verhaftet bzw. einen seiner Brüder im Geiste. FOCUS hat dazu einen Artikel verfaßt. Im Prinzip schreiben die das ein Verbrecher einen anderen Verbrecher beseitigte. Das stelle ich mir vor wie mit Al Capone und dem Valentinstag-Massaker. Damals ging es um Schnaps Heute um Öl.

  2. Die Anmerkung am Januar 3rd, 2026 2:45 p.m.

    Vielleicht reicht ja auch die völkerrechtliche Legitimation bei den Achsoguten durch Steinhöfel.

    https://www.achgut.com/artikel/maduros_festnahme_und_die_voelkerrechtliche_legitimation

    Glückwunsch an President Trump, Secretary of War Hegseth und die Soldaten, die diesen Einsatz (so scheint es jedenfalls aktuell) in brillanter Weise durchgeführt haben. #venezuelalibre

  3. nOby am Januar 3rd, 2026 2:50 p.m.

    Nachtrag: So wie auf dem ersten Foto stelle ich mir den Burks vor, ja, ja hätte damals seine Gruppe die Macht in ’schland übernommen. Burks ist der in der grünen Uniform, der rechts in dem Foto. Wer könnte der in der Tarnuniform sein? Vermutlich Trittin oder doch Winfried? Wahrscheinlich eher ein unbekannter Dritter, der die eben genannten alle beseitigt hätte. Allerdings wurde Winfried Ministerpräsident. Niemand wird bei den GRÜNEN ohne Ellenbogen Ministerpräsident.

  4. admin am Januar 3rd, 2026 2:52 p.m.

    Seit wann war Maduro ein „Sozialist“?

  5. blu_frisbee am Januar 3rd, 2026 4:03 p.m.

    Im moralischen WELTBILD positioniert sich einer als
    Richter und fragt: „Dürfen die das?“
    In Wirklichkeit herrscht größere Gewalt statt Moral aus dem Jenseits.

    Venezuela hatte den Rohstoffluch. Immer schon. Die Raffinerien die venezolanisches schwefelreiches Rohöl verarbeiten können stehen sämtlich in Texas (manche gehören Koch).
    Wenn die USA über venezolanisches Öl bestimmen schwächen sie China, die Scheichs und beschenkt amerkanische Freunde. Die Erderwärmung ist dem Ölkapital schnurz.
    Die venezolanische Ölindustrie gehörte früher der venezolanischen Bourgeoisie und Cuba war amerikanische Vergnügungsinsel.
    https://www.youtube.com/watch?v=zGxL2uNr7bk

  6. Crazy Eddie am Januar 3rd, 2026 5:21 p.m.

    Eigentlich ist China jetzt am Zug, oder?

  7. Godwin am Januar 3rd, 2026 7:03 p.m.

    der historische Abriss ist ja mehr oder weniger bekannt

    Maduro wird also als Drogenbaron angeklagt (und sicher auch verurteilt).
    Mag alles sein.
    Hätte sich Russland viel erspart, wenn die Selensky auch „ausgeflogen“ und „verurteilt“ hätten??
    Was, wenn jemand angeflogen käme und die Iden-des-Merz ausflöge??

    Hintergründe zur offensichtlich korrupten Cliqua wären ebenso wichtig, wie zu geostrategischen Überlegungen der Amis.
    Wer mit wem, gegen wen, wie und warum?

  8. blu_frisbee am Januar 3rd, 2026 9:40 p.m.

    Bürgerliche WELTSICHT kann nicht abstrahieren.
    Sie sieht nur Personen, keine Ideen und Rollen.

    Die Kingpin Strategy killt den Boss, Konkurruenz
    ersetzt den. Jetzt gibts mehr Drogenmafias statt weniger davon. Der Markt bleibt lukrativ.

    Die Person Trump ist unwichtig. Sein Nachfolger wird gefährlicher.
    Wird Ukraine EU-Mitglied verlieren europäische Bauern Subventionen.
    Gewinnt RU militärisch verliert Russland ökonomisch Zukunft.
    Zahlen werden die Armen.

  9. bentux am Januar 3rd, 2026 9:53 p.m.

    Das sagt der Google Assistant auf die Frage: seit wann war maduro ein „sozialist“?
    https://share.google/aimode/wtFPXoWuQMIkjJYzL
    Sozialist kann so vieles bedeuten.

    <8*) Der Aluhut meint: das ist aber nicht nach der Tradition, wie die Amis das handhaben.

  10. Godwin am Januar 3rd, 2026 11:39 p.m.

    interessante Überlegungen:

    Trumpel mimt den Erdogan – also die regionale Großmacht, zieht sich aber global zurück, was wiederum China und Russland gefallen würde…

    https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/01/03/venezuela-regime-change-russia-china-impact/

  11. Crazy Eddie am Januar 4th, 2026 11:16 a.m.

    @Godwin
    Ist es ein Zufall, daß China nur wenige Tage vor dem Maduro Coup mit einem großen Seemanöver die Blockade von Taiwan geübt hat? Wahrscheinlich. Werden die Aussichten für eine Annektion Taiwans jemals wieder so gut sein, wie jetzt unter Trump? Wahrscheinlich nicht. Trump wird keinen Krieg mit China riskieren und Taiwan verraten.

  12. Godwin am Januar 4th, 2026 3:30 p.m.

    @ Eddie

    Burks wird uns nach seiner China-Reise (die genau wie seine Israel-Reisen zuuuufällig in polit. brisante Zeiträume fällt) berichten

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