Unter Ethnic Scholars oder: Wie man antisemitische Propaganda in akademische Pubikationen einschleust

Ich habe mir einen Text des Blogs Elder of Zyon übersetze lasse, weil er beispielhaft zeigt, wie das vermutlich auch an deutschen Universitäten abläuft:

ethnic scholars

Letzten Sommer beschrieb die Princeton-Professorin Lorgia García Peña auf der Konferenz „Sozialismus 2025“, wie man antiisraelischen Aktivismus in alle Bereiche der Wissenschaft, einschließlich Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und Mathematik, einbringen könne. (Nebenbei bemerkte sie, ihr Ziel sei es, „die Universität in ihrer jetzigen Form abzuschaffen“, während sie weiterhin von „der kolonisierenden, rassistisch-kapitalistischen, weiß-suprematistischen Institution, die mein Gehalt zahlt, das ich dringend benötige“, bezahlt werde.)

Dies geschieht bereits. Ich sehe, wie Lügen über Israel in zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten eingeschmuggelt werden, die nichts mit Israel zu tun haben, wobei „Völkermord“ als bevorzugte Bezeichnung als Fakt dargestellt wird.

Ein besonders heuchlerisches Beispiel findet sich in einem Aufsatz über Ethik in „Qualitative Research in Psychology“.

Ethik, Macht und Verantwortung in der qualitativen Psychologie: Eine ethnografische Duo-Studie
Chiara Fiscone, Guido Veronese, Desmond Painter & Ashraf Kagee
Online veröffentlicht: 11. November 2025

Zusammenfassung
Dieser Beitrag ist das Ergebnis einer ethnografischen Duo-Studie zu den gelebten und umstrittenen Dimensionen von Ethik in der qualitativen psychologischen Forschung. Ausgehend von unseren unterschiedlichen Positionen als Forschende in verschiedenen disziplinären, institutionellen und geopolitischen Kontexten reflektieren wir die anhaltende Dissonanz zwischen institutionalisierter Verfahrensethik und den in der Praxis auftretenden ethischen Komplexitäten. Durch reflexive und kollaborative Analyse identifizieren wir vier miteinander verwobene Spannungsfelder, die unsere Untersuchung strukturieren: die Diskrepanz zwischen institutioneller Ethik und ethischer Verantwortung; die informierte Einwilligung als ethischer und politischer Konfliktpunkt; die Herausforderungen im Umgang mit den Spannungen und Paradoxien innerhalb ethischer Praxis; und die Verflechtung von Ethik mit politischen Strukturen und Machtdynamiken. Anstatt vorschreibende Lösungen anzubieten, verweilen wir in diesen Spannungen – wir leben in dem Unbehagen, den Widersprüchen und der Unsicherheit, die ethische Forschung als einen andauernden, situationsbedingten Kampf definieren.

Im Abstract findet sich kein Hinweis auf Gaza oder Israel, doch die Arbeit erwähnt den Begriff „Völkermord in Gaza“ aufgrund einer Stichwortsuche. Alle vier der Autoren haben in verschiedenen Bereichen (soziale Medien, Petitionen, andere Veröffentlichungen) zum Ausdruck gebracht, dass sie den „Völkermord“ in Gaza für eine unbestreitbare Tatsache halten.

Wie ich letzte Woche mit dem Münchhausen-Trilemma – einem einfachen logischen Test, der die strukturelle Unmöglichkeit eines „Völkermords in Gaza“ gemäß der Völkermordkonvention aufzeigt – bewiesen habe, ist all dies haltlos. Jede Veröffentlichung, Rede, jeder Artikel, jedes Kinderbuch, jede Konferenz oder jeder Podcast, der den Begriff „Völkermord in Gaza“ ohne weitere Erläuterung verwendet, ist eine Lüge.

In meiner Kultur gilt Lügen als unethisch. (Die Verwendung des Wortes „Positionalitäten“ anstelle von „Positionen“ ist nicht ganz so verwerflich.)

Noch unethischer ist es, Lügen in Bereiche einzuschleusen, in denen man sie nicht erwartet. Und genau hier entfalten die modernen antisemitischen Ritualmordlegenden ihre erschreckende Wirkung: Wenn man den Begriff „Gaza-Genozid“ in einem Kontext fernab der Politik liest oder hört, geht man psychologisch davon aus, dass es sich um eine bewiesene Tatsache handeln muss. Man erwartet, dass das Gelesene redigiert, geprüft und weitgehend wahr ist; man mag zwar wachsam sein und die Hauptargumente kritisch hinterfragen, aber die zugrundeliegenden Fakten gelten als wohlwollend dargestellt. Und das ist nicht mehr der Fall.

Dies ist nur ein Beispiel. Eine aktuelle bibliometrische Analyse von Artikeln zum Gaza-Krieg ergab eine große Anzahl in Top-Fachzeitschriften wie The Lancet und BMJ, die ihn ohne Vorbehalte als „Genozid“ bezeichnen – pro-palästinensische Beiträge dominieren dabei im Verhältnis 2:1 gegenüber pro-israelischen, oft in fachfremden Bereichen wie der öffentlichen Gesundheit. Auch dieser Artikel selbst gehörte dazu und berief sich wiederholt auf den „Gaza-Genozid“ als Fakt.

Allein im letzten Monat erschienen in Publikationen von Taylor & Francis rund 47 Artikel, die von „Völkermord“ in Gaza sprachen. Gegen diese Lüge anzukämpfen, grenzt an beruflichen Selbstmord, vergleichbar mit der Holocaustleugnung.

Und das Erschreckende daran: Das stammt direkt aus dem antisemitischen Propaganda-Handbuch der Nazis der 1930er-Jahre. Institutionen mit falschen „Fakten“ unterwandern, die große Lüge durch ständige Wiederholung in „seriösen“ Medien normalisieren und zusehen, wie die Gesellschaft zerbricht, bis das Undenkbare unausweichlich wird. Die Hetzer erfinden nichts Neues: Sie setzen das Drehbuch um und streben dieselben Ergebnisse wie in den 1940er-Jahren an.

Wir dürfen das nicht zulassen. Wir müssen es anprangern. Immer wieder. Wir müssen sie in die Defensive drängen. Wir müssen sie zwingen, jedes Wort zu beweisen. Wir müssen ihre Herausgeber zu verantwortungsvollem Handeln zwingen. Wir müssen die Zeitschriften, die diese Verleumdungen veröffentlichen, anprangern. Wir müssen Briefe an jede einzelne Zeitschrift schreiben und aufzeigen, dass ihre redaktionellen Prozesse versagt haben und dass diese Versäumnisse realen Schaden anrichten.

Entlarve die Lügen jedes Mal!

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Kommentare

6 Kommentare zu “Unter Ethnic Scholars oder: Wie man antisemitische Propaganda in akademische Pubikationen einschleust”

  1. juri nello am Dezember 8th, 2025 2:25 p.m.

    „In meiner Kultur gilt Lügen als unethisch.“

    Was für ein hanebüchener Mumpitz! Der Lügenbaron gilt als Sinnbild der deutschen Mentalität. Seit jeher und völlig zurecht.

    Die einzige Gewissheit im Krieg ist der Tod.

    Von daher wähle ich mal den Mittelweg und glaube keiner Seite. Denn über das Wissen verfüge ich zum Glück nicht.

  2. blu_frisbee am Dezember 8th, 2025 4:29 p.m.

    Ionische Naturphilosophen glaubten Sachen wären beseelt und wollten selber wohin.
    Physik wurde modern mit dem Begriff der Kraft.

    In der Politik gehts drum wer will was von wem
    und wer zahlt.
    Zionistische Lebenslüge ist Palestina wär ein
    Land ohne Volk für ein Volk ohne Land.
    Ein Geschenk.

    Es geht um Glauben & Fühlen statt Wissen & Denken.
    Dem bullshitter gehts um Dominanz statt der Sache.

    Da streiten Nazis. Soll man Partei ergreifen?
    Soll man Scheiße nach Geruch sortieren?

    Gegen infantiles magisches Weltbild kann man nicht argumentieren. Da hilft keine Wortverdreherei.

    Dann noch das Wort Lüge. I call bullshit.
    Isses nicht widerlich?

    Antideutsche und Zionisten diffamieren jedes
    Gegenargument in der Sache als falsches Gefühl
    Antisemitismus.
    https://www.youtube.com/watch?v=W3u9ZRCnTqs

    Etliche Muslime schließen aus ihrer Auserwähltheit
    a wrong sense of entitlement.

    Den Ton bestimmen die Lauten.

  3. Godwin am Dezember 8th, 2025 8:04 p.m.

    “Twenty years ago, Israel had the most powerful lobby I have ever seen. No politician could voice even the slightest criticism. Today, this is no longer the case.” (Donald Trump)

    da dem heute wohl nicht mehr so ist, wird halt auch öffentlich aus allen Rohren geschossen, um die Diskurshoheit wiederzuerlangen.

    ich glaube da eher der Statistik
    https://en.wikipedia.org/wiki/Casualties_of_the_Gaza_war

    Da sind mir dann auch Schein-Debatten darüber, was man denn ja nach dem Angriff der Hamas hätte anderes machen sollen mittlerweile ziemlich egal.
    Mir ist es immer noch ein Rätsel, wie(so) dieser Angriff überhaupt hatte stattfinden können (dürfen)?

  4. admin am Dezember 8th, 2025 8:42 p.m.

    Angriff? Verteidigung!

  5. Godwin am Dezember 8th, 2025 9:45 p.m.

    *griiiiins*

    Jetzt hast du die Aktion der Hamas selber als „Verteidigung“ bezeichnet…
    Ein Schelm wer böses dabei denkt…

  6. admin am Dezember 8th, 2025 9:49 p.m.

    Nein, die Reaktion Israels…

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