Open Source, aber nicht hier

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Die bürgerliche Hauptstadtpresse berichtet: „Open Source? Nicht bei uns: Berliner Behörden setzen weiter auf Software von US-Konzernen“. „Recherchen des Tagesspiegels zeigen, dass die Berliner Verwaltung weiterhin auf IT-Infrastruktur von Dritten setzt. Und dass sich das auf absehbare Zeit nicht ändern wird.“

„So teilt die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz auf Anfrage mit, dass sie für den Mailverkehr keine Open-Source-Software verwendet. Das Gleiche gilt demnach für interne Messenger-Dienste, wie sie in Unternehmen und Behörden oft benutzt werden, für Office-Programme, E-Akten, die Speicherung der Daten und das Betriebssystem. „In der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz werden in den genannten Bereichen keine Open-Source-Produkte eingesetzt“, schreibt die Pressestelle auf Anfrage. (…) Die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung schreibt, man verwende keine entsprechende Software und plane das auch in Zukunft nicht.“

Der Artikel wäre noch besser wenn er auch Links enthielte, wenn er auch die Kosten dieser ignoranten Haltung für die Steuerzahler aufführte.

Was mir merkwürdig vorkommt: Kann jede Senatsverwaltung in Berlin selbst über die eingesetzte Software entscheiden? Das gäbe doch ein unentwirrbares Chaos?! (Die Antwort ist vermutlich „ja“.)

„US-Dienstleister unterlägen auch dem sogenannten Cloud-Act, der den Zugriff von US-Behörden auf Daten regelt, die bei US-Unternehmen gespeichert sind. „Wenn dort ein amerikanischer Geheimdienst auf die Idee kommt, Daten auswerten zu wollen, dann muss Microsoft sich dem fügen“, sagt Kastl [vom CCC].

Das hat noch niemals niemanden interessiert. Erst dann, wenn plötzlich die E-Mails von Microsoft abgeschaltet werden, weil der US-Imperialismus die US-Regierung das so will, ist das Geheule groß.

„Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe verschickt ihre Mails mit Open Source.“ Was soll denn das heißen? Fehlt da ein „Programmen“? Oder verstehen die Autoren nicht, was sie schreiben? Oder sind wieder „russische Hacker“ am Werk?

Die Autoren: „Nick Wilcke berichtet als freier Autor für den Tagesspiegel aus Reinickendorf. Vorherige Stationen waren unter anderem das Sportressort der Berliner Morgenpost….“ – „David Will volontiert seit Januar 2025 bei der ZEIT. Er hat Politik- und Kulturwissenschaften in Leipzig studiert…“

Keine weiteren Fragen, Euer Ehren. Wie bestellt, so geliefert. Ich wette ein Monatsgehalt, dass die Autoren keine Open-Source-Software benutzen.

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Kommentare

10 Kommentare zu “Open Source, aber nicht hier”

  1. bentux am Dezember 8th, 2025 12:04 p.m.

    Sharing heißt Caring. So müssen die Daten nur einmal kopiert werden und der große Bruder weiß sofort bescheid. Das spart Verwaltungsgebühren und wenn was schief geht, ist die Cloud schuld. Also Support ist damit geregelt. Jeder weiß sowieso wie mit der Standardsoftware, umgegangen werden muss. Das hat der nix zu verbergende Bürger zu Hause auch. Kosten für die Software sind Praktisch nicht vorhanden, denn der Steuerzahler kommt dafür auf. Der wie Wir wissen, sowieso keine Wahl hat. Der Sz. darf sich halt die verschiedenen Farben (CCSGLFA und was noch so über die 5% kommt) aussuchen.
    Aber es wird daran gearbeitet, die Bundeswehr macht einen Kursus in praktischer Demokratie in Sudan um dann als Force Multiplier zu Unterrichten (oder habe Ich da jetzt was falsch verstanden?).

    <8*) Der Aluhut meint: Nicht so negativ, das hat alles seine Vorteile.

  2. blu_frisbee am Dezember 8th, 2025 12:41 p.m.

    Jurnis und Juristen am Herrschaftshof haben einen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechte-Welt-Glaube
    Da sind böse Buben vabotn, ergo nicht existent.

    Also kauft der Staat systemrelevante software
    von vertrauenswürdigen Firmen statt sie selber
    herzustellen.

    Wenn die WELT dem Glauben widerspricht (Snowden)
    wird moralisch argumentiert
    (Abhören unter Freunden geht garnicht).
    Wird der chin. Staat vedächtigt dann kauf nix.

    Wenn der Papst sagt die Erde ist das Zentrum
    kann Kopernikus schlecht argumentieren.
    Leut mit Macht haben keine Kenne.
    Leut mit Kenne haben weder Geld noch Publikation.

  3. juri nello am Dezember 8th, 2025 1:07 p.m.

    München hatte mal umgestellt auf Linux und Open Source.
    Die sind inzwischen auch zurück zu MS.

    Ja. Die Verwaltung darf selbst entscheiden, welche Arbeitsmittel sie innerhalb des vorgegebenen Budgetrahmens einsetzen möchte.

    Wie bei allen deutschen Institutionen wird der Budgetrahmen natürlich so verwaltet, dass wer den nicht aufbraucht, den Rahmen um den Betrag gekürzt bekommt.

    Erschwerend kommt hinzu, dass die früheren kommunalen Rechenzentren heute mehrheitlich freie Klautdienstleister für MS sind.
    Wie das wohl gekommen sein mag?

    Man könnte ja mal probehalber eine Kommune mit DeepSeek (Original) ausstatten. Mal sehen, wie schnell die weggebpmbt wird.

  4. bentux am Dezember 8th, 2025 1:39 p.m.

    In München steht ein Microsoft, ons, twoa… Wie kann es dann sein das da Open Source eingesetzt wurde. Da musste erst die SPD kommen um das gerade zu rücken. Das wäre ja so als ob Canabis anstatt Alkohol konsumiert werden dürfen würden.

    <8*) der Aluhut meint, einen habe Ich noch. Alkoholiker über Drogenpolitik entscheiden lassen…

  5. nOby am Dezember 8th, 2025 2:20 p.m.

    Apropos Berliner Verwaltung und IT oder EDV.

    Du bist öfter im Naturkundemuseum tätig. Danisch schreibt gerade über die. Die wurden 2023 gehackt und hatten offenbar kein vollständiges Backup und kein Szenario, um die 1000 Einzelplatzrechner wieder aufzusetzen. 1000? Das sind viel. Haben die wirklich so viele? Wäre das nicht eine Aufgabe für Dich denen als Krypto-Experte unter die Arme zu greifen? Die wollen den gesamten Datenbestand, 84 TB verschlüsseln und haben das offensichtlich per 10/2025 geschafft. Das sind volle 2 Jahre! 84 TB sind nicht viel. In meinem Haushalt sind es mittlerweile 9 TB. 99% unverschlüsselt, weil ich nicht abenteuerlustig bin.

    Als Du für die tätig warst, funktionierte damals die EDV?

  6. admin am Dezember 8th, 2025 3:34 p.m.

    Das darf ich nicht sagen.

  7. Crazy Eddie am Dezember 9th, 2025 11:04 a.m.

    Was soll schon dabei herauskommen, wenn man AWS, Azure und Google hofiert, damit die auch Datenzentren in Deutschland bauen. Da fällt selbst SAP hinten runter. Europäische dezentrale und blockchainbasierte IT-Lösungen (Caffeine, Internet Identity z.B.) kennt man gar nicht. Erst wenn ICyp aufgibt und von der Schweiz in die USA umzieht wacht man vielleicht auf. Aber wahrscheinlich nicht mal das. Erst wenn ICP tatsächlich die IT Branche revolutioniert, was noch 10-15 Jahre dauern kann, wird man in Deutschland und Europa merken, was man mal wieder verpennt hat.

  8. bentux am Dezember 9th, 2025 12:08 p.m.

    Ganz Deutschland im Microsoft, AI und Cloud Wahn. Schleswig-Holstein… Nein, eine kleine … mist, jetzt kriege Ich den Bogen zu den Galliern nicht. Aber https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/themen/digitalisierung/linux-plus1/Projekt scheint sich da hervor zu tun.
    Das hört sich ziemlich gut an, mal sehen wann die Sozen das versauen, so wie in München. Könnte aber funktionieren, denn in Schleswig Holstein gibt es nicht so viele Golfplätze und die Microsoft Zentrale ist weit weg. ;-)

    Noch was von Microsoft:
    FINALLY Microsoft Did Something Really Good… https://youtu.be/gvs0YNPo33k?si=BDQnIrBHqmy8dwKQ zusammen mit dem:
    New Largest AI Datacenter: Not a Single GPU Inside https://youtu.be/N10w1KvFKNQ?si=UAtBxd1Tc_xMPnO2
    Irgendwie passt da was nicht.
    AI auf dem lokalen Gerät, ohne Netzwerk? Datenzentren für AI ohne GPUs? Das wird spannend.

    Ackerland zu Datencenter? Was wollt Ihr lieber? Super-Rechner die manchmal nicht rechnen können oder was zu essen? Eine schwierige Entscheidung.
    Mehr als 2GW verbrät so ein Rechenzentrum. Da kann ein schöner Grill für betrieben werden.
    Diese Datenzentren poppen wie Pilze aus dem Boden. Auch in D.

  9. claudiaberlin am Dezember 9th, 2025 3:52 p.m.

    Ich VERMUTE, dass die Unwilligkeit/Unfähigkeit, OpenSource-Programme einzusetzen, vielfach daran hängt, dass man mit diesen relativ alleine ist. Kostenlos runterladen und dann muss man sehen, wie man es hinbekommt, oder?
    Institutionen und Unternehmen haben aber gerne einen Vertragspartner, der bezahlt wird und deshalb in der Pflicht ist, auch Support zu leisten. Der Unternehmenssupport für Microsoft-Produkte wird hauptsächlich durch Microsoft selbst über verschiedene dedizierte Kanäle und Supportpläne sowie durch ein Netzwerk von autorisierten Microsoft-Partnern geleistet.

    Ob es für LibreOffice et al so etwas gibt? Keine Ahnung!

  10. bentux am Dezember 10th, 2025 2:22 p.m.

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