Krieg und KI

Ich habe mir einen interessanten Artikel der Jerusalem Post übersetzen lassen: „Gaza-Krieg und KI-Einsatz führen laut einer Studie des Taub-Zentrums zu steigender Arbeitslosigkeit im israelischen Technologiebereich. Die Arbeitslosenquote in der Branche ist gestiegen und liegt nun über dem Durchschnittswert der gesamten Wirtschaft; im Jahr 2024 gab es zudem einen starken Rückgang an freien Stellen.“

Was mich überraschte: Ein Viertel (!) aller nicht orthodoxen jüdischen Männer arbeitet im High-Tech-Sektor Israels, aber nur 12 Prozent der Frauen.

wages israel

Israels Technologiesektor, der wichtigste Motor der Wirtschaft, steht laut einer heute vom Taub Center for Social Policy Research veröffentlichten Studie vor einer besonders herausfordernden Phase.

Die Untersuchung stellte einen Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Tech-Beschäftigten, einen Rückgang der offenen Stellen sowie wachsende soziale und geografische Unterschiede fest. Hauptgründe seien laut der Forscher die Folgen des Krieges sowie die beschleunigte Nutzung von KI.

Den Daten zufolge stieg die Zahl der Beschäftigten in Israels Hightech-Industrie zwischen 2014 und 2023 um rund 60 % – ein Zuwachs von etwa 150.000 Beschäftigten, vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung. Die Löhne stiegen deutlich und liegen weiterhin weit über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Seit Ausbruch des Krieges hat sich dieser Trend jedoch umgekehrt.

Die Arbeitslosenquote in der Branche ist gestiegen und hat den gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt überschritten. Im Jahr 2024 kam es zudem zu einem starken Rückgang offener Stellen, vor allem für junge und unerfahrene Beschäftigte – ein Phänomen, das als „Junior-Krise“ bezeichnet wird.

Die Studie basiert auf einer umfassenden Analyse der Daten der Arbeitskräfteerhebung 2023–2024 des Zentralamts für Statistik und untersucht den Arbeitsmarkt für Personen im Alter von 25 bis 64 Jahren. Dabei wurden die Erwerbsstatus verschiedener Bevölkerungsgruppen (beschäftigt, arbeitslos, arbeitssuchend) sowie demografische Merkmale wie Geschlecht, Sektor und Wohnort berücksichtigt.

Darüber hinaus wurden sogenannte KI-Expositionsindizes herangezogen, um einzuschätzen, in welchem Umfang typische Tätigkeiten in verschiedenen Berufen von KI-Systemen übernommen werden können, und um das Risiko einer Verdrängung von Arbeitskräften durch Automatisierung zu bewerten.

Die Studie zeigt zudem große Unterschiede in der Beschäftigung: Fast 25 % der nicht-haredischen jüdischen Männer arbeiten im Hightech-Sektor, verglichen mit nur etwa 12 % der nicht-haredischen jüdischen Frauen. In der haredischen Gesellschaft sind weniger als 10 % in der Branche beschäftigt, in der arabischen Gesellschaft weniger als 5 %.

Geografisch gesehen ist die Beschäftigung in den meisten Regionen des Landes zurückgegangen, insbesondere im Norden, rund um den See Genezareth und in Safed, während Jerusalem und die Jesreelebene einen leichten Anstieg verzeichneten. Tel Aviv bleibt zusammen mit Petach Tikva, Haifa und Rehovot führend in Bezug auf die Beschäftigung.

Gleichzeitig stellte die Studie fest, dass Tech-Dienstleistungen die Wirtschaft beim Einsatz von KI-Technologien anführen. Dieser Trend geht mit einem Rückgang bei Neueinstellungen sowie dem Ersatz von Fachkräften durch automatisierte Systeme einher. Die Forschenden warnen, dass langfristig ein deutlicher Beschäftigungsrückgang in der Branche zu erwarten sei, falls keine geeigneten politischen Maßnahmen ergriffen werden.

Prof. Gil Epstein, einer der Autoren der Studie, schreibt: „Die Implementierung von KI und die Beschleunigung der Automatisierung verändern das Gesicht der Beschäftigung in der Hightech-Industrie.“ Laut ihm sei ein spürbarer Rückgang der Zahl der Beschäftigten in Unterstützungsfunktionen zu verzeichnen, begleitet von steigenden Löhnen – ein Trend, der den Bedarf an beruflicher Umschulung und gezielten Qualifizierungsmaßnahmen verstärkt.

Das Taub Center empfiehlt zudem, dass die Regierung eine Strategie entwickelt, die die KI-Revolution nutzt, um hochwertige Beschäftigung zu fördern und Unterschiede abzubauen, insbesondere in Randregionen. „Dies ist eine Bewährungsprobe für die Wirtschaftspolitik Israels“, betonen die Forschenden, „denn die Erhaltung und Stärkung des wichtigsten Wachstumsmotors der Wirtschaft ist entscheidend für Erholung und langfristiges Wachstum.“
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ChatGPT könnte meine Frage, wie das in Deutschland aussieht, nicht exakt beantworten, nannte aber als Quelle eine Studie der Bundesagentur für Arbeit: „Der Arbeitsmarkt für IKT-Berufe im Kontext der Transformation“.

„Ich konnte keine verlässliche Quelle finden, die angibt, wieviel Prozent der deutschen Männer insgesamt im High-Tech-Sektor arbeiten. Ein paar relevante Hinweise:
* In Deutschland sind über 1,12 Millionen sozialversicherungspflichtige IKT-Fachkräfte beschäftigt.
* Der Anteilswert der Beschäftigung im Bereich „High- und mittel-hochtechnologische Fertigung“ liegt laut Eurostat für Deutschland bei etwa 9,60 % (Stand Dezember 2024)
* In der Digital- / Techbranche liegt der Frauenanteil laut Bitkom bei etwa 16 % ([Electro IQ][3]) — daraus ließe sich theoretisch ableiten, dass etwa 84 % der Tech-Beschäftigten Männer sind, aber das ist kein direkter Beleg für den Anteil aller Männer in der Gesamtbevölkerung oder im Arbeitsmarkt, der in High-Tech arbeitet.“

Wenn ich die Daten richtig interpretiere, ist der Anteil der Personen, die in Israel im High-Tech-Sektor arbeitet, fast drei Mal so hoch wie in Deutschland.

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Kommentare

4 Kommentare zu “Krieg und KI”

  1. nOby am September 24th, 2025 2:51 p.m.

    Burks, bist Du gestern satt geworden? Wie sieht es mit heute aus?

  2. Godwin am September 24th, 2025 4:17 p.m.

    „In Israel stellen die Charedim mittlerweile geschätzt bis zu 15 Prozent der Bevölkerung.“
    (Wikipedia)

    aber quasi jeder 4. Mann arbeitet im Hightech-Sektor.
    Zählen da die Putzen und Tippsen auch mit rein, oder nur die entsprechend ausgebildeten Fachkräfte.
    Das würde Fragen aufwerfen – zwecks Bildung und so. Fragen wie: Wie machen die das??

    Aber auch wirtschaftlich stellt sich die Frage: Wie machen die das?
    Wie und womit haben die ihren Hightech-Sektor aufgebaut. Spaß kostet bekanntlich.

  3. admin am September 24th, 2025 4:50 p.m.

    Gestern gab es Spaghetti mit Fleisch https://www.chefkoch.de/rezepte/1149821221287829/Spaghetti-Bolognese.html, heute Pflaumenpfannkuchen

  4. nOby am September 24th, 2025 5:37 p.m.

    @admin

    Danke für die Info. Das macht meinen Kopf wieder frei für andere Dinge des Lebens. 👍

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