Grauland, nicht Outland
Reiseempfehlung in Secondlife: The Grauland Cluster (Fotos auf Flickr). Ich war durch Inara Pey auf diese originelle Sim aufmerksam geworden und habe mir den Text von ChatGPT übersetzen lassen, den Text geglättet und die Links hinzugefügt. Mich erinnerte das Szenario aber auch an einen meiner Lieblingsfilme – Outland mit Sean Connery.
Für jeden, der eine Schwäche für gute Science-Fiction hat, dürfte die eingangs beschriebene Szenerie sofort Erinnerungen an Stanley Kubricks zeitlos aktuellen Klassiker 2001: Odyssee im Weltraum wachrufen – allein durch die Anspielung auf einen geheimnisvollen Monolithen im All. Und tatsächlich genügte schon dieser Gedanke, um meine Neugier zu wecken, als ich Jimgarands neuestes Grauland-Projekt besuchte: The Grauland Cluster.
Noch stärker wird der Bezug zu 2001, sobald man den Landeplatz verlässt: Vor einem liegt ein gewaltiger Krater, der unweigerlich an den Tycho-Krater des Mondes erinnert, jenen Ort, an dem Dr. Heywood Floyd seine historische Begegnung hatte. Nur: Dieser Krater befindet sich auf einem Asteroiden, und der Monolith hier ist keineswegs ein schwarzer, glatter Block (geschweige denn vergraben oder in einer Umlaufbahn um Jupiter – oder Saturn, wie in Clarkes ebenso brillanter Romanfassung).
Doch wer nun meint, Jims Werk sei lediglich ein Nachklang von Kubrick oder Clarke, irrt. Was uns hier begegnet, ist ein faszinierendes Zukunftsszenario, sorgfältig verwoben und inszeniert – mit dem Schwerpunkt auf einer gigantischen Anlage, die tief in den Asteroiden gebaut wurde.
Über eine Teleportscheibe in der Kraterstation erreicht man das eigentliche Herzstück: die Asteroidenbasis. Sie ist eindrucksvoll gestaltet mit Bauelementen aus Beth Delaunays (Isilmeriel) exzellenter Sci-Fi-Kollektion, die vielen SL-Veteranen vertraut sein dürfte, kombiniert mit Teilen von ʼfrit (Ifrit Skytower) sowie eigens entworfenen und kitbash-ähnlichen Strukturen.
Das Ergebnis ist eine weitläufige Station, verbunden mit mehreren kleineren Asteroiden, die teils ausgehöhlt und dadurch selbst spannende Erkundungsziele sind. Mehrere Docks – darunter eines für große Frachter – zeugen von regem interstellarem Verkehr.
Dass die Basis für längere Aufenthalte gedacht ist, versteht sich fast von selbst: eine großzügige Kantine, ein geräumiges Fitnessstudio, zahlreiche Freizeiträume. Alles deutet darauf hin, dass hier eine große Besatzung leben und arbeiten kann. Künstliche Gravitation wird angedeutet, Verteidigungsanlagen sind vorhanden – die Details bleiben bewusst der Fantasie überlassen.
Der Monolith selbst schwebt frei im Raum, über einen Gang erreichbar, der von zwei Luftschleusen ausgeht. Über seiner rau behauenen Oberfläche schweben leuchtende Symbole und geometrische Formen – geheimnisvoll, rätselhaft, offen für jede Deutung. Spontan erinnerte mich der Anblick an eine Art Voyager-Botschaft an ferne Sterne – oder vielleicht an einen noch unentzifferten Rosetta-Stein.
Zu den kleinen, feinen Details, die den Reiz des Bauwerks verstärken, zählen NASA-inspirierte Außeneinsätze und die – angesichts der Lage im Asteroidengürtel fast ironische – Nutzung von Solarpaneelen. Diese bewusst gesetzten Anachronismen verleihen der Szenerie einen besonderen Charme, da sie im Kontrast zu futuristischen Raumfahrzeugen, künstlicher Gravitation und hochentwickelter Hydrokultur stehen.
So bleibt das Setting zeitlich bewusst unbestimmt, doch die Einbindung aktueller Technologien (etwa im Fitness- und Freizeitbereich) verankert die Station fest in unserer Vorstellung von menschlicher Machbarkeit. Besonders gefallen haben mir die wechselnden Bilder auf den Bildschirmen des Kommandoraums – eines davon zeigt offenbar ein Schiff mit dem legendären Alcubierre-Antrieb. Ob Zufall oder Absicht, für mich war es ein kleines, amüsantes i-Tüpfelchen.
Weil so vieles offen bleibt, eignet sich The Grauland Cluster hervorragend für freies Rollenspiel – vielleicht auch mit einem leicht düsteren Unterton, wenn man an die Geschützstellungen im Außenbereich und die „Big Brother“-artige Flut an Monitoren im Kontrollzentrum denkt, die scheinbar alles im Blick behalten.
Doch auch ohne jede Rollenspielabsicht entfaltet Jimgarands Schöpfung ihre Wirkung: The Grauland Cluster ist – wie alle seine Bauten – visuell spektakulär und von seltener Fotogenität. Ein in jeder Hinsicht meisterhaft gestaltetes Werk.
Kommentare
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Hm, ich lese das Du binnen 24h nur für eine Mahlzeit die Zeit hast. Aber Du hast die Zeit diesen langen Post in den Computer zu tippen und außerdem zu illustrieren?
Wenn Du das in 10 Minuten realisieren konntest, dann wäre es OK und ich will nicht weiter motzen, schließlich bist Du ein IQ-Begabter, aber ab 30 Minuten könnte mich niemand stoppen …