Polyglott
Watson.ch: Niko Aktas ist womöglich der vielsprachigste Mensch in der Schweiz. Der 36-Jährige kann auf Deutsch, Schweizerdeutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Schwedisch, Türkisch und Russisch Gespräche führen. Auf weiteren drei Sprachen – Slowakisch, Arabisch und Albanisch – kann er sich verständigen. Eine Handvoll weiterer versteht er, zum Beispiel Rumantsch.
Aktas ist damit einer der wenigen Hyperpolyglotten im Land. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: «Poly» bedeutet «mehrere» und «glōtta» ist «die Sprache». Während Polyglotten drei oder mehr Sprachen sprechen, sind es über sechs bei Hyperpolyglotten wie Niko Aktas.
„Grundsätzlich lege ich den Fokus am Anfang kaum auf Grammatik. Ich habe fünf Punkte entwickelt, die ich meinen Sprachschülern weitergebe. Erstens: eine Liste mit den wichtigsten zweihundert Wörtern, die ich mit einem anderen Polyglotten zusammengestellt habe. Diese Wörter sind noch relativ unspezifisch.“
Dazu im ehemaligen Nachrichtenmagazin (Paywall) ein Interview mit Torben Schmidt, Professor für Didaktik des Englischen an der Leuphana Universität in Lüneburg: Sollten Kinder eine zweite Fremdsprache lernen?
„Wir sprechen hier von ‚Skill Skipping‘: Wenn durch technische Möglichkeiten gewisse Fähigkeiten nicht mehr erlernt oder trainiert werden. Wir kennen das aus der Mathematik: Wer häufig den Taschenrechner nutzt, verlernt das Kopfrechnen. Die neuronalen Verknüpfungen werden nicht mehr gebraucht. Wer verschiedene Sprachen beherrscht, dessen Hirnareale sind besser miteinander verbunden, es findet mehr Aktivierung statt.“ Mehrsprachige Menschen seien auch im Alter noch neurologisch fitter als solche, die nur eine Sprache sprechen.
Die Sache mit den 200 Wörtern finde ich interessant. Aber wann „kann“ man eine Sprache? Ich spreche Deutsch und Englisch fließend, Spanisch ganz gut. Französisch kann ich lesen, ich verstehe fast alles und kann mich verständigen (hatte ich in der Schule, aber das Spanische hat es überschrieben). Jiddisch kann ich lesen und verstehen, aber richtig aussprechen natürlich nicht immer. Hebräisch lerne ich seit gut eineinhalb Jahren, aber bis zum aktiven Sprechen ist es noch weit. Lateinische Texte verstehe ich nicht ganz, aber weiß immer, worum es geht (großes Latinum: mehr als fünf Jahre Lateinunterricht).
Für das übernächste Jahr, wenn ich mit hoffentlich mit meinem Hebräischen zufrieden bin, habe ich mir vorgenommen, wieder mit Mandarin weiterzumachen.
Also: Neurologisch ist hoffentlich alles ok mit mir.
Kommentare
2 Kommentare zu “Polyglott”
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Ein Jude kann Lesen, Schreiben und oft mehrere Sprachen.
Sowohl Karl Marx wie Rosa Luxemburg.
Auch viele indische oder afrikanische Geschäftsleute.
Während „Der Westen“ verblödet.
neurologisch vermutlich ja
keine Ahnung
habituell durch und durch bourgeois, den neoliberalen Selbstoptimierern anheim gefallen…