Schnell auf’s Land
Machu Picchu, Perú, 2,400 m. Vista panoramica. 1977,. Swiss Foto S.A. Apartado 430, Lima
Postkarte vom 21.12.1979 aus Lima, Peru, angekommen am 03.01.1980.
Liebe Eltern! Gestern sind wir nach einem 57 Std. Trip mit Lastwagen und Bus in Lima, Peru, angekommen. Zum umseitigen Foto kommen wir erst in ca. 3-4 Wochen, aber die Post hier ist sicherer. Uns geht es gut, heute haben wir Geld bekommen, und nach Bolivien geht’s auch wieder. Temp. 25°, sehr unweihnachtlich. 1000 km vor Lima bis hier nur Sandwüste mit Oasen wie in de Sahara. Bitte Weihnachts- und Neujahrsgrüße an alle. Demnächst aus La paz ausführlicher Bericht, wir fahren schnell auf’s Land, da ist es schöner. Gruß Burkhard
Die Fahrt vom Süden Ecuadors nach Lima war abenteuerlicher, als ich es geschrieben habe. Wir kamen auf die abwegige Idee, die Panamericana nach Süden zu trampen. Aus meinem Reisetagebuch, 18.12.1979:
Morgens um 8 Aufbruch zum 57-Std. Trip nach Lima [von Duran bei Guayaquil, Ecuador]. Kriegen carro in den nächsten Ort, dann sofort Ölfahrer [Truck] nach Naranjal. Will unbedingt Papierblättchen, um Gras zu rauchen.
Finca = ist im Gegensatz zu Hazienda „vegetarisch“. Von Naranjal leerer Zementsattelschlepper bis Huaquillas. Die Gegend besteht fast nur aus Bananenplantagen. Vor der Grenze die üblichen Polizeikontrollen, wir kommen aber schneller voran als mit dem Bus, weil der Truckfahrer ein Höllentempo drauf hat. Kurz vor Huaquillas wereden wir bei einer Zementfabrik abgeladen. In der Kantine [der Fabrik] essen wir, und ich hole mir einen Bazillus für den Durchfall.
Pick-up bis zum Zollgebäude. Die Geldwechsler spinnen. Zu Fuß quer durchs Dorf und [den] Markt über die Brücke [Puente de la Paz] nach Peru. Für die Einheimischen herrscht freier Grenzverkehr. Bei Vorlage unserer [Flug]Tickets [von Barbados nach Europa] bekommen wir sofort 90 Tage [Visum] und genehmigen uns erst mal jugos.
Wieder Zementtruck bis Tumbes [unleserlich]. Leider legt sich der Fahrer kurz vor Mitternacht mit Frau + Kind schlafen und wir auf der Ladefläche, eingemummt in den Schlafsack, bei eisigem Winde. Die Landschaft ist großartig, Sand und Felsenwüste auch am Meer, dazu Sternenhimmel.
19.12. Morgens geht es weiter bis zu einer Oase (irgendwas mit A…)[vermutlich El Alto] bei Sonnenaufgang. Ziemlich verfallenes Nest. Ich muss wahnsinnig scheißen. Derselbe Fahrer nimmt uns weiter bis Sullana, dann Pick-up nach Piura = 200 km bis um 10. In einem Hof vor der Kneipe können wir uns waschen [wir waren total eingedreckt vom Zementstaub].
Bus kostet = 2800 [Soles], nach einigen Fragen soll er um 12 gehen, fährt aber erst nach Sullana zurück und dann wieder nach Piura. Die Gegend unbeschreiblich, abwechselnd flache Sandwüste, Felsen, meterhohe Dünen und Oasen mit Palmen. Mehrere Pannen, Riefenwechsel, Schaltung klappt nicht, gegen Mitternacht 1 Stunde Reparatur, aber bei 3 Fahrern klappt es. Abends um 17:15 Uhr Ankunft in Lima…
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2 Kommentare zu “Schnell auf’s Land”
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Ich wundere mich über die Qualität dieser Postkartenfotos. Das letzte mit den 3 Fenstern war bereits herausragend. Und deren Druck stammt aus den Jahren 1977 oder kurz davor.
Die hatte meine Mutter im Schrank aufbewahrt.