Woke Verirrungen

Susanne Schröter schreibt auf Fratzenbuch: „Bernd Fischer hat sich in seiner Rezension meines Buches „Der neue Kulturkampf“ eingehend und argumentationsstark mit der von mir kritisierten woken Ideologie befasst. Spannend ist, dass er, ganz nebenbei, den unterirdischen Beitrag [Paywall] von Ronya Othmann abräumt, den diese in der FAZ – Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlicht hat.“

Schröter hat es geschafft, in die Reihe der unabhängigen Wissenschaftler und Intellektuellen aufgenommen zu werden, die von den Anhängern der woken Ideologie mit der Bezeichnung „umstritten“ versehen wurde. Das bedeutet zum einen, dass sie mit ihren Veröffentlichungen ein breites Publikum erreicht (unter einer gewissen Schwelle werden die woken Kettenhunde nicht von der Leine gelassen), und zum anderen, dass sie mit ihrer Kritik auf einen empfindlichen Nerv trifft. Deshalb versuchen die Organisationen des linken Spektrums, sie zu zermürben und zu diskreditieren, (…)

So wertete etwa der AStA der Goethe-Universität den Begriff „Steuern“ im Titel als ein „rechtspopulistisch genutztes Bild“. Die Konferenz, so der AStA, sei nichts anderes als ein „Schaulaufen der pseudowissenschaftlichen und vom Rechtspopulismus nicht immer abgegrenzten Akteure“. Das sind natürlich völlig haltlose, an den Haaren herbeigezogene Anschuldigungen. Irgendwann wird es einen Linguisten geben, der die Lingua Wokis Imperii untersucht, und dann werden diese Verleumdungen bestimmt nicht fehlen, verdeutlichen sie doch zum einen, wie in Orwell’scher Manier die Sprache so zurechtgestutzt werden soll, bis eine Kritik an der woken Glaubenslehre nur noch in einem (gesellschaftlich) verminten Terrain möglich ist, und zum anderen, dass jeder beliebige Haufen (bestenfalls) Halbgebildeter jeden herausragenden Wissenschaftler und Praktiker nach Belieben diskreditieren kann. (…)

Schröter analysiert eingehend, wie strukturelle Gründe (nicht zuletzt der Zwang sich dem woken Zeitgeist zu unterwerfen, um überhaupt Drittmittel einwerben zu können), die Universitäten zu Horten des Opportunismus gemacht haben, in denen statt Wissenschaft eine Art von Religion betrieben wird. Sie widmet sich der Besessenheit der woken Linke, die Nationalstaaten de facto abzuschaffen, indem sie sich gegen jede Form der Integrationssteuerung ausspricht. Sie beschreibt die Macht, die eine „Islamophobie-Lobby“ in westlichen Ländern (insbesondere der BRD) mittlerweile erlangt hat, und beleuchtet die unrühmliche Rolle, die viele ihrer Kollegen spielen, indem sie bereits die Nennung bloßer Fakten als antimuslimisch denunzieren und dafür von der Politik üppig alimentiert werden.

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Kommentare

8 Kommentare zu “Woke Verirrungen”

  1. Godwin am Oktober 1st, 2024 2:13 p.m.

    Dem Wokismus skeptisch, einigen seiner Auswüchse gar ablehnend gegenüber zu stehen, ist das eine
    Das ideologikritische Gefasel kommt aber idR schon von Leute mit zweifelhaften Ab- und Ansichten.

    So muss das damals bei Jesus gewesen sein:
    Er so: „seid doch mal nett zueinander“
    Pöbel & Plebs: „wozu soll das gut sein?“
    Priester (Elite): „ans Kreuz mit dem“

    Was hat woke eigentlich mit links zu tun?
    Das ist doch bürgerlicher Firlefanz.

  2. Juri Nello am Oktober 1st, 2024 5:34 p.m.

    Ich war dabei, als es hier die ersten Linken mit der Sprachesoterik anfingen. Ich habe damals in den 0er Jahren schon obige Kritik geäußert, was mit absolutem Unverständnis goutiert wurde.
    „Das ist doch etwas, wo man etwas verändern kann.“ „Was is mit Lebensverhältnissen, Wohnungssituation, Hunger und so? Ich kann ja auch am Kochtopf etwas ändern, nur kocht der dann halt nicht mehr so gut.“

    Wie fast alles seit den letzten 40 Jahren, kommt das natürlich aus den Juneitet Stets und ist deswegen nicht bürgerlich, da es dort eine bürgerliche Mitte kaum gibt
    Du hast jenseits der Parteien Trump (AfD) und Harris (CSU) nichts im Parteienspektrum, denn Kommunismus ist verboten.

  3. Godwin am Oktober 1st, 2024 8:55 p.m.

    Das wäre aber exakt meine Argumentation: weil es eben aus den alten Kolonien kommt, ist es durch und durch bürgerlich.

  4. Jens am Oktober 1st, 2024 10:45 p.m.

    „Was hat woke eigentlich mit links zu tun?
    Das ist doch bürgerlicher Firlefanz.“

    Wobei Firlefanz noch eine sehr freundliche Umschreibung darstellt.

    Gruß Jens

  5. blu_frisbee am Oktober 2nd, 2024 8:25 a.m.

    Liberalismus denkt Gesellschaft vom Individuum her,
    es muß nur wollen. French theory wörtlich gelesen. Die erste Identitätspolitik ist Rassismus.
    Triple opression vom Combahee River Collective.
    Der Begriff der Klasse ist verschwunden.
    Gefühl ohne Denken hat den rechten Glauben, der Tag hat Struktur.

  6. ... der Trittbrettschreiber am Oktober 2nd, 2024 10:48 a.m.

    @blu_frisbee

    „Liberalismus denkt Gesellschaft vom Individuum her,…“

    Dann wäre das Gegenteil, der Sozialismus ein gesellschaftliches Abbild im Individuum?
    Wenn jeder an alle denkt, ist auch an ihn gedacht.

    Wenn nun JEVER alle ist, müsste dann nur ich durstig sein oder auch ganz Berlin, Berlin?

    https://www.youtube.com/watch?v=k1pawRLMlBM

  7. blu_frisbee am Oktober 2nd, 2024 6:51 p.m.

    Wenn der Begriff Klasse fehlt erklärt man Bewegung vom Individdum her. Neue Forderungen des Kapitals erklärt man als linker Kulturkampf.
    Manow stottert https://www.youtube.com/watch?v=olDev4QPZC0
    Geozentriker streiten um die richtigen Epizyklen.
    Den Verlierern schmeckt Freiheit nicht.

  8. Juri Nello am Oktober 2nd, 2024 10:55 p.m.

    Vortrag und Vorspann sind da ja schon eine Prüfung und ziehen sich, wie Kaugummi.Das der Typ nicht mal Berater hat, die auf die Ostfaktoren hinweisen. Blockflöten waren automatisch immer noch kommunistisch. Deswegen hat msn ja auch Biedenkopf dahin beordert.
    Neue Parteien sind per se sozialpolitisch links und gesellschaftspolitisch rechts.

    Ab da habe ich dann zu gemacht.

    Haben die da keine Studenten mehr im Saarland? Die könnten das evtl. in einem Poetry Slam abhandeln.

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