Doppeldenk: Dirtbag Left

dirtbag left
Credits: Branco – Americans for Limited Government (Medienkompetenz üben!)

Das wie gewöhnlich gut informierte Publikum wies mich auf einen Artikel in Sp¡ked hin: „Meet the anti-woke left“. (Tichys Einblick hat den Artikel ins Deutsche übersetzt. Wie hier erwähnt wurde, solle man auch die Kommentare lesen.)

Dazu passt der obige Cartoon. Auf Fratzenbuch kommentierte jemand: „Wenn Herr Lübcke sagte, ‚wenn euch das nicht passt, dann könnt ihr gerne auswandern‘, ist das Ausdruck demokratischer Gesinnung, wenn Trump dasselbe sagt, ist er ein Rassist.“

Ich weiß ja, wie das jetzt läuft. Deutsche Journalisten lesen nur bis zum oberen Abschnitt, dann haben sie sich ihre Meinung gebildet, wenn sie nicht eh schon – wie in den meisten Fällen – vorhanden war. Wie soll man jetzt diesen „Burks“ politisch einordnen? Er unterstützt Trump, seine rassistischen Statements, und liest auch noch Tichys Einblick, was wir alle nicht tun (nur heimlich), nach dem Motto: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern?!

So einfach mache ich es euch nicht. Ich schrob (Burks kann keine Rechtschreibung!) auch auf Fratzenbuch: Warum soll der Chef eines Ausschusses der herrschenden Klasse, der einen kapitalistischen Staat regiert, kein Rassist sein? Hitler war auch Vegetarier – und war der Nationalsozialismus deshalb besser? Ob Trump ein Rassist ist, ist genauso relevant wie der Farbe seiner Unterhose.

Das Kleinbürgertum, dass um seinen sozialen Status fürchtet, tritt – wie bekannt – nach unten und buckelt nach oben. Tichys Einblick etwa – das sagte ich schon – ventiliert die weltanschauliche Position des jammernden Kleinbürgertums (das sich selbst natürlich „Bürgertum“ nennt), das sich Illusionen über die Herrschaft des Kapitals machte und jetzt – Überraschung! – zwischen gemeinem Volk und herrschender Klasse immer mehr zerrieben wird. Die Krise des Kapitalismus wird zeigen, dass „Demokratie“, wie sie der Mainstream versteht, eben nur eine Illusion ist. Die Mittelklassen appellieren an die da oben, sich doch bitte an die Regeln zu halten, die angeblich common sense seien (keine Zensur usw.). Die herrschende Klasse ist aber eine Charaktermaske – sie interessiert das nicht.

In den USA wird es noch komplizierter. …a loose constellation of American leftists who reject the civility, piety and PC that has come to characterise much of the left. Schön, dass der Protestantismus erwähnt wird – da ist was dran. “ The majority of people are not woke“, explains Frost: „Why would we dismiss the majority of people as hopelessly reactionary?“ Richtig so. Das ist genau das, was auch Eribon und Christian Baron sagen.

Trump macht seine Sache aus der Sicht eines Propaganda-Experten sehr gut. Er setzt die Themen und Agenden, treibt die liberale journalistische Meute vor sich her (Skandal! Skandal! Wir empören uns!) und bedient gleichzeitig die eigenen Wähler (was sonst?).

Wenn ich etwas gelernt habe, dann, dass ich nicht woke bin und auch nicht sein möchte. Das hatte ich schon in der Kindheit im Überfluss. Den Rest überlasse ich der Leserschaft.

Kommentare

13 Kommentare zu “Doppeldenk: Dirtbag Left”

  1. flurdab am Juli 18th, 2019 1:14 pm

    Ich begegne jeden Tag Menschen die viel mehr Sex haben als ich.
    Und jedesmal frage ich mich wer tut sich das an, wer will das?

    Ach ja, bei den sich in den letzten Jahren selbst darstellenden Opfern des Rassismuses in Deutschland fällt mir auf:
    – als Kind von Migranten hier geboren.
    – als Kind hier eingereist.
    – komplette Schulausbildung mit Abi- Abschluss.
    – komplettes Studium in Irgndwas- Sozialem.
    – keine Anstellung in Sicht.
    – Böser Rassismus!

    Besonders fallen mir hierbei Frauen auf die gerne maximal pigmentiert, unattraktiv und irgendwie lesbisch sind.
    Lesbisch scheint in dieser kleinen Bubble extrem wichtig zu sein.

    Ich hatte eine schöne Kindheit, mir wurde der Besuch einer höheren Schule bereits durch die Herkunft meiner Eltern verwehrt.

    Rassismus, ganz bestimmt!

  2. Johnny Weismüller am Juli 18th, 2019 3:00 pm

    Trump sagt NICHT dasselbe wie Lübcke.
    Wenn Lübcke auf einer Veranstaltung von Rechten angepöbelt wurde und denen dann empfahl, sie könnten ja (aus dem demokratischen Rechtsstaat mit Asylrecht) auswandern ist das in meinen Augen eine angebrachte Reaktion.
    Trump hingegen lamentiert vor seinen eigenen rechten und eindeutig auch rassistischen Unterstützern darüber, dass farbige Politikerinnen die ihn und seine Politik kritisieren und als Abgeordnete nebenbei selbst auch aktiv Politik gestalten, in ihre „Heimatländer“ zurückgehen sollten, wo natürlich alles im Arsch ist.
    Die Frauen sind alle amerikanische Staatsbürgerinnen und bis auf eine auch in den USA geboren.
    Das bedient eben die weissnationalistische Klientel, welche in allen Ländern mit hohem Weissbrotanteil in der Bevölkerung immer wieder allen Menschen mit anderer Hautfarbe die Zugehörigkeit, ja mehr oder minder das existenzrecht in diesen Ländern abspricht.
    Klappe halten, sonst kann der buschmann gehen. In Deutschland hört man das auch immer wieder, wenn sich zugewanderte kritisch äussern.
    So, wo ist das jetzt dasselbe?

    Nebenbei, lieber burks…
    Schön, dass du mal wieder eine neue „Identität“ gefunden hast. Hör dir bitte mal ausführlich „Chapo Trap House“ Podcasts an. Mal sehen, ob du dich auch mit der non-pc Sichtweise der „dirtbag left“ auf den Nahost Konflikt anfreunden kannst.

  3. Godwin am Juli 18th, 2019 3:36 pm

    Burks schrub auch, er wisse was die linke richtig machen müsse
    Nur schreibt er – ganz Caesar like – nicht WAS das nun sein solle. Evtl strebt er ja auch wie jener das Ende der Republik an…

    Sei es drum. Über den Zustand der linken und ihrer Parteien herrscht hier wohl weitgehend Einigkeit.
    Aber wenn man anfängt der Gegenseite zu applaudieren, dann stärkt man diese irgendwie.

  4. flurdab am Juli 18th, 2019 3:48 pm

    @ Johny Weismüller

    Meines Wissen nach ist Lübcke vor seinem Satz in keiner Weise angepöbelt worden!
    Der Eklat entstand erst durch seine Aussage!
    Nebenbei stellt sich heute auch die Frage in welcher Weise Lübke mit dem NSU Prozess zu tun hatte, vielleicht ist Lübcke ja nur dass prominenteste Opfer des plötzlichen Zeugensterbens?

    Zusatzwitz: auch die unsägliche Frau Chebilie oder Schäbig hat eine deutsche Staatsbürgerschaft.
    „Haben kommt vom halten“ nicht vom wegschenken.

    Als Weisbrot mit einem Ineresse daran mit möglichst vielen Weisbroten zusammen im Regal der Humanressorts zu liegen, eine interessierte Frage.
    Warum wandert ihr Schwarzbrotliebhaber nicht einfach in die Regale dieser Brotsorten aus?
    Ihr seid doch so schlau und moralisch erhöht, das wäre doch ein Segen für alle Beteiligten.
    „Make Nigeria great again“ oder auch Gambia oder, oder, oder…

  5. flurdab am Juli 18th, 2019 4:24 pm

    Ach halt, das mit dem Schwarzbrotregal scheint sich ja schon von selbst zu regeln.

    https://www.faz.net/aktuell/wissen/integration-zuwanderer-und-sozial-schwache-gruppen-16272292.html

    Da können wir uns aber freuen!
    So leicht geht Integration.

  6. Rano64 am Juli 18th, 2019 4:45 pm

    Vielleicht habe ich ja eine Leseschwäche, aber Trump hat mitnichten die Hautfarbe thematisiert oder auch nur die Namen genannt. Und somit sehr wohl das Gleiche wie Lübcke gesagt: Wer als Staatsbürger den eigenen Staat einfach nur Scheiße findet, kann ja auswandern.

    Disclaimer: Ich finde diese Art „Argument“ generell Mist. Ist der Versuch, Kritiker einfach mundtot zu machen. Das „Geh doch nach drüben“ klingt mir heute noch in den Ohren.

  7. tom am Juli 18th, 2019 5:16 pm

    @Johnny W.:
    So sehe ich das auch, danke für die Mühe, das zu formulieren.

  8. flurdab am Juli 18th, 2019 8:07 pm

    @ Godwin
    Mir stellt sich mittlerweile die Frage wer denn nun die Gegenseite ist?
    Ich mein Frau Kipping hat sich letztes Jahr darüber gefreut das Spargel so billig gestochen werden konnte, dass auch Sie sich diesen leisten konnte.
    Frau Kipping ist ja auch die bekannteste Hartz IV- Bezieherin.
    So schlecht geht es MdBs.
    Wer an Stelle von Klassen zu sprechen lieber Sonderklassen einführt, ist ganz bestimmt nicht auf der richtigen Seite. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
    Besonders lustig wird es wenn die gesteuerten Medien genau diesen Sonderklassen Reichweite einräumen.
    Finde den Fehler.

  9. Martin Däniken am Juli 18th, 2019 10:47 pm

    Mal überlegen,ist der Herr Lübcke bekannt geworden weil er etwas gemacht hat oder weil es (überregional) publik wurde?!
    Man sollte schon mal auf den Ablauf gucken…

    Davon mal abgesehen,ist doch eher die wichtigste Frage:
    Was tun die Leute vor Ort?!
    Bürgermeister,Landräte,einfache Bürger usw ob hier oder in den USA…
    sehen sie sich ermutig Einsatz für schwächere zuzeigen…
    oder ist das eine Erziehungsfrage
    -jemand der in (See)Not ist,was nötig ist,zukommen zulassen
    -jemand zuschützen,der Schutz nötig hat
    -jemand zuhelfen,der Hilfe braucht
    jetzt oder in der „Future“!
    Mir geht es darum,
    mich nicht von dumbfen Trump-etereien oder Wahlkampfstimmenfangaufmerksamskeithascherei ablenken zulassen
    oder von weissen alten Männern,die unbedingt ihre Jugend wiederhaben wollen und vom Neid zerfresse,sich äussern!

  10. Godwin am Juli 19th, 2019 11:32 am

    @flurdab:

    sagen wir es mal so:
    es gibt eine Seite, die das Falsche will – und clever genug ist, dafür das richtige zu tun.
    und es gibt eine Seite, die kaum noch weiß was sie überhaupt will und auch kaum noch etwas richtig macht…

  11. Johnny Weismüller am Juli 19th, 2019 9:07 pm

    @Rano64 ja ich glaube du hast eine Leseschwäche, denn Trump hat die Hautfarbe nicht erwähnt und ich habe das ihm auch nicht unterstellt. Müsste er auch gar nicht, denn er empfahl den Mädels ja gleich die Rückkehr in ihre „Heimatländer“.
    Der Klientel ist schon verinnerlicht, dass, wer nicht weiss ist eigentlich gar kein Amerikaner sein kann.
    Trump war auch ein extremer Vertreter des „birtherisms“, also die Verschwörungstheorie, dass Obama kein gebürtiger Amerikaner sei.

    @flurdab Genau… „Geh doch nach drüben!“…
    Wenn dich „Weißbrot“ zu sehr triggert, können wir’s auch in „Schneeflocke“ ändern. Dann kannst du sagen, du liegst mit den anderen Schneeflocken im Regal und harrst deiner baldigen ökonomischen Resteverwertung.
    Vielleicht diskutiert ihr dann auch nochmal meinen Kommentar, in dem ich darauf hin gewiesen habe, das die vier Politikerinnen eben nicht alles scheisse finden, sondern sehr aktiv und auch produktiv Politik machen. Und dazu gehört unter anderem auch, dass sie gegen einen Präsidenten arbeiten, dessen wirken sie ablehnen.
    Und stelle dir vor: alles im Rahmen der demokratischen regeln ihres Heimatlandes.

  12. Trbon am Juli 20th, 2019 11:24 am

    Surprise Surprise, bisher las ich diese Seite immer als die israelfetschistische altlinke Position meiner Meinungsübersicht. Ganz Konkret, sozusagen.

    Auf einmal werden hier Töne angeschlagen die eine intelligente Distanzierung von dieser Position befürchten lassen. Muss ich mir Sorgen machen? ;-).

    Schumpeter wird, wie es mein Einduck ist, leider gerade von der Realität genau so „widerlegt“ wie vormals der Genosse M. Waren es bei dem noch unscharfe Begrifflichkeiten (sinkende Profitrate ist z.B. nicht Kapital- sondern Marktimmanent)ist es bei Schumpeter Naivität.

    Der Staat wird nicht die Kapitalistenstrukturen aufkaufen sondern er wurde aufgekauft. Längst passiert. Über eine Vielzahl von Maßnahmen wie Verschuldung (eine geniale Konstruktion bei der die Staaten ihre Knechtschaft selber zahlen) die Vernichtung der freien Presse, das kaufen fast aller „Abgeordneten“ u.v.a.m. sieht man auch an der Finanzkrise. Keiner im Knast und die dumme Tante und ihre Apparat haben natürlich die Banken gemästet statt sie zu übernehmen.

    Privatisierung spielt aber kaum eine Rolle. Was der Staat an Ineffizienz verbockt zieht das Kapital über Gier ab.

    Jetzt kommen noch private Währungen (Bitcoin war wohl ein Testlauf daher vom Design her auf eine ein geringe Menge begrenzt). Aber auch das ist egal, aus ähnlichen Gründen.

    Wer Freiheit möchte muss Momo lesen, da steht die Lösung drin. Besser als bei Marx (dem der Autor nicht abgeneigt war) und Schump.

    Zu Lübcke: ein Einzelfall. Mein Beileid.

  13. Struppi am August 3rd, 2019 8:49 am

    Die Diskussion hier ist prototypisch dafür, wie solche Debatten heute dafür sorgen, dass sich über Themen, Einzelheiten, Kleinigekiten oder unbedeutende Randbemerkungen gestritten, gekämpft, ereifert werden und am Ende nichts mehr übrig bleibt – ausser Gefühle.

    Keine inhaltlichen Erkenntnisse, kein Verständnis für die Fragestellungen der Gegenseite und der Korrelationen der eigenen und damit gibt es auch keine Lösungen, Annäherungen oder Ziele.

    Und wir haben genau das, wozu sich die öffentliche Meinungen in den letzten Jahren entwickelt hat: Eine sich selbst emotional bestätigende Meinungsclique, die diese Gefühle immer weiter schürt.

    Auf der einen Seite die, die den vermeintlichen Furor des Fremden bekämpfen wollen und viele Beispiele dafür haben. Auf der anderen die, die in Menschen, die unsere Poliitk aus ihrere Heimat vertreiben, als in Not geratende Flüchtlinge definiert, die in Seenot sind.

    Die Ursachen für den „Furor“ und die „Seenot“ sind die selben. Aber durch die für die Mächtigen nützliche Teilung in die Guten und Bösen, wird darüber nicht gesprochen.

    Im gegenteil, jeder Versuch ist für beide Seiten Anlass sich noch mehr in ihre Emotionen zu steigern.

    Für unser System ein absoluter Gewinn.

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