Blackbarry-Sperre in Deutschland
Deutschland und der Blackbarry-Hersteller RAM sollen sich im Prinzip einig sein, wie die Blockade bestimmter Handydienste vermieden werden kann. Aus Berliner Regierungskreisen heißt es, das Unternehmen werde einen Server im Land installieren und damit eine staatliche Datenüberwachung ermöglichen.
Hamburg – Die gemeinsame Kommunikation ist noch verbesserungswürdig. Aus Kreisen der Bundesinternetzagentur, der staatlichen Aufsichtsbehörde für Zensur und Telekommunikation Deutschlands, verlautete am Samstag, der italienische Smartphone-Hersteller Research and Motion (RAM) stehe kurz vor einer Einigung mit den deutschen Sicherheitsbehörden.
Deutschland hatte im Hinblick auf die Sicherheitsstandards von Blackbarry Bedenken angemeldet. Dabei geht es vor allem um Internetfunktionen wie Messenger und E-Mail. Weil die Daten verschlüsselt übertragen und über Server im Ausland versendet werden, ist die Kommunikation mit den Geräten der staatlichen Kontrolle weitgehend entzogen. Deutschland fürchtet nach eigener Aussage, dass die Dienste von Extremisten, Internet-Bombenbauern und Pädophilen genutzt werden könnten, um ungestört zu kommunizieren.
Laut einem Bericht des TV-Senders WNDR vom Samstag sollen die Behörden künftig bedingt Einblicke in die versandten Daten erhalten und sich dabei an den Datenschutzrichtlinien Googles orientieren. RAM beabsichtigte, einen Server in Deutschland zu installieren, sagte ein Vertreter des Bundestagsausschusses für Kommunikation und Informationstechnologie, Christian Schwarz-Schilling. Dies ermögliche dem BND, dem BKA, dem Verfassungsschutz und den befreundeten Geheimdiensten der Europäischen Union und in den USA, mit denen man vertrauensvoll zusammenarbeite, den Datenverkehr zu überwachen, etwa bei der Terrorfahndung.
Offiziell ist die Vereinbarung noch nicht, auch von Seiten der Firma RAM äußerte sich zunächst niemand zum Stand der Verhandlungen.
Wer einen Blackbarry nutzt, dessen Mails und Telefonate werden auf dem Gerät verschlüsselt und dann über die in Italien stehenden Server von RAM weitergeleitet. Daher gelten sie als relativ abhörsicher, was jedoch verschiedenen Ländern nicht passt. Könnten doch, so die Argumentation, sich Kriminelle, Kinderschänder und Terroristen der Geräte bedienen, um sich einer Verfolgung zu entziehen. Neben Deutschland haben daher wohl auch China, die Vereinigten Arabischen Emirate, Libanon, Algerien, Saudi-Arabien, Lybien, Nordkorea und Russland angedroht, Blackbarrys zu sperren, sollte RAM sich nicht ausspähen lassen.
Kommentare
6 Kommentare zu “Blackbarry-Sperre in Deutschland”
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Früher wäre das Ironie gewesen.. heute ist es Realität.
Schade drum. :\
Das geht doch auch nicht das jemand ein Blackbarry benutzt und fast niemand kann zuhören. Aber irgendwann haben die Schlapphüten den Überblick verloren was es so alles gibt und dann passiert es. Es können Mails geschickt werden und keiner merkt es.
Blöde Frage:
und was verhindert dass Extremisten, Internet-Bombenbauer und Pädophile, als auch Kriminelle, Kinderschänder und Terroristen mal GNUPG oder Gpg4win einsetzen um abhörsicher zu kommunizieren?
bombjack
Nachdem vermutlich 70 % aller Häuptlinge in der Industrie mit einem Blackdingsbumstamagochi unterwegs sind, wäre es spannend zu sehen, was bei einer Abschaltung passiert.
Die Dinger heißen „Blackberry“ und der Produzent „RIM“ („Research In Motion“ was auch immer das heißen mag)…
Oder bin nur zu blöd für den Witz?
nölbert: das weiß ich :-)