Warum nicht 18 Penisse?
Ein Artikel von mir in Telepolis: „Mehr als die Hälfte der australischen Bevölkerung hat eine Vulva. „Honi Soit“, die Studentenzeitung der Universität von Sidney, hielt das für normal und zeigenswert. Auf der Titelseite einer ihrer August-Ausgaben platzierte sie 18 Vulvae von Studentinnen. Es geschah, was zu erwarten war (…)
Gendarmenmarkt, Deutscher Dom
So sieht ein richtiges Duell aus

Das nervt

Alex Haigh in Technology Review über seine Kampagne Stop Phubbing: „Menschen greifen selbst mitten in einer Unterhaltung zu ihrem Handy. Sie glauben, sie könnten zwei Dinge gleichzeitig tun. Das aber glaube ich nicht. Man spricht also mit Menschen, die eigentlich etwa anderes tun. Das nervt.“
A fractured, schizophrenic, wounded and problematic place
Huffingtonpost.com: „Pieter Hugo’s Devastating Photos Depict Fractured Realities Of South Africa (NSFW)“
„South Africa is such a fractured, schizophrenic, wounded and problematic place,“ photographer Pieter Hugo said of his most recent series. „It is a very violent society and the scars of colonialism and Apartheid run deep. Issues of race and cultural custodianship permeate every aspect of society here and the legacy of Apartheid casts a long shadow.“
I need dis

Klingeling
„Mehr als jeden dritten Handynutzer (39 Prozent) beschleicht nämlich manchmal das Gefühl, ein Klingeln oder Vibrieren gehört zu haben – obwohl niemand angerufen oder geschrieben hat“, berichtet Heise und bezieht sich auf die Arbeitsrechtlerin Dr. Nathalie Oberthür (ohne Link zu der Quelle, einer „Studie“).
Hatte mich eben jemand angerufen?
Im Land der Freiheit
Neue Zürcher Zeitung: „Im Land der Freiheit ist derzeit einer von 48 Männern im erwerbsfähigen Alter hinter Gittern. Insgesamt befinden sich 2,3 Mio. Menschen in amerikanischen Gefängnissen. Bezogen auf die Bevölkerungszahl haben die USA innerhalb der Industriestaaten die mit Abstand höchsten Inhaftiertenquote … Aber auch weltweit ist den USA der Spitzenplatz sicher – vor Russland, Rwanda und Kuba.“
Dare to be Different

Amantani
Das Foto habe ich 1984 auf Amantani gemacht, einer peruanischen Insel im Titicaca-See. Dort habe ich eine Woche bei Quechua-Bauern verbracht, die schlechter Spanisch sprachen als ich. Wenn ich mich beruhigen will, muss ich mir nur meine Fotos von Amantani ansehen.
„Im Gegenteil, es klingt sogar merkwürdig und mutet fast ein bisschen witzig an, wenn man nach Monaten der Abstinenz mal wieder die Nachrichten hört. Oder an einem Kiosk die Schlagzeilen liest. Es ist, als würde man sich in eine bekannte Endlosschleife einklinken.“ (Marc Bielefeld in SpOn)
Koch aka Rudi Dutschke
Nein, das ist garnicht die Kochstraße 60, sondern die Rudi-Dutschke-Str. 26.
Nur mittelbare Gefahr
Aus einem neuen Leck am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi sind laut Medienberichten rund 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten. (Journalisten, die ihren Beruf und die Leser ernst nehmen, geben natürlich auch den Link zur Pressemeldung Tepcos an.)
„Weil die Behälter etwa hundert Meter von der Küste entfernt stünden, stelle das Leck aber keine unmittelbare Gefahr für das Meerwasser dar, ließ der Betreiber wissen.“
Schon klar. Keine Gefahr für die Bevölkerung und das Meerwasser und die Fische.
Welches Zeichen ist das?
Da ist ein komisches Zeichen auf dem Kessel oder was auch immer der LKW transportiert. Ich erkenne einen Baum und einen Fisch. Aber was bedeutet das?
Kochtöpfe mit Plutonium
„Ich frage mich ja, wenn in ein paar tausend Jahren Archäologen in Ausgrabungen Kochtöpfe mit Plutonium finden, was die sich so über unsere Zivilisation zusammenreimen werden.“ (Fefe)
Zigeunerschnitzel: Die Sprachpolizei ermittelt
Die Sprachpolizei meldet einen mentalen Massenunfall: „Im Tumult wurden sogar unbeteiligte Begriffe an den Haaren herbeigezogen und in das Unglück verwickelt. So überschlug sich regelrecht die Befürchtung, bald dürfe man wohl nicht einmal mehr „Jägerschnitzel“, „Hamburger“, „Berliner“ oder „Wiener Würstchen“ sagen, wenn bald auch Jäger, Hamburger, Berliner oder Wiener über Diskriminierung klagten. Die Sprachpolizei ermittelte daraufhin wegen Verstößen gegen die Gesetze zur Verwendung schlüssiger Vergleiche und zur richtigen Wahrnehmung von Fakten. Im Laufe des Nachmittags und des frühen Abends konnten mehrere Nutzer wegen gelebter Dummheit in Grammatikgewahrsam genommen werden. In der Folge kam es zu Wortgefechten, bei denen bedauerlicherweise ein Teil der Häftlinge exekutiert werden mußte.“
World Porn League Table

„Germany has very strict and particular rules about hard core porn web sites hosted on their turf. They require the publishers to have age verification mechanisms in place. I’m guessing that more than anything discourages a lot of rough trade.“
No sex porn please, we are Amoeboid Zingatularians german.
(Via ibtimes.co.uk via blog.metacert.com via Pornoanwalt)
Pornos aus Übersee (nach Baden-Württemberg und auch anderswohin)

Screenshot: Pornos, vermutlich aus Übersee (Abbildung ähnlich)
„So könnten bislang pornografische Inhalte aus Übersee ohne Probleme an den internetfähigen Fernsehern abgerufen werden,“ sagt Thomas Langheinrich, der Chef der baden-württembergischen Landesanstalt [sic] für Kommunikation (LfK).
Oha. Immer wenn ein deutscher Internet-Aufseher, Jugend“schützer“ oder ein sonstiger Blockwart 2.0 etwas sagt, weiß man schon von vorneherein, dass man sich besser a priori mit Grausen abgewendet hätte. (Die kriegen bei der Anstalt auf ihrer Website noch nicht einmal ein Layout hin; vermutlich kopieren sie alles mit Word da rein, und um den Rest kümmert sich die outgesourcte EDV-Abteilung im Keller Agentur, deren Webdesigner gerade im Urlaub sind.)
Das Wort „Übersee“ ließ mich stutzen. Es klingt so gemütlich. Ein fernes Echo hallt herüber aus den fünfziger Jahren, als Leute von der anderen Seite des Sees Meeres sich selten in Europa blicken ließen.
Wikipedia definiert – und ich passe das unserem Thema an: „Pornografie, die im weiteren Sinne von den durch Ozeane getrennte Kontinenten und Gebieten der Erde stammt, die von einer bestimmten geografischen Region über den Landweg nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten erreichbar sind, im europäischen Kontext also auch Australien und Ozeanien sowie große Teile Asiens, Afrika und die Antarktis.“
Das hört sich schon ziemlich gefährlich an, und diese überseeischen Inhalte hindern die teutsche Jugend auch daran, sich sittlich und normengemäß zu entwickeln. (Frage an die pornokompetenten Leserinnen und sittlich-moralisch gefestigten Leser: Können Fernseher eigentlich deutsche Pornos anzeigen?)
Ich wüsste schon eine urdeutsche Lösung: Das Internetz darf im deutschen Fernsehen erst am 22 Uhr empfangen werden, und alle nackten Geschlechtsteile müssen mit einem Foto des Bundesinnenministers eines Internetwarts einer Anstalt überblendet werden.
Nachrichten aus dem Hinterhof der USA: Soldaten als Auftragsmörder
Diese Nachrichten werden wohl kaum in den deutschen Mainstream-Medien vorkommen, sind aber dennoch – oder gerade deswegen – interessant:
Klassenkampf (der Begriff ist in deutschen Zeitungen untersagt) in Venezuela: Die Regierung will einen Manager einsetzen und die Belegschaft wehrt sich dagegen.
Diana ist ein Unternehmen mit jahrzehntelanger Geschichte und wurde im Jahr 2008 von der Bolivarischen Regierung übernommen. Seitdem wurde der Betrieb unter Kontrolle eines Rats der Arbeiter und Arbeiterinnen geführt. Die Belegschaft unterhält ein eigenes Radioprogramm und eine Arbeiteruniversität. Der Betrieb gilt als gelungenes Beispiel für eine von der Belegschaft übernommene Leitung.
Das ist natürlich ein Grund dafür, dass dieses Unternehmen nicht in deutschen Wirtschaftsnachrichten erwähnt werden darf. Die Glaubensgemeinschaft Freie Marktwirtschaft(TM) würde das missbilligen.
Da wir beim Thema Religion sind: Manchmal machen Pfaffen erstaunlicherweise auch etwas Gutes, zum Beispiel die „Pastors for Peace“ aus den USA. Das ist natürlich auch eine Ausnahme, weil dort alles religiös ist. Vermutlich könnte man in den USA sogar mit einer linksradikalen Organisation Erfolg haben, wenn sie als Kirche organisiert wäre.
Portal america21.de berichtet: „US-Aktivisten brechen Kuba-Blockade Washingtons“. „Die US-Bürger unter ihnen reisten ohne die eigentlich erforderlichen Genehmigungen ihrer Behörden“.
Aha. Und ich dachte immer, im Kapitalismus in Ländern, in denen der freie Markt bekanntlich alle Menschen glücklich und reicht macht, herrschte Reisefreiheit und Verbote, irgendwo hinzureisen, gäbe es nur in Unrechtsregimes wie damals in der DDR?
Spannend finde ich die Rolle Chinas in Lateinamerika: „Auch andere Staaten wie Chile, Panama und Peru erleben eine wirtschaftliche Verlangsamung. Eine der Hauptursachen für das verringerte Wachstum sei die hohe Abhängigkeit von Rohstoffexporten in die EU und in die Volksrepublik China.“
„Wirtschaftliche Verlangsamung“ – das ist natürlich nicht nur Deutsch des Grauens, sondern auch ein pseudereligiöses Mem unserer „Volks“wirtschaftler, die meinen, es müsse bis zur Apokalypse zum Ende aller Tage immer mehr und mehr und mehr produziert werden. Was bedeutete das Gegenteil? „Wirtschaftliche Beschleunigung“? In Deutschland würden die Medien, die vorgeben, Ökonomie erklären zu wollen, vermutlich schreiben: „Die Konjunktur belebt sich“ oder „die Gottheit Märkte sind in guter Stimmung„. (O je, ich wollte nur scherzen und übertreiben, aber die schreiben das wirklich so!)
Im obigen Artikel heisst es: „Schätzungen gingen zuletzt davon aus, dass China die USA als den wichtigsten Handelspartner des lateinamerikanischen und karibischen Raumes bereits 2015 ablösen könnte.“ Das wäre natürlich für Lateinamerika eine Revolution. China wird aber an den den Problemen nicht viel ändern, abgesehen davon, dass die Staaten mit einer Regierung, die die USA nicht wollen oder in die die USA früher ziemlich schnell einmarschiert wären, nicht länger erpressbar sind. (Zitat aus dem Film „Avatar“: „Venezuela – that was a mean bush“.) Venezuela etwa lebt von der Substanz aka Öl, und auch die linke Regierung macht nicht viel mehr als die Einnahmen zu verteilen – nur bekommen mehr Leute davon etwas ab, nicht nur die nationale kapitalistische Oligarchie.
Hübsch ist auch diese Meldung:
Wie aus einem vertraulichen Bericht des FBI vom April diesen Jahres hervorgeht, kommt es immer häufiger zu gezielten Anwerbungen US-amerikanischer Soldaten durch mexikanische Drogenkartelle. Für eine Bezahlung von mehreren Tausend Dollar führten die professionell geschulten Soldaten Auftragsmorde durch oder trainierten die Mitglieder der Organisationen, so Sicherheitsexperten laut Fox News.
Natürlich geben russische Medien diese Nachrichten genüsslich wieder; aber sogar in britischen Medien wird berichtet, inklusive der Steckbriefe: „Mexican drug cartels are using U.S. military personnel as guns-for-hire“.
Gute Nachricht aus Bolivien: „Bolivien für Koka-Anbau zu medizinischen Zwecken“. Präsident Morales hat bereits mehrmals vor den Vereinten Nationen die Legalisierung der Koka-Pflanze gefordert und deren Kriminalisierung als „historischen Fehler“ bezeichnet.
Man müsste sich mal vorstellen, ein deutscher Politiker forderte, „Drogen“ müssten zu medizinischen Zwecken angebaut werden – und nicht nur das harmlose Hanf. Wer das forderte, würde gesellschaftlich geächtet und würde zu Mainstream-Talkshows, die „Politik“ in Deutschland weitgehend ersetzen, nicht mehr eingeladen.
Ich denke manchmal ernsthaft darüber nach, im Alter, falls es mir noch gelänge, eine Art Bestseller zu schreiben, nach Lateinamerika auszuwanden. Aber der politische Wind dort kann sich auch sehr schnell wieder drehen.
Winkeladvokaten
Gute Nachrichten vom Bundesverfassungsgericht: „Die Bezeichnung einer Rechtsanwaltskanzlei als ‚Winkeladvokatur‘ kann von der Meinungsfreiheit gedeckt sein“.
Freie Marktwirtschaft – Reichtum und Glück für alle!
























