Uralte Boote und Mädels und mehr – Israel Museum II

Israel Museum
Modell eines Bootes, des wichtigsten Transportmittels im alten Ägypten, mit Steuerpaddel, Mast, einer Mannschaft von Ruderern und einem Steuermann. Bemaltes Holz, 21.–20. Jahrhundert v. Chr. [!]. Schenkung von Milly und Arne Glimcher, New York, an die American Friends of the Israel Museum.

Hier mehr Fotos anlässlich meines Besuchs im Israel Museum in Jerusalem am 11.10.2025.

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Bestattung einer Frau und eines Hundes (Abguss), EynanHula-Tal [aka Chula-Ebene]. Frühe Natufien-Kultur, vor 14.500 (!) Jahren. Dauerleihgabe des Französischen Forschungszentrums in Jerusalem

Mir macht es Spaß, im Nachhinein Quellen und Fakten zusammenzusuchen. Das ist mühsam, aber während des Museumsbesuches hat man keine Zeit dazu, und die Guides sind oft nur oberflächlich. Falls die der Archäologie kundigen Leserinnen und des Ausbuddelns uralter Artefakte geübten Leser das nicht interessiert, rege ich das Weiterzappen an.

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Horvat Duma, Judäische Berge; unbekannte Fundstelle. (Auch die Bibelforscher kommen auf ihre Kosten: Die Orte Arab, Duma, Eschan werden in Josua 15,52 erwähnt.) Tahunische Kultur, vor 9.000 Jahren. Kalkstein; Kreide. Schenkung von Wilma und Laurence Tisch, New York, Käufer der Dayan-Sammlung; Israelische Antikenbehörde

Die Maske ist ein universeller Schatz. Ihr komplexer Ausdruck, eine für alle neolithischen Steinmasken charakteristische Mischung aus Ruhe und Furcht, bildet die Grundlage für die ihnen innewohnende magische Kraft: die Fähigkeit zur Verwandlung. Dank dieser Eigenschaft dienen Masken als Vermittler zwischen der natürlichen und der übernatürlichen Welt und ermöglichen ihren Trägern den Übergang von einer Realität in eine andere.

Diese geschnitzten menschlichen Gesichter gehören zu einer kleinen, seltenen Gruppe von Steinmasken, die als die ältesten Masken der Welt gelten. Die Ähnlichkeit zwischen den Masken und den verputzten Schädeln weist auf die Möglichkeit hin, dass die Masken die Geister der Ahnen darstellten.

Pointe und Bonus: Die Examplare stammen aus der Sammlung Mosche Dajans: „Er verfasste einige Bücher und war als Amateur-Archäologe bekannt. Er geriet mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt, weil er mit Unterstützung seiner Soldaten illegale Grabungen ausführte.“

[Einschub] Auch hier kommt man gleich von Hölzken auf Stöcksken. Mosche Dajan war an der hier schon erwähnten Operation Altalena beteiligt. „1977 geschah etwas Beispielloses in der politischen Geschichte Israels: Die Arbeiterpartei, die 29 Jahre an der Macht war, verlor die Wahlen. Ministerpräsident wurde der rechte Politiker Menachem Begin – derselbe, dessen Soldaten 1948 zum Tel Aviver Damm «Altalena» führten. Einer der Kommandeure, die dann auf Begins Kämpfer feuerten, war Dayan. Begin wusste das. Und doch bot er Dayan bei der Regierungsbildung einen der angesehensten Posten an – den des Außenministers.“

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Kefar Samir. Wadi Rabah Kultur Das Gefäß ist rund 7.000 Jahre alt.

Auch hier: Wo man seinen Fuß in Israel hinsetzt, steht man auf Geschichte, die in paar Jahrtausende zurückreicht und deren Orte sehr oft durch die Bibel überliefert wurden. Ich weiß nicht, ob es noch eine andere Gegend in der Welt gibt, in der es so etwas existiert – archäologische Funde und gleichzeitig schriftliche Überlieferungen – vermutlich nur in China. (Dort geht es gleich 40.000 Jahre zurück – da können noch nicht einmal die Ägypter mithalten.)

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Frauenfigur aus der Be’er-Scheva-Kultur, vor 6.500–5.500 Jahren

Den Tell Be’er Scheva würde ich gern auch besuchen; die archäologische Fundstätte sieht interessanter aus als die in Jericho.

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Ausgewählte Ossuare, Bestattungsbehälter und Räuchergefäße aus einer Grabhöhle Peqi’in, vor 6.500–5.500 Jahren, bemalte Keramik

Eine ungewöhnliche chalkolithische Grabhöhle wurde im Dorf Peqi’in in Obergaliläa entdeckt. Diese schmale, mit Stalaktiten besetzte Höhle ist 17 m lang und 7 m breit und besitzt drei verschiedene Ebenen.

Die Peqi’in-Höhle liegt in Obergalliläa in Nordisrael und gehört zu den wichtigsten chalkolithischen Fundorten (Kupfersteinzeit, ca. 4500–3500 v. Chr.) der Levante. Obwohl sie in der Antike geplündert wurde, enthielt die Höhle außergewöhnlich viele Objekte: über 400 Skelette, zahlreiche Ossuare (Knochenkästen), einzigartige Keramik-Behälter. Die Menge an Funden ist sehr ungewöhnlich.

Die Höhle war offenbar nicht die Grabstätte eines einzigen Dorfes, sondern ein regional genutzter Bestattungsplatz für mehrere Siedlungen, eine Art „übergeordneter Friedhof“ der Region.

Die Chalkolithische Kultur ist bekannt für bemalte Keramik, anthropomorphe (menschliche) und zoomorphe (tierartige) Behälter und komplexe Bestattungstraditionen. Die Objekte aus Peqi’in gehören zu den besten Beispielen dieser Kunst. Die Menschen dieser Epoche praktizierten Sekundärbestattungen, das heißt: Knochen wurden nach dem Verwesungsprozess gesammelt und in Ossuaren platziert.

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Exemplare aus dem Nachal- Mischmar-Schatz, 3.500 vor Chr.

„Dieser Hort, bestehend aus Dutzenden außergewöhnlicher Kupfergegenstände, wurde in einer natürlichen Nische entdeckt, die sich hoch oben an einer Klippe im oberen Teil des Nahal Mishmar befindet – im Tal südlich von der Oase Ein Gedi. [Steht auch noch auf meiner To-Do-Liste. Da ist schwer hinzukommen, und die Übernachtungsmöglichkeiten sind teuer.]

Die Gründe für das Verstecken des Schatzes sind nicht bekannt. Möglicherweise wurde er während einer Krise versteckt, oder er gehörte einer religiösen oder gesellschaftlichen Elite, die im Gebiet lebte oder dort Rituale vollzog. Dieser einzigartige Fund von Kupferobjekten ist einer der bedeutendsten prähistorischen Entdeckungen des Landes.“

Viele der Kupferobjekte sind in komplexen Gussformen aus verlorenem Wachs hergestellt worden, was auf ein noch nicht erkanntes Vorstadium technischer Fertigkeiten schließen lässt.

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„In dieser Region wurden vor 6.000 Jahren zwei Methoden des Metallgusses angewandt, und beide sind in den Objekten aus dem Hort von Nahal Mishmar gut zu erkennen.

Bei der einfacheren Methode wurde reines, lokal gewonnenes Kupfer in eine offene Form gegossen, um Beile, Äxte und Meißel herzustellen.

Der Großteil der Objekte im Hort jedoch wurde aus Legierungen gegossen, die durch das „Wachsausschmelzverfahren“ (lost-wax technique) hergestellt wurden. Dieses Verfahren erforderte nicht nur reiche Erfahrung und ein hohes handwerkliches Können, sondern auch die Verwendung hochentwickelter Legierungen, die vermutlich aus entfernten Regionen importiert wurden.

Der Hort bezeugt das Vorhandensein gut entwickelter Metallbearbeitung, weitreichender Handelskontakte und eines erstaunlich hohen Niveaus künstlerischer Fähigkeiten bei den Handwerkern dieser Region bereits zu diesem frühen Zeitpunkt.“

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„Ein kleines Heiligtum wurde in der Festung von Arad [dito, wie Ein Gedi] an der südlichen Grenze Judas entdeckt – das einzige je gefundene judäische Heiligtum außerhalb von Jerusalem. Wie die meisten altorientalischen Kultstätten, einschließlich des Tempels in Jerusalem, bestand es aus mehreren Bereichen, die eine Rangordnung der Heiligkeit widerspiegelten.

Ganz im Inneren befand sich das Allerheiligste, mit einem glatten Steinmonolithen (biblisch Massebah), der möglicherweise die Gegenwart Gottes symbolisierte, und zwei Altären, die noch die Reste des letzten dort dargebrachten Räucherwerks trugen.

Das Heiligtum wurde absichtlich zerstört in der Zeit des Königs Hiskia, der alle öffentliche Verehrung außerhalb des Tempels in Jerusalem abschaffen wollte.“

Irgendwie kenne ich das Verehren von Steinen oder Monolithen auch aus einer anderen Religion…

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Kommentare

7 Kommentare zu “Uralte Boote und Mädels und mehr – Israel Museum II”

  1. blu_frisbee am November 18th, 2025 1:58 a.m.

    Religoten glauben Schriften zur Mythologie.
    Archäologen wollen aus Trümmern schlau werden.

    Erzählt wird Hitlerei wäre Diktatur gewesen
    (am Ende schon, bis dahin fandens Deutsche gut).

    „Linke“ demonstrieren gegen AfD.
    Faschismus der Zukunft ermöglicht
    den „Stummen Zwang“ technisch.
    https://monde-diplomatique.de/artikel/!6113232
    https://www.youtube.com/watch?v=rsL6mKxtOlQ#3:12

  2. Jim am November 18th, 2025 8:43 a.m.

    @blu_frisbee
    Schon wieder am schlafwandeln?

  3. Albert Rech am November 18th, 2025 7:04 p.m.

    Mehr als 10 000 Jahre Palestinänische Kultur, und immer noch kein palestinänischer Staat…

  4. admin am November 18th, 2025 7:25 p.m.

    Welche Kultur? Araber sind erst seit 1500 Jahren in der Levante.

  5. blu_frisbee am November 19th, 2025 6:26 a.m.

    Jim unregelmäßger circadian

    Palestina war immer umkämpft.
    Juden waren selten & wenige da.
    Israel gibt erst seit 1948.

  6. bentux am November 19th, 2025 7:18 a.m.

    Das Christentum, ist auch nicht so besonders alt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum
    Drömmelte so um die 4 Jahrhunderte in Palästina herum, um sich dann auszubreiten.

    <8*) Der Aluhut meint, was ist deutsche Kultur?

  7. blu_frisbee am November 19th, 2025 10:36 a.m.

    bentux am November 19th, 2025 7:18 a.m.

    <8*) Der Aluhut meint, was ist deutsche Kultur?

    Ne kollektive Halluzination.
    Der deutsche Nationalismus – Teil 1
    https://www.youtube.com/watch?v=OVXOtr43Si0

    Natur osses Nicht, sondern gemacht.

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