Alt und deftig

GeburtstagGeburtstag

Mein Vater wurde heute 87 Jahre alt. Zur Familienfeier gab es als Hauptgericht etwas zu essen, das am besten schmeckt, wenn man es wieder aufwärmt, und das gleich mehrfach. Die kulinarisch gebildeten Leserinnen und des Kochens kundigen Leser werden gleich wissen, um was was sich handelt. (Es ist nicht Veganismus-Asketismus-kompatibel.) Die Torte unten haben ich vorher gegessen bzw. Teile davon.

Kommentare

3 Kommentare zu “Alt und deftig”

  1. Norbert Burghart am Oktober 17th, 2014 8:12 am

    Am allerbesten schmeckt Grünkohl, wenn man ihn über Nacht auf ganz kleiner Flamme köcheln lässt.

    Aber ist es dafür nicht noch ein wenig zu früh?
    Eigentlich muss er ja mindestens einmal Frost mitbekommen haben.

  2. Dirk am Oktober 17th, 2014 2:41 pm

    Dann mal guten Appetit. War das Oldenburger Grünkohl mit Pinkeln ?

  3. ...der Trittbrettschreiber am Oktober 17th, 2014 6:12 pm

    Ja es hat schon Kultcharakter, so ein Retro-Essen.
    Es ist der Schritt zurück in heile Welten, die, aufgewärmt im Ofen der Gegenwart, nun schön verklärt ganz neu und glücksverheißend schmecken.
    Welch ein Schwelgen über dies und das, was damals Sonne war und schier und bas.
    Dann ist man voll und satt und bräsig sitzt man da und rülpst verstohlen in die hohlen Hände. Die Serviette ist aus Stoff, das I-Phone ist im Off. Dann geht’s um Meinungen und Unterschiede ja, so war’s nein so war’s nicht – das geht so fort und immer weiter. Nach und nach rutscht alles aus dem Magen in den Darm. Dort ist es auch nicht mehr ganz warm.
    Jetzt wird gespült, ganz so wie gestern. Mit altem Wiskey und mit Met, wie die noch älteren Germanen. Das brennt und gärt und irgendwann beteuert jeder, dass er nicht mehr kann – und dass es schön war sowieso. Ein seriöser Gang noch auf des Hauses Separé. Dann kriecht ein jeder fort nach Haus und freut sich schon in spé auf Airan und den Dönerteller, der morgen schon verschlungen werden wird und schneller, effizienter ist das allemahl. Oder der Burger von McDonalds und die Cola, dazu noch Pommes und Geschmier. Jetzt reicht es aber dies Gelaber, nur das eine noch, Herr Ober, na ja na was denn wohl, das gelbe da mit weißem Schaum im Krug oder im Glase. Was bleibt ist Phrase oder reimt sich’s auch auf Gase?
    Ach sei’s gegessen, vergessen ist’s, das Essen – bis zum nächsten Mahl.

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