Unter Reformkräften oder: Handelswege an Dnister und Dnepr schützen [Update] [Update II]

Stern.de: „Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der neuen ukrainischen Regierung ausbauen und die Hilfe nahezu verdoppeln. (…) ‚Es kommt jetzt dringend darauf an, die Reformkräfte in der Ukraine zu stärken‘, so Müller.“

Entwicklungsshilfe? An einen Nachfolgestaat aus der Konkursmasse der Sowjetunion? Wozu und an wen? Wer sind denn diese „Reformkräfte„?

Denn die Opposition teilt sich in drei unterschiedliche Lager auf: die Vaterlandspartei der inhaftierten früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, die nationalistische Partei Swoboda sowie Klitschkos liberale Udar. Alle drei fielen in der Vergangenheit vor allem durch Machtkämpfe untereinander auf. (…) Der nach Russland zweitgrößte Flächenstaat Europas gilt als wichtigstes Transitland für Gaslieferungen in die EU. Für den Staat mit seinen rund 45 Millionen Einwohnern ist Deutschland nach Russland wichtigster Handelspartner.

Schon klar. Da muss man helfen, dass sich das noch weiter entwickelt. Ich nenne diese Phrasendrescherei schlicht Beihilfe zum deutschen europäischen Neo-Imperialismus unter deutscher Führung.

Ich war schon immer prorussisch – schon wegen der Biografie meines Großvaters, der mir als kleiner Junge russische Lieder beigebracht hat. Wenn es nach mir ginge, dann sollte die Ukraine aufgelöst und wieder in eine neue Sowjetunion eingegliedert werden. Außer den baltischen Staaten hat keines dieses pseudo-staatlichen Gebilde, die nach der Alma-Ata-Erklärung geschaffen wurden, eine historische oder andere Existenzberechtigung.

[Update] Achse des Guten: „Ukraine isn’t a country: it’s a Frankenstein monster composed of pieces of dead empires, stitched together by Stalin.“

[Update II] Rote Hilfe

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Kommentare

14 Kommentare zu “Unter Reformkräften oder: Handelswege an Dnister und Dnepr schützen [Update] [Update II]”

  1. Patrix am März 2nd, 2014 2:38 p.m.

    Selbst wenn man das historisch anders sehen mag (und zumindest die Ukraine hat durchaus eine gewisse Daseinsberechtigung), rechtfertigt das noch lange keinen militärischen Angriff von Russland. Das Selbstbestimmungsrecht gilt auch für die ukrainische Bevölkerung und schliesst mit ein dass sich verschiedene „Lager“ in den Haaren liegen.

  2. admin am März 2nd, 2014 2:43 p.m.

    Was ist ein „Volk“?

  3. Christoph am März 2nd, 2014 3:18 p.m.

    Ich vermute, der Schreiberling möchte gerne die Ukraine und Weißrußland wieder an Rußland angliedern, um endlich auch das Großdeutsche Reich wiederaufleben lassen zu können. Vielleicht kann man sich ja auch noch die Niederlande und Flandern einverleiben? Belgien steckt ja auch in einer Dauerkrise. Der Unterschied zwischen den Holländern und den Deutschen ist schließlich auch nicht größer als zwischen Russen und Ukrainern.

  4. Patrix am März 2nd, 2014 3:35 p.m.

    Ein Volk im deutschen Sinn oder die Schicksalsgemeinschaft welche sich innerhalb einer Landesgrenze mit der Realität arrangieren muss?

  5. rainer am März 2nd, 2014 3:42 p.m.

    …Putin wird die Angelegenheit schon regeln, vielleicht auch mit harter Hand….schliesslich muss er sich gegen die Kriegstreiber Merkel, Obama und Konsorten durchsetzen….

  6. Troptard am März 2nd, 2014 4:34 p.m.

    Zumindest ist das wieder ein Beispiel dafür, warum deutsche „Demokraten“ die Nähe Rechter „Reformkräfte“ so schätzen.

    Die stehen latent immer „Gewehr bei Fuss“ und warten darauf sich nützlich zu machen.

    Ich hoffe, dass der Putin auch Gewehr bei Fuss steht und dafür sorgt, dass es zu einem Referendum über die Abspaltung der Ostgebiete der Ukraine kommt.

    @ admin

    Wie Patrix schon entlarvend geschrieben hat: Volk ist das, was beherrscht werden will, das in einer Schicksals- oder Volksgemeinschaft aufgehen will und soll.

    Und Volksfeinde, dass sind dann diejenigen … .
    Und was macht man mit denen, die in dieser Volksgemeinschaft nicht aufgehen wollen wie der Hefeteig?

  7. road2 am März 2nd, 2014 4:49 p.m.

    ich bin so froh…
    „Ich war schon immer prorussisch – schon wegen der Biografie meines Großvaters, der mir als kleiner Junge russische Lieder beigebracht hat.“
    Wo gibt es denn die Möglichkeit die Hirnscheiße eines Admin mal als politisches Signal zu registrieren.
    Und dann

    „Putin wird die Angelegenheit schon regeln, vielleicht auch mit harter Hand….schliesslich muss er sich gegen die Kriegstreiber Merkel, Obama und Konsorten durchsetzen….“

    So oder so ähnlich müssen sich (hieß damals garantiert nicht Admin) ein paar besoffene Ducrchgeknallte getroffen haben. Und „Bild“ was born. Willkommen im Club!

  8. Troptard am März 2nd, 2014 5:38 p.m.

    @road2

    Man kann diesen Satz kritisieren, weil er emotional vorgebracht wurde.

    Aber damit habe ich selbst überhaupt keine Schwierigkeiten. Bin selber oft emotional und mir fallen oft Geschichten ein, die ich gerne einflechten lasse, weil sie mein Gefühl und die Erinnerung doch authentisch aus meiner subjektiven Sicht wiedergeben.

    So habe ich zum Beispiel Deutschland in meiner Jugend als den „deutschen Mief“ schlechthin empfunden. Für mich eine unerträgliche Zeit und ich beschreibe das mit meinem Gehirnschmalz allzugerne, auch wenn es keiner so recht hören will ( Beispiel: amerikanische Negermusik).

    Der Deutsche hatte damals, wie heute auch weit verbreitet, ein ambivalentes Verhältnis zu den USA.

    Der „Teutsche“ Mief steigt für mich auch heute wieder aus allen Knopflöchern und nicht nur dort.

    Wenn mich jemand fragt, woher ich denn kommen würde, so antworte ich als erstes: Von zu Hause!

    Dann wird nachgehakt. „Nein, ich meine welche Nationalität sie haben.“ Meine Antwort: Ich habe einen deutschen Pass! Meine Grosseltern waren Polen und meine Mutter französischer Abstammung.“

    Ähm, ja!

    Argumente wären auch nicht schlecht, so mal nebenbei.

  9. road2 am März 2nd, 2014 7:39 p.m.

    @Troptard
    ich habe versucht Deinen Beitrag „historisch“ nachzuvollziehen. Akzeptiert, so ich ihn richtig verstanden habe. Ich würde mir nicht anmaßen mit meinem ersten polemischen Beitrag dagegen zu argumentieren. Ich habe polnische und französische Freunde und mit dem von Dir beschriebenen deutschen Mief kenne ich mich aus, der kann mich mal.
    Nur: Dagegen habe ich gar nicht geschrieben. Diese gelegentlich überhebliche dummdreiste Gedankenscheiße dieses selbstverliebten Admin wars. Wenn mir mein Großvater Nazilieder vorgesungen hätte (und er war Nazi und möge dafür in der Hölle oder wo auch immer brennen) bin ich damit weder besser noch schlechter. Nur der ideologische verblasene Admin verkündet etwas anderes. Einer der immer glaubt beurteilen zu können wer Journalist ist übrigens.
    Sag mir bitte noch welche Argumente Du vermisst.

  10. Troptard am März 2nd, 2014 9:14 p.m.

    Z.B., und darauf gehe ich selbst gar nicht mehr ein,
    dass es keinen nachvollziehbaren Grund dafür gibt, sich für die eine oder andere Seite in die Waagschale zu werfen, nur weil einem das eine Übel grösser erscheint als das andere.

    Habe Dich verstanden! Wollte nur anmerken, dass ich solche Anwandlungen selbst auch nicht ausreichend kontrollieren kann.

    Ich erlaube mir, mich ansonsten zurückzuhalten.

  11. Crazy Eddie am März 3rd, 2014 6:25 a.m.

    Hahaha! Letzten Donnerstag wurde der US Senat von den Geheimdiensten gebrieft, es gäbe keine russischen Pläne für eine Invasion der Ukraine! ROFL! Und keine 24 Stunden später passiert genau das! Naja, ein Invasiönchen zumindestens.
    Good morning America!

    Nebenbei… Du wünschst Dir die SU zurück? WTF ?!?

  12. Temnitzbiber am März 4th, 2014 9:06 p.m.

    Als ehemaliger DDR-Bürger, dessen Heimatstadt von Russenkasernen umzongelt war und der 18 Jahre gegen Pläne des Bundes mit ankämpfte, das von den Russen angelegte „Bombodrom“ für neue Kriegsspiele zu nutzen, kann ich jedes Volk verstehen, welches dem russischen Kolonialismus entkommen will. Die Kaukasusvölker haben eine z.T. weiter als die russische zurückreichende Geschichte und Kultur – schon Odyseus kam da vorbei. Ebenso sind Samarkand und Buchara schon bedeutende Städte gewesen, als Moskau nur eine Sammlung ärmlicher Holzhäuser war. Wenn die aller wieder sowjetisch werden sollen – warum dann Indien nicht wieder britisch und Kanada französisch? Und am Rhein könnten doch auch die Italiener wieder einen Limes errichten?

  13. admin am März 4th, 2014 9:16 p.m.

    Imd Ostpreußen wieder deutsch, wg. „weiter als die russische zurückreichende Geschichte und Kultur“?

    Statt udn nation sind nicht dasselbe. Deswegen war die Sowjetunion theoretisch ja besser als „Russland“.

  14. Temnitzbiber am März 5th, 2014 7:54 p.m.

    Aber leider nur theoretisch. Das ist das Problem. Jedenfalls sollten die Krimtatasren wieder dorthin zurückkehren dürfen, von wo sie mal verschleppt wurden – unter schlimmeren Umständen als ehemals Ostdeutsche.

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