Oblivion oder: Vergessen!

Oblivion

Vor ein paar Tagen habe ich mir Joseph Kosinskis „Oblivion“ angesehen.

Oblivion (englisch für Vergessen, In Vergessenheit) ist ein US-amerikanischer Science Fiction-Film aus dem Jahr 2013, der unter der Regie von Joseph Kosinski entstand. In einem postapokalyptischen Szenario ist die Erde durch einen Krieg zwischen Menschen und Außerirdischen verwüstet und nahezu unbewohnbar, nur einige Drohnen und Techniker befinden sich noch dort um den Abbau wichtiger Ressourcen zu überwachen. In den Hauptrollen spielen Tom Cruise, Andrea Riseborough, Olga Kurylenko und Morgan Freeman.

Mehr brauchte man über diesen Film gar nicht zu wissen. Man wird einigermaßen unterhalten, aber hat außer der überirdisch schönen Olga Kurylenko nach einer Stunde alles wieder vergessen.

Für Science-Ficion-Fans bietet „Oblivion“ nichts außer ein paar Zitaten aus anderen Werken. Man hätte stattdessen die witzigenOblivion Rezensionen bei Rotten Tomatoes verfilmen sollen. „40 years ago, the part of Jack would undoubtedly have gone to Charlton Heston.“ – „The part of the film that works the best? Morgan Freeman looks absolutely awesome in those sunglasses.“

Ignatiy Vishnevetsky schreibt auf rogerebert.com: „If nothing else, ‚Oblivion‘ will go down in film history as the movie where Tom Cruise pilots a white, sperm-shaped craft into a giant space uterus. The scene is more interesting to describe than it is to watch.“

Noch mehr: Der Plot strotzt vor (Text-)Bausteinen aus der kruden Scientology-Fantasy-Welt. Kein Wunder, das der bekennende Scientologe Cruise die Hauptrolle spielt. Es geht zu wie beim „Auditing„: „Engramme“ im Gehirn werden gelöscht, tauchen aber als Erinnerungsfetzen wieder auf und dergleichen des Hubbardschen Unfugs mehr.

Bei Science Fiction läuft das so: Jemand hat eine geniale Idee, und dann passiert außer Imitationen und seichten Abklatschen gefühlt zehn Jahre gar nichts mehr.

Das war mit „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968) so, mit „Alien“ (1978), „Matrix (1999) oder „Avatar“ (2009). Oder fällt jemandem dazwischen noch ein epochaler Science-Fiction-Film ein, dessen Elemente in die Pop-Kultur und in das kollektive Gedächnis eingegangen sind? („Krieg der Sterne“ ist Fatansy, keine Science (!) Fiction.)

Oblivion

Natürlich gilt auch immer: Stanislaw Lem hat es oft schon vorweggenommen. Sein Roman „Solaris (1961), der mittlerweile schon drei Mal verfilmt wurde, ist für mich immer noch der beste Science-Fiction-Plot aller Zeiten, und die Rolle der Victoria (Andrea Riseborough) hätte sich sehr gut für eine Hommage geeignet. „According to Kosinski, Oblivion pays homage to science fiction films of the 1970s“, lesen wir in der englischen Wikipedia. Gut gemeint, aber die damaligen Filme waren dann aber auch, was die Tiefe und Originalität der Ideen angeht, wesentlich besser.

Fazit: Nur ansehen, wenn grad nichts Besseres läuft, man aber unbedingt ins Kino will.

Kommentare

11 Kommentare zu “Oblivion oder: Vergessen!”

  1. Holger am April 22nd, 2013 8:02 am

    Blade Runner (1982) … ist doch auch Kult

  2. admin am April 22nd, 2013 8:08 am

    Stimmt, den habe ich vergessen.

  3. piet am April 22nd, 2013 8:49 am

    Stalker,wenn wir schon bei den Russen sind.Atmosphärisch dichter Tagtraum von ´79 -http://de.wikipedia.org/wiki/Stalker_(Film). Moon von 2009 ,reißt mich immer noch in Stücke, als er in den Keller steigt und … nöö selbst glubschen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Moon_(Film).
    Beide ohne viel Krachpeng.

  4. ninjaturkey am April 22nd, 2013 9:39 am

    Und nicht zu vergessen die Innovativen Serien aus unserer Kindheit, allen voran Raumpatrouille. Da gabs neben den zu Unrecht immer belächelten Eisportionierern, Bleistiftspitzern oder Bügeleisen eine Raumbasis auf dem Meeresgrund, krasse Tänze, schicke Garderobe (und nicht die Schlafanzüge von Star Trek) eine vereinte Erde und (gerade wieder aktuell, damals geradezu revolutionär) Frauen (und dann auch noch `ne Russin) in Führungspositionen. ;-)

  5. Patrix am April 22nd, 2013 10:07 am

    Star Trek (ok, war nicht (nur) ein Film)

  6. Serdar am April 22nd, 2013 6:47 pm

    Burks, das gleiche gilt auch für Terminator.

  7. Serdar am April 22nd, 2013 6:49 pm

    ..und natürlich für Doctor Who, Babylon 5 und Farscape.

    Es ist zwar nicht (ganz) in SF einzuordnen, aber die aktuelle Serie „Person of Interest“ dürfte was für deinen Geschmack sein. Ich empfehle unbedingt es in Englisch anzuschauen.

  8. admin am April 22nd, 2013 7:17 pm

    Die Idee des „Terminators“ ist nicht so weltbewegend. Den würde ich nicht mit den anderen in der Reihe gleichsetzen.

  9. Sinehead am April 22nd, 2013 10:35 pm

    „Planet der Affen“ wäre noch ein Vorschlag.

  10. Michael am April 23rd, 2013 9:19 am

    Mir fallen noch ein:
    1. Metropolis. Sozusagen The Grandfather Of SF. Dies ausdrücklich trotz Schwächen in der Handlung.

    2. Welt am Draht. Hat die Matrix-Story fast 30 Jahre vorweggenommen.

    3. Soylent Green. Is people :)

    4. 1984. Das ist ja nun wirklich der Klassiker und die Verfilmung aus jenem Jahr ist recht gelungen.

    5. A Clockwork Orange. Der andere Kubrik-Klassiker kommt bei mir noch vor 2001.

    6. Per Anhalter durch die Galaxis. Auch die BBC-Verfilmung als TV-Serie aus den 80ern ist gelungen und was 42 ist weis wohl jeder.

    7. Dark Star. Wenns um SF-Comedy geht muß es nicht nur der Anhalter sein.

    8. Tron. The Grandfather Of CGI. Ästhetik & Design sind einmalig und zumindest die Lightcycles und Recognizer hat wohl jeder mal gesehen.

    Ich habe bestimmt noch was vergessen. Was ich auch weglassen würde: Dune, da ebenfalls eher der Fantasy zuzurechnen.

  11. Schlimm am April 30th, 2013 8:27 pm

    Die Kritik vom Rolling Stone/Peter Travers
    ist passend — und vernichtend.

    http://www.rollingstone.com/movies/reviews/oblivion-20130418

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