Marketing

„Alles eine Frage des Marketings. Oder würden Sie Honig kaufen, wenn man ihn als „Bienenkotze“ verkaufen würde?“ (Leserkommentar LawBlog)

De-Mail versus E-Post

„De-Mail verklagt E-Post“, berichtet Heise. Dazu der passende Leserkommentar: „Zwei blinde Dinosaurier streiten sich darüber, welche Farbe der Meteorit hat.“

Wikileaks Redactions Are Cowardly

Cryptome: „Wikileaks should stop the redactions of names in the diplomatic cables and war files and release untampered documents. (…) Never redact. No vital secrets. No deals with cheating dealers.“

Im Konzentrationslager für’s Leben lernen

Spiegel Offline über deutsche Moral nach Auschwitz und die Frankfurter Juden: „Die Könige des Schwarzmarktes waren Juden, die durch die härteste Schule gegangen waren, die das Leben einem bieten konnte. Sie hatten das Überleben in Konzentrationslagern gelernt und wussten, worauf es ankam: Man durfte nicht zimperlich sein, weder mit sich selbst noch mit anderen.“

Er sagt es klar und angenehm, was erstens zweitens drittens käm

Thilo Sarrazin fasst Sinn und Zweck der Integrationsdebatte treffend in einem Satz zusammen: „Man muss zeigen, wer in Deutschland Herr im Hause ist.“ Quod erat demonstrandum, um es auf Ausländisch zu sagen.

Verehrer höherer Wesen sind doof

Michael Bauer, Sprecher des Arbeitskreises Laizistinnen und Laizisten in der SPD: „Denn angesichts bestimmter Kirchenprivilegien, die sich über die Jahrhunderte aufgebaut haben, kann man sich nur an den Kopf fassen. Dazu gehört, dass deutsche Bischöfe nicht etwa von den Kirchen oder von Kirchensteuereinkünften bezahlt werden, sondern vom Steuerzahler aus dem Staatshaushalt. In Bayern werden sowohl der evangelische Landeskirchenrat mit dem Landes­bischof an seiner Spitze als auch sämtliche katholischen Bischöfe und außerdem Domdignitäre, -kapitulare, Pfarrhäuser und so weiter aus dem Staatshaushalt aus allgemeinen Steuermitteln ­finanziert. Was hat so eine Regelung im 21. Jahrhundert noch zu suchen?“ (Jungle World, Nr. 43, 28. Oktober 2010)

Keine Sympathie für die Content-Mafia

„Abmahnungen haben zugenommen, die Sympathie der Verbraucher für Rechteinhaber aber nicht“. (Heise)

Why I Support Legal Marijuana

George Soros schreibt im Wall Street Journal: „Regulating and taxing marijuana would simultaneously save taxpayers billions of dollars in enforcement and incarceration costs, while providing many billions of dollars in revenue annually. It also would reduce the crime, violence and corruption associated with drug markets, and the violations of civil liberties and human rights that occur when large numbers of otherwise law-abiding citizens are subject to arrest. Police could focus on serious crime instead.“ Jetzt will er für die Kampagne. Marihuana zu legalisieren, eine Million Dollar spenden.

Deutsche Medien wie Spiegel offline verlinken den Original-Artikel nicht, vermutlich weil sie befürchten, das Publikum würde sittlich gefährdet werden. Die Süddeutsche verschweigt Soros‘ Thesen im Wall Street Journal ganz und lässt auch den Link zur Quelle Los Angeles Times, von der man schlicht alles abgeschrieben hat, unter den Tisch fallen. Was seid ihr doch erbärmlich… Nur Telepolis ist eine rühmliche Ausnahme – wie gewohnt.

Natürlich würden sich nur eine Handvoll deutscher Politiker trauen, offen und ehrlich und schlicht das zu sagen, was der neun Milliarden Dollar schwere Soros aus guten Gründen fordert: Legalize it! Und welcher Kapitalist in Deutschland würde für diesen Zweck – Haschisch und Marihuana zu legalisieren – auch nur einen Cent spenden? Niemand – es sind alles Feiglinge. Was würde die Öffentlichkeit von mir denken?! Der deutsche Medien-Diskurs zum Thema Drogen ist ohnehin seit rund vier Jahrzehnten pure Moraltheologie (beherrscht dich!) und hat mit der Realität nichts zu tun. Und alle, alle machen mit. Kopf ab zum Gebet – es geht um die pöhsen Drogen!

Dumb Fucks

Spiegel offline („Der Cyber-Cäsar“) ist ja wieder zu blöd und zu faul, uns mit wichtigen Links zu belästigen. Diese Pfeifen-Truppe dort gehörte mal richtig durchgewalkt – sie werden es nie lernen.

„Über den Herrscher kursieren düstere Legenden. Das Techblog ‚Silicon Alley Insider‚ veröffentlichte Auszüge eines Gesprächs, das der Facebook-Chef vor einigen Jahren per Messenger mit einem Freund geführt hat. Zuckerberg brüstete sich darin, mehr als 4000 E-Mail-Adressen und Fotos von Harvard-Studenten gesammelt zu haben. Der Freund wollte wissen, wie Zuckerberg das geschafft hat. „Ich weiß nicht“, antwortete der Facebook-Chef. ‚Die Leute vertrauen mir. Was für Trottel'“.

Die Trottel sind auch die, die uns das Original vorenthalten wollen, weil sie als gute Deutsche Angst vor dem Internet und dem Link haben. Das Portrait Zuckerbergs im „New Yorker“ ist ebenfalls interessant und wichtig und gehörte erwähnt.

Hier also der Beleg:
ZUCK: i have over 4000 emails, pictures, addresses, sns
FRIEND: what!? how’d you manage that one?
ZUCK: people just submitted it
ZUCK: i don’t know why
ZUCK: they “trust me”
ZUCK: dumb fucks

Quod erat demonstrandum.

Nicht noch mehr Konsum, bitte!

Rösler

Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) bei Maybrit Illner: (via Fefe) „[…] es geht darum, dass die Menschen mehr netto bekommen, nicht um mehr Konsum zu betreiben, sondern damit sie die finanzielle Möglichkeiten haben, um die finanziellen Sicherungssysteme Rente, Gesundheit, und Pflege zu stabilisieren. Damit damit die Lohnzusatzkosten sinken können, oder stabil bleiben können, und wir damit Wachstum und Beschäftigung bekommen.“

Man muss der FDP doch immer wieder dankbar sein, dass sie uns daran erinnert, wie der Kapitalismus funktioniert. Wir sollen unser Geld dafür ausgeben, dass die Kapitalisten (auch affirmativ „Arbeitgeber“ genannt) weniger Geld für den Lohn ausgeben müssen. Noch mal im Klartext: Wenn das Kapital mehr Profit macht und die Arbeiter weniger Geld bekommen, bedeutet das Wohlstand und Reichtum für alle.

Karl Marx hätte es nicht besser sagen können, aber bei dem wäre es Ironie gewesen. Rösler meint das ernst, und er denkt auch noch, es merkte keiner, welchen Schwachsinn er verbreitet.

Jubelsperre

„Ich habe eine eingebaute Jubelsperre, und Fußball geht mir sowieso am Arsch vorbei.“ (Henryk M. Broder bei Illner)

Arschkriechende Karnickel

„Die Profis sterben aus und die Arschlöcher vermehren sich wie die Kaninchen.“ (Hans R. Beierlein, Medienmanager, im aktuellen Spiegel (Print))

Winston Churchill über Blogger

„Nur Strohköpfe schreiben nicht für Geld“, hat Winston Chruchill laut Spiegel offline gesagt. Diese Zitate lese ich mit großem Vergnügen. Churchill wollte Bayern den Österreichern zuschlagen!? Welcher Idiot hat ihn eigentlich daran gehindert?

Schreiben, was sie sie schreiben dürfen

„Was wir treiben, ist keine Wissenschaft, sondern Ansichtssache, sagte er dann, außerdem nimmt uns sowieso keiner ernst. Wir bilden Journalisten aus, die später ohnehin nicht das schreiben dürfen, was sie schreiben wollen, und nach dreißigjähriger Berufserfahrung wollen sie nur noch das schreiben, was sie sie schreiben dürfen.“ Ich lese gerade Michael Krüger: „Die Turiner Komödie“.

You’re right!

„I enjoy crushing bastards“. (Julian Assange)

Bahn hoffte auf neue Eiszeit

Klima

„Zum Zeitpunkt der Planung dieser ICEs ist niemand davon ausgegangen, dass wir einmal Temperaturen von mehr als 35 Grad in Deutschland haben würden.“ (Georg Brunnhuber, Sonderbeauftragter Bahnchef Rüdiger Grubes, zuständig für Beratung und politische Kommunikation, laut stern.de)
Screenshot: Climatic Research Unit

Lernen für’s Leben

„Mein Drogenhandel war ein halbes BWL-Studium.“ (Bushido im Spiegel)

Bundesliga 2010/2011

„Katrin Müller-Hohenstein kündigt ihren Vertrag mit Weihenstephan, verspricht, zukünftig keine Werbung mehr zu machen und ändert ihren Namen in Katrin Müller-Milch. “ (SPAM)

Philosophischer Nachtrag zur gestrigen Mitgliederversammlung des DJV Berlin

„Dass man seine Gegner mit gedruckten Gründen überzeugen kann, habe ich schon seit dem Jahr 1764 nicht mehr geglaubt. Ich habe auch deswegen die Feder gar nicht angesetzt, sondern bloß um sie zu ärgern, und denen von unserer Seite Mut und Stärke zu geben und den andern zu erkennen zu geben, dass sie uns nicht überzeugt haben.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

„Es gibt manche Leute, die nicht eher hören können, bis man ihnen die Ohren abschneidet.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

„Journalisten sollten gefürchtet, nicht geliebt werden.“ (Roger Boyes, The Times, London)

Medialer Charaktermangel

Lesebefehl: Interview mit Tom Schimmeck über „Macht und Ohnmacht der Medien“ in Telepolis, Teil 1: „Worunter wir gerade in den Chefetagen am meisten leiden, ist Charaktermangel“ und den zweiten Teil „Recherche wird bestraft“, der alsbald erscheinen wird.

„Verdummung ist nicht immer nur ein Kollateralschaden des kommerziellen Kalküls.“ Sehr schöner Satz.

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