Blogger fordern Intelligenztests für Politiker

Provokanter Vorschlag aus der Blogosphäre: Ultralinke Blogger wie Burks verlangen eine neue Politik, bei der Politiker sich einem Intelligenztest unterziehen müssen. Humane Gründe dürften nicht länger das einzige Kriterium sein, um ein Amt zu bekommen. „Wir müssen in der Politik Kriterien festlegen, die unserm Staat wirklich nützen. Maßstab muss außer einer guten Berufsausbildung und fachlichen Qualifikation auch die Intelligenz sein. Ich bin für Intelligenztests bei Politikern.“ Diese Frage dürfe nicht länger tabuisiert werden.

Wer steht hier hinter wem warum?

Die Schlagzeile des Tages kommt von stern.de: „Beihilfe zum sexuellen Missbrauch: Kirche steht hinter Erzbischof Zollitsch“. Bruhahaha.

Nation und Vaterland

„Sie wissen, dass ich zu keiner Zeit ein deutscher ‚Patriot‘ war, und ein Nationalist schon gleich gar nicht. ‚Vateland‘ war für mich seit jeher ein Lesebuch-Schlagwort ohne greifbaren Inhalt, und der Begriff Nation bliebe mir immer etwas Abstraktes.“ (Oskar Maria Graf in einem Brief an Thomas Mann)

Tweets of the day 19

Auslese vom Bundesparteitag der Piraten:
„Zitat Versammlungsleiter: ‚Mein Gott, ihr habt IRC, ihr habt Twitter, könnt ihr nicht einmal die Klappe halten?'“ (Cymaphore)
„Was raucht Dietmar Mövs und warum bekommt er das in der AG Drogen ohne Rezept??“ (flecky1982)
„Ich glaube wir Piraten versuchen unseren Frauenmangel durch Langhaarige auszugleichen“. (Terra_Solar)
„GO-Antrag auf sofortigen mehrfachen Blitzschlag“. (alexbrueckel)
„Alles, was man nachgucken muss, ist gesellschaftlich irrelevant. Tolle Aussage“. (pfadintegral)
„Ich bin nicht zum „Freund/innen machen“ hier, sondern wegen Politik. Ich muss hier nicht gemocht werden“. (fatmike182)

Käßmann war dabei

„Ja, es gibt eine zweite Chance“, schloss Käßmann ihre Ausführungen zur Schöpfungsgeschichte, in die sie auch persönliche Erfahrungen miteinbezog.“

Gut gemeint

„Das Internet sei stärker von Politikern mit ‚guten Absichten‘ bedroht als von offen agierenden Zensoren in China.“ (sagte CCIA-Präsident Ed Black laut Heise)

Plagiate

„Über Plagiate sollte man sich nicht ärgern. Sie sind wahrscheinlich die aufrichtigsten aller Komplimente.“ (Theodor Fontane) [via sueddeutsche.de und Fefe]

Diese Ausländer haben herumredigiert

Heute mal Comedy als Wort zum Sonntag.

Männer haben mehr Persönlichkeit

Jetzt weiß ich, warum manche Frauen Probleme mit mir haben: „Frauen finden es attraktiv, wenn ein Mann vorhersehbar ist. “ Das ist sogar wissenschaftlich erforscht. [Quelle1 | Quelle 2]. Wer einmal Zen praktiziert hat, ist daher vermutlich bei den Frauen evolutionär unten durch… Zen-Meister wie meiner (R.I.P.) tun immer etwas Unvorhersehbares.

Unter Würmern

„Wir sind alle Würmer, nur glaube ich, daß ich ein Glühwürmchen bin.“ (Winston Spencer Churchill, via Juttas Schreibblog)

Tweet of the day 6

Nicht jeder, der im real life durch Kontaktschwäche auffällt, ist ein social-media-expert. (via bhabegger)

Censoren und Geistesriesen

„Kein Kopf war vor ihm sicher. Ja, manchen Schädel hat er sogar aus Übermut heruntergeschlagen, und dann war er dabei noch so boshaft, ihn vom Boden aufzuhaben und dem Publikum zu zeigen, daß er inwendig hohl war.“

Sagt das irgendjemand über Henryk Modest Broder? Nein, das sagt Christian Johann Heinrich Heine über Gotthold Ephraim Lessing.

An die lahmarschige junge Blogger-Generation: Der Frankfurter Bundestag verbot 1835 die literarische Gruppe „Junges Deutschland„, zu der auch Heine gehörte, aus folgendem Grund: Die Mitglieder dieser Gruppe zielten darauf ab, „in belletristischen, für alle Classen von Lesern zugänglichen Schriften die christliche Religion auf die frechste Weise anzugreifen, die bestehenden socialen Verhältnisse herabzuwürdigen und alle Zucht und Sittlichkeit zu zerstören“. Nehmt Euch ein Beispiel an denen! Die Censoren von damals leben immer noch!

Heine im Wintermärchen über den Koalitionsvertrag 2009:
Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Heine gehört zu den Dichtern, die ich nur von unten ansehe: Sie sind Geistesriesen. Heine steht in meinem privaten atheistischen Götterpantheon, der gähnend leer ist, gleich neben Georg Christoph Lichtenberg. Nimm dies, Focus-Weimer: „Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlich sein wird, einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.“

Das Wort zum Sonntag

„Zeitung ist ein Informationsmedium für Leute ohne Strom, da erfahren die Leute, was gestern im Internet stand.“ (Dieter Nuhr beim Comedypreis)

Albert Einstein über die Online-Durchsuchung

“Jeder Blödsinn kann dadurch zu Bedeutung gelangen, dass er von Millionen Menschen geglaubt wird.” (Albert Einstein 1932)

De-Mal

Ich wollte was zum Thema De-Mail schreiben. Das hat schon jemand erschöpfend getan (danke, Hal!) Hadmut Danisch („Ansichten eines Informatikers“): „Warum die sichere Bürger-Mail De-Mail nicht sicher sein kann“.

In einem älteren Beitrag sagt er: „Irgendwie kommt da so der Beigeschmack auf, daß das erstens eine Masche ist, um da ein Geschäft künstlich zu erzeugen, zweitens da irgendwelche Gutmenschen unterwegs sind, die sich in behördenmäßigen Vorgehensweisen befriedigen, aber nicht so wirklich Ahnung von und Überblick über Security haben.“

Und: „Nehmen wir mal an, das Ding käme so richtig in Schwung. Dann wird es drei oder vier Anbieter geben, durch deren Hände dann so ziemlich der gesamte vertrauliche Behörden- und Bestellverkehr der Deutschen geht. Vom Steuerbescheid bis zur Bestellung im Sado-Maso-Sex-Shop. Bei einigen zentralen Datenkraken. Wie geht man damit um?“

Und: „Und dann gibt es noch einen ganz unterschwellig-subtilen Aspekt, den ich sehr häufig beobachte, und der bei mir immer alle Alarmsirenen angehen läßt. Nämlich wenn ich bei einem Text den Eindruck gewinne, daß Sicherheit nicht durch technische Maßnahmen herbeigeführt, sondern durch Formulierungen herbeigeredet werden soll.“

Guter Mann, dieser Danisch.

Schwarmverhalten

SpOn über Schwarmverhalten: „Sobald fünf Prozent der Tiere in einer Herde ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen, imitiert die Mehrheit der übrigen dieses.“ Diese evolutionäre Prinzip erklärt auch die Medienberichterstattung über die Online-Durchsuchung und andere urbane Märchen.

Das Wort zum Sonntag über Hypathia

Spiegel Online über die Bibliotkek von Alexandria: „Diese Arche hellenistischer Gelehrsamkeit ging keineswegs von einem auf den anderen Tag unter, es war vielmehr ein langsamer Verfall. Ein Faktor, der den Prozess beschleunigte, war das Christentum. Überfälle christlicher Fanatiker auf die Bibliothek gelten heute unter Forschern als gesichert, nur um die genaue Datierung der Anschläge streiten Ägyptologen noch. Als bekanntes Datum in der Geschichte des Kampfes der Christen gegen spätantike Intellektuelle gilt das Jahr 415, in dem Mönche die Mathematikerin und Philosophin Hypatia gefangen nahmen und zu Tode folterten. Das Schicksal der Denkerin steht symbolisch für das der Bibliothek: Beide gehörten zur Antike und ihrer Götterwelt und passten daher nicht in das Weltbild der neuen Religion.“

Warum ich Chandler mag

„Wenn es Unreife bedeutet, sich gegen eine korrupte gesellschaft aufzulehnen, dann ist Philip Marlowe äußerst unreif. wenn es mangelhafte soziale Anpassung bedeutet, Schmutz zu sehen, wo Schmutz ist, dann hat sich Philip Marlowe mangelhaft sozial angepasst. Natürlich ist er ein Versager, und er weiß das auch. Er ist ein Versager, weil erkein Geld hat. Ein Mann, der ohne körperliche Handicaps ist und sich trotzdem keinen anständigen Lebensunterhalt verdienen kann, ist immer ein Versager und gewöhnlich ein moralischer Versager. Ab eine Menge sehr guter Menschen sind auch Versager gewesen, weil ihre besonderen Gaben nicht zu ihrer Zeit und zu ihrer Umwelt passten. Auf lange Sicht gesehen sind wir wahrscheinlich gesehen alle Versager; wir hätten sonst nicht die Seorte Welt, die wir haben.“ (Raymond Chandler an Mr. Inglis, Oktober 1951)

Warum können Piraten keinen Kreis berechnen?

Weil sie Pi raten!

Unbelievably dogged and old school

Schöne Geschichte der New York Times: „Times Reporter Escapes Taliban After 7 Months“. Und ein schöner Satz: “He’s old school,” Lee Rohde said. “The last thing he ever wants Schpneis to be the story. He’s supposed to be the storyteller.” Hat Spiegel Online fast wörtlich abgeschrieben und natürlich auch auf Links verzichtet. Das nennt man „online“ in Deutschland.

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