Projekt Panama

A medieval illuminated manuscript being carefully digitized in a professional conservation laboratory, enormous parchment codex opened on a scanning table, conservator wearing white cotton gloves gently turning a large page, richly decorated Gothic script in two columns, colorful illuminated initials, exquisite medieval miniature painting, computer monitor displaying a live digital scan in the background, warm archival lighting, museum atmosphere, ultra realistic, extremely detailed, historical preservation, documentary photography, shallow depth of field, natural colors, 8k, Nikon D850, editorial style –ar 3:2 –v 7 –style raw
„Seit Ende April wundern sich deutsche Antiquariate über Bestellungen, meist mitten in der Nacht. Eine Firma namens „Zoom Books“ aus Nordamerika bestellt alles: Kochbücher, Biografien, Sachbücher oder Reiseführer – quer durch alle Wissensgebiete und sogar Ladenhüter, alles aus den 1960er bis 70er Jahren.
Bestellt wurde immer nur ein Exemplar. Die deutschen Antiquariate machten innerhalb weniger Wochen bis zu 50.000 Euro Umsatz, wunderten sich aber gleichermaßen über diese hohen Einnahmen. Laut Markus Brandis, dem Vorsitzenden des Verbands Deutscher Antiquare (VDA), brachten dann Kontakte in die USA die Aufklärung. Dort hatte es solche Massenbestellungen kurz vorher ebenfalls gegeben. Laut Washington Post stecke hinter den Masseneinkäufen das KI-Unternehmen Anthropic. Unter dem Namen Projekt Panama wolle man „alle Bücher der Welt destruktiv scannen“. Das heißt: Die Buchrücken werden abgeschnitten, die einzelnen Seiten gescannt und das Original dann vernichtet. So sollen die Bücher verschiedene KI-Modelle unterstützen.
Das Problem ist das Urheberrecht, denn gerade die jüngeren Werke sind nicht gemeinfrei, und das hat dafür gesorgt, dass das Vorgehen von „Anthropic“ überhaupt erst ans Licht gekommen ist: US-Firmen hatten illegale Dateien aus sogenannten „Schattenbibliotheken“ heruntergeladen. Das Verfahren gegen „Anthropic“ wurde gegen eine Zahlung von 1,5 Milliarden Euro an die klagenden Autoren eingestellt, aber vermutlich auch nur, weil die Richter angedeutet haben, dass sie die Downloads für illegal halten.“ (Aus dem Infobrief des Vereins Deutsche Sprache e. V.)
Das bezieht sich u.a. auf einen Artikel der Frankfurter Rundschau: „Fahrenheit 451 im Silicon Valley: Wie KI-Konzerne unsere Antiquariate plündern und Bücher schreddern.“
Kommentare
3 Kommentare zu “Projekt Panama”
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Kodersorf im Grossraum Görlitz.
Ganz die Connection, die man sich vorstellt. Eine Hochburg der Sympathisanten historischer Bücherverbrennungen und bestvernetzt über den Atlantik.
Ich meine mich erinnern zu können, dass die Morgenpost vor 2 Wochen berichtete.
So what? Die einen haben Bücher verbrannt, im
„Besten Deutschland aller Zeiten“ findet manch
Autor keinen Verlag.
Das ist Bücherverbot durch die Hintertür, da regt sich niemand drüber auf. Genauso bei der Selektion in Bibliotheken, wo nur politisch Korrektes ausge-
liehen werden kann.
Warum dann die Aufregung wegen der Schredderei?
https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/deepseek-erschuettert-die-ki-welt-profitiert-nvidia-trotzdem-20405505.html