Unter Siedlern oder: Sexy Ladies aus der Ukraine
Ich habe Tuvias Tenenboms „Wie nennt ihr dieses Land hier? – Unter Siedlern“ angefangen zu lesen. Es ist so vergnüglich, wie ich es erwartet hatte.
„Wo bin ich? Am zentralen Ort der Samaritaner, auf dem Berg Garizim. Ich gehe meine ersten Schritte auf diesem Land, dem Land der Samaritaner, einem Land ohne Araber und Juden, und sehe nirgendwo eine Passkontrolle.
Haben sie hier keine Pässe?
Sagen Sie mir, frage ich die erste Samaritanerin, die mir über den Weg läuft, was für Pässe haben Samaritaner, wenn sie denn welche haben? Viele Samaritaner, antwortet sie, haben drei Pässe: einen israelischen, einen jordanischen und einen palästinensischen. Deshalb haben sie hier keine Passkontrollen: viel zu kompliziert.
Wie viele Samaritaner gibt es insgesamt?, frage ich meine neue Gesprächspartnerin. Alles in allem, erzählt Lady Partnerin mir, sind es 800. 400 von ihnen leben auf Har Garizim, dem Berg Garizim, direkt bei Nablus, und die anderen 400 in der israelischen Stadt Holon [Cholon]. Ihre Geschichte reicht Tausende von Jahren zurück, erläutert sie mir, im 6. Jahrhundert zählten sie sogar anderthalb Millionen. Aber vor einem Jahrhundert waren sie viel weniger als heute: rund 140. Wie sind sie von dieser niedrigen Zahl aus wieder gewachsen? Das ist eine heikle Frage, da man anscheinend nicht zu ihrem Glauben übertreten kann, aber die Ukraine, verrät Lady Partnerin mir, kam zur Hilfe.
Wie das?
Um als Gemeinschaft zu überleben und den Glauben zu bewahren, erlaubten die Anführer der Gemeinschaft, offensichtlich helle Köpfchen, den samaritanischen Männern, sexy Ladys aus der Ukraine zu heiraten.
Gepriesen sei der Gott der Samaritaner und Ukrainerinnen.“
Und: „In der örtlichen arabischen Umgangssprache sagen die Leute nicht »Israelis«, sondern »el-Jahud«. Schlicht und einfach.
Die Spitznamen machen es den Demonstrierenden der Flüsse und Meere natürlich leichter, sie sind aber irreführend. Seit der Gründung des modernen Staats Israel sind rund ein Viertel der Israelis, jene, die innerhalb der Grünen Linie leben, Araber. Vor der Entstehung des modernen Israels war jeder ein »Palästinenser«, einschließlich der Juden, wobei sich die semitische Wurzel des Worts »Palästinenser« auf »Eindringlinge« bezieht. Natürlich sind einige damit absolut nicht einverstanden, und sie ignorieren auch die Tatsache, dass der Buchstabe »p« im Arabischen nicht einmal vorkommt.
Wenn man noch ein bisschen tiefer schürfen möchte, umfasste das »biblische Israel« auch einige heute arabische Länder, aber kein Mensch, der bei Verstand ist, spricht in diesem Sinne vom »Land der Bibel«“
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