Unter automatisch Kommunizierenden

KI
Made by ChatGPT – metaphorische und ironische Interpretation des Inhalts des Screenshots unten

Irgendein Algorithmus warf mir diesen verschwurbelten Text des Leibniz-Instituts für Medienforschung │Hans-Bredow-Institut (HBI) vor die Füße: „Wie verändert kommunikative Künstliche Intelligenz unsere gesellschaftliche Kommunikation, und welche Folgen hat dies für Medienorganisationen? Diesen Fragen geht die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderte Forschungsgruppe Kommunikative KI (ComAI) – Die Automatisierung gesellschaftlicher Kommunikation nach. In neun Forschungsprojekten untersuchen Forscher aus den Bereichen Kommunikations‑ und Medienwissenschaft, Mensch-Computer-Interaktion, Wissenssoziologie, Governance-Forschung und Medienrecht die Potenziale, Risiken und Konsequenzen dieses tiefgreifenden Wandels.“

Die Brafaselrharbarertextbausteine („Potenziale, Risiken und Konsequenzen“) ließen mir keine Ruhe. „KI-Inhalte“ sollen gekennzeichnet werden? Und dann? Wird die Welt dann besser – und würde der Bürger aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit entlassen?

Dann las ich noch etwas über Claude (neu in der Blogroll) von Anthropic. Und in meinem Hinterkopf hallte etwas von Baudrillard und Zeichen.

ChatpGPT merkte noch süffisant an: „Im Bild steht „Leibnitz Institut“. Falls damit das bekannte Forschungsnetzwerk gemeint ist, wird es normalerweise „Leibniz“ geschrieben.“

KI

Alsp sprach ich zu Claude: Ich brauche zu dem Thema einen journalistischen Artikel, der ungefähr so lang ist wie 2 Din-A-4 Seiten in einer Zeitschrift.

Um es gleich zu sagen: Der Journalismus ist tot, mausetot. Gefühlt 90 Prozent alles Texte, die produziert werden, sind schlechter als die von der KI erstellten. Das gilt natürlich nicht für polemische Kommentare – dazu ist die künstliche Intelligenz zwangsweise zu ausgewogen und harmonisch.

Vielleicht sollte ich – wie Claude – jetzt immer meine Postings hier beginnen mit „Von der Redaktion – Analyse“ – aber „Analyse“ klänge zu sehr nach RT Deutsch.

KI

Die stille Übernahme

Künstliche Intelligenz verändert den Journalismus – doch wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure?

Von der Redaktion – Analyse

Es begann mit dem Versprechen, Routinearbeit abzunehmen. Heute generieren KI-Systeme Nachrichtentexte, prüfen Quellen, analysieren Datenberge – und treffen dabei Entscheidungen, die früher Journalistinnen und Journalisten vorbehalten waren. Die Branche steht an einem Scheideweg: zwischen Effizienzgewinn und dem schleichenden Verlust redaktioneller Kontrolle.

Die Zahlen klingen zunächst verheißungsvoll. Laut aktuellen Branchenerhebungen nutzen inzwischen mehr als 60 Prozent der großen deutschen Medienhäuser KI-gestützte Tools in der Produktion – für automatisierte Börsenmeldungen, Sportergebnisse, Wetterberichte. Was als Entlastung begann, hat sich ausgeweitet: Algorithmen schlagen Themen vor, fassen Pressemitteilungen zusammen, transkribieren Interviews in Sekundenschnelle. Doch mit der Nützlichkeit wächst auch die Abhängigkeit.

Das Versprechen der Verifikation

Besonders aggressiv vermarktet wird KI derzeit als Werkzeug für den Quellencheck. Tools wie Radar oder ClaimBuster durchsuchen in Echtzeit Millionen von Dokumenten, Social-Media-Posts und Datenbanken, um Aussagen automatisch zu verifizieren. Die Versuchung ist real: In einer Nachrichtenumgebung, in der Falschinformationen sich schneller verbreiten als ihre Korrekturen, klingt maschinelle Unterstützung wie ein Segen.

Was in den Verkaufspräsentationen fehlt: Diese Systeme sind nicht neutral. Sie wurden auf historischen Daten trainiert – mit all deren Verzerrungen, Lücken und impliziten Annahmen. Wenn ein Algorithmus entscheidet, ob eine Behauptung als wahr, falsch oder zweifelhaft eingestuft wird, kodiert er damit auch die Perspektive seiner Entwickler. Factchecking ist keine technische, sondern eine zutiefst redaktionelle Entscheidung. Wer das delegiert, gibt Macht ab.

KI-Slop: Die neue Dimension der Desinformation

Während Redaktionen über den Einsatz von KI diskutieren, hat das Problem längst eine neue Dimension erreicht. KI-Slop – der Begriff bezeichnet massenhaft generierte, fehlerhafte oder bewusst manipulierte KI-Inhalte – flutet das Netz. Gefälschte Zitate von Politikern, plausibel klingende, aber erfundene Studienergebnisse, fotorealistische Bilder von Ereignissen, die nie stattgefunden haben: Das Volumen ist neu, die Raffinesse erschreckend.

Für Journalistinnen und Journalisten bedeutet das eine fundamental veränderte Arbeitssituation. Die alte Faustregel: Wenn etwas zu gut ist, um wahr zu sein, ist es das meistens – greift nicht mehr. KI-generierte Inhalte sind oft präzise genug, um oberflächliche Prüfungen zu bestehen. Wer heute eine Meldung verifiziert, muss nicht nur die Faktenlage, sondern auch die Echtheit des Materials selbst hinterfragen. Reverse-Image-Search, Metadaten-Analyse, linguistische Muster – das Handwerk des Factcheckers wird technisch aufwändiger und gleichzeitig wichtiger.

KI
Mady by Gemini – Prompt wie unten für Midjourney

Die Kennzeichnungsfrage: Transparenz als Standard?

In der Debatte um KI-Inhalte ist die Forderung nach klarer Kennzeichnung längst zum Konsens geworden – zumindest auf dem Papier. Der Deutsche Presserat hat Leitlinien formuliert, der Europäische Medienfreiheitsakt sieht Transparenzpflichten vor, und die meisten Ethikrichtlinien großer Verlage enthalten entsprechende Passagen. Die Praxis sieht anders aus.

Was genau muss gekennzeichnet werden? Nur vollständig KI-generierte Texte? Oder auch solche, die lediglich KI-assistiert entstanden – sprich: von einem Menschen geschrieben, aber mit KI-Vorschlägen überarbeitet? Was ist mit KI-generierten Bildern, die redaktionell ausgewählt wurden? Die Grenzziehungen sind unscharf, die Definitionen umstritten. Und solange keine verbindlichen Standards gelten, entscheiden Verlage im Eigeninteresse – was nicht immer dem Interesse der Leserinnen und Leser entspricht.

Eingebettet in die Infrastruktur

Die vielleicht folgenreichste Entwicklung verläuft weitgehend unbemerkt: KI wird nicht mehr als externes Tool verwendet, sondern direkt in redaktionelle Infrastrukturen integriert. Content-Management-Systeme schlagen automatisch SEO-optimierte Überschriften vor. Algorithmen entscheiden, welcher Artikel auf der Startseite erscheint. Chatbots beantworten Leseranfragen im Namen der Redaktion. Die Linie zwischen Mensch und Maschine verschwimmt – und damit auch die Verantwortung.

Medienforscher warnen vor einem schleichenden Prozess, den sie als Automation Bias bezeichnen: die Tendenz von Menschen, maschinellen Empfehlungen zu folgen, auch wenn sie ihrem eigenen Urteil widersprechen. Redakteure, die täglich mit KI-Vorschlägen arbeiten, beginnen diese als Baseline zu akzeptieren. Was der Algorithmus nicht vorschlägt, wird seltener geschrieben. Was er bevorzugt, häuft sich. Das nennt sich dann Reichweite – und ist in Wirklichkeit stille Zensur durch Optimierung.

Was jetzt gefragt ist

Die Antwort auf diese Entwicklungen kann nicht Technikfeindlichkeit sein. KI-Tools werden bleiben, und viele sind tatsächlich nützlich – wenn sie richtig eingesetzt werden. Was fehlt, sind klare Kompetenzprofile für den KI-informierten Journalismus: Redakteurinnen und Redakteure, die verstehen, wie Sprachmodelle funktionieren, welche Fehler sie machen, wo ihre Grenzen liegen. Wer ein Tool nicht versteht, kann es nicht kritisch einsetzen.

Ebenso dringend ist eine strukturelle Antwort der Branche: verbindliche Kennzeichnungsstandards, unabhängige Audits von KI-gestützten Redaktionssystemen, und eine offene Debatte darüber, welche Entscheidungen grundsätzlich beim Menschen bleiben müssen. Die Frage, welche Geschichte erzählt wird, gehört dazu.
KI verändert den Journalismus – das ist unbestreitbar. Die entscheidende Frage ist nicht ob, sondern wie. Wer diese Frage den Technologiekonzernen überlässt, die die Systeme bauen, hat die Antwort bereits gegeben.

KI
An ultra-photorealistic and ironic metaphor for the future of journalism in the age of AI: a crowded newsroom where hundreds of journalists have been replaced by giant mechanical magnifying glasses with artificial eyes, tirelessly inspecting mountains of glowing digital documents. In the center, a nervous human reporter desperately searches for a single authentic paper source while surrounded by endless streams of AI-generated articles flowing from golden factory machines. Above them, enormous floating labels reading „TRUST“, „SOURCE CHECK“, and „AI GENERATED“ are held up by tiny drones like advertising banners. The irony: despite infinite verification technology, nobody notices a giant elephant made of fake news quietly sitting in the room. Cinematic realism, satirical symbolism, newsroom of the near future, dramatic lighting, shallow depth of field, hyper-detailed textures, award-winning photojournalism, 8k, Leica photography, believable human expressions, visual metaphor for trust, transparency, source verification and AI-assisted journalism –ar 16:9 –stylize 250 –chaos 15 (Midjourney)

Hintergrund: Begriffe im Überblick

KI-Slop: Massenhafte, fehlerhafte oder manipulierte KI-generierte Inhalte, die gezielt oder ungefiltert verbreitet werden.
Automation Bias: Die kognitive Tendenz, Empfehlungen automatisierter Systeme auch dann zu folgen, wenn sie dem eigenen Urteil widersprechen.
Constitutional AI: Ansatz zur KI-Entwicklung, der ethische Grundsätze direkt in das Training integriert, um zuverlässigeres, transparenteres Verhalten zu fördern.

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Kommentare

6 Kommentare zu “Unter automatisch Kommunizierenden”

  1. Godwin am Juni 4th, 2026 10:02 p.m.

    wissen die, die da „forschen“ und Fragen beantworten wollen, überhaupt wovon sie reden und wonach sie eigentlich fragen
    oder sind es Blinde, die etwas über Farbe herausfinden wollen??

  2. blu_frisbee am Juni 5th, 2026 12:43 a.m.

    Je weniger sie von der Sache verstehen
    desto größer die erwarteten Wunder.
    Jede unverstandene Technologie ist ununterscheidbar von Zauberei.
    Die Intellenz ensteht nicht in der Maschine sondern im Hirn des Lesers.
    KI ist das moderne I Ging.
    Bescheißen wird einfacher.
    Gelobt wird Wahrheit.
    Jeder hat seine eigene Meinung.

  3. Lycalopex am Juni 5th, 2026 1:07 p.m.

    Wenn das Vertrauen in jegliche extern generierte Information schlussendlich weg sein wird, befinden wir uns wieder auf dem Wissensniveau der Steinzeit. Auf diese Art und Weise hat Marx die klassenlose Gesellschaft wahrscheinlich nicht kommen sehen .. ;-)

  4. nOby am Juni 5th, 2026 4:58 p.m.

    Ja, Burks, Du hättest genauso schreiben können, dass der Journalismus in Teilen auf mein Bildungsniveau abgesackt ist. Wahrscheinlich würde ich als – angenommen Ungelernter ohne Schulabschluß – nicht den C2 Lehrgang nach § 9 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 in Verbindung mit § 2 Abs. 11 AufenthG bestehen. Mit Schulabschluß bin ich unsicher. Lese ich die Anforderungen für das C2 Zertifikat, dann habe ich bedenken.

    Deutsch C2 – Annähernd muttersprachliches Niveau: C2 ist die höchste Stufe. Sie verstehen nahezu alles, was Sie lesen oder hören, und können sich sehr präzise und differenziert ausdrücken – auch bei komplexen Themen.

    Kann das ein Volksschüler? Kann das ein Realschüler? Kann das ein Gymnasiast? Kann das ein Studierender?

    Nimmt die Prüfungskommission gezielt einen ganz bestimmten Blogpost von Burks als Prüfungsaufgabe, dann bestehe ich wahrscheinlich nicht. Die Chance steht 50:50. Wäre es irgend ein Text von Klonovsky, dann nein, ausgeschlossen, nicht bestanden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der vielen syrischen oder türkischen Neubürger den Klonovsky oder grundsätzlich den Burks mit C2 Zertifikat versteht. Ich halte das nicht für unmöglich, aber die Masse? Nein. Bei Klonovsky wäre immer Schluß. Selbst dann nicht, wenn der ein Kuchenrezepte bloggt. Wer Böses im Sinn hat, der nimmt irgend eine von Karl Marx getextete Buchseite als Prüfungsaufgabe.

    Ich erinnere daran, dass niemand, der seinen Beruf mit Journalist angibt, dafür eine Qualifikation nachweisen muß. Ich könnte meinen Beruf einfach mit Journalist angeben und basta, alle denken sich ihren Teil.

    Bleibt zum Schluß mein Hinweis auf den Bundestag. Dort muß niemand lesen und schreiben können.

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    Zum Thema:

    Gab es Geld dafür? Die werden immer schamloser und warum? Die können es. Kein Journalist in ’schland prügelt auf die ein.

    Netz lacht über glatte Sätze: Thüringen-Chef ließ Gastbeitrag von KI schreiben.

    Mehr deutsche Musik im Radio fordern Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (46, CDU) in einem Gastbeitrag in der „Welt“ […]. Doch der eigentliche Aufreger ist plötzlich nicht mehr die Musik, sondern der Text selbst. Denn der wurde gar nicht von den Politikern selbst geschrieben – stattdessen kam KI zum Einsatz.

    Es hat alles seine Ordnung. Keine Aufregung, niemand wurde getäuscht. Will sagen, der Voigt kann es einfach und der macht es ohne Selbstzweifel.

    Jetzt folgte die Bestätigung aus der Staatskanzlei: Der Beitrag wurde tatsächlich mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Eine Sprecherin der Thüringer Staatskanzlei sagte der „Magdeburger Volksstimme“, man nutze in der Regierungsarbeit „moderne digitale Werkzeuge, darunter KI-Anwendungen“. Das sei ein normaler, „zeitgemäßer Einsatz“. Inhaltlich stamme der Text aber von den beiden Politikern. […] Die Staatskanzleien verteidigen den Beitrag als „abgestimmt“ zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt.

    Die beiden Musikexperten und Ministerpräsidenten wollen mehr Tokyo Hotel im Radio gespielt wissen. Das sind die vier Herren auf dem letzten Artikelfoto. Die beiden Biederen auf dem Foto, die aussehen wie welche aus der nicht-migrantischen Unterschicht oder der heterosexuellen Szene von ’schland, gehören ebenfalls dazu. Die sind als Bandmitglieder so unwichtig, die haben bei der Schrottsammelstelle noch nicht mal einen eigenen Artikel. Augenscheinlich lebt die Gruppe, plus dem Papa als Komponisten, nur von Plattenverkäufen. Konzerte sind Fehlanzeige. Die beiden in der Mitte leben den Berichten der BILD-Zeitung nach in Saus und Braus, als hätten die ein Füllhorn im Keller stehen. Von den beiden Biedermännern ist nichts bekannt.

    Man beachte die Preise, Auszeichnungen und Pokale mit denen die vier Musiker bis heute überhäuft wurden. Das ist gigantisch. Eigentlich müßten die demnach in 90.000 Zuschauer fassenden Hallen spielen. Tun die aber nicht. Die schaffen keine 2.000. Wie machen die das bzw. wie funktioniert deren System, wo doch binnen 60 Minuten nach Neuveröffentlichung einer CD die gesamte CD als Kopie bei Yootoob kostenlos zum Download bereit steht?

    Warum macht niemand Werbung für Michael Schenker? Weil der 71 Jahre alt ist? Das ist kein Virtuose, aber ein Ausnahmegitarrist und der schreibt alle seine Lieder selbst. Die Presse nennt den Komponist. Nein, das ist der nicht. Er arbeitet mit einem Arrangeur zusammen.

    Update:

    „Sind beide so sweet” Bill Kaulitz schwärmt für gleich zwei RTL-Promis. Ich verlinke nur wegen des Fotos. Den Artikel habe ich nicht gelesen.

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    Noch zum Thema:

    Immer öfter muß ich die gehobene Schwefelpresse lesen, um über bestimmte Ereignisse detaillierter informiert zu werden. Thema Umbenennung Hindenburgdamm. Ein Thema das mir eigentlich völlig am Arsch vorbeigeht. Übrigens, die Schrottsammelstelle führt einen Artikel Hindenburgdamm. Das habe ich nicht mehr erwartet.

    Zunächst eine Anmerkung: Es gibt den Namen „Hindenburgdamm“ nicht als offizielle Bezeichnung. Das ist Volksmund, der in behördlichen Papierkram u.a.m. eingeflossen ist. Das soll jetzt endlich ausgemerzt werden.

    Es gab früher die journalistischen „7 W“. Später die „6 W“ und wie ich gerade lese sind es heute die „4 W“. Das „WER?“ wird in ’schland immer öfter in bestimmten Sachverhalten vergessen oder mutwillig verstümmelt. Aktuell in der Berichterstattung um den „Hindenburgdamm“. „WER?“ will das? Die Schwefelpresse nennt die Namen der antifaschistischen Helden.

    Vor 100. Jahrestag Sylt nennt den „Hindenburgdamm“ nicht mehr beim Namen.

    „Wir möchten eine Sensibilisierung der öffentlichen Ämter, Behörden und Institutionen erreichen, dass der Name ‚Hindenburg‘ aufgrund seiner geschichtlichen Umstrittenheit nicht mehr benutzt wird“, sagte Stephan Wiese vom Grünen-Ortsverband Südtondern. […]

    Für die Zukunft sei geplant, eine Resolution in den Kreistag Nordfriesland einzubringen. „Sinn dieser Resolution kann nur sein, dass vonseiten der öffentlichen Träger der Begriff ‚Hindenburgdamm‘ nicht mehr benutzt wird – in der Hoffnung, dass sich das auch auf den ‚Volksmund‘ übertragen wird.“ […]

    Hindenburg sei eine „unrühmliche Person“ gewesen, begründete der frühere Verkehrspolitiker der Grünen und Landtagsabgeordnete Andreas Tietze die Forderung nach einer Umbenennung gegenüber der Welt. Vor dem Hintergrund des wachsenden Rechtsradikalismus könne eine Namensänderung des vielgenutzten Hindenburgdamms das Geschichtsbewusstsein der Menschen stärken, hoffte Tietze.

    Unterstützung erhielt er dabei von der SPD. Deren damaliger stellvertretender Fraktionschef im Landtag, Martin Habersaat, hatte gesagt, seine Partei sei dafür, Hindenburg nicht länger „mit Namensgebungen und Ehrenbürgerschaften zu ehren“. […]

    Jetzt ganz großes Theater:

    2023 verlangte das Ehepaar Joachim und Bernadette Gottschalk aus Laatzen von der Gemeinde Sylt, den Namen Hindenburgdamm nicht mehr zu verwenden [von mir eingefügter Link]. Sie hätten Verwandte im NS-Völkermord verloren, sagten sie zur Begründung gegenüber der Schleswig-Holsteinischen Zeitung. Hindenburg sei „Mitgarant für die Herrschaft der Nationalsozialisten unter Führung von Adolf Hitler“ gewesen, behaupteten sie weiter.

    Die Gemeinde reagierte nicht auf die Beschwerde, weswegen das Paar eine Anzeige wegen „Volksverhetzung“ stellte. In dem Schreiben an die Flensburger Staatsanwaltschaft hieß es: „Wir erheben Strafantrag und Strafanzeige gegen die Gemeinde Sylt, weil sie wider besseres Wissen auf ihrer Internetseite unter anderem den Damm zwischen dem Festland und der Insel Sylt öffentlich im Internet als Hindenburgdamm bezeichnet.“

    Das Ehepaar Gottschalk hatte sich früher bereits an der Aufschrift Führerhaus an einem LKW gestört gefühlt und deswegen Strafanzeige erstattet.

  5. nOby am Juni 5th, 2026 5:05 p.m.

    Ich schmeiß noch was hinterher.

    Gericht macht Kinderheim in Bayern dicht: Der Zufluchtsort, der keiner war BILD dokumentiert die erschütternden Schicksale der Kinder und konfrontiert christliche Leiterin. Leider Paywall.

    Mich erschüttert nicht, dass der Texter das mit der christlichen Leiterin besonders herausstellt. Gibt es denn Rechtgläubige oder Juden als Heimleiter in ’schland? Von einem Journalisten in ’schland erwarte ich per se Christenhass und denke darüber nicht mehr weiter nach. Mich erschüttert, dass in einem bis zum Exzess ausgebildeter Sozialstaat wie ’schland ein Kinderheim geschlossen wird. Zuletzt habe ich das aus Rumänien gehört und erinnere mich noch an die Bilder. Das war damals als der Ceaușescu gestürzt worden war.

    *************************

    Prozess in New York: Ex-Diktator Maduro holt sich Diddys Anwältin.

    Woher nimmt der das Geld? Der sollte eigentlich mittellos und maximal mit einem Pflichtverteidiger vor Gericht stehen. Jetzt wird der von einer sogenannten Boutique Kanzlei vertreten. Unter 1 Millionen Antrittshonorar machen die es nicht. Der Prozess findet übrigens im 26. Stock eines Gerichtsgebäudes statt. 26. Stock!

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    Dennis Thering: Hamburgs CDU-Chef kündigt harten Vorstoß gegen Judenhass an.

    Thering macht klar, dass die CDU nicht länger zuschauen will. Gemeinsam mit Hensel soll ein eigener Aktionsplan entstehen, mit klaren Maßnahmen für den Schutz jüdischen Lebens in der Hansestadt. Thering schlägt Alarm: „Die Lage ist ernst. Antisemitismus ist für viele Jüdinnen und Juden in Hamburg längst bittere Realität.“

    So was kann ich nicht mehr kommentieren. Die CDU hat den Antisemitismus ab 2015 nach ’schland eingeladen, gefördert und finanziert und wundert sich 10 Jahre später über Antisemitismus in ’schland? Der Zug ist abgefahren. Als Jude würde ich auswandern.

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    Neuer Versuch!

    Gastbeitrag von Hubertus Knabe Weidel wettert gegen „Stasi“, dabei waren AfDler DDR-Spitzel. Langer Artikel.

    Während Alice Weidel den Verfassungsschutz als „schmierige Stasi-Spitzel” beschimpft, fallen immer mehr AfD-Politiker wegen früherer Stasi-Verbindungen auf. […] Es wirkt daher wie unfreiwillige Ironie, was Fraktionschef Berndt in einer Rede einmal so formulierte: „34 Jahre nach der Wende wird die BRD mehr und mehr zur Fortsetzung der DDR, zur Fortsetzung der DDR mit raffinierteren Mitteln, aber mit primitiverem Personal.“

    Es ist ein dramatischer Artikel. Der Autor kommt auf 7 DDR-Spitzel. Deren Namen wurden im Artikel alle mit Fettschrift markiert. Das ist für FOCUS Verhältnisse ungewöhnlich. Aber egal. Das erleichterte mir die Zählung der DDR-Spitzel.

    Von den 7 DDR-Spitzeln waren

    1 Laudenbach, IM – seit 1986, Hotel-Chef (?), gab Infos über seine Mitarbeiter weiter

    1 Bischoff, hauptberuflicher Stasi-Mitarbeiter, als Rathaus-Mitarbeiter getarnt

    1 Komning, seit 1989, Soldat auf Zeit, Grundausbildung des Stasi-Wachregiments

    1 Jahnke, seit 1980, 3 Jahre SaZ, Wachschutz – 31. Motorisierten Schützenkompanie des Stasi-Wachregiments (es gibt Mot.-Schützenausbildungsregiment 31, aber was ist 31. Motorisierten Schützenkompanie des Stasi-Wachregiments?)

    1 Drenske, seit 1979, 3 J. SaZ, Koch auf Truppenübungsplatz

    1 Kuffert, IM – seit 1979, flüchtete 1980 in den Westen

    1 Adam, arbeitete bis 1984 als IM nicht für die Stasi, sondern für den Geheimdienst

    Das ist in der Tat eine tolle Liste. Koch, Objektschützer, Grundausbildung und ein Flüchtling.

    Ich will mehr von diesen Sudeleien. Gibt es bei der AfD keine Zoophilisten oder Pygophilisten? Möglichst mit Video oder Foto.

  6. nOby am Juni 5th, 2026 9:07 p.m.

    Ein Rentner hat das Amt provoziert. Und nein, die Behörde zeigt kein Herz. Da irrt die BILD und das Bundessozialministerium tritt noch nach.

    Grundsicherung gekürzt: Rentner Hans S. darf 50 Euro Pfand behalten! Bürokratie zeigt Herz. Jubel! Sektkorken knallen!

    Weil das Geld beim Hamburger Rentner Hans S. trotz Altersbezügen und Grundsicherung nicht reicht, ist er auf das Pfandsammeln angewiesen – wie Tausende andere! Als er die Einnahmen in Höhe von 58,25 Euro gegenüber dem Bezirksamt Altona meldete, kürzten ihm die Beamten den Betrag von der Grundsicherung […] Ein Einspruch wurde mit Verweis auf Paragraf 82 Sozialgesetzbuch abgelehnt: „Zum Einkommen gehören alle Einkünfte in Geld oder Geldeswert.“ Der Fall wurde aber weiter geprüft. Inzwischen hat sich sogar das Bundessozialministerium von Bärbel Bas (58, SPD) geäußert. Auf Basis der Stellungnahme entschied jetzt das Bezirksamt Altona: Hans S. darf künftig Flaschenpfand in Höhe von 50 Euro sammeln, ohne dass Leistungen gekürzt werden. Auch Spenden oder Geschenke fallen unter diese Grenze. […] Die neue 50-Euro-Grenze gilt nur für Hans S., […]. Er müsse dafür dem Amt seine Verdienste aus dem Sammeln per Kassenbons dokumentieren. […] Bislang ist S. nach BILD-Informationen aber der einzige Hamburger, der Einkünfte aus Pfandsammeln gegenüber den Behörden angibt.

    Tja, wie kann das sein? Es sollen Tausende sein. Das Amt muß sich was einfallen lassen, um an diese Tausende ran zu kommen.

    Im Sozialbereich spielt – wenn es die Richtigen betrifft – Geld keine Rolle. Hier betrifft es einen Nicht-Migranten und Rentner. Dieser Opa ist allerdings ein ganz schlimmer Finger. Wie kann der solche Einnahmen melden? Wird der demnächst auch seine Geschenke dem Amt melden, die er zum Geburtstag geschenkt bekommt oder den Zehner, den er auf dem Fußweg findet? Das erwartet das Amt nämlich von allen, die Grundsicherung im Alter beziehen oder denen mit Bürgergeld. Ich wette, wenn der ein neues Bett beantragt, weil er es selbst nicht bezahlen kann, was ich für normal halte, dann wird das gleiche Amt dies ablehnen mit der Begründung, er hätte mehr Flaschen sammeln oder sich einen Job suchen sollen. Ich wünsche denen vom Amt in 50 Jahren die Rechtgläubigen an den Hals.

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