Politische Pädagogik in besonders grober Ausführung
Noch mal etwas zu dem Video Ben-Gvirs. Auf Facebook schrieb jemand etwas, dem ich beipflichten kann:
Ein guter Faustschlag hat mehr Wert als ein guter Ausgang der Dinge. (Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes)
„Gemeint sind jene bekannten oppositionellen Kommentatoren und Publizisten, die Israels Minister für nationale Sicherheit zuletzt als „Schande“ bezeichneten und dessen Vorgehen gegen die sogenannte Gaza-Flottille als nationale Blamage darstellten.
Was diese Herren allerdings nicht erklären: Wie genau soll man mit Aktivisten umgehen, die offen Sympathie für die Hamas demonstrieren? Mit Blumen? Mit einem Blasorchester? Mit einem Kinderchor und einem Korb Bio-Datteln?
Diese „See-Aktivisten“ kamen nicht, um Wale zu retten oder Plastik aus den Ozeanen zu fischen. Sie kamen, um einer Organisation moralischen Rückhalt zu geben, deren Terroristen jüdische Familien massakrierten, Kinder ermordeten und Frauen vergewaltigten – begleitet vom moralischen Pathos jener internationalen Öffentlichkeit, die bei jüdischem Blut erstaunlich oft plötzlich philosophisch wird.
Nichts ist langweiliger als die Logik professioneller moralischer Fernkämpfer. Vor allem dann, wenn sie Humanismus mit der Miene von Buchhaltern vortragen, die gerade eine Rechnung auf Korrektheit prüfen.
Mir erscheint inzwischen jede politische Zeile verdächtig, die ausschließlich geschrieben wird, um die eigene pflanzenfressende Ethik vorzuführen. Zu viele Menschen umarmen heute symbolisch das Krokodil des Friedens — solange gefressen werden nur andere.
Israels Minister für nationale Sicherheit behandelte die sogenannte „Flottille der Provokateure“ jedenfalls nicht wie harmlose Friedenspilger. Sicherheitskräfte kontrollierten die Aktivisten massiv, bewaffnete Einheiten standen bereit, und der Minister schwenkte demonstrativ die israelische Flagge – mit dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der es leid ist, sich für die bloße Existenz seines Landes zu entschuldigen.
„Wir sind hier die Hausherren“, lautete die Botschaft. Und, ehrlich gesagt, klang das überzeugender als das endlose diplomatische Wehklagen über die „internationale Besorgnis“.
Noch vor wenigen Jahren wurden Klimaaktivisten mit Sandwiches und Mineralwasser empfangen. Diesmal jedoch reagierte Israel mit demonstrativer Härte – sehr zum Entsetzen europäischer Menschenrechtsmilieus, die sofort Herzrhythmusstörungen bekamen. Natürlich meldeten sich umgehend Gerichte, NGOs und internationale Mahner zu Wort – jene ewigen Onkel der Weltpolitik, die bei jedem israelischen Sieg hereinstürmen und rufen: „Bitte sofort aufhören zu gewinnen!“
Der Minister ist ohnehin für seine kompromisslose Haltung gegenüber den Hamas-Terroristen bekannt, die am 7. Oktober israelische Zivilisten abschlachteten und verbrannten.
Er verschärfte die Haftbedingungen für Terroristen und ließ Gefängnisse demonstrativ mit Bildern des zerstörten Gazastreifens dekorieren. Man könnte sagen: politische Pädagogik in besonders grober Ausführung.“
Full ack, Euer Ehren! Auch wenn Ben Gvir ein Unsympath sein mag: Es schadet es nicht, die Hatikwa in demütiger Haltung anzuhören. Die können froh sein, dass sie nicht zu Abbruch- und Steinbrucharbeiten in Gaza herangezogen wurden.
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