Quid est veritas oder: #WirVerlassenXNicht

x

Spricht Pilatus zu yhm: Was ist warheyt?“

Wir gehen das Thema X aka social media, das gerade wie ein Sau durch’s Dorf gejagt wird, anders an. Man weiß schon immer vorher, wer was warum sagt. Oder: Wer gendert, verlässt X aka Twitter und begibt sich zu irrelevanten Nischenprodukten wie Bluesky und bleibt unter Seinesgleichen. Was wollen mir die Künstler damit sagen? Feigheit vor dem imaginären Feind?

„Die politische Geschäftsführerin Pegah Edalatian über dieses parteiübergreifende Zeichen gegen Hass und Hetze blabla fasel…“ Muss man das noch kommentieren? Ein sinnfreier Textbaustein nach dem anderen. Zeichen setzen oder auch: Flagge, wahlweise Gesicht zeigen (und nicht etwas das Gesäß). Entschieden natürlich. Geschlossen. Und jetzt alle Klatschmarsch gemeinsam.

Ich bin schon seit Ewigkeiten bei X, aber noch nie hat mir ein wohl- oder übelwollender Algorithmus irgendwas von den SPDGrüneLinken vor die Füße gespült, das auch nur einen Gedanken wert gewesen wäre.

Auch die Bürgerlichen und Kapitalismus-affinen, die zaghaft anmerken, man müsse doch mit den Gegnern diskutieren, kommen mit einem jammernden Unterton einher:
„Der Rückzug sendet ein fatales Signal. Er wirkt wie eine Kapitulation vor den Bedingungen statt wie ein Versuch, sie zu verändern. Natürlich ist X kein neutraler Raum mehr. Moderation und Tonlage haben sich verändert, viele Akteure haben sich bereits zurückgezogen. Doch genau deshalb wäre eine sichtbare, widersprechende Stimme notwendig. Wer Desinformation kritisiert, muss ihr auch widersprechen – und zwar dort, wo sie entsteht.“

Was war jemals „neutral“? Und welche „Tonlage“ in Dur und Moll ist gemeint? Werden die Nutzer immer pöhser, wie seinerzeit im Internet, als AOL seine Zugangssoftware als CD (das ist so eine schimmernde Scheibe) unter das Volk streute und plötzlich auch Klein Fritzchen fragte: Bin ich schon drin?

„Viele Akteure haben sich bereits zurückgezogen“? Sind das nicht Fake News? X hat an mehreren Tagen in diesem Jahr neue Rekorde bei Zugriffen und Nutzerzahlen verzeichnet und ist mit rund 600 Millionen monatlichen Nutzern das fünftgrößte soziale Medium der Welt – und nach wie vor mehr als zehnmal so groß wie sein Konkurrent Bluesky.

Die fantasieren sich allesamt einfach ihre eigene gefühlte Welt als Wille und Vorstellung herbei.

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Kommentare

12 Kommentare zu “Quid est veritas oder: #WirVerlassenXNicht”

  1. Godwin am Mai 5th, 2026 10:57 p.m.

    eine Zeitlang war twitter insofern unterhaltsam, als es da einige 0815-durschschnitts-Leute pointiert ihre banale Umwelt kommentierten.
    die sind aber auch allesamt schnell älter geworden – mit den üblichen Begleiterscheinungen:
    alleinerziehend oder steile Karriere ohne Freunde oder das 5. Studium auch nicht zu Ende gebracht und und und…

    dazu die Theorie des Toten Internets
    Millionenfache Fake-Klicks und Reposts, nur um die 5 tatsächlichen User*innen zu erreichen…

    stellen sich also zunächst 2 Fragen:

    1.) warum blieben die Alternativen zu FB & Co. immer kleine Nischenprodukte, die nie eine relevante Masse anzogen?

    2.) warum wird auf den Stuss der auf (anti-)Social-Media gepostet wird überhaupt noch Bezug genommen??

    Schmidt hatte recht
    https://open.spotify.com/episode/3lVNrtxqXjGWhLXS4boPzY
    die Medien brauchen immer etwas, was sie pushen können
    die Amokfahrt von gestern schafft es heute nicht mal mehr in die Top-Schlagzeilen
    CDU wählt Spahn (und damit ihren Untergang)

  2. blu_frisbee am Mai 6th, 2026 12:58 a.m.

    Bin ich schon drin?
    fragt jeder Mann beim ersten Geschlechtsverkehr.

    Bürgerliche Weltsicht imaginiert die Welt als moralisch und fühlt sie so.

    https://www.telepolis.de/article/Gibt-es-unter-Schimpansen-so-etwas-wie-Buergerkrieg-11255309.html

    Crow Communication Was Just Decoded… What It Reveals About Humans Is Shocking
    https://www.youtube.com/watch?v=OUOPeNBZO-Y

    Wie Klingbeil Geringverdiener abzocken will
    https://www.youtube.com/watch?v=H4o_ASwJSeo

    Klingbeil halluziniert ein Land das es nicht gibt.

  3. Jens am Mai 6th, 2026 7:24 a.m.

    > Oder: Wer gendert, verlässt X aka Twitter und begibt sich zu irrelevanten Nischenprodukten wie Bluesky und bleibt unter Seinesgleichen.

    Als jemand, der auf einer Pleroma-Instanz ist habe ich noch nie so ganz verstanden, warum die ganzen Neulinge ausgerechnet zu Mastodon gehen. Der Dienst, der sich beim Kopieren von Twitter ausgerechnet auf die viel zu niedrige Zeichenbegrenzung konzentriert und dessen Schöpfer Markdown-Support für überbewertet hält obwohl sogar Tumblr Markdown-Support bietet.

    Es gibt die Frage, wer die ganzen Newbies übernehmen soll, aber für jemand, der schon länger im Fediverse ist, stellt sich diese Frage nicht. Wie in einem schlechten Abklatsch eines gewissen Films mit Bill Murray schlägt jede Newbie-Welle immer erstmal bei mastodon.social auf.

    > Der Rückzug sendet ein fatales Signal. Er wirkt wie eine Kapitulation vor den Bedingungen statt wie ein Versuch, sie zu verändern.

    Wie so viele Journalisten, die über das Fediverse berichten, ist auch dieser Jounalist für echte Recherche zu faul. Sonst würde er, dass sich viele, die sich groß von Twitter verabschiedet haben, später kleinlaut dorthin zurückgekehrt sind. Das wird auch Rot-Rot-Grün machen, wenn sie dadurch keine neuen Wählerstimmen bekommen.

    > Doch genau deshalb wäre eine sichtbare, widersprechende Stimme notwendig. Wer Desinformation kritisiert, muss ihr auch widersprechen – und zwar dort, wo sie entsteht.

    Das ist Doppelmoral. SPD, Grüne und Linke verbreiten gerne die Desinformation von den mehr als zwei Geschlechtern und mögen es gar nicht, auf Twitter dafür kritisiert zu werden und mögen es gar nicht, wenn die Community Notes auf Twitter echte Faktenchecks zu ihrem Mumpitz liefern.

  4. juri nello am Mai 6th, 2026 9:14 a.m.

    Die sozialen Medien sind für Leute, die noch Drogenerfahrungen nachholen müssen.

  5. Jim am Mai 6th, 2026 12:10 p.m.

    @juri nello
    Ach deswegen nutze ich soziale Medien nicht :⁠-⁠)

  6. nOby am Mai 6th, 2026 2:35 p.m.

    Was soll die Aufregung?

    X = USA = Musk = Trump = Teufel

    Ansonsten wäre X keine Notiz wert.

    Das neue Mekka der „Linken“ in Europa ist jetzt Bluesky. Damals als twitter von Musk übernommen wurde, damals gab es die erste Flucht weg von X. Europäer wechselten zu Mastodon und Amerikaner eher zu Bluesky. Das hat sich wieder geändert. Der Grund: Soweit ich weiß hat Bluesky wesentlich mehr Sperrmglichkeiten und der Weg bis zu einer Sperrung ist extrem kurz. Das ist bei Mastodon anders. Außerdem wird Bluesky von vielen zensurwilligen regionalen Tschekisten mittels kleiner Instanzen betrieben. Auf Bluesky kann der „Linke“ sagen und denken was er will ohne das Rechte oder das Recht seine Idylle stören. Es gibt dort nur „Linke“ und solche die sich zumindest den Anschein von „Links“ sein geben.

    Bei Bluesky wird nicht jeder genommen. Wer wissen möchte was bei Bluesky abgeht und nicht rein kommt, dem erklärt es Ulrich Vosgerau (Achtung! Achtung! Sehr starker Schwefelgeruch!)

    Auf #bluesky tut sich gerade etwas, das paradigmatisch ist und daher auch noch künftig die Öffentlichkeit bewegen wird. Also: die Linken, die sich daran gewöhnt haben, nach dem Schema „Die Welt ist eine Besserungsanstalt, und wir sind die Wärter!“ zu kommunizieren, sind böse über den Verlust ihrer (früher oft manipulativ-algorithmisch bewirkten) strukturellen Überlegenheit und ziehen von X weg zu #bluesky. Und was passiert dort?

    Überraschenderweise entsteht dort nicht ein harmonisches Paradies (wie es die Kommunisten ja immer versprechen), wo dann wenn schon nicht alle Menschen, so doch immerhin alle Linken Brüder werden, sondern es geht sofort der Bürgerkrieg los. Ganz einfach, weil die Linken sich selbst jahrzehntelang selbst darauf konditioniert haben (oder auch schon von Natur aus diese Veranlagung hatten), Menschen zu jagen. Sie glauben, erstaunlich viele Menschen seien gar keine Menschen, sondern „Nazis“. Diese sind zu durchschauen, als „Nazis“ bloßzustellen und sozial zu vernichten, keinerlei soziales oder menschliches Rest-Refugium darf ihnen übrigbleiben. Nimmt man nun sämtliche „Rechte“ aus dem Spiel (wobei „Rechte“ und „Nazis“ ja eigentlich fast identisch sind – es sind, wie gesagt, erstaunlich viele Menschen, die irgendwie wegmüssen, damit das Paradies endlich kommt) bleibt den Linken eben nichts anderes übrig, als sich selbst und gegenseitig als „Nazis“ zu bezeichnen, zu jagen und zu vernichten. Das passiert gerade auf #bluesky.

    Was lernt uns das? Z.B. folgendes: ein – hypothetisches – Verbot der AfD wäre, anders als Herr #Wanderwitz sich dies in seiner sprichwörtlichen Dummheit vorstellt, eine Katastrophe für die CDU/CSU. Denn dann würden sich 100.000 linke Öffentlichkeitsarbeiter in Medien, NGOs und „Zivilgesellschaft“ ja nicht hinsetzen und sagen: „Prima, Idealzustand erreicht, nur noch tolle Parteien, der schönsten Demokratie ever steht nichts mehr im Wege!“. Nee, Kameraden! Schon 24 Stunden später würde erst in der taz und der FR, dann auch im ÖRR verlautbart: also wenn man nur genau genug hingucke – und das sollte man bei so ernsten Angelegenheiten! – seien CDU und CSU doch kaum weniger verfassungsfeindlich als die AfD! Und die FDP erst! Die ist für den Kapitalismus, und der Kapitalismus ist der größte Feind der Menschenwürde, FDP also klar verfassungsfeindlich. Und dies ist keineswegs so hypothetisch, wie es klingt; denn nach der Wahl Kämmerichs zum Thüringer Ministerpräsidenten haben Politiker der dortigen Linken (ja, ausgerechnet!) öffentlich vorgetragen, CDU und FDP seien ebenfalls Verfassungsfeinde, nur das linke Lager gehöre nicht verboten.

    Hätten Union und FDP Verstand, würden sie erkennen, daß ihnen die AfD derzeit auch viel nützt, indem die den Vernichtungshaß der radikalen Linken auf sich zieht und mithin von Union und FDP fernhält. Aber dieser Haß würde mit der AfD ja nicht aus der Welt verschwinden…

    Nebeneffekt bzw. großer und mich stark belustigender Nachteil von Bluesky: Die Nazis fehlen. Deswegen müssen welche her und deswegen suchen und finden die bei Bluesky vertretenen „Linken“ diese Nazis jetzt in den eigenen Reihen und werfen die raus. Ich wundere mich in diesem Zusammenhang das die dem Burks noch nicht auf die Spur gekommen sind. Aber vielleicht ist das ein Verständnisproblem:

    Das Problem sind meiner Beobachtung nach die Linken und die „Linken“. Das mit den Linken war die Schreibweise von vor 2016. Das müßt ihr euch vorstellen wie damals mit der Abschaffung des militärischen Grußes. Aber eigentlich stehen die „“ in dieser Verwendung doch eher als ironischer Ausdruck bzw. von Verhöhnung. Möchte zu gerne wissen wer das erfand und welcher federführende „Linke“ blöde genug war, um es zu übernehmen. Ätsch! Reingefallen – würde ich sagen. Bei Bluesky sind die „Linken“ und die kapieren nicht das Burks keiner von ihnen ist sondern ein stark verwitterter Linker.

  7. blu_frisbee am Mai 6th, 2026 3:57 p.m.

    Es gibt die WELT und die Sicht drauf.
    Man merkts wenn man Cargo Cult begegnet.
    Um 1600 glaubten alle die Sonne kreist um die Erde.
    Der Beweis war Evidenz: Schau zum Himmel.

    Alle glauben. Etwa „unsere Demokratie“.
    Der angebliche Antifaschismus ist impotent weil
    die Gegner verpeilen worin der eigentlich besteht.
    Das eigentliche Feld des Gegensatzes ist Identität, der Glaube an das Volkstum.
    Endlich der Glaube die besseren Menschen zu sein.
    Vermeiden von X ist Symbolpolitik.

    Das Leben verfitzt sich und macht Witze.

  8. nOby am Mai 6th, 2026 4:08 p.m.

    Könnte mal jemand der Saskia sagen das Instagram out und Bluesky in ist oder wollte die niemand bei Bluesky rein lassen? In der heutigen Situation noch Instagram zu nutzen ist entweder eine Verzweiflungstat oder jemand hat den letzten ideologischen Sprung verschlafen.

    Wegen Höcke: Saskia Esken verlangt Werbeboykott von „Ben ungeskriptet“.

    Boah! Sein Interview mit dem Höcke war 4 Stunden lang! Da wundert es mich nicht, dass die Saskia den Podcaster weg haben will. Die mußte sich 4 Stunden den Höcke anhören. Das würde mich genauso matschig in der Birne werden lassen.

    Der Podcaster sagt:

    Der JUNGEN FREIHEIT gegenüber betonte Berndt, er rede mit allen möglichen Menschen und interessiere sich für „kantige Persönlichkeiten“. Höcke sei über zehn Jahre lang „wie niemand sonst“ von den Medien „dämonisiert“ worden.

    Es seien „Abermillionen Euro geflossen, um die Bevölkerung darüber zu informieren, dass das der schlimmste Mensch der Welt“ sei. Berndt: „Das war über zehn Jahre Reverse-Marketing für meinen Podcast.“ Er habe einfach nur die entstandene Lücke in der Berichterstattung gefüllt.

    Der Spiegel schreibt hinter Paywall

    Stundenlang darf der Rechtsextremist Björn Höcke beim populären Podcaster Ben Berndt seine radikalen Ansichten vortragen – ohne kritische Nachfragen.

    Hört, hört! Ich sollte mir das Interview tatsächlich anhören. Aber nur in Auszügen, genauso wie Mein Kampf gelesen habe. Vorher noch die Interviews von Anne Will mit Frau Merkel und Frau Miosga mit dem Merz oder das Du kannst mit mir machen was Du willst [bitte selbst ausfüllen] der Miosga an den Habeck, auch Interview genannt, um das mit den kritischen Nachfragen besser einordnen zu können.

  9. blu_frisbee am Mai 6th, 2026 4:32 p.m.

    Taubenschach
    Die Taube wirft die Figuren um, scheißt auf das Brett und verkündet sie hätte gewonnen.

    Taube und Spieler interpretieren Schach verschieden.
    Was soll man da noch sagen?
    Die Kommunikation verhandelt nicht Sache sondern Dominanz.
    Die Plattform bedient Unterhaltung.

  10. Godwin am Mai 6th, 2026 6:34 p.m.
  11. blu_frisbee am Mai 6th, 2026 7:40 p.m.

    Oh. Die böhse Privatgewalt.
    Die dem Staat so garnicht passt.
    Selbstverständlich sinds Gefühle.
    Die dem Staat peinlich sind.

  12. nOby am Mai 7th, 2026 2:34 p.m.

    Hallo liebe Leser,

    Eure Kommentare sind manchmal schwer zu verstehen. Manche verstehe ich gar nicht.

    Deswegen möchte ich es wiederholen:

    Ihr bzw. die „Linke“ aus „unsere Demokratie“ ™ war angetreten um X zu vernichten. Das Gegenteil ist der Fall. Nach der Übernahme durch Musk, der Nebenteufel, größte, gefährlichste und einflussreichste Troll der Welt, stagnierten deren Einnahmen unter dem Jubel der veröffentlichenden Meinung aus ’schland. Danach stiegen die Umsatzzahlen von X wieder von Jahr zu Jahr. Das wird leider nie erwähnt.

    Warum bauen die „Linken“ sich kein eigenes X oder Bluesky? Die NGO Kapazitäten müssen das doch locker hergeben. Selbst Burks als Einzelkämpfer ist in der Lage in seinem Second Life sowas wie eine 2. Realität für sich zu bauen. Wieso können das die „Linken“ nicht?

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