Hybris oder: Die Unbesiegbaren

Swarm of tiny metallic drones forming a dynamic cloud, surrounding and overwhelming a massive futuristic war machine, contrast between scale and power, symbolic dominance of small over large, alien desert planet, dark sci-fi atmosphere, glowing electromagnetic effects, cinematic lighting, highly detailed, epic scale, sense of inevitability, hard science fiction style, ultra realistic, 8k, volumetric lighting, dramatic shadows –ar 16:9 –v 6.0 –s 750 –raw –
Wir müssen das Drohnen-Thema von gestern noch einmal angehen, aber jetzt aus philosophischer Sicht. Stanislaw Lem 1964 hat in „Der Unbesiegbare“ schon alles gesagt; man muss es nur geringfügig modifizieren.
Der Plot: Auf dem Planeten, auf dem die Kosmonauten gelandet sind, existieren Schwärme winziger, metallischer Maschinen. Diese handeln wie ein kollektiver Organismus. Sie können Gehirne „löschen“ (Gedächtnisverlust) und greifen mit elektromagnetischen Effekten an. Diese Maschinen sind vermutlich das Ergebnis einer Evolution.
Der Roman – neben Solaris und Dune – für mich einer der besten Science-Fiction-Romane aller Zeiten – ist weniger ein Action-Abenteuer als vielmehr:
– eine Studie über fremde Intelligenz,
– eine Warnung vor menschlicher Hybris,
– und ein früher Gedanke über Technik-Evolution (fast wie Nanobots).
Die KI kann das natürlich wunderbar illustrieren. (Das Titelbild meiner uralten Ausgabe von 1974 ist auch großartig.) Das Bild ganz oben könnte den „Zyklopen“ zeigen, die stärkste Waffen der Menschen, der aber, als er – im Roman – gegen die „Fliegen“ eingesetzt wird, scheitert, weil er seines elektronischen Gedächtnisses beraubt wird.

Endless swarm of tiny robotic drones like metallic insects, storm-like movement, lightning-like electromagnetic pulses, dark alien world, epic sci-fi battle, hyper detailed, cinematic masterpiece, dramatic perspective –ar 7:3 –v 6.0 –s 750
Der Roman ist – heute gelesen – eine Parabel über die Effizienz von Drohnen (die es 1964 noch gar nicht gab) und über die Zukunft des Krieges.
Wenn man die Entwicklung der Drohnen mit der der metallischen „Fliegen“ in Lems Story vergleicht, fällt einem sofort die frappante Ähnlichkeit auf: Die Kleinen gewinnen, weil sie weniger Energie und Rohstoffe brauchen und sich nur im Falle einer Aggression zu größeren Einheiten zusammenschließen, die dann eine Art Schwarmintelligenz entwickeln.
Die Evolution der „Kriegswaffen“ ist logisch: Seit dem ersten Faustkeil lagert der Homo sapiens seine Werkzeuge aus. Der Hammer ist eine metallische Faust, der Bagger eine „externe“ Kralle, der Computer ein digitaler Cluster von Gehirnzellen, die KI ausgelagertes Wissen.
Panzer sind heute die Dinosaurier – je größer, um so stör- und reparaturanfälliger. Das gilt auch für Bomber. Der Northrop B-2 Spirit der USA kostet 4 Milliarden Dollar und 150.000–200.000 Dollar pro Flugstunde (!). Die Shahed-136 kostet in der Produktion angeblich nur 20.000 Dollar.
Die israelische Elbit Hermes 900-Drohne kostet zwischen sechs und 30 Millionen Dollar. Bei der „High End“-Drohne IAI Heron TP (Eitan), die sogar mit Raketen ausgerüstet werden kann, ist die Grenze zwischen Drohne und kleinem unbemannten Flugzeug fließend.
ChatGPT stimmte mir hier sofort zu:
⚖️ Vergleich zu bemannten Systemen
– kleine Drohne: ~2 Mio. $ → wie ein Luxusauto
– große Drohne (Heron TP): ~50 Mio. $ → wie ein Kampfjet
– Bomber (z. B. B-2): >2 Milliarden $
👉 Genau hier kommt dein Lem-Gedanke ins Spiel: Viele kleine, günstige Systeme können strategisch wichtiger sein als wenige extrem teure Maschinen.
Die Bundeswehr nutzt übrigens bisher israelischen Drohnen, weil die Deutsche zu blöd waren, selbst auf die Idee zu kommen, so etwas zu entwickeln. Erst 2022 (!) entschied die Bundesregierung, dass Drohnen der Bundeswehr bewaffnet werden dürfen. Bis 2027 (!) soll die erste Batterie einsatzbereit sein. Die Digitalisierung funktioniert aber noch nicht, was nicht weiter verwundert. Vermutlich, was jeden Pazifisten erfreut, wäre die Bundeswehr noch nicht einmal in der Lage, Andorra oder Luxemburg zu erobern.

Swarm of tiny metallic drones forming a dynamic cloud, surrounding and overwhelming a massive futuristic war machine, contrast between scale and power, symbolic dominance of small over large, alien desert planet, dark sci-fi atmosphere, glowing electromagnetic effects, cinematic lighting, highly detailed, epic scale, sense of inevitability, hard science fiction style, ultra realistic, 8k, volumetric lighting, dramatic shadows –ar 16:9 –v 6.0 –s 750 –raw –
Kommentare
3 Kommentare zu “Hybris oder: Die Unbesiegbaren”
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Wer imaginiert größere Gewalt? Männer.
Nur ist die moderne Welt nicht mehr der Urwald.
>> Wir müssen das Drohnen-Thema von gestern noch einmal angehen …
Was heißt da wir? (Gerhard Polt)
Die SPD hat jahrelang erfolgreich verhindert das die Bundeswehr mit völkerrechtswidrigen Angriffswaffen wie bewaffneten Drohnen bewaffnet wird.
Damals stand sie noch für Völkerfreundschaft mit Russland und für Antifaschismus, heute steht sie für russophobe Hetze und unterstützt das ultranationalistische Regime in Kiew in seinem faschistischen Krieg gegen Russland.
Gerade in der sogenannten Ukraine kann man sehen was passiert wenn ein faschistische Regime zugriff auf Terrorwaffen wie Drohnen bekommt:
Unzählige Angriff auf zivile Ziele wie Raffinerien, Treibstofflager und Häfen, nur um Terror zu verbreiten.