Kriege der Zukunft

Drohne
Frontansicht einer Shahed-136-Drohne in der Ausstellung der Luft- und Raumfahrtkräfte der Islamischen Revolutionsgarden in Qom. Source: Tasnim News Agency / Wikipedia

Ich darf die geschätzte Leserschaft auf einen Artikel von ABC News aufmerksam machen: „Ukraine outshoots Russia in cross-border drone war for 1st time, March data suggests“. Dazu passt ein Beitrag hinter der Paywall der von mir abonnieren bürgerlichen Presse: „Der Iran hat die Art verändert, wie heute Krieg geführt wird“.

Die KI fasst ABC News zusammen: „Im März 2026 setzte die Ukraine erstmals mehr grenzüberschreitende Drohnenangriffe ein als Russland. Russland meldete über 7.300 abgeschossene ukrainische Drohnen, während die Ukraine angab, rund 6.600 russische Drohnen und Raketen abgewehrt zu haben – ein neuer Höchstwert russischer Angriffe.

Beide Seiten nutzen verstärkt Drohnen und Raketen, um Infrastruktur und Wirtschaft des Gegners zu schwächen. Besonders Russland greift weiterhin intensiv an, doch die Daten deuten darauf hin, dass die Ukraine ihre Fähigkeiten deutlich ausbaut und aufholt.

Ein Schwerpunkt ukrainischer Angriffe liegt auf russischen Öl- und Energieanlagen, um Einnahmequellen Russlands zu treffen. Gleichzeitig bleibt die tatsächliche Wirksamkeit der Angriffe schwer überprüfbar, da beide Seiten ihre Angaben möglicherweise übertreiben.“

Die Welt: „Der Artikel beschreibt, wie günstige Drohnen die klassische militärische Überlegenheit in der Luft verändern. Während teure Abwehrsysteme wie die MIM-104 Patriot Millionen kosten, sind einfache Drohnen extrem billig – wodurch Angriffe wirtschaftlich im Vorteil sind.

Der Iran nutzt diese Strategie gezielt mit massenhaft eingesetzten Shahed-Drohnen, was selbst die USA und Israel unter Druck setzt, da ihre teuren Abwehrmittel schnell erschöpft sind. Dadurch verschiebt sich die Kriegsführung: Auch militärisch schwächere Staaten können starke Gegner effektiv herausfordern.

Ähnliche Entwicklungen zeigt der Krieg in der Ukraine. Insgesamt entsteht eine neue „Kostenlogik“ des Krieges: Angriff ist billig, Verteidigung teuer.“

Drohne
Chinesische Jiutian SS-UAV-Drohne, die als Drohnen-Mutterschiff konzipiert ist. Im Rumpf befindet sich ein „Waben-Missionsraum“, eine Sammelbox, in der ein Schwarm von bis zu 100 kleinen Drohnen untergebracht ist.

Israel hat das natürlich vorhergesehen und fackelt mittlerweise mit Laserschwertern den Himmel ab – das ist ultrabillig, treibt nur die Stromkosten in die Höhe. Auch China setzt auf Drohnenkriege.

Ich weiß noch nicht, was genau ich davon halten soll. Der russische Militärblogger Juri Podoljaka beklagt, dass die Ukraine die Taktik der Russen jetzt gegen sie selbst anwendet. Wen wundert’s?

Die Materialschlachten des 1. Weltkriegs könnte man im Zeitalter des Internet der eigenen Bevölkerung nicht mehr verkaufen, auch wenn alle „offiziellen“ Medien – wie hierzulande im Ukraine-Krieg – sich freiwillig gleichschalten.

Militärisch-technische Vorteile werden immer von der Gegenseite adaptiert und damit neutralisiert. Wer will überhaupt noch wie einen Krieg „gewinnen“?

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Kommentare

9 Kommentare zu “Kriege der Zukunft”

  1. Godwin am April 10th, 2026 6:09 a.m.

    Das war bei George Lucas also nur ein Schreibfehler
    Angriff der DroneKrieger

  2. Crazy Eddie am April 10th, 2026 9:05 a.m.

    Man darf über kurz oder lang auch mit der Massenproduktion von Unterseedrohnen rechnen, die der Ära der Flugzeugträger und maritimen Battle Groups ein Ende bereiten dürften. Kaum vorstellbar, wie sich das auf die militärische Schlagkraft der USA im globalen Maßstab auswirken wird. Vielleicht sehen wir das erstmals, wenn China Taiwan annektiert.

  3. bentux am April 10th, 2026 9:25 a.m.

    Das wird dem Imperium nicht helfen. Sie diskutieren gerade noch eine Etaterhöhung von 1100 Milliarden Dollar, nach 1500 Milliarden Dollar, bei gleichzeitigen Einsparungen in Infra und Sozial. Also mehr von dem alten 80er Jahre Scheiß und weniger Schulen und Verkehr.
    Wobei immer noch ungeklärt ist wohin Teile von dem Etat unkontrolliert versickern. Das „Verteidigungsministerium“ Egal ob D oder USA, kann nicht mal den Etat der letzten Jahre rechtfertigen.
    https://share.google/aimode/n7R6axQlRfjdFQhA2
    Gleichzeitig wird in der Strasse von Hormuz gezeigt das die ganzen Teuren Spielzeuge nur Edelschrott sind. Wenn man mit Spielzeugdrohnen und Raketen in Masse das Zeug schreddert.
    Trump verkündet einen Verhandlungserfolg, mit Wem eigentlich? Die Tranport-Schiffe brauchen immer noch eine Genehmigung vom Iran plus 2 Millionen Dollar für eine Durchfahrt, was dem Iran den weiteren Aufbau seiner nach „vorne Verteidigungskapazitäten“ dient. Es scheint das mit dem Bombardement, ärgert nur die Zivilbevölkerung. Den wenn Jemand ohne Genehmigung durch die Strasse will…

    <8*) So schnell kann man sich zum Löffel machen.

  4. Juri Nello am April 10th, 2026 9:32 a.m.

    Um das Gewinnen geht es nur „Unterentwickelten“. Die höher Entwickelten wetten dabei, bis der Leichenwagen kommt und verdienen sich ne zweite goldene Nase. Der Rest ist halt menschlicher Abfall. Gerade gut genug zum Sterben.

  5. Thomas S. am April 10th, 2026 10:43 a.m.

    Der Schock über die eigene Verwundbarkeit dürfte im US-Generalstab (und darüber hinaus) gerade sehr tief sitzen. Einen Krieg gegen China würden die USA schon jetzt verlieren. Selbst Drohnenangriffe auf das amerikanische Festland sind nicht mehr undenkbar.

    Auch für das einst mächtige Russland steigt der Preis des Krieges immer mehr. Und dass man inzwischen fast genauso abhängig von ausländischer Militärhilfe ist wie die Ukraine, dürfte am imperialen Selbstvertrauen durchaus nagen. Leider führt das momentan noch eher zu einer Haltung des „Jetzt haben wir schon so viel investiert, jetzt müssen wir es auch zu Ende bringen“-Haltung. Wir werden wohl oder übel auf Herrn P.s Nachfolger warten müssen, der die Zeichen der Zeit hoffentlich besser zu lesen weiß.

  6. blu_frisbee am April 10th, 2026 1:39 p.m.

    USA nußte Iran um Waffenstillstand bitten.
    Warum?

    Im Neoliberalismus muß man Kosten sparen, zB Lager.
    Wirtschaft wird auf Kante genäht.
    Den Amis ist die Muni absehbar ausgegangen.
    https://www.youtube.com/watch?v=Jwi4VCmr-7Q

    Die psychische Befindlichkeit eines Trump ist egal.

  7. Godwin am April 10th, 2026 4:04 p.m.

    34 neuen Siedlungen im Westjordanland
    na da weiß man doch gleich, was der angebliche Überlebenskampf gegen die pöhsen Feinde ringsum wirklich ist.

    ich frugte bereits hier
    https://www.burks.de/burksblog/2026/04/03/unter-faktenschaffenden-und-anderes#comments

    „Kommt man in eine Patt-Situation, in der man feststellen muss, dass man derzeit nicht gegen eine große Anzahl an Drohnen gewinnen kann?“

    Rechenbeispiel:
    herkömmliche Rakete 1.000.000 €
    bessere Drohne ab 5.000 €

    bedeutet, statt 1 Rakete kann man 200 Dronen bauen – damit die Arsenale deutlich vergrößern.

    nun wäre die Frage, ob der Drohnenkrieg so aussieht wie ein Computer-Spiel – also tausende Drohnen am Himmel, die sich dann gegenseitig abballern…
    Das würde zumindest jede Menge Schrott produzieren…

    Wären gute KIs und gute „Zocker“ in der Lage, große Scharen zu tilgen?
    Oder würde das anders funktionieren?

  8. Crazy Eddie am April 10th, 2026 6:25 p.m.

    Wenn ein Drohnenschwarm sich wie Schwarm verhält, könnte es eine Hierarchie von Parents/Children geben. Wer die Parents am schnellsten identifizieren kann, gewinnt. Das braucht es superschnelle, automatisierte elektronische Aufklärung. Aber: Sobald man über effektive Mittel verfügt, wird man das nicht an die große Glocke hängen. Schon klar, oder?

  9. Juri Nello am April 11th, 2026 9:00 a.m.

    Das ist es, was von der Menschheit übrig bleiben wird: Kampfroboter. Mögliche Alienarchäologen werden damit allerdings weniger Probleme haben.

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