Hoch gestapelt

Die Taz (ausnahmsweise gendersprachenfrei) über den Schulleiter Hudhaifa Al-Mashhadani aus Berlin-Neukölln: Der wurde durch einen angeblichen Mordversuch auf ihn bekannt. „An seiner Darstellung kommen nun Zweifel auf.“

Auf der Webseite des Bezirksamts Neukölln, das ihm erst im Dezember die lokale „Ehrennadel“ verlieh, wird er als „Prof. Dr. phil. Hudhaifa Al-Mashhadani“ geführt. Auf Nachfrage zu den Titeln verweist das Bezirksamt auf ein Dokument der irakischen Botschaft, das ihm vorliegen soll. Daraus gehe hervor, dass ihm die beiden Titel ab 2015 von einer „Universität für Verteidigungsstudien“ verliehen worden seien. Das Bezirksamt Neukölln weigert sich bislang, der taz eine Kopie des Dokuments auszuhändigen.

Zudem tritt er wiederholt als Sprecher eines ominösen „Deutsch-Arabischen Rats“ auf. Aus wem dieser Rat besteht – außer aus Vereinen, die er selbst führt -, ist unklar.

Den angeblichen Angriff auf sich im November 2025 nutzt er ebenfalls zur Selbstdarstellung. Die Süddeutsche Zeitung widmet seinem Fall im Dezember sogar ihre prominente Reportage-Seite 3. Darin kolportiert sie ein angebliches Telefonat zwischen dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und Al-Mashhadani. Demnach soll Söder den Schulleiter angerufen, ihm einen Umzug nach Bayern empfohlen und der Berliner Polizei unterstellt haben, sie schütze ihn nicht genug. Das Büro des Ministerpräsidenten erklärt gegenüber der taz, es habe „keinerlei Gespräch oder Kontakt“ seitens Söders mit Al-Mashhadani gegeben.

Doch nicht nur der Autor könnte einem Hochstapler aufgesessen sein. Am Ende waren die vielen Übertreibungen Al-Mashhadanis wohl vor allem eines: zu nützlich für jene, die ihn brauchten.

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Kommentare

2 Kommentare zu “Hoch gestapelt”

  1. nOby am März 4th, 2026 12:01 p.m.

    Nach dieser schlechten Nachricht für Dich eine gute Nachricht:

    Ist das eine neue marxistische oder sogar kommunistische Kampfgruppe? Leider wird das auf deren Webseite nirgendwo erwähnt. Nur das Wort Sozialismus lese ich ein Mal.

    Was ist die FKO?

    Wir sind eine Föderation der klassenkämpferischen Organisationen Betriebskampf, Frauenkollektiv, Internationale Jugend, Studierendenkollektiv und Solidaritätsnetzwerk.

    „Klassenkämpferisch“ zu sein bedeutet für uns, konsequent für unsere Interessen als Arbeiter:innen zu streiten. „Arbeiter:innen“ sind wir, weil wir keine großen Maschinen, Büros, Fabriken oder Grundstücke besitzen, sondern arbeiten gehen müssen um über die Runden zu kommen.

    Als FKO stehen wir also für den Wiederaufbau einer kämpferischen Arbeiter:innenbewegung. […]

  2. nOby am März 4th, 2026 5:29 p.m.

    Burks, noch zwei gute Nachrichten. Heute ist der Tag der guten Nachrichten!

    Mutterliebe kennt keine Grenzen.

    Heldenhafter 36-Stunden-Trip nach Dubai: Trotz Kriegschaos! Papa Franjo schließt Sohn Rocco in die Arme.

    Den Tränen nahe: Papa Franjo steht die Sorge um Sohn Rocco ins Gesicht geschrieben. […] Franjo hat sein Leben riskiert, um zu seinem Sohn zu kommen! Allein die etwa 1000 Kilometer lange Autofahrt in den Stadtteil Al Barari dauerte mehr als zehn Stunden. Insgesamt war er über 36 (!) Stunden unterwegs. Franjo danach erschöpft, aber glücklich: ‚Endlich bin ich bei meinem Kleinen und Louisa. Was für eine Odyssee. Müde bin ich, aber happy. Es ist alles gut.’

    Mit tollen Fotos.

    ***

    Damit kann ich mich endlich wieder den wichtigen Dingen des Lebens widmen. ARD-Moderatorin Lea Wagner ist schwanger.

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