Eine ganz normale Nacht in Berlin

Tagesspiegel: „Drei betrunkene Schwarzfahrer haben sich Freitagnachmittag im U-Bahnhof Schlesisches Tor eine handfeste Auseinandersetzung mit zwei BVG-Leuten geliefert. Ein Kontrolleur wurde auf die Gleise gestoßen.“

Ich habe mit dem Opfer gestern nacht im Krankenhaus lange geredet. Der Mann stand ziemlich unter Schock. Die hatten ihm vorher noch die Kapuze von hinten über den Kopf gezogen.

Kommentare

7 Kommentare zu “Eine ganz normale Nacht in Berlin”

  1. ... der Trittbrettschreiber am Januar 30th, 2016 4:54 pm

    Wie gut werden diese Leute in der Grunddisziplin „Eigensicherung“ ausgebildet? Leicht gesagt, an der Tastatur, wenn aber jemand in der Lage ist, eine Kaputze von hinten(!) über den Kopf zu ziehen, dann hat das Security-Team einen Fehler gemacht. Das ändert jedoch nichts an der verachtenswürdigen Tat, die zeigt, das Autoritäten in diesem Land insgesamt unterbewertet sind und nun kommt die Quittung. Sicherheitsproduktion ist kein Beruf für Leute, die
    – offensichtlich wenig Wert auf körperliche Fitness legen (einmal umschauen bitte, wer da die Uniform trägt..)
    – trotz 24 Schreibfehlern auf einer Diktatseite eingestellt werden,
    – aufgrund wenig fundierter Rechtskenntnisse gewohnt sind, eine eindeutige Situationshoheit zu demonstrieren, sondern sich oft auf das Niveau ihres Gegenübers begeben und sich provozieren lassen,
    – unterbezahlt und daher wenig motiviert sind, eine Leitbildfunktion zu übernehmen,
    – wenig Rückendeckung „von oben“ und oft auch (bis jetzt zumindest) aus der „Bevölkerung“ haben.

    Es ist auch schlimm genug, das die Geldgeber im Einklang mit den multikompetenten Ingenieuren bauliche Situationen geschaffen haben, in denen es möglich ist, das überhaupt jemand einfach so auf das Gleisbett fallen oder dort hinein gestoßen werden kann.

    Dieser Text besteht aus 183 Wörtern. Wären sie schwer genug, um in der Sicherheitsdebatte in die Waagschale geworfen zu werden und positiv zu „wirken“?

  2. Vox Populist am Januar 30th, 2016 6:17 pm

    Das Opfer kann sich mit dem Gedanken trösten, dass der Täter sicherlich zur Besinnung und Einsicht kommen wird, wenn er die brutale Strafe von fünf Sozialstunden antreten muss.

    Da gegen das Opfer nun auch ein Verfahren wegen Körperverletzung läuft, kann man nur hoffen, dass er kein Kampfsportler ist, denn Fähigkeit und Willen sich selbst verteidigen zu können wird vor Gericht gerne mal als „Notwehrexzess“ gewertet.

  3. max am Januar 30th, 2016 11:08 pm

    gott, jeder der das dummbrutale verhalten der berliner kontrolettis kennt hat jetzt schwierigkeiten mitleid zu empfinden.
    wie es in den wald hineinruft…

  4. andreas am Januar 31st, 2016 1:48 pm

    Also ich kauf Dein Buch „Notfälle“.

  5. Vox Populist am Januar 31st, 2016 5:26 pm

    Dieses ganze Kontrollregime (für das alleine die Bahn um die 200 Millionen Euro im Jahr ausgibt, wenn ich mich an die Zahl richtig erinnere) wäre überflüssig, wenn der ÖPNV in ein kostenloses und steuerfinanziertes System umfunktioniert würde.

    Möglich ist das, wie die belgische Stadt Hasselt zeigt – und umweltfreundlicher ist es auch, vom Zugewinn an freien Flächen in den Großstädten ganz zu schweigen. Dem stehen allerdings die Interessen von Auto- und Petroleumindustrie gegenüber, deshalb haben Modellstädte wie Hasselt bisher auch kaum Nachahmer gefunden.

  6. Publicviewer am Januar 31st, 2016 7:58 pm

    Ein Glück, das ich nicht auf die Bahn angewiesen bin.
    Zu teuer nur Idioten, es gibt ständig Ärger und die Kontrollettis, zumondest die, die ich bis jetzt in meinem Leben gesehen habe, sind selber ganz arme Schweine.
    Aber…wer den Job macht ist selbst Schuld und wenn er dabei auf die Gleise fallen sollte hat er eben Pech gehabt.
    Ich habe jedenfalls kein Mitleid für Kontrollettis…

  7. Flori am Februar 1st, 2016 11:19 am

    @Publicviewer. „Kein Mitleid für Kontrollettis“,“sind selber ganz arme Schweine“. Da haben Sie ganz prima Ihre Geisteshaltung zusammengefasst.

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