Volkspädagogische Rhetorik

Georg Diez schert auf Spiegel online ein wenig aus dem auf Schießschartengröße verengten Meinungsspektrum des medialen Mainstream über Griechenland aus:
Der Trend geht zum Verstehen, wenn es sich um Opposition von rechts handelt, der Trend geht zum Verdammen, wenn es um Opposition von links handelt – die einen, Syriza, sind „Populisten“, die anderen, „Pegida“, sind „besorgte Bürger“.

Da werden die Griechen, von der „Frankfurter Allgemeinen“ über die „Süddeutsche Zeitung“ bis hin zu Spiegel online, wahlweise als Ziegenherde, Kindergarten oder finanzpolitischer Erziehungsfall betrachtet – die gleiche volkspädagogische Rhetorik, die aufs Verstehen von Pegida angewendet wird, nur umgekehrt.

Es ist Volkserziehung, was so ungefähr das Gegenteil von Politik ist: Prinzipien anstatt von Praxis, Rigorismus anstatt von Pragmatismus.

Kommentare

2 Kommentare zu “Volkspädagogische Rhetorik”

  1. Linuxprofi am Januar 31st, 2015 4:23 pm

    uiuiui, da ist mit der Demokratie wohl was schiefgelaufen. Haben wohl keine Wahlautomaten benutzt? Aber der Stuermer hier funktioniert wenigstens noch.

  2. ...der Trittbrettschreiber am Februar 1st, 2015 9:10 am

    Ich fühle mich, nein besser, ich bin ein Chimpanse, dem mühsam das Scrollen mit dem Mouse-Rädchen beigebracht wurde. Mal gab es eine Banane, mal ein Stückchen Apfel.
    Wenn ich einmal ganz eifrig und „erfolgreich“ bin, darf ich sogar bei Amie auf den Arm. „Feiin“, frohlockt sie und krault mir heftig mein rechtes Ohr. Sie ist Tierpflegerin
    und so weiß sie nichts vom Touchscreen , der mir versehentlich in meinem Käfig installiert wurde. Ich behersche längst die meisten Tools und bin in allen politischen und journalistischen Themen im „Diskurs“. Dieses Wort übersetze ich nur für mich und heimlich mit dem längst im historischen Einmachglas selchenden Wort „gleichgeschaltet“.
    Amie weiß von alledm nichts. Sie lobt und füttert mich und ihre Augen sprühen vor Faszination und was weiß ich noch alles, wenn sie mir ihre mit „Guatsle“ gefüllte Hand reicht um dann hingebungsvoll in meinem Fell kraulen zu können, während ich das Obst verzehre. Ich habe so viele Fragen an die Welt. Zum Beispiel, warum wir Affen immer die Rolle derer im Universum spielen, die durch meist scheiternde Kommunikationsversuche bei Laune gehalten werden müssen. ‚Das macht uns menschlich‘, danke ich immer dann, wenn mir diese Frage wieder einfällt,manchmal jedenfalls, wenn ich nicht gerade unerkannt surfe. Und dann noch die andere: Kommt nach anstatt ein von oder käme da nicht sofort das entsprechende Substantiv, dahinter meine ich, im Anschluss?

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