Journalisten und „soziale“ Netzwerke

Die Mitgliederversammlung des DJV Berlin hat gestern folgenden Antrag von mir beschlossen:
Die Mitgliederversammlung des DJV Berlin möge beschließen:
Der DJV Berlin setzt sich im Bundesvorstand dafür ein, dass der Bundesverband, die Bundesfachausschüsse und die Landesverbände des DJV keine offiziellen Präsenzen in so genannten “sozialen” Netzwerken US-amerikanischer Firmen betreiben. Falls sich dafür keine Mehrheit im Bundesvorstand findet, bereitet der DJV Berlin einen entsprechenden Antrag für den nächsten Bundesverbandstag vor.
Begründung:
Die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten basiert auf vertraulichen Informationen. US.amerikanische Firmen sind verpflichtet oder freiwillig bereit, die Daten ihrer Nutzer direkt an US-amerikanische Geheimdienste weiterzuleiten. Das gilt sowohl für das Surf-Verhalten als auch für die Inhalte der unverschlüsselten E-Mails, die über diese Dienste versendet werden.
Der Bundesvorsitzende Michael Konken hat dazu aufgerufen, auf die Suchmaschine Google zu verzichten. Das ist zwar unsinnig, da man Google auch benutzen kann, ohne Daten preiszugeben; das gilt aber nicht für so genannte “soziale” Netzwerke wie etwa Facebook.
Zudem sind Nutzer US-amerikanischer “sozialer” Netze nicht Kunden, sondern die Ware, die verkauft wird. Es besteht kein Grund für Berufsorganisationen und Gewerkschaften von Journalistinnen und Journalisten, das freiwillig mitzumachen.
Auftritte in so genannten “sozialen” Netzwerken, die von einzelnen Mitgliedern privat betrieben werden, bleiben davon unberührt.
Alle anderen Anträge, die ich gestellt hatte, fanden auch eine Mehrheit. Anschließend gab es eine kleine Feier (siehe oben).
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3 Kommentare zu “Journalisten und „soziale“ Netzwerke”
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Ich fand diese Perversionen zwischen Old Shatterhand und Winnetou als Kind noch nicht so widerlich wie heute: Die schnitten sich, ohne mit der Wimper zu zucken, quer durch die Handfläche und drückten dann ihr Blut in ein Wasserglas, gerade so, wie ich es immer mit einer halben Zitrone zu tun pflege, wenn ich Salat zubereite.
Dass Blutsbrüderschaft aber auch als Plagiat, wenngleich auch in entfremdeter Form unter Journalisten Usus ist, macht mich betroffen und zwar desahlb, weil meine nostalgischen Gefühle bei der Betrachtung des Fotos berührt und ambivalent aktiviert werden. Online-Journalismus braucht gewisse Werkzeuge von damals nicht mehr. Papier ist für diese Berufsausübung passé.
Aber soviel interessiert mich: Wieviel Tinte wurde gebraucht, um all diese Wassergläser für das genannte Ritual vorzubereiten?
Das sieht aber asketisch aus. Dachte immer Journalisten haben Sponsoren und Gönner ohne Ende oder gibt es in Berlin keinen Lafer oder Schubeck und nicht einmal einen willigen Döner- oder Currywurst-Sponsor? Als Fussball-Journalisten wäre Euch das nicht passiert.
[…] dem ZDF recht. Aber Konsequenzen werden natürlich nicht gezogen […]