Fiktive Ideen und dieser merkwürdige Schriftsteller-Appell

Erstens: Appelle an die Obrigkeit, an Regierungen oder wen auch immer nützen nichts, wenn man keine Machtmittel hat.
Zweitens: Freiheit im Kapitalismus ist eine Illusion und eine contradictio in adiecto. „Freiheit“ an sich gibt es nicht. Vgl. Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit (1969):
Die entfaltete bürgerliche Öffentlichkeit beruht auf der fiktiven Identität der zum Publikum versammeltenm Privatleute in ihren beiden Rollen als Eigentümer und Menschen schlechthin. Habermas nennt die fiktive Idee von „Freiheit“ im Kapitalismus eine private Autonomie, die ihren ökonomischen Urpsrung verleugnet.
Drittens: Angst ist kein guter Ratgeber, und Hysterie auch nicht. Wer die „Demokratie“ reformieren will, ohne die Ökonomie mitzudenken und die Systemfrage zu stellen, ist vergleichbar mit feministischen Theologinnen, die den Aberglauben, primitive Magie und die Verehrung höhere Wesen nicht anzweifeln, sondern nur verbessern wollen.
Viertens: Wer für eine Petition noch nicht einmal eine Website hinbekommt, die minimalen Sicherheitsstandards genügt, gleicht Blinden, die über Farben diskutieren.
Fünftens: Jede Wette, dass niemand von denen, die den Appell der Schriftsteller unterzeichnet haben, seine E-Mails verschlüsseln kann und will.
Also haltet einfach die Klappe und legt die sinnfreie Lichterkette wieder in den Karton zurück.
Kommentare
10 Kommentare zu “Fiktive Ideen und dieser merkwürdige Schriftsteller-Appell”
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Hallo Burks,
das ist das Ergebnis von 20 Jahren Telefonüberwachung durch die NSA. Die NSA muss doch alle im Griff haben. Wer will noch was sagen wenn die NSA das Schwert fallen lassen kann.
Niemand kriegt mich von der Meinung mehr ab das die NSA deutsche Leute bedrohen kann und ihre Existenz vernichten kann.
Wer in Deutschland die Systemfrage stellt, was passiert mit denen, gibt es da historische Beispiele?
Deinen Blog lese ich ja wirklich gern, aber hast du diesmal nicht ein wenig übers Ziel hinaus geschossen?
Erstens: ist ein Behauptung. Für den Fall, dass hier versucht wird dem Thema einfach mehr Öffentlichkeit zu geben wäre das mal gelungen. Mehr Öffentlichkeit ist aber auch mehr Macht.
Zweitens: Sei mir nicht gram, aber ein Zitat macht eine Behauptung nicht zu einem Argument und die Behauptung auch nicht richtiger.
Drittens: Angst mag kein guter Ratgeber sein, aber ein Auslöser etwas zu tun, und genau das wird hier ja auch gemacht.
Viertens:-)
Fünftens: Du magst Recht haben und deine Wette gewinnen, aber ich bin auch kein Chemiker und erwarte mir sauberes Trinkwasser. Ich erwarte es mir von öffentlichen Einrichtungen die dafür Sorge tragen, dass es sauber ist. Ich erwarte, dass dafür gesorgt wird, dass das auch kontrolliert wird. Es mag auch sein, dass ich mal ein Postkarte schreibe und mir ist auch bewusst, dass der eine oder andere Postbote diese Karte lesen kann, trotzdem kann ich verlangen, dass der Inhalt nicht gescannt, in Datenbanken auf immer abgelegt und an Gott und die Welt versendet wird.
Nicht jeder ist Computerspezialist, was aber seinem Recht auf Privatsphäre keinen Abbruch tut.
Liebe Grüße
Franz
Elvis, lies mal Tucholsky über die Klassenjustiz in der Weimarer Republik.
http://de.wikipedia.org/wiki/Klassenjustiz#In_der_Weimarer_Republik
http://tinyurl.com/p7hf8tf
Welches Programm macht Dir eigentlich dir check boxes für Colors, Images usw. in den Browser? No script? Habe ich auch…
@Burks
Du kannst ja richtig witzig sein. ;-)
Der Hinweis auf Tucholsky ist gut.
Bravo! Meine Rede. Zumal die Mail mit dem Aufruf nicht signiert und dann noch eine „mail.com“-Adresse zum „unterzeichnen“ angegeben wurde ( http://www.uhusnest.de/blog/archives/12-01-2013_12-31-2013.shtml#2982 ).
So wird das nichts. Proseccobürger.
Ach Gott – Burks. Da sitzt Du in der selbstgestellten Falle namens „Systemfrage“ wie Rainer Maria Rilkes Panther hinter seinen Gitterstäben, erklärst Habermas’sche Sprechblasen zu ehernen Prinzipien und verspritzt Dein Gift gegen Kollegen, denen Sicherheitsstandards für eine möglichst öffentlichkeitswirksame Website am verlängerten Rückgrat vorbeigehen.
„Freiheit im Kapitalismus ist eine Illusion und eine contradictio in adiecto.“
Ach. Und wo ist da das Adjektiv? Die Relation zwischen Freiheit und Kapitalismus hat Milton Friedman beschrieben. Keine Freiheit ohne Eigentum. Kein Eigentum ohne Kapitalismus. Demzufolge ist Kapitalismus für die Freiheit die conditio sine qua non. Lies mal Friedman und vergleiche mit Habermas. Stringenz gegen Verschwurbelung. Kommentar überflüssig.
Vorsicht beim Thema Verehrung höherer Wesen.
G.K. Chesterton: „Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten – und sie kommen in Scharen.“
Die Sozialismuspropheten von Marx bis Habermas haben ihre Chance genutzt. Reste sind zu besichtigen.
Ansonsten gibt es wohl kaum ein Thema, das sich so wenig für die Systemfrage eignet wie die Überwachung durch die Mächtigen, egal wer „die Machtmittel hat“. (oder doch?? Lies mal Hans Hermann Hoppe!)
@Crazy Eddie PrefBar
https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/prefbar/
http://prefbar.tuxfamily.org/
Der gute Alan Posener hat sich auch ein paar Gedanken zum Appell gemacht:
Die NSA oder Utilitarismus versus Liberalismus
http://starke-meinungen.de/blog/2013/12/17/die-nsa-oder-utilitarismus-versus-liberalismus/