Welche Sprache?

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Fotografiert in Nicaragua 1981 – vermutlich bekommen die gebildeten Leserinnen und intelligenten Leser in Nullkommanix heraus, in welcher Sprache das Plakat rechts verfasst ist und warum es da hängt bzw. hing.

Kommentare

13 Kommentare zu “Welche Sprache?”

  1. Tippser am August 29th, 2012 5:14 pm

    Garifuna? Zu tun hat es was mit denen hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Frente_Sandinista_de_Liberación_Nacional
    Deren Hymne:
    http://www.youtube.com/watch?v=k0l-DwFnPLs
    Jetzt bin ich gespannt, ob ich mich zu den gebildeten Lesern zählen darf… ;)

  2. admin am August 29th, 2012 5:26 pm

    Nein, das ist nicht Garifuna. Die leben nicht in Nicaragua.

  3. Tippser am August 29th, 2012 5:31 pm

    Okay, ich geb’s zu, ich bin ungebildet und habe geraten. Wikipedia sgt aber folgendes:
    „Spanisch ist die Amtssprache Nicaraguas und wird von den meisten europäischstämmigen Mestizen sowie den meisten Indígenas als Zweitsprache gesprochen. Insgesamt 90 % sprechen Spanisch als Muttersprache, gefolgt von Kreolisch (Karibisches Englisch), das besonders an der Ostküste Nicaraguas verbreitet ist. Dazu kommen die Indiosprachen Miskito, Sumu (Mayangna), Rama und Garífuna (Igñeri). Das nicaraguanische Spanisch hat in Bezug auf den Voseo zum Teil Ähnlichkeit mit dem argentinischen Spanisch.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nicaragua#Sprachen

  4. admin am August 29th, 2012 5:50 pm

    Und in welcher Sprache ist das Schild? Das kann man herausfinden! Also ich bin die gesamte Atlantikküste Nicaraguas „heruntergereist“, Garifuna habe ich nicht gesehen. Jedenfalls gibt es keinen rationalen Grund, warum die FSLN 1981 ein Schild in Garifuna hätte aufstellen sollen.

  5. Michael am August 29th, 2012 5:55 pm

    Ich tippe auf Miskito und der politische Kontext könnte der Kampf gegen den zunehmenden Einfluss der sandinistischen Regierung sein. Allerdings bekomme ich den Text nicht übersetzt.

  6. Temnitzbiber am August 29th, 2012 8:08 pm

    Ich denke auch Miskito. Halte aber das Plakat eher für sandinisten-werbung: „Weiße“ und Indios gemeinsam gegen…“

  7. Serdar am August 29th, 2012 8:49 pm

    Sach mal Burks, hast du eigentlich vor wieder mal nach Südamerika zu gehen? Ich meine, wenn du die Fotos so anschaust, muss es dich doch wieder packen oder?

  8. ninjaturkey am August 30th, 2012 7:21 am

    Googlegebildet wie ich bin tippe ich auch auf Misquito.
    Danke für das Suchspiel. Bei der Gesellschaft für bedrohte Völker konnte ich gerade wieder was dazu lernen.

  9. ninjaturkey am August 30th, 2012 7:26 am

    BTW – schön übrigens, Deine feinsinnige Unterscheidung zwischen Leserinnen (gebildet) und Lesern (intelligent). Und zutreffend: Meine (Leser) Bildung war nicht ausreichend, um Sprache und Volk zu kennen, meine Intelligenz hat mich den Missstand jedoch mittlerweile beheben lassen ;-)

  10. Lew am August 30th, 2012 8:51 am

    Kann man mit Hilfe des Internetzse herausfinden, auf welcher Sprache ein Text verfasst ist? Oh mein Gott, wie was soll bloß gehen?

    http://lmgtfy.com/?q=mihta+kruski

  11. admin am August 30th, 2012 9:25 am

    Auf dem Plakat steht „INNICA FSLN“

    http://www.clas.ufl.edu/users/afburns/afrotrop/Nicaragua.htm

    „The Sandinistas initially held great hopes that this tactical alliance would finally overcome the centuries old antagonism between the Atlantic and Pacific halves of the country and produce benefits for the impoverished peoples of the Zelaya. Literacy programs in English, Miskito and Sumu were carried out, along with the development of private cooperatives, housing and water systems, and the beginnings of small industries under the auspices of the Nicaraguan Institute for the Atlantic Coast.

    INNICA was to be headed by a tri-ethnic leadership consisting of Comandante William Ramirez of the FSLN(a mestizo), Com. Lumberto Cambell(a creole) and the number two Miskito Indian leader, Brooklyn Rivera-although ultimately Rivera refused to participate.

    These early initiaves of the Sandanistas, while motivated by idealism, were marred by their failure to understand or take seriously both the traditional animosities and the importance of cultural differences between the Pacific and Atlantic coasts.

    More than any one transgressions of the Sandinistas, the costenos resented the arrogance of a revolutionary movement in which they had not been involved but which now sought to come into their communities to improve their way of life.“

    Das Plakat bezieht sich auf die Alfabetisierungskampagne der FSLN an der Miskitoküste (Departement Zelaya) und ist in Miskito.

    Die FSLN hatte die Revolution gewonnen, hatte aber kaum eine Basis an der Atlantikküste. Die Bewohner von Zelaya, vor allem die Miskito, waren durch die Böhmischen Brüder (https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6hmische_Br%C3%BCder) protestantisch missioniert worden (die „Böhmische Brüdergemeine“ sitzt hier in Neukölln bei mir um die Ecke) und sprachen eben Miskito und Englisch,die FSLN waren katholisch und sprachen Spanisch. Das musste schief gehen.

    „Against this backdrop of Sandinista errors and Indian desires for autonomy, the stage was set for the Indian population to be swept into the growing conflict between the Sandinistas and Somoza’s exiled guardsmen supported by the CIA. Initially many Creoles also were suspicious of or hostile to the Sandinistas. But the appointment of Creole leaders like Lumberto Campbell and support for the revolution by others, such as the respected Ray Hooker gradually softened the opposition in the black community.“

    Mich hat man damals kurz nach der Revolution – als einziger Ausländer weit und breit – für einen Feind der Sandinistas gehalten, und die Miskito warnten mich ständig vor den „Spionen“ der FSLN.

    Nach dem Text auf dem Plakat kann man googlen, mihta kruski buki wauhtaya param ergibt nur einen Treffer
    http://www.mitrab.gob.ni/bienvenido/publicaciones/Wark%20Laka%20Plamaia.pdf – einer der wenigen Texte in Miskito im Internet. Übersetzen kann ich ihn aber nicht.

    Die Böhmischen Brüder haben übrigens die Kultur der Miskito völlig zerstört, wie es bei protestantischen Missionaren üblich ist. Als erstes zwangen sie die Miskito, nur noch „Bruder“ und „Schwester“ zueinander zu sagen Dadurch konnten die Miskito ihr eigenes kompliziertes Verwandtschaftssystem gar nicht mehr benennen. Die Sozialstruktur brach in kurzer Zeit zusammen.

    Das Foto oben habe ich übrigens in Bluefields aufgenommen. https://de.wikipedia.org/wiki/Bluefields_%28Nicaragua%29

    Guckst du auch hier http://www.heise.de/tp/artikel/18/18901/1.html „Kollektiver Wahnsinn“.

    @Seardar: ich habe weder Geld noch Zeit – ich würde sofort und jederzeit.

    @ninaturkey: „Im Unterschied zu anderen Menschenrechtsorganisationen hat die GfbV in besonderen Situationen militärische Interventionen und Eingriffe unterstützt. Viel Kritik hat ihr etwa das Eintreten für das Eingreifen der NATO im Kosovo-Krieg 1999 eingebracht. 2006 hat sie den Schutz der Wahlen im Kongo durch die deutsche Bundeswehr gefordert.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_f%C3%BCr_bedrohte_V%C3%B6lker

  12. ninjaturkey am August 30th, 2012 11:52 am

    Danke Meister (schau ich mir nachher noch an).

    Falls Du mal `ne Frage zu den Themen Biologie, Astro- oder Elementarteilchen-Physik hast, immer her damit ;-)

  13. Junta de Reconstruccion de Managua : Burks' Blog am September 6th, 2012 12:48 pm

    […] Über die Probleme und Fehler der Alphabetisierungskampagne an der Atlantiküste Nicaragusa habe ich hier schon etwas geschrieben. […]

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