Kapitalismus reloaded oder das Schlecker-Deutschland

Die Auffanggesellschaft für die Schlecker-Mitarbeiter scheitert an 70 Millionen Euro: „Der bayerische Wirtschaftsminister hat mir mitgeteilt, dass er diese Lösung nicht mittragen wird“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in Berlin.“

70 Millionen Euro.

Guckst du bei auto motor sport (2011): „Der Rekordgewinn bei Volkswagen hat sich auch für die acht Männer im VW-Vorstand in klingender Münze ausgezahlt: 2011 erhielt der Vorstand mehr als 70 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie im Vorjahr mit knapp 37 Millionen Euro.“

Wer jetzt denkt, irgendjemand oder gar die Schlecker-Geschädigten würden nach einer Revolution rufen oder gar nach Enteignung oder Vergesellschaftung der Produktionsmittel oder nach persönlicher Haftung für Kapitalisten, die ihr Unternehmen in den Bankrott reiten, oder irgendjemand würde den Kapitalismus an sich kritisieren – der irrt. Wir sind in Deutschland. Die Deutschen, inklusive der Piratenpartei, würden noch nicht einmal das System in Frage stellen, wenn zwei Drittel der Deutschen Hunger litten.

Nein, der Kapitalismus und das Privateigentum an Produktionsmitteln sind der teleologische Endpunkt der Geschichte und das Ziel der Evolution des Homo sapiens. Danach kommt nichts mehr, nur noch das Jüngste Gericht oder Armageddon oder die Erde fällt in die Sonne.

Kommentare

12 Kommentare zu “Kapitalismus reloaded oder das Schlecker-Deutschland”

  1. Maxim am März 29th, 2012 3:32 pm

    Mich würde interessieren, wie es geworden wäre, wenn nicht der Kapitalismus, sondern der Kommunismus überlebt hätte. Vermutlich wäre es genauso, nur manche würde nach freier Marktwirtschaft krähen. Zumindest wenn es nach dem russischen Pseudo-Kommunismus gegangen wäre.

    Anbei die Liste der 10 wichtigsten Gründ gegen den Kommunismus:
    1. Eine kleine Kaste von Bonzen hätte das ganze Geld.
    2. Die Züge wären überfüllt, schmutzig, unpünktlich oder fielen aus.
    3. Es würde sinnloser Quatsch produziert, den kein Mensch braucht (Rasierapparate mit 5 Klingen, Bücher, für die man Strom braucht usw.).
    4. Die Arbeiter wären die Angeschmierten und müssten das Maul halten.
    5. Schon die Kinder würden erbarmungslos indoktriniert, und wer aus dem falschen Elternhaus käme, hätte keine Chance.
    6. Die Umwelt wäre im Eimer.
    7. Das Fernsehen wäre sterbenslangweilig und hauptsächlich dazu da, die Leute ruhigzustellen.
    8. Die akademische Freiheit stünde bloß auf dem Papier, auf den Unis würde nur gepaukt und nicht studiert.
    9. An die Spitze des Staates gelangten zuverlässig die Machtgierigen, Anpasser und Unfähigen.
    10. In den Zeitungen stünden nur Lügen und Unsinn („So wird bei Hartz IV abgezockt“, „Bühne frei für die Superhandys“).

  2. Peter Baumann am März 29th, 2012 4:11 pm

    Das ist billigste Hetze:

    „persönlicher Haftung für Kapitalisten, die ihr Unternehmen in den Bankrott reiten“

    Schlecker, egal was man von ihm halten mag, HAT persönlich gehaftet. Das ist etwas, das die Manager-Verbrecher und Bankster NICHT tun.

    Eine Schickedanz hat fast ihr gesamtes Privatvermögen nachgeschossen und durch einen betrügerischen Manager Middelhoff verloren, der immer noch frei rumläuft und jetzt für die US/UK Hochfinanz arbeitet.

    Aber das paßt ja nicht ins rote Weltbild.

    Andererseits, wenn jemand wirklich erfolgreich ist und das NICHT bei den Geldverleihern, die nichts produtieren, dann halte ich auch außergewöhnliche Prämien für berechtigt wie bei VW.

    Aber Neid ist die schlimmste Todsünde der Deutschen, wo sie besonder verbreitet ist.

    Vor allem bei den Roten, die heute leider in allen Parteien dominieren!

    Wenn Sie nach „Vergesellschaftung“ schreien, dann haben Sie NICHTS begriffen, weder von der Natur des Menschen, noch von den Kräften, die hinter dem heutigen Stamokap-Faschismus stehen, denn Sie auch noch falsch „Kapitalismus“ nennen.

    Ein Deutscher schon lange im Ausland

  3. admin am März 29th, 2012 4:53 pm

    Der Kommunismus hat noch nie gelebt, also kann er auch nicht überlebt haben.

    Vergesellschaftung steht als Option im Grundgesetz.

  4. ninjaturkey am März 29th, 2012 4:58 pm

    „…Schlecker, egal was man von ihm halten mag, HAT persönlich gehaftet….“

    @Peter Baumann: Du hast Recht. Die rund 70.000 Euro/Monat, die ihm und seiner Familie lt. Medienberichten jetzt nur noch zur Verfügung stehen, reichen offensichtlich nicht mal mehr für ein anständiges Toupet.

  5. Peter Baumann am März 29th, 2012 5:27 pm

    @Burks

    „Vergesellschaftung steht als Option im Grundgesetz.“

    Nur, weil es im GG steht, dieser demokratisch in keiner Weise legitimierten Übergangslösung (der große Carlo Schmid)der Siegermächte, muß es noch lange nicht legitim und noch weniger richtig sein.

    P.S. zu:
    „Der Kommunismus hat noch nie gelebt“
    Dann sind die >100 Mio Opfer des roten Faschismus des Satanisten Karl Marx von „einem Untoten“ ermordet worden?

  6. kendall am März 29th, 2012 5:39 pm

    Wer die Zahlung von über 70 Millionen € an 8 (acht) Vorstandsmitglieder als „berechtigt“ betrachtet, sollte m.M. nach nicht anderer Leute Weltbild kritisieren. Alter!
    Die Anmerkung (…) „würden noch nicht einmal das System in Frage stellen“ (…) trifft den Nagel auf den Kopf…

  7. Karsten am März 29th, 2012 7:04 pm

    Gut, das die FDP die 70 Millionen blockiert hat. Es wäre wieder mal eine sinnlose Wettbewerbsverzerung geworden, die den gesunden Unternehmen, wie Rossmann o.ä., geschadet hätte.

    Und warum sollte jemand dagegen protestieren (außer lernresistente Linken)? Schlecker hat zigtausend Menschen jahrzehntelang Arbeit und Lohn gegeben. Jeder der Arbeiter dort hätte auch ebenfalls eine Drogerie eröffnen können. Wer dazu zu bequem ist, muß eben auch die Nachteile eines Angestelltenverhältnisses aktzeptieren.

  8. piet am März 29th, 2012 9:12 pm

    Karsten, ha,ha, Karsten. BWL-Herrenmensch, Du. Mit welchem Kapital und welchen anderen Mitteln kann eine prekär im Einzelhandel beschäftigte Frau zwischen 25 – 55 Jahren eine Drogerie eröffnen ? Kriegen die Kredit bei der Karsten-Bank ? Die Schlecker-Filialen werden in der Regel von höchstens zwei Angestellten geschmissen, die dafür auch noch jede Menge unbezahlte Überstunden schieben. Soviel zur Bequemlichkeit. Und trotzdem wird es keine Schlecker-Rotfront geben. So und jetzt zieh Dir noch ne Nase und fühl dich überlegen.

  9. hicke am März 29th, 2012 10:20 pm

    @peter baumann: erkläre mir kommunismus

    @karsten: erkläre mir das recht auf freie berufswahl

  10. FDominicus am März 30th, 2012 6:20 am

    Wenn ich die Wahl zwischen Markt und Kommunismus hätte (die ich mit der neuen sozialistischen Einheitspartei nicht habe) dann wäre es Markt.

    Vergesellschaftung von Produktionsmittel? Hat ja unglaublich gut funktioniert. Nur das werden Sozialisten aller Coleur ja niemals zugestehen. Es ist halt „dumm“ gelaufen.

    Das man sich „dumm“ verhält entspräche ja leider der Wahrheit. Die Ahungslosigkeit von Weltenrettern wird nur durch Ihren Willen anderen zu schädigen übertroffen.

    Geh hin und treib die paar Millionen zusammen, übernimm Schlecker und lebe Deine Utopien aus. Viel Glück.

  11. Peter Baumann am März 30th, 2012 7:43 am

    Zerfressen vom Neid – sind zu viele Deutsche! Vor allem die roten Kollektivisten.

    Vielleicht das Einzige, das die USA uns gegenüber an Vorteil haben.

    Aucb deshalb bin ich schon lange raus aus diesen Irrenhaus BRDDR und weil ich mich nicht von Kommunisten regieren lasse, die heute wie vor und in WKII im Dienste der Hochfinanz stehen – und meist zu dumm sind, es zu merken.

    Die Roten hier sind sogar so blöd, daß sie auf die Propaganda der MSM reinfallen: Das Geld von Schlecker kommt von seinen Kindern. Er selbst ist pleite, was Euch wohl freuen wird, die Ihr selbst noch nie ein Unternehmen aufgebaut habt (ich schon).

  12. elvis presley am März 30th, 2012 10:38 am

    admin am März 29th, 2012 4:53 pm

    Der Kommunismus hat noch nie gelebt, also kann er auch nicht überlebt haben.

    Vergesellschaftung steht als Option im Grundgesetz.

    Aber Sie, Herr Burks, waren laut eigener Aussage einst Maoist. Also muss der Kommunismus gelebt haben?

Schreibe einen Kommentar