Pellwormer Ebbe für Heimatlose

Pellworm

Die Ebbe auf Pellworm eignet sich hervorragend als Metapher für das Innere meiner Geldbörse. Vielleicht hätte ich einen der Berufe ergreifen sollen, die es hier gibt: Reetdachdecker, Mauermann (für Maurer), Deichsticker (vermutlich Deichbauer?), Seehundjäger und Jagdaufseher, Fischer, Kapitän, Bernsteinsammler. Doch jetzt zu etwas ganz Anderem.

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Morgen verlassen wir diese gastliche Insel. Ich habe mir die Kirche hinter der Ruine des Friesendoms und den Friedhof noch einmal angeschaut. Dort stehen eine Arp Schnitger Orgel aus dem Jahr 1711 und allerlei Tafeln, die die Kontinuität der Prediger dokumentieren, sowie einen uralten Beichtstuhl. Wer’s mag. Auf dem Friedhof namenlose Gräber von Toten, die das Meer angespült hat – “Heimat für Heimatlose”. Die Fotoausstellung über Pellwormer Personen in der Alten Kirche ist an interessantesten.

Es war nett hier. Falls ich aber mal absolute Ruhe brauchte, um einen Roman fertigzustellen, dann würde ich auf eine Hallig fahren.

Pellworm

Nachtrag: Irgendwo an der Straße von Ostertilli nach Waldhusen gibt es ein paar der üblichen Gedenksteine für die Toten der beiden Weltkriege. Aber hier ist noch etwas, das meistens fehlt – ein Gedenkstein für die Gefallenen der Revolution 1848/49. Löblich.

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