Extremistische Spießbürger

Sunflower22a: „Wider die Moralpolizei der extremistischen Spießbürger“. „Als nächstes werden dann Miniröcke auf Kreuzbergs Straßen verboten, oder nackte Männer-Oberkörper. Entsprechende Vorstöße gab es auch schon.“

Dazu passt auch Modemekka Minden.

Was wichtig ist

Abgeordnetenwatch.de: „Die größten Parteispender 2012“:
Mit einem einfachen Trick lassen sich die Veröffentlichungspflichten für Parteispenden aushebeln: Anstatt der kompletten Spendensumme überweist ein Unternehmen einer Partei mehrere Teilspenden. (…) Und so kommt es, dass die CDU allein von drei Spendern aus dem Umfeld der Deutschen Vermögensberatung AG, dem größten Finanzdienstleister Deutschlands, Zuwendungen von jeweils über 50.000 Euro kassierte – von denen die Öffentlichkeit aber bis heute nichts ahnte. (…) abgeordnetenwatch.de fordert, Unternehmensspenden – so wie in Frankreich – auch hierzulande komplett zu verbieten..

Zur Erinnerung: Es ist in Deutschland nicht strafbar, Abgeordnete zu bestechen.

Zur Erinnerung: Zwei Dinge, die in der Politik wichtig sind.

Who the #$&% is Klitschko?

Marina Weisband: „Klitschkos Rolle wird in Deutschland sehr überschätzt“.

Man muss sich hingegen mal die deutschen Medien zum Thema ansehen.

Päderastie und Totalüberwachung oder: Da war doch was

Don Alphonso über den „Fall Edathy“: „Kinderpornographie ist das Lieblingsargument der Freunde einer Vorratsdatenspeicherung. Im Fall Edathy kann man sehen, wie die Behörden mit Daten, Grauzonen und Vermutungen umzugehen gedenken.“

Hätte die Staatsanwaltschaft den Fall lediglich auf Basis der ihr vorliegenden Beweise und Daten behandelt, wie das von politischer Seite bei der geplanten Einführung der Vorratsdatenspeicherung versprochen wird, wäre die ganze Geschichte vielleicht nie aufgekommen. Statt dessen wurde ein “Graubereich” entdeckt, in dem sich Edathy befinden sollte, über die Natur der Inhalte müsste letztlich erst ein Richter entscheiden, und dazu kommt dann noch die “kriminalistische Erfahrung”, dass da noch mehr ist.

Der Don zitiert auch die Süddeutsche Zeitung: „Wie aus ’strafrechtlich irrelevant‘ eine Razzia wurde“: „Durch die gesamte Akte zieht sich die Floskel, die kriminalistische Erfahrung lehre, dass alles immer viel schlimmer sei.“

Lesenswert auch Heribert Prantl dazu in der „Süddeutschen: „Strafrecht ist kein Moralrecht“.

Man hat keine festen Anhaltspunkte für eine Straftat, durchsucht aber, um feste Anhaltspunkte zu finden – und dann damit die vorherige Durchsuchung zu begründen. Und wenn man sie nicht findet, wird gesagt, dass wohl Beweise vernichtet worden seien. Es handelt sich um eine Beweisermittlungsdurchsuchung; das Verfassungsgericht nennt das „verbotene Ermittlungen ins Blaue hinein“. Das ist nicht Strafrecht, sondern Spekulationsrecht. Mit solchen Begründungen kann man bei fast jedem Bürger durchsuchen.

95 Prozent der Bevölkerung lesen derart ausführliche und subtile Argumentationen nicht. Bei denen bleibt nur hängen: „Da war doch was mit Kinderpornografie“. Und damit ist die betreffende Person erledigt, wenn man auch zusätzlich von von der Feigheit und dem angepassten Opportunismus der breiten Masse ausgeht.

Wichtigster Satz bei Don Alphonso: „Wer seine Rechte und Möglichkeiten ausschöpft, macht sich verdächtig.“ Das erinnert mich an meine Gerichtsververhandlung, die bekanntlich mit einem Freispruch endete, bei der ich mich vom Richter und Staatsanwalt wegen meines „üblen Charakters“ beschimpfen lassen musste.

Wissenschaft und Esoterik am Beispiel der Homöopathie

Thomas Grüter auf den SciLogs über den „Ausbau einer unsinnigen Idee“:
Die Homöopathie ist eine Erfindung des deutschen Arztes Samuel Hahnemann (1755 – 1843). Wenn ich sage „Erfindung“, dann meine ich damit, das sie nicht auf älteren Grundlagen aufbaut. Vielmehr beruht sie auf einer Beobachtung Hahnemanns, die er folgenreich falsch interpretierte. (…) Hahnemanns Lehre beruht auf einer falschen, unzulässig verallgemeinerten Beobachtung. Letztlich hat sich die Homöopathie nur behaupten können, weil ihr Erfinder eine Art Glauben daraus gemacht hat und seine Umwelt vor die Wahl gestellt hat, entweder für ihn oder gegen ihn zu sein.

Die Diktatur des Kapitals und die nichttariflichen Handelshemmnisse

Die taz hat einen aufschlussreichen Artikel zu bieten über „Die Diktatur des Kapitals“: „Der transatlantische Handel soll zugunsten multinationaler Konzerne dereguliert werden. Chlorhühner und Hormonfleisch wären dann in der EU legal.“
Dem geplanten transatlantischen Abkommen, sprachlich auf Sympathiegewinn angelegt, wurde nicht nur im Titel eine transatlantische „Investitionspartnerschaft“ hinzugefügt. Damit sollen neben den direkten vor allem „indirekte Enteignungen“ von ausländischen Investoren im jeweiligen Gastland verhindert werden.

Explodierende Mailboxen oder: Bcc, ccc oder icc, das ist hier die Frage

Ein wunderbarer Artikel im Tagesspiegel über die Medienkompetenz von Journalisten: „Stellen Sie das doch endlich ab!“

Ich habe mich kaputtgelacht. Aber so ist es wirklich, und noch schlimmer. Es wird auch nicht besser werden.

Die Subventionskönigin

Bettina Röhl schreibt in der Wirtschaftwoche über die staatlichen Subventionen an Alice Schwarzer.

Rock’n’Recruitment

Via Fefe: „Da sitze ich in einem mit Punks überfüllten Laden und trinke Bier, und dann kommt ein Typ mit Schiebermütze und fetter Armbanduhr gezielt zur mir, quatscht mich von der Seite an und lotet meine Bereitschaft aus, einen Computer zu kompromittieren, um an Daten zu gelangen, auf die er keinen rechtmäßigen Zugriff hat.“

Muahahahaha.

Similia similibus curentur

aribert

Falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte: Ich halte Homöopathie für Scharlatanerie und Voodoo und Menschen, die daran glauben, für religiös, was für mich ein Synonym für bekloppt ist. Zur Herkunft der homöpathischen Methoden hat der Kollege Deckers Aribert Deckers (für den ich mit dem Screenshot gern werbe) interessante Informationen zusammengestellt:
„Homöopathie: Die “Potenzierung” ist entlarvt als ein Hütchenspielertrick. Zu den Grundbehauptungen der Homöopathie gehört die Aussage, daß ein stärker “potenzierter” (ein über mehr Stufen verdünnter und geschlagener) Stoff stärkere Wirkung hat als ein weniger oft “potenzierter”, also weniger oft verdünnter und geschlagener. Wie konnte es zu dieser Behauptung kommen?

Tor, the bad guys and the good guys

Heise: „Forscher von der schwedischen Karlstad University sind bei einer systematischen Analyse des Tor-Netzwerks (PDF) auf 20 Exit-Nodes gestoßen, die verschlüsselte Verbindungen angreifen.“
Several hundred Tor exit relays together push more than 1 GiB/s of network traffic. However, it is easy for exit relays to snoop and tamper with anonymised network traffic and as all relays are run by independent volunteers, not all of them are innocuous. (…) To reduce the attack surface users are exposed to, we further discuss the design and implementation of a browser extension patch which fetches and compares suspicious X.509 certificates over independent Tor circuits. Our work makes it possible to continuously monitor Tor exit relays.

Christliche palästinensische Israelis

Al Jazeera berichtet über christliche palästinensische Israelis. Das Thema ist vermutlich für deutsche Medien zu anspruchsvoll, denn die Deutschen an sich denken, „Palästinenser“ seien Muslims und Israelis seien allesamt Juden.

Was passiert eigentlich gerade auf Fefes Blog?

Was passiert eigentlich gerade auf Fefes Blog?

Hoch die internationale Soli-Kleidung

Don Alphonso über die Mainstream-Veganer-Antifa-politischkorrekt-pseudolinke-Kleidung:
Der Stoff der Hosen kommt aus Gen-Baumwoll-Anbau aus Amerika, dessen Förderung indische Kleinbauern ruiniert. Die Plastikjacke wird noch in Bangladesch hergestellt, und das T-Shirt mit dem Aufdruck ‚Hoch die Internationale Solidarität‘ mag von einer der Näherinnen stammen, die letzte Woche bei der Auflösung des Protestcamps in Kambodscha beschossen wurden, als sie einen Tageslohn verlangten, der unter dem ist, was so ein Berliner Antifa pro Tag für den Döner ausgibt, über dessen Preisentwicklung ihn seine Genossen auf dem in China gebauten iPhone auf dem Laufenden halten.

Muahahahaha. Böse, but I like it.

Nerv getroffen oder: Kapitalismus als säkularisierte Religion

Ein lesenswerter zweiteiliger Artikel in Telepolis von Tomasz Konicz über „Das Schisma von 2013“. – „Die hitzigen öffentlichen Diskussionen um die Kapitalismuskritik des Papstes legen offen, dass es sich hierbei im Endeffekt um einen Religionsstreit handelt. Kapitalismus als säkularisierte Religion“.

Anhand der Zitate der Mainstream-Medien und der Lautsprecher des Kapitals sieht man sehr schön, dass alle aufheulen, wenn der richtige Nerv betroffen wird – die Systemfrage.

Ich hatte schon am 1.12.2013 das Thema diskutiert: “Die Tyrannei der Marktes und die positive Kraft des Kapitalismus“.

Interview mit Snodwden: „They will make mistakes“

…in der Washington Post.
His colleagues were often „astonished to learn we are collecting more in the United States on Americans than we are on Russians in Russia,“ he said. Many of them were troubled, he said, and several said they did not want to know any more.

Das ist bei deutschen Geheimdiensten (außer dem Inlandsgeheimdienst) natürlich gaaaaaaanz anders.

Hier noch ein Kommentar aus dem Heise-Forum:
‚Er habe der Gesellschaft eine Chance geben wollen, selbst herauszufinden, ob sie sich ändern wolle, sagte Snowden weiter.‘
Die Gesellschaft will sich nicht ändern, wie das Desinteresse der Massen sowie die Bundestagswahl gezeigt hat.“

Schlammcatchen der Popcornminister

Don Alphonso über die „Netzpolitiker“ und den real gar nicht existierenden „Internetausschuss“. Lesenswert.

Redtube: Angriff ist die beste Verteidigung

redtube

Conlegi.de: „Streaming-Abmahnungen der The Archive AG – Verteidigung und Gegenwehr“

„Zwischenzeitlich ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen der Anwälte, der die Abmahnwelle losgetreten hatte.(…) Zwischenzeitlich hat die Staatsanwaltschaft auch Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter des IT-Unternehmens itGuards aufgenommen.“

Shell Science Slam und Demokratie-Häcksler

Tagesspiegel: Wie der Shell-Konzern werben wollte und ein Desaster erntete. (Danke, geneigte Leserin P.!)

Tabledance und Schopenhauer

Ein schönes Weihnachtsmärchen gab es vor ein paar Tagen beim Kiezneurotiker. Lesenwert.

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