Lohn, Preis, Profit, Sonnenstrahlen

lohn, Preis, Profit

Bei den letzten Sonnenstrahlen des Sommers zu studieren: Thomas Kuczynski zu Marxens Lohn Preis Profit. Immer wieder schön zu lesen, der Alte im Original – scharf, prägnant und sarkastisch.

Ihr wärt sehr auf dem Holzweg, falls ihr glaubtet, daß der Wert der Arbeit oder jeder beliebigen andern Ware in letzter Instanz durch Angebot und Nachfrage festgestellt werde. Angebot und Nachfrage regeln nichts als die vorübergehenden Fluktuationen der Marktpreise. Sie werden euch erklären, warum der Marktpreis einer Ware über ihren Wert steigt oder unter ihn fällt, aber sie können nie über diesen Wert selbst Aufschluß geben. Unterstellt, daß Angebot und Nachfrage sich die Waage halten oder, wie die Ökonomen das nennen, einander decken. Nun, im selben Augenblick, wo diese entgegengesetzten Kräfte gleich werden, heben sie einander auf und wirken nicht mehr in der einen oder der andern Richtung. In dem Augenblick, wo Angebot und Nachfrage einander die Waage halten und daher zu wirken aufhören, fällt der Marktpreis einer Ware mit ihrem wirklichen Wert, mit dem Normalpreis zusammen, um den ihre Marktpreise oszillieren. Bei Untersuchung der Natur dieses Werts haben wir daher mit den vorübergehenden Einwirkungen von Angebot und Nachfrage auf die Marktpreise nichts mehr zu schaffen. Das gleiche gilt vom Arbeitslohn wie von den Preisen aller andern Waren.

Vgl. meine Leseempfehlung (20.05.2017, pdf): Marx popularisiert Marx von Thomas Kuczynski (mit Dank an den Schockwellenreiter).

Kommentare

11 Kommentare zu “Lohn, Preis, Profit, Sonnenstrahlen”

  1. Crazy Eddie am September 10th, 2019 9:19 pm

    Wirklicher Wert der Ware = Normalpreis?
    Das haben wir, wenn das Angebot genau der Nachfrage entspricht?
    Also rein hypothetisch, wenn es das wirklich geben würde, dann hätten wir ja überall Geschäfte mit leeren Regalen, oder? Alles, was angeboten wird, wird dann sogleich gekauft. Gedankensprung:
    Frage an Radio Eriwan: Woran liegt es, daß die Sowjetunion trotz ihrer fortschrittlichen sozialistischen Landwirtschaft jedes Jahr Weizen aus den USA und Canada importieren muß?
    Radio Eriwan antwortet: Das liegt an der katastrophalen Überproduktion des Kapitalismus!

    Kann mir jemand folgen?
    :)

  2. Wolf-Dieter Busch am September 11th, 2019 12:00 am

    Yup. Die Quintessenz des Preises: er oszilliert um die Reproduktionskosten.

    Andererseits dache ich immer, das sei mittlerweile bekannt.

  3. ... der Trittbrettschreiber am September 11th, 2019 7:15 am

    Sekundärliteratur war mir schon immer suspekt. Es geht darum, anderen seine eigene Sichtweise zu oktroyieren, sich selbst in den Fokus der Wahrnehung zu stellen und vom Original abzulenken, seinem „Opfer“ also jegliche Möglichkeit zu nehmen, selbst zu interpretieren. Irgendwie verständlich und auch ökonomisch – man stelle sich vor, es gäbe ebensoviele Deutungen des Marx’schen Werkes, wie sein Name Buchstaben enthält…

  4. Godwin am September 11th, 2019 8:27 am

    ja das sog. „Gravitationszentrum“ (Ricardo) das preislich eben nur um ein bestimmtes Maß über- bzw. unterschritten werden kann.

    ich empfehle diese
    Literatur

  5. admin am September 11th, 2019 9:06 am

    Das ist keine Sekundärliteratur, sondern eine wissenschaftliche Edition des Originals in handlicher Form.

  6. andreas am September 11th, 2019 9:38 pm
  7. Martin Däniken am September 12th, 2019 12:46 pm

    Jemehr Gedöns um den ollen Marx gemacht wird und herum interpretiert wird und posthum analysiert,verhübscht,verwahrheitet wird…
    desto mehr werde ich Groucho-Marxist..
    ist aber noch nicht soweit Richard-Marxist zuwerden ;-)

  8. Messdiener am September 12th, 2019 7:38 pm

    e. Fromm, was zählt ist Menschlichkeit.

    https://www.youtube.com/watch?v=dxxjJAUjdI8

  9. Lustmolch am September 14th, 2019 10:50 am

    poste halt mal wieder schöne nackte frauen burks

  10. ... der Trittbrettschreiber am September 14th, 2019 1:55 pm

    @Lustmolch

    Ich habe mich seit meiner Pubertät immer wieder gefragt, wie dieser Molch zu den Themen Sex, Fortpflanzung und deren Entgleisungen ins Spiel kommt. Der Molch ist ja meines Wissens ein Wesen, das weder Fisch noch Frosch oder Eidexe ist, so ein Sumpfwesen mit rudimentären Kiemen, glitschig und nicht fassbar, weil über und über von Schleim überzogen. Dennoch sehr faszinierend und oft sogar liebenswürdig, wenn man näher hinschaut:

    http://www.herp.it/indexjs.htm?SpeciesPages/TrituAlpes.htm

    Etwas hilfsos und nicht vordergründig zielorientiert sind Molche, insbesondere die Schwanzlurche oralgenitalfixiert untätig, voerwiegend in „Feuchtgebieten“. Das macht sie ambivalent sowohl faszinierend als auch abstoßend, weshalb Lustmolche wohl zumeist männlich sind oder waren, wenn man dem heutigen Pflichtgendersprech Rechnung tragen will. Was mich besonders freut, ist die Motivationsbereitschaft dieser Amphibien, wenn man sie in einen Humpen JEVER schmeißt – welch ein Gequirle und Schäumen. Da erschließt sich dem angeheiterten Betrachter dann doch das Wort „Lust“ – wengleich auch eher an der wissenschafltichen Methodik, die ja nie richtig zwischen Experiment und Feldstudie trennt.

  11. Messsdiener am September 14th, 2019 9:25 pm

    aus dem Teatro Karl Marx
    https://www.youtube.com/watch?v=rV89ldxaVlg

    https://www.youtube.com/watch?v=24lHSU35Aqs
    Im Rest der Welt erblasst man vor Neid

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