Wilder September

mitbestimmung

Analyse & kritik (Vorsicht! Gendersternchen!): „Vor 50 Jahren, am 2. September 1969, protestierten mehrere tausend Stahlarbeiter der Dortmunder Hoesch AG – ohne Rücksprache mit der IG Metall – gegen Überstunden und hohe Arbeitsbelastung und forderten eine außertarifliche Lohnerhöhung von 20 Pfennig pro Stunde, kurz darauf erhöhten sie auf 30 Pfennig mehr pro Stunde. Am nächsten Tag demonstrierten fast zehntausend Menschen in der Dortmunder Innenstadt – und die Forderung wurde erfüllt.

Damit begannen die sogenannten Septemberstreiks: Der Erfolg der Hoesch-Arbeiter löste einen kleinen Flächenbrand aus. Innerhalb von knapp drei Wochen legten mindestens 140.000 Beschäftigte in 70 Betrieben ohne Zutun der Gewerkschaft die Arbeit nieder und forderten Lohnerhöhungen zwischen 30 und 70 Pfennig pro Stunde. Eine solche offene, spontane Streikwelle hatte es in der Bundesrepublik noch nicht gegeben…“

Mehr dazu auf dem MAO-Projekt Jürgen Schröders. Zum Thema Mitbestimmung waren die Gewerkschaften damals uneins. Lesenswert auch ein Artikel im Freitag dazu, der vor zehn Jahren erschien: „Verwischte Spuren“.

Man stelle sich vor, dieses Thema würde in der Schule behandelt! Sogar die Gewerkschaften würden protestieren.

Kommentare

2 Kommentare zu “Wilder September”

  1. Martin Däniken am September 3rd, 2019 1:35 pm

    Auch ohne TOR und ohne Twitter gab es Arbeitergewitter!

    Heute arbeiten insgesamt 96.000 Menschen in der deutschen Stahlindustrie
    und es gibt staatliche
    „Hilfen für den Kapazitätsabbau in der Stahlindustrie“…
    Naja und das die Chinesen streiken werden,
    weil es die KP will…
    kann ich mir nicht vorstellen?!

  2. tom am September 3rd, 2019 3:41 pm

    >>Sogar die Gewerkschaften würden protestieren.<< Wieso will ich dabei lachen? Das tut man doch bei Witzen!

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