Unter normalen Leuten

Interview mit André Brie in der Taz: „Kein Gefühl mehr für die normalen Leute. (…) Meine Partei schreibt Anträge, hält Reden, verfasst Presseerklärungen, tritt in Talkshows auf. Das ist alles gut und schön. Aber wir sind nicht mehr bei den Menschen. Die gehen jetzt zur AfD. Die hat, anders als der Name verspricht, keine Alternativen. Aber sie bedient etwas. So viele Menschen sind unzufrieden. Und sie suchen ein Ventil. Früher waren das die PDS und die Linkspartei. Das ist vorbei. (…) Viele leben nur noch in ihrem Apparat. Es gibt viele, die sich in den Parlamenten für ­solche Menschen den Arsch aufreißen. Aber sie haben kaum persönlichen Kontakt mehr zu den Verlierern.“

Full ack. Ich hätte Rezepte, aber niemand würde mir zuhören. Die „Linke“ und auch die meisten Linken wollen sich lieber in die Tasche lügen. Das ist bequemer.

Kommentare

7 Kommentare zu “Unter normalen Leuten”

  1. Roman Bardet am Juni 13th, 2019 4:49 pm

    Hm, Sie hätten Rezepte?

    Bei Ihren Fähigkeiten als Texter würde ich diese Rezepte zu Papier bringen und als Buch veröffentlichen. Es wird aber schwer sein, einen Verleger zu finden.

    Schlimmer als bei Sarazzin kann es nicht kommen bzw. der ist mit seinen Büchern immerhin Multimillionär geworden.

  2. Wolf-Dieter Busch am Juni 13th, 2019 4:59 pm

    Ich erlaube mir mal, das zu spezifizieren: statt „Rechtsruck“ eine „Linksflucht“, wie der unnachahmliche Hadmut Danisch zu sagen pflegt. Denn „Links“ ist von einer „politischen Richtung“ zu einem reinen „Lager“ verkommen.

    Statt sozialer Politik, die einst auf dem Programm stand, werden nun Sonderfälle zu „sozialen Problemfällen“ erhoben: Minderheiten jedweder Art. Etwa Transsexuelle. Privat habe ich einige kennengelernt. Von denen ist durch das Gender-Unwesen keiner besser gestellt als vorher – aber die 96% „normalen“ Bürger sind schlechter gestellt.

    Also außer wirtschaftlich (die Tafeln, ein Schandfleck der Gesellschaft) auch die perverse Forderung, sexuelle Aberrationen außer zu tolerieren (tun wir sowieso) auch noch „niedlich“ zu finden. Was nichts anderes ist als eine Vergewaltigung der heteroxeuellen Mehrheit. – Ah, und zum Sexualkundeunterricht im fünften (!) Schuljahr: die Kinder tun sich konkret ekeln. Bestätigt Klara.

    Aber das ist ja noch nicht alles. Was ich nie im Visier hatte: ich wohne in Deutschland, und wie immer, erst wenn etwas flöten geht, stellt man fest: ich (hrm) liebe mein Land. Einschließlich der Mitbürger, die mir sowas von auf den Sack gehen, hergehört allemann!

    Und genau das treibt die Leute auch um: die derzeitige Politik ist konkret anti-deutsch. An dieser Stelle der Übergang zu AfD: deren Position ist immerhin pro-deutsch. Und das, meine Damen und Herren, hat nichts und dreimal nichts mit dem Nationalismus ʼ33-45 zu tun.

  3. ... der Trittbrettschreiber am Juni 13th, 2019 5:30 pm

    „Aber sie haben kaum persönlichen Kontakt mehr zu den Verlierern.“

    Verlierer wird der sein, der so denkt. Arroganz ist schlimmer als Dummheit, denn sie macht letzlich blöd. Herr Brie sollte in die Milchverarbeitungsbranche wechseln, denn er übt nicht Kritik, sondern er entbößt sich und seine Clique. Ein verräterisches Wort ist wie ein zerspringendes Häkchen am Neglischee. Vielleicht wirft ihm ja jemand ein Handtuch zu. Eine Zumutung, solch einen Parteien-Muff ansehen zu müssen…

  4. Troptard am Juni 13th, 2019 6:16 pm

    Ich habe auch kein Gefühl für normale Leute. Woran erkennt der Mitmensch die. Die Partei „Die Linke“ soll endlich aufhören zu jammern.

    Als Partei, die ihre Wählerschaft bisher überwiegend im Osten Deutschlands rekrutieren konnte, bekommt auch dort kaum noch einen „Fuss auf den Boden“.

    Anstatt jetzt die vielgeliebte Ausrede zu bemühen, man wäre „nicht mehr bei den Verlieren, nicht mehr nah genug bei den Menschen und ihren Problemen, zu sehr mit sich selbst beschäftigt“,
    einfach mal die eigene Regierungspolitik anschauen.
    So dumm sind die Menschen nun doch nicht, dass sie Anspruch und Wirklichkeit nicht unterscheiden können.
    Kommt jetzt bestimmt auch nicht von ungefähr, dass Oskar Lafontaine den absaufenden Laden durch eine Fusion von SPD und Die Linke retten will.

  5. Godwin am Juni 13th, 2019 9:55 pm

    „Ich hätte Rezepte, aber…“

    Nix aber! das wird ja hier nun zum wiederholten Male behauptet.
    Also – auch mal liefern, Aldääär!!

    btw – Aartikel vom 5. 6. 2018
    wurde das hier nicht ganz und gar schon mal thematisiert??

  6. flurdab am Juni 13th, 2019 10:03 pm

    Die Parlamentarische Demokratie ist Tod!
    Da kann man noch soviel drum reden, sie hat verloren.
    Was als nächstes kommt, kein Ahnung.
    Aber „No Border“ heißt nunmal „keine Grenzen“.
    Mein nächstes Wochenende gestalte ich in einer Villa, völlig Bio, völlig Regierungskonform.
    Rechtstaat, wen interessierts?

  7. blu_frisbee am Juni 15th, 2019 1:19 am

    Wer von „normale Leute“ redet betreibt bereits Populismus mit der Entgegensetzung Volk % Elite.

    Warum fusioniert die PdL nicht mit der AfD?
    https://www.youtube.com/watch?v=1ozLBTURXUM

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